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prospero   prospero ist männlich Zeige prospero auf Karte FT-Nutzer
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03.01.2015 ~ 07:06 Uhr ~ prospero schreibt:
im Forum Thüringen seit: 03.09.2007
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 739209
gelesener Beitrag - ID 739209


Der Ami, also der Amerikaner, hat wohl mehr als ein Problem an der Backe.

Während sich die Bevölkerung um Lebensmittelmarken prügelt und Zuflucht in Gefängnissen sucht (hier darf noch geheizt werden), wird jeder frisch gedruckte $ –als lebenserhaltende Maßnahme – sofort wieder an einer Kriegsfront verbrannt.

Das hat Tradition, stärkt den Kampfgeist und ernährt die Waffenindustrie.
Mit der Kohle könnte man die USA abreißen und locker wieder menschenfreundlicher aufbauen. Aber, das wäre wohl zu einfach gedacht.
Wer investiert gerne in Menschen, die der Staat schon mit einer Polizeiarmee disziplinieren muss, damit sie nicht übermütig werden, wenn sie endgültig die Schnauze voll haben.

Jeder Bürger ein Staatsfeind.
Ohne dieser absonderlichen Logik könnten sämtliche Dienste in der Nase herumpopeln und sich vernünftigen Aufgaben widmen. Aber, das wäre wiederum zu einfach gedacht, weil sich Vernunft nicht vermarkten lässt.

Kameraschwenk zur BRD.
Während sich die Deutschen vor Hartz IV-Anträgen fürchten und Zuflucht bei Tafeln suchen, weil der Staat nicht mehr für Menschen investiert, wird jeder frisch gedruckte Euro sofort wieder...

Gut, bei uns wird noch kein Kind verhaftet, kein Jugendlicher aus reiner Notwehr erschossen... das macht man nicht... keine CSU würde niemals auf den Gedanken kommen, einem Asylanten sein Recht zu verweigern, vor seiner Ankunft im Mittelmeer absaufen zu dürfen.



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prospero   prospero ist männlich Zeige prospero auf Karte FT-Nutzer
269 geschriebene Beiträge
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05.01.2015 ~ 09:49 Uhr ~ prospero schreibt:
im Forum Thüringen seit: 03.09.2007
125 erhaltene Danksagungen
RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 739834
gelesener Beitrag - ID 739834


Ich glaubte es.

Vor zehn Jahren glaubte ich tatsächlich daran, dass es mit der Einführung Hartz IV eine Entflechtung bürokratischer Strukturen geben werde, ja sogar daran, dass ich mit einem »meinem persönlichen Fallmanager« besser beraten/betreut wäre, um mit meinen beruflichen Fähigkeiten sowie einen beachtlichen Erfahrungsschatz wieder meinen Lebensunterhalt zu sichern, sprich: eine Anstellung zu finden.

Heute kann ich über meine eigene Naivität nur noch den Kopf schütteln, obwohl sie auch wohl aus der Tatsache resultiert, dass mir zu diesem Zeitpunkt nur öffentlich zugängige Begründungen aus den allgemeinen Medien zu Verfügung standen.
Parolen, Verschleierungen sowie Halbwahrheiten. Erst einige Zeit später, nachdem ich das Internet als unverzichtbares Medium erkannte, wurde mir immer mehr bewußt, welche Absichten mit der Agenda 2010 verbunden waren.

Nach diesen zehn Jahren, zwischen Engagement und Hoffnung, stehe ich mit 59 Jahren vor einem persönlichen Trümmerhaufen, aus dem ich mich nicht mehr befreien kann. Nicht einmal durch meine Fähigkeiten, Engagement und Willen.

Von Hartz IV in die Altersarmut.
Demnächst wird man mich dazu auffordern (verpflichten), frühzeitig einen Rentenantrag zu stellen, da dieses unmenschliche System deutliche Spuren hinterließ, ich »den Anforderungen des allgemeinen Arbeitsmarktes« nicht mehr in vollem Umfang zu Verfügung stehen werde. So die offizielle Begründung.

Ich formuliere es anders: Erst durch Hartz IV wurden mir die wenigen noch greifbaren Möglichkeiten verweigert, ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Eine traurige Realität, die uns – gerade in den letzten Tagen – als Erfolgsgeschichte verkauft wird.

