|
|
| RE: Atomkraft - Welche Gefahr besteht? |
Beitrag Kennung: 1227915
|
|
|
|
|
| Zitat: |
do4rd hat am 11. August 2026 um 18:33 Uhr folgendes geschrieben:
Diese sogenannte Giftbrühe müsste aus dem Reaktorinneren kommen und wäre in einem weitem Radius hochstrahlend. |
Ich fürchte, an dieser Stelle haust Du zwei verschiedene Dinge durcheinander.
- Gifte
Gifte schädigen uns auf chemischen Wege. Im Atomkern passiert da überhaupt nüscht.
Als Beispiel für Gifte kannst Du zum Beispiel Cobalt nennen, das in Lithium-Batterien verwendet wird. Es gibt zahlreiche Baterie-Chemien, die derzeit in der Entwicklung und im Einsatz sind. Ein großer Teil der verwendeten Chemikalien solltest Du lieber nicht in den Mund nehmen oder gar berühren.
- Radioaktive Strahlung
Ja, die entsteht im Reaktorinneren. Aber die hat nur geringe Reichweiten. Alphastrahlung kannst Du mit Papier oder einigen cm Luft abschirmen. Betastrahlung reicht zwar tausendmal weiter, doch kommt nicht aus dem Kraftwerk heraus. Gammastrahlen werden auch zuverlässig abgeschirmt.
Denkbar wäre allerdings, dass Kühlwasser in flüssiger oder gasförmiger Form aus dem Reaktorkern entweichen könnte. Weil dieses zur Moderation verwendet wird, ist darin radioaktives Tritium enthalten. Tritium ist nicht im Geringsten giftig! Es verhält sich chemisch ebenso, wie gewöhnliches Wasser.
Aber Tritium strahlt. Du solltest keine nennenswerten Mengen davon berühren oder trinken, es würde Dich mit zusätzlichen Beta-Strahlen belasten.
Da jedoch die Kernkraftwerke sehr zuverlässig überwacht werden, ist davon auszugehen, dass ein Entweichen von Tritium (durch die Beta-Strahlung) sehr schnell bemerkt und verhindert würde.
| Zitat: |
do4rd hat am 11. August 2026 um 18:33 Uhr folgendes geschrieben:
Aber selbst kleinere Risse zwischen den Kühlkreisläufen wären verheerend für die Umwelt, sofern ein Austausch erfolgt. |
Die Teile, die direkt bestrahlt werden, könnten in der Tat porös werden und die werden auch während der Wartungspausen turnusmäßig ausgetauscht, bevor etwas passiert.
Irgendwelche Aktivisten haben mal neben einem Kernkraftwerk in Niedersachsen erhöhte Strahlungswerte gemessen und damit auf den Schlamm gehauen. Sie hatten aber nicht berücksichtigt, dass solche Strahlungswerte, wie dort gemessen, im Erzgebirge oder im Schwarzwald völlig natürlich sind, ohne dass dort die Bevölkerung reihenwese wegstirbt.
| Zitat: |
do4rd hat am 11. August 2026 um 18:33 Uhr folgendes geschrieben:
Allerdings kenne ich keine AKW, die 50 Jahre durchhalten. |
Der übergroße Rest des Kraftwerkes bleibt ja intakt. Der Beton kann über hundert Jahre halten (Bei Talsperren hält er ja auch so lange durch.)
Es ist damit zu rechnen, dass alsbald die ersten gut gewarteten Kraftwerke für 80 Jahre zertifiziert werden. Aber nicht in Deutschland!
| Zitat: |
do4rd hat am 11. August 2026 um 18:33 Uhr folgendes geschrieben:
Die Strahlung macht auch das Material mürbe. Dafür kenne ich WKA, die seit den 1990er immer noch Strom produzieren. |
Das ist aber die Ausnahme. Die anfallenden Wartungskosten, alte Ersatzteile und der jährliche TÜV machen die Dinger unwirtschaftlich.
https://www.mdr.de/thueringen/viele-wind...werden-100.html
Pfiffikus,
der davon ausgeht, dass dort ein wertvoller, etablierter Standort verschwendet wird, der mittels Repowering viel effektiver genutzt werden könnte
|
|
|
|
|
|
|
|