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| RE: ein platz für informationen |
Beitrag Kennung: 1230771
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Alice Weidel hat mit der Behauptung, Adolf Hitler sei ein „Linksradikaler“ und „Linksextremist“ gewesen, international und national scharfe Kritik sowie den Vorwurf des Geschichtsrevisionismus ausgelöst.
Weidel erklärte gegenüber einem niederländischen Journalisten, Hitler habe „völlig linksgerichtete Politik“ gemacht und sei ein Linksradikaler gewesen.
Auf den Vorwurf einer Täter-Opfer-Umkehr entgegnete sie, der Journalist sei „verwirrt“. Sie zitierte zudem die Aussage: „Wenn der Faschismus wiederkehrt, dann wird er sich nicht Faschismus nennen, sondern Antifaschismus“.
Ähnliche Behauptungen hatte Weidel bereits im Januar 2025 in einem Gespräch mit Elon Musk aufgestellt, in dem sie Hitler als „kommunistischen Typen“ bezeichnete.
Historiker und Experten für den Nationalsozialismus weisen diese Aussagen als geschichtsunkundigen Unfug und bewusste Desinformation zurück.
Dieser falsche historische Mythos wird von AfD-Politikern wie Alice Weidel gerne beteuert.
Das falsche Narrativ ist nicht neu. 2012 hat die damalige CDU-Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Bundes der Vertriebenen, Erika Steinbach, schon behauptet, Hitler sei links gewesen. Damals gab es die AfD noch gar nicht. Auf Twitter schrieb sie: „Die NAZIS waren eine linke Partei. Vergessen? NationalSOZIALISTISCHE Deutsche ARBEITERPARTEI…“ Inzwischen ist Erika Steinbach Mitglied der AfD. Aber auch sie hat sich diesen falschen Geschichtsmythos nicht ausgedacht. Entstanden ist er Jahrzehnte zuvor.
Warum und mit welchem Ziel verbreiten Rechtspopulisten diese Falschbehauptung und wie lässt sie sich dieser Blödsinn widerlegen?
In der unmittelbaren Nachkriegszeit war diese Mär überhaupt kein Thema. Denn zum einen ist über die NS-Vergangenheit größtenteils geschwiegen worden, zum anderen, waren sich natürlich die, die das aktiv erlebt haben, recht klar darüber, in was für einem System sie gelebt haben.
Als eine Art Diffamierung des politischen Gegners ist die Behauptung dann in den 70er- und 80er-Jahren vom politisch rechten Milieu der Bonner Republik verbreitet worden. Berühmt ist zum Beispiel der Ausspruch von Franz Josef Strauß, wonach Hitler und Goebbels im Grunde ihres Herzens angeblich Marxisten gewesen wären. Aber auch aus akademischen Kreisen habe es immer wieder Versuche gegeben, Hitler als Revolutionär oder die NSDAP als sozialistisch darzustellen.
Dann verschwand dieses falsche Narrativ erst einmal weitgehend aus dem öffentlichen Diskurs. Bis es unter anderem durch Erika Steinbach und in jüngster Zeit vor allem durch die AfD wiederbelebt wurde.
Die Behauptung, die Nationalsozialisten seien links gewesen, ist Teil einer sogenannten historisch-fiktionalen Gegenerzählung. In dieser haben die Alliierten eigentlich Deutschland den Krieg erklärt, die Nazis waren eigentlich links und der Holocaust hat nicht stattgefunden.
Diese Form der Geschichtsverfälschung zielt darauf ab, die politische Rechte für die Gegenwart zu rehabilitieren und damit auch Politiken, die durch die Lehren aus dem Nationalsozialismus eigentlich tabuisiert sind, für die Gegenwart wieder denkbar zu machen. Indem der Nationalsozialismus der politisch Linken zugeschrieben wird, soll die politisch Rechte für die Gegenwart „rehabilitiert“ und in gewisser Weise auch „entkriminalisiert“ werden.
Die AfD versucht, eine historische Kontinuität von staatlichen Eingriffen und Bevormundung zu konstruieren, dann versuchen sie sich als die einzige Oppositionskraft, die gegen diese historische Bevormundung und gegen diese staatlichen Eingriffe vorgehen würde, zu etablieren.
Nur mit den Original-Quellen lässt sich dieser Blödssinn wiederlegen.
Adolf Hitler hat viel gesprochen, auch über sein Verhältnis zu Linken, zum Beispiel am 2. März 1933 im Berliner Sportpalast.
Damals sagte er: „Der Marxismus geht aus von dem Gedanken der Gleichheit der Lebewesen. Diese Lehre der Gleichheit der Menschen, der Rassen und der Individuen ist wissenschaftlich längst widerlegt und kann gar nicht gehalten werden. Sie ist irrsinnig. Sie ist praktisch nicht in der Wirklichkeit vorhanden.
Quelle: DW, Zeit
In diesem Licht erscheinen die AfDeppen lächerlich und kreuzgefährlich. AfD Verbot jetzt, noch ist es nicht zu spät.
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