Pfiffikus
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Heute, ~ 13:29 Uhr ~ Pfiffikus schreibt:
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| RE: Propaganda-Geflunker X. - CO² bleibt für lange Zeit in der Atmosphäre |
Beitrag Kennung: 1212255
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daggi007 hat am 04. Februar 2026 um 13:40 Uhr folgendes geschrieben:
Ja CO₂ kann in Senken verschwinden? |
Ja sicher.
Im Nachbarthema haben wir es ja nachgerechnet. Die menschlichen Emissionen müssten die CO²-Konzentration rechnerisch jährlich um 7,38ppm erhöhen. Doch sie steigt nur 2-3 ppm jährlich. Der Rest vom CO² muss in den Senken verschwunden sein, weil ich nicht an Zauberei glaube.
| Zitat: |
daggi007 hat am 04. Februar 2026 um 13:40 Uhr folgendes geschrieben:
Kurzfristig etwa die Hälfte unserer Emissionen pro Jahr, also üngefähr 20 Gt CO₂/Jahr. Das ist aber kein Naturgesetz. |
Das hast Du richtig erkannt.
Insbesondere ist zu erwarten, dass die Landsenke nur 100 Jahre wirksam bleiben kann. Die Waldgrenze hat sich nach Norden verschoben, die heute schon vorhandenen Bäume wachsen besser. Doch spätestens in 100 Jahren sind diese Bäume ausgewachsen und werden sich am üblichen Kohlenstoffkreislauf beteiligen, mit nur noch minimaler Senkenwirkung. Das ist unbestrittener Fakt.
Die Ozeansenke wird uns noch länger erhalten bleiben. Messungen ergaben, dass vor allem die Oberfläche mehr CO² bekommen hat. Die Tiefsee wurde überhaupt noch nicht mit neuem CO² angereichert worden ist. Die Wikipedia meint, dass die AMOC eine Umlaufzeit von 1000 bis 1500 Jahren hat.
Selbst danach dürfte auch noch jeder Batzen Wal-Kacke auf den Meeresgrund absinken und den darin gebundenen Kohlenstoff für sehr lange Zeit da unten deponieren.
Also es dürfte sicher sein, dass wir beide das Versiegen der Ozeansenke nicht mehr erleben werden.
Das Versagen der Senken wird also in einem solchen Zeithorizont stattfinden, in dem die fällige Disruption schon im Selbstlauf zu einer ordentlichen Dekarbonisierung geführt hat.
Weiterhin ist es in einem solchen Zeithorizont gewiss auch wahrscheinlich, dass sich die Menschheit neue Energiequellen wie die Kernreaktoren der 4. und 5. Generation oder sogar die Kernfusion erschließen wird.
Die Einbeziehung der Senken halte ich für eine wesentlich sinnvollere Übergangsstrategie, als manche Leute lieber Gaskraftwerke als Übergangslösung favorisieren. Endgültig wird diese Lösung nicht sein.
| Zitat: |
daggi007 hat am 04. Februar 2026 um 13:40 Uhr folgendes geschrieben:
Mit weiterem Erwärmen wird diese Quote sinken – dann bleibt ein größerer Anteil in der Atmosphäre. Die Senken sätigen sich. |
Du sprichst hier einen gegenläufigen Effekt an. Den gibt es in der Tat.
Wenn Du eine Flasche spritziges Mineralwasser aus dem Kühlschrank nimmst und um zwei oder drei Grad erwärmst, wird etwas CO² ausperlen. Dasselbe wäre auch beim Ozean zu erwarten.
Ich habe auch schon mit Leuten gesprochen, die gehen von einer irgendwie natürlichen Erwärmung der Erde aus. Und die Korrelation mit der höheren CO²-Konzentration führen sie auf dieses Ausgasen zurück. Das CO² wäre nach deren Logik angeblich nicht die Ursache, sondern die Wirkung der Erwärmung. Aus diesem Grunde wäre die ganze Klimapolitik sinnlos.
Bitte begib Dich nicht auf diesen Holzweg. In der Tat wäre durch ein paar Grad Erwärmung etwas Ausgasen von CO² zu erwarten. Die Menschheit hat den Partialdruck vom CO² in der Atmosphäre fast verdoppelt und wird die Verdopplung möglicherweise sogar noch schaffen. Nach dem Henry-Gesetz wird dadurch auch die doppelte Menge CO² ins Wasser gepresst. (Nachfolgende Reaktionen, Kohlensäure, Karbonate, Biologie usw. lassen wir jetzt mal unberücksichtigt.)
Schau mal in die rechte untere Ecke der orangefarbenen Abbildung, vom IPCC die ich oben eingefügt habe.
Es wird zwar nicht die Menge CO², sondern die Menge vom Kohlenstoff dargestellt. Wen es interessiert, das müsste man mit der molaren Masse von C (12) und von CO² (44) einfach umrechnen.
Du siehst, welche winzige Menge der Ozean jährlich aufnimmt, im Vergleich zur bereits vorhandenen Menge.
| Zitat: |
daggi007 hat am 04. Februar 2026 um 13:40 Uhr folgendes geschrieben:
Dürren, Brände, Entwaldung kommen noch dazu. Das Klima wird also für viele Generationen stark verändert werden. |
Das ist völlig unbestritten und gehört bekämpft, hat allerdings nichts mit den CO²-Senken zu tun, sondern eher mit Whataboutismus.
| Zitat: |
daggi007 hat am 04. Februar 2026 um 13:40 Uhr folgendes geschrieben:
Halbierung der Emissionen heute würde den Anstieg fast stoppen, aber nicht zu einem schnellen Rückgang führen. Selbst bei Null‑Emissionen fällt CO₂ in der Atmosphäre nicht wieder auf vorindustrielle. Ein großer Rest bleibt sehr lange. |
Damit hast Du Recht.
Meine Konsequenz hast Du ja bereits im Nachbarthema gelesen. Wir sollten die am niedrigsten hängenden Früchte ernten. Die Halbierung der Emissionen stellt gewiss ein wichtiges Teilziel dar. Es spräche auch nichts dagegen, weiter zu gehen - solange die Früchte erreichbar (bezahlbar) sind.
Aber bei manchen Emissionen ist eine Reduktion auf Null einfach nicht wirtschaftlich darstellbar.
Pfiffikus,
der die Stahl- und Chemieindustrie lieber in Deutschland halten würde, als diese zu dekarbonisieren
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