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| RE: Warum die DDR nicht mehr existiert ... |
Beitrag Kennung: 133552
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felixed hat am 06. Mai 2008 um 15:22 Uhr folgendes geschrieben:
Schon seit Jahrzehnten wird nach "Verhaltensgenen" geforscht, weil bürgerliche Ideologen gern ihren natürlicherweise bösen Menschen bewiesen hätten. Erfolg: keiner. |
Jahrzehnte sind zu wenig. Und Leute wie Darwin und Mendel würde ich auch ungern als bürgerliche Ideologen bezeichnen wollen.
Doch Marx scheint an den verfehlten Visionen keine Schuld zu treffen. Gregor Mendel veröffentlichte seine Erkenntnisse zwar schon Ende der 1860er Jahre, doch diese blieben weitgehend unbeachtet und wurden erst nach seinem Tode Anfang des 20. Jahrhunderts wieder herausgekramt.
Darwins Werk über die Evolutionstheorie war zwar in London bekannt und dürfte auch dem Karl Marx zu Ohren gekommen sein, doch diese Lehre galt zu seiner Zeit keineswegs als unumstritten.
Wenn deren Erkenntnisse also nicht im Lebenswerk von Karl Marx aufgearbeitet worden sind, so ist dies durchaus verzeihlich.
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felixed hat am 06. Mai 2008 um 08:17 Uhr folgendes geschrieben:
Zu den Bedürfnissen des kommunistischen Menschen gehört aber, in einer funktionierenden Gemeinschaft zu leben (was selbst die meisten Menschen im Kapitalismus in Familie und Freundeskreis ja anstreben, aber zu doof sind, das auf größere Maßstäbe zu übertragen). |
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felixed hat am 06. Mai 2008 um 15:22 Uhr folgendes geschrieben:
Aber der wissenschaftlich-technische Fortschritt hat dazu geführt, daß Du außer mit Angehörigen Deiner Urhorde noch mit nahezu der gesamten Menschen in einem gegeseitigen Abhängigkeitsverhältnis stehst und demzufolge die Prinzipien der Urhorde aufgrund der Globalisierung ... auf diesen größeren Maßstab übertragen solltest. |
Ja das hat wohl schon Karl Marx ein wenig realistischer gesehen, als du. Heute fiel mir auf, dass er in der Kritik des Gothaer Programms von den "Springquellen des genossenschaftlichen Reichtums" sprach, kurz bevor der viel zitierte Ausspruch "Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen!" zu lesen ist. Ihm ist wohl völlig klar gewesen, dass bereits die Bevölkerung Londons, erst Recht die globale Bevölkerung viel zu groß sein wird, um den Zusammenhalt der Urhorde zu sichern. Genau deshalb sprach er von genossenschaftlichem, nicht von globelem Reichtum.
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felixed hat am 06. Mai 2008 um 15:22 Uhr folgendes geschrieben:
Wieder mal nachlässig formuliert. DEIN Wir-Gefühl endet wohl dort, aber bekanntlich gibt's Menschen, die die gesamte Menschheit als WIR erkannt haben und auch so empfinden. |
Hm. Nun beurteile doch mal nach den Gesetzen, die Charles Darwin niedergeschrieben hat, welche Chance ein solches "Gutmenschen"-Gen im Vererbungsprozess hätte!
Meine Tochter konnte noch kein Wort reden, da besuchte sie eine Kinderkrippe. Sie hatte die Einrichtung nur einen einzigen Tag lang besucht, und schon konnte sie ein Wort reden: MEINE!
Wieso lernte sie innerhalb der Kindergruppe so frühzeitig ausgerechnet dieses Wort? Ist da etwas in den vererbten Instinkten enthalten oder hat die bürgerliche Propaganda schon auf die Knirpse eingewirkt - es war immerhin Anfang der Neunziger Jahre.
Nimm eine beliebige Personengruppe, die zusammen leben und arbeiten muss. Wenn die alle etwas mehr arbeiten müssen (einen Sack mehr tragen), so wird es ein büssl Gemurre geben. Aber wenn der Chef schlüssig argumentiert, wird es letztendlich gemacht.
Jetzt stell dir aber mal vor, welcher Aufruhr passiert, wenn der Boss einteilt, dass Herr Fuchs einen Sack mehr, dafür der Herr Felix einen Sack weniger schleppen soll!
Nun frage ich: Ist dieses Gerechtigkeitsempfinden ("Warum ICH?") in der Natur des Menschen vererbt oder ist das ein Produkt der bürgerlichen Propaganda?
Ja und in einer künftigen, hochgradig arbeitsteiligen Gesellschaft wird ein Boss (Funktionär) immer einzuteilen haben, wer muss die schweren und gefährlichen Plackereien machen, wer bekommt einen leichteren, angenehmeren Job und wer darf sogar selber Funktionär werden und im Drehsessel hinter dem Schreibtisch arbeiten?
Ich bin gespannt, wie die Massen dazu gebracht werden, ein Einsehen in die wie auch immer geartete, eventuell sogar vernünftige Entscheidung des Funktionärs zu haben. Ich prophezeihe, dass zuhauf zu hören sein wird: "Warum soll ausgerechnet ICH ins Bergwerk, soll doch ein anderer runterfahren, ich würd lieber Büroarbeit machen...!"
Kann aber auch sein, wer da muckt, muss zur Umerziehung.
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felixed hat am 06. Mai 2008 um 15:22 Uhr folgendes geschrieben:
weil dann sämtliche bisherige Genetikbücher weggeschmissen werden müßten. |
Nö, die lassen wir lieber mal, wie sie sind, denn an denen hätte ich nix auszusetzen.
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felixed hat am 06. Mai 2008 um 15:22 Uhr folgendes geschrieben:
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Pfiffikus hat am 06. Mai 2008 um 11:57 Uhr folgendes geschrieben:
Es ist nun mal Tatsache, dass uns der Freundes- und Familienkreis immer näher stehen wird, als die Allgemeinheit ... |
Darauf wäre ich von selbst nie gekommen. |
Klingt komisch, ist aber so. Nach meiner Meinung ist das ebenfalls fest in den Instinkten von uns verankert.
Versetzen wir uns doch mal in die Lage eines sozialistischen oder kommunistischen Funktionärs. Der hat Nachwuchs produziert. Wie kann der erreichen, dass es diesem, seinem eigenen Nachwuchs, doppelt so gut geht?
Er hat dazu 2 Möglichkeiten:
1) Er kann so regieren/entscheiden, dass es der Allgemeinheit (einschließlich eigenem Nachwuchs) doppelt so gut geht.
2) Er kann dem Nachwuchs durch gewisse Entscheidungen Vorteile verschaffen. (Solange der Machtmissbrauch nicht zu offensichtlich wird, geht das auch gut. Erst wenn die Macht des Funktionärs ausreichend gefestigt ist, darf er die Ungerechtigkeit nur halbherzig verschleiern.)
Was ist einfacher und Erfolg versprechender? Ich schließe ja nicht aus, dass er beides versucht.
Tja, so ist das eben. Und wenn es sich irgendwie ermöglichen lässt, so wird der Funktionär dafür sorgen, dass das Funktionärskind wieder Funktionär wird und nicht ins Bergwerk einfahren muss.
Pfiffikus,
der nicht leugnen will, dass Einflüsse aus den Medien und von den Mitmenschen die Steuerung des Handelns durch Instinkte ebenso beeinflussen
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