Ich glaubte es.
Ich glaubte tatsächlich daran, dass:
... zweiundzwanzig Monate als Ein Euro- Jobber, mit einem sechs Stunden-Tag, als Mitarbeiter eines Jugenzentrums ...
... ein Jahr Hausaufgaben- und Freizeitbetreuung an einer Schule (stundenweise auf Honorarbasis)...
... zwei Jahre befristete Festanstellung bei der Stadtjugendpflege, als Betreuer des oben genannten Jugendzentrums (25,5 Stunden-Woche, subventioniert im Rahmen von 50plus)....

... mir neue Wege und Möglichkeiten eröffnen würden.
Das Jugendzentrum wurde geschlossen. Als Gestalter bin ich nicht mehr gefragt, meine weiteren Fähigkeiten werden zwangsweise frühverrentet.



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prospero   prospero ist männlich Zeige prospero auf Karte FT-Nutzer
269 geschriebene Beiträge
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07.01.2015 ~ 08:31 Uhr ~ prospero schreibt:
im Forum Thüringen seit: 03.09.2007
125 erhaltene Danksagungen
RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 740340
gelesener Beitrag - ID 740340


Ich sehe mich als systemkritischer Mensch der sich sagt: Ich muss viel verändern. Das ist so nicht mein Land.

Meine Wünsche für das Jahr 2015.
Es gibt wieder einen öffentlichen Diskurs für wirtschaftspolitische Alternativen. Neue Ideen und Vorschläge werden nicht mehr als unrealistisch, träumerisch, utopisch oder populistisch diffamiert, sondern ernst genommen und medial thematisiert.

Das menschliche Wohlergehen steht nun im Mittelpunkt aller politischen und unternehmerischen Entscheidungen. Das Prinzip lautet fortan: Menschen sind wichtiger als Profite. Im Zweifelsfall wird eben mehr Geld ausgegeben und weniger Gewinn gemacht, wenn es Mitarbeitern dadurch besser geht.

Immer mehr Mediennutzer schwören dem Fernsehen, den Hofberichterstattungs-Leitmedien und der Blöd-Zeitung ab, lesen linke Blogs, die Le Monde Diplomatique, die Junge Welt und die Blätter für Deutsche und Internationale Politik. Denn sie haben es endgültig satt, belogen und betrogen zu werden.

Das internationale Banken– und Finanzcasino wird ein für alle mal geschlossen. Banken werden fortan von (wirklich!) unabhängigen Gremien stark reguliert und kontrolliert.

Sämtliche Steuerschlupflöcher, Steuerhinterziehungs-Möglichkeiten, Steueroasen und Steuerlücken werden endgültig beseitigt. Reiche, Vermögende und Millionäre leisten zudem einen erhöhten Beitrag zum vermeintlichen Solidarsystem.

Praktikas, Mini-Jobs, Ein-Euro-Jobs und Leiharbeit sind fortan verboten bzw. nur in wenigen Ausnahmefällen zugelassen, wie beispielsweise das Schul-Praktikum.

Es gibt langanhaltende bundesweite Streiks, Großdemonstrationen und Protest-Aktionen, nicht nur zu einzelnen Themen, wie Überwachung, Arbeitsrecht, Energiepolitik oder Tierschutz, sondern zum allgemeinen wirtschaftspolitischen System. Es entsteht in Deutschland eine starke außerparlamentarische Opposition, die Alternativen formuliert und erheblichen politischen Druck ausübt.

Die Massenmedien lösen sich von der finanziellen Abhängigkeit der Anzeigenkunden, also von Unternehmen und Konzernen, und berichten täglich (!) über die Zustände in Senioren-, Asyl– und Obdachlosenwohnheimen sowie über die von Politik und Wirtschaft bewusst verursachte weltweite finanzielle Armut.

Kinder werden als Individuen und Mitmenschen ernster genommen. Sie werden nun weniger als Belastung, Geldfresser und Nervenbündel betrachtet. Außerdem wird medial thematisiert, wie man dafür sorgen kann, dass Kinder eine angenehme Kindheit haben können, anstatt sie ständig auf eine Zukunfts-Ressource zu reduzieren. Denn Kinder sind nicht unsere Zukunft, sondern unsere Gegenwart.

Männer und Frauen sind wieder zärtlicher und einfühlsamer zueinander. Es wird mehr gekuschelt, geschmust und gestreichelt, anstatt dass immer nur an die eigenen Bedürfnisse und an Sex gedacht wird.


Ob meine Wünsche in Erfüllung gehen werden?
Ich befürchte: Nein! Und warum?
Wir leben in Deutschland, dem Land der Michel.

Die Michel haben auch ihre Wünsche.
Alles glauben und nachplappern was mir BILD und RTL sagen.

Seine Lohnarbeit als sein größtes Hobby und als seine größte Leidenschaft verinnerlichen und keine Zeit für schöpferische Tätigkeiten verwenden.

Weiter in seinem Spießer-Bunker leben; weltweite Armut, Ausbeutung und Kriege verleugnen.

Sich ganz viel neues Zeug kaufen, was er gar nicht braucht.

Er wird weiter Kinder, Migranten und alte Menschen ordentlich verabscheuen und hassen.

Einen großen Bogen um Gesellschafts-, Medien– und Wirtschaftskritik machen. Und jeden, der sich damit beschäftigt als nervigen Spin-ner beschimpfen.

Auf Facebook viele Bilder posten und teilen, fleißig Familienbilder hochladen und sein Profilbild öfter wechseln, um Bestätigung zu bekommen.

Weiterhin den Neoliberalismus als alternativlose Wahrheit anbeten.

Keinen Sport treiben, weiter rauchen, saufen und auf der Couch rumlümmeln sowie fleißig Junk Food und Zuckerbomben fressen.

Sich im Fernsehen sämtliche Pseudo-Doku-Sozialsoaps reinziehen.


Der Michel sagt: Ich muss nichts verändern. Ich bin Deutschland. Ich bin perfekt.


Dieser Beitrag wurde 1 mal bearbeitet, zum letzten Mal von prospero: 07.01.2015 08:32.



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prospero   prospero ist männlich Zeige prospero auf Karte FT-Nutzer
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21.01.2015 ~ 10:34 Uhr ~ prospero schreibt:
im Forum Thüringen seit: 03.09.2007
125 erhaltene Danksagungen
RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 743787
gelesener Beitrag - ID 743787


Plötzlich tauchte ziemlich genau ein Jahr nach dem Beginn der Putschkampagne in der Ukraine in Deutschland diese merkwürdige PEGIDA-Bewegung auf.

Aus heiterem Himmel wird Paris von 2 Anschlägen heimgesucht, die militärisch sinnlos, propagandistisch ausschließlich für die Interessen des Westens nutzbar sind, die Angst und Schrecken unter der Bevölkerung erzeugen aber politisch und militärisch Verantwortliche des Westens zur Gänze ungeschoren lassen, und last but not least derart Wasser auf die Mühlen von PEGIDA spülen, als seien sie extra dafür bestellt worden.

Die Bestellung kam natürlich nicht von PEGIDA. Dieser sonderbare Verein selbst ist nur eine Massen-Verwirrung.

Aber beide, PEGIDA und Paris, standen sichtlich auf dem selben Bestellzettel.

Dass PEGIDA keine spontan aus dem Volke heraus entstandene Bürgerbewegung ist, machte der 20.Januar deutlich.

Auf einmal steigt Koks-Bachmann zum Anschlagsziel auf. Ja glaubt denn wirklich jemand, Organisationen, die im Krieg zwischen USA und Russland stehen, würden sich für so einen kleinen Windelpupser interessieren?

Wie Charlie Hebdo zum Theaterdonner einer Selbstinszenierung der Presse und der Politiker als Kämpfer für das

Bedenkt man, dass diese PEGIDA angeblich gegen die Regierungspolitik gerichtet sei und taube Ohren von Politikern öffnen soll, kann man sich über deren Forderungskatalog eigentlich nur verwundert die Haare raufen!

(zu finden auf YouTube als:
Pegida-Absage: Pressekonferenz Teil 1 – Statements von Bachmann und Oertel am 19.01.2015
von phoenix
verlinken will ich den Dreck nicht!)

Der klingt ja 1:1 wie von Otto Schily, Hans-Peter Friedrich und Thomas de Maizière während eines Saufabend verfasst!

Wo ist denn da bitte ein einziges Thema, das nicht längst in höchsten Regierungskreise Thema ist?

BESTE VERFASSUNGSSCHUTZSCHULE! Das ist das einzige, was mir dazu einfällt!

Was diese Leute als Forderungen von unten simulieren sind nichts anderes als Forderungen, die seit geraumer Zeit vom Innenministerium erhoben werden.
An dieser Stelle kann ich nicht anders, als vor dem Feind, dem Verfassungsschutz, anerkennend den Hut zu ziehen: Das hinzubekommen, die Ziele des Innenministeriums als Forderung von unten an die Regierung auf die Straße zu bringen, da sagt mir der blanke Sportsgeist: Alter, das verdient wirklich Applaus ob der technischen Raffinesse ebenso wie der Befähigung, den Coup umzusetzen!

Pflicht und Kür: volle Punktzahl!

Dann hört man noch Geheule, dass zu wenig deutsche Kultur übrig sein würde.

Ja Leute, wie blöd seid Ihr?



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25.01.2015 ~ 11:13 Uhr ~ prospero schreibt:
im Forum Thüringen seit: 03.09.2007
125 erhaltene Danksagungen
RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 744525
gelesener Beitrag - ID 744525


Vor fünfzehn Jahren ist mein Vater gestorben – im Alter von 69 Jahren. Er war Handwerker, hat sich mühsam einiges aufgebaut – durch unermüdliche Arbeit. Sein Arbeitsleben musste er – wie so oft im Handwerk – vorzeitig beenden: Verschleiß hatte ihm die Kniescheiben zerschossen. Ich bin froh, dass er gestorben ist – nach vielen hässlichen Erfahrungen in der Jugend und im Krieg hatte er – als politisch interessierter Mensch – immer noch die Hoffnung, dass sich alles mal zum Besseren wenden wird, dass für den “kleinen Mann” irgendwann mal das Ende des Leidens erreicht sein wird. Ich bin froh, dass er die Verwerfungen, Verrohungen und Vernichtungsfeldzüge gegen den “kleinen Mann” nicht miterleben musste, das hätte ihn sehr mitgenommen – so konnte er ruhig einschlafen: im Jahre 2000 hatte er noch einen erfolgreichen Sohn, fünf Enkel, die ihn vergötterten und eine Ehefrau, für die er mit äußerster Sparsamkeit sehr gut vorgesorgt hatte.

Was hätte es ihn getroffen, wenn er hätte miterleben müssen, wie der Staat die flächendeckende Zwangsenteignung von Arbeitslosen eingeführt hat. Er – als jemand, der schwere Küchen bei fremden, reichen Leuten aufbauen musste – wusste genau, dass man sich mit dieser Arbeit die Gesundheit ruiniert wie ein Leibeigener im alten Rom … und das der “kleine Mann” deshalb den Schutz des Staates benötigte. Das dieser Staat – der eigentlich demokratisch und rechtsstaatlich sein sollte und laut Grundgesetz ein sozialer Staat sein sollte, fünfzehn Jahre später ein Terrorstaat ist, ein Staat, der mit sadistischer Freude “Druck ausübt” … wie es vornehm in Regierungskreisen heißt hätte ihn sehr getroffen. Man Vater hätte noch gewusst, welches Wort der kleine Mann für diesen “Druck” hat: Folter!

Ja – als jemand, der Hitlerjugend noch live miterlebt hat, hätte er gewusst, dass es Zeit zum Fürchten gewesen wäre, wenn er erfahren hätte, warum sich eine Freundin von mir von Facebook verabschiedet hat: sie hatte von einer Bekannten erfahren, dass das Jobcenter Arbeitslose über Facebook kontrolliert – und nach zwei Wochen Facebook-Abstinenz empfing der Sachbearbeiter die Bekannte mit den Worten “Na – man hat ja lange nichts mehr von ihnen gelesen!”. Laut einem Bericht von “gegen-Hartz” ist die flächendeckende Onlineüberwachung von Arbeitslosen immer wieder angestrebt doch offiziell gescheitert – inoffiziell jedoch gehen die Mitarbeiter ganz aus eigenem, perversem Antrieb heraus dieser Arbeit gerne nach.

Als jemand, der noch live die Zeit miterlebt hat, als in Deutschland jeder jeden ausspionierte und man sich nicht den aller kleinsten Fehler erlauben durfte, weil selbst das geringste Maß von Nonkonformismus tödliche Folgen hätte haben können, hätte er gewusst und folgerichtig beurteilen können, was es bedeutet, wenn Hartz IV-Bezieher zwangsweise vorgeführt werden (siehe gegen-Hartz).

Was Nationalsozialismus im Alltag wirklich bedeutet – dafür hat der kleine Mann ein besonderes Gespür, denn er wird das erste Opfer. Die pseudointellektuellen Schöngeister und Feinbieger der Historie werden als Funktionselite in jedem System gebraucht – und es ist schauderhaft zu sehen, wie sie heute jeden Vergleich mit den dunkelsten Jahren der deutschen Geschichte scheuen und so Wegbereiter für die Wiederholung werden.

Die Folgen, die dieser Ausfluss gelebten Unmenschentums nach sich zieht, sind gruselig – so gruselig, dass zehn Jahre später sogar die ansonsten äußerst regierungskonformen Bezahlmedien kritische Bemerkungen zulassen.

Zitat:
“Die vergangenen zehn Jahre zeigen: Das Hartz-IV-System ist ein unglaublich rigides Armutsregime. Deutschland lebe über seine Verhältnisse, heißt es doch immer. In Wahrheit geben sich immer mehr Menschen mit immer weniger zufrieden – in einer Gesellschaft die ansonsten immer reicher wird. “Hartz IV bewirkt eine Anspruchsreduktion, die mit einer Traumatisierung einhergeht”, sagt Butterwegge. Die Menschen nähmen sich selbst zurück. “Sie werden gedemütigt und demoralisiert”.”

(siehe Süddeutsche)

Die Ausmaße, die dieses Armutsregime angenommen hat, erreichen Dimensionen des NSA-Skandals – nur werden die in den etablierten Medien mit Rücksicht auf das Establishment (dem man ja selber angehört) nicht veröffentlicht, wer nach der Wahrheit sucht muss akribisch nach Details fahnden … und manchmal hilft nur der Zufall: 2012 schreib Alan Posener für die Welt einen Artikel über Beamte, einer davon war beim Jobcenter tätig. Nebenbei erfuhr man Erstaunliches.

Herr Jacobi hat via Computer den Zugriff auf 42 Millionen Datensätze. Das entspricht der Hälfte der Bevölkerung. Wer staatliche Leistungen beantragt, verzichtet faktisch auf die Privatsphäre.
(siehe Welt: Das Leben der Beamten)

Das war 2012. Wie viele sind es heute?

Vielleicht stößt die Zahl auf Unglauben – aber in einem Artikel des Spiegel aus dem Jahre 2015 erhalten wir eine Bestätigung seitens des DGB, dem langsam einfällt, dass das System Hartz IV dem kleinen Mann das Genick gebrochen hat … damals noch mit Zustimmung der Gewerkschaften (… und der Kirchen).

Rund 15 Millionen Menschen haben demnach in den vergangenen zehn Jahren zumindest zeitweilig Hartz IV bezogen.

Zahlen, die nacktes Entsetzen auslösen sollten. Beziehen Jugendliche Hartz IV, werden natürlich auch die Daten der Eltern erfasst: man ist ja “Bedarfsgemeinschaft”, ebenso kommen die Partner ins Visier der Behörde – auch bei Geschiedenen. So kommt man leicht auf 42 Millionen Datensätze. Allein aber 15 Millionen Menschen, die – zumindest zeitweilig – von Hartz IV abhängig sind, zeigt das große Versagen des sterbenden Kapitalismus: “Vollbeschäftigung” ist weit entfernt: von 40 Millionen arbeitenden Menschen haben 37 Prozent keinen ordentlichen Arbeitsplatz. Schauen wir mal zurück zu den Zeiten der großen Weltwirtschaftskrise … und bleiben bei Wikipedia, dessen Ruf nur dann besser wird, wenn man es öfter benutzt.

“Im Februar 1932 erreichte die Krise auf dem Arbeitsmarkt ihren Höhepunkt: Es standen 6.120.000 Arbeitslosen, also 16,3 % der Gesamtbevölkerung, nur 12 Mio. Beschäftigte gegenüber. Zu den Arbeitslosen könnte man auch noch die große Masse der schlecht bezahlten Kurzarbeiter und Angestellten zählen, aber auch die kurz vor dem Ruin stehenden Kleinunternehmer.”
(siehe Wikipedia Weltwirtschaftskrise)

Na – wird ihnen schon mulmig? Da wir eine Gesamtbevölkerung von 80 Millionen haben, übertreffen wir mit 15 Millionen Menschen in prekären Situationen die 16,3 % im Jahre 1932 – schon jetzt: wir sind bei 18,75 %.

Angefangen hatte es laut Bundeszentrale für politische Bildung ganz harmlos.

“Im Winter 1929/30 gab es bereits mehr als drei Millionen Arbeitslose, die materiell weitaus schlechter abgesichert waren als heute. Es entstand ein Teufelskreis aus sich verringernder Kaufkraft, zurückgehender Nachfrage, sinkender Produktion und weiteren Entlassungen.”
(siehe BpB Zerstörung der Demokratie 1930 - 1932)

Diesen Teufelskreis kennt der deutsche Einzelhandel auch: der “Tante-Emma-Laden” ist nicht mehr finanzierbar – mit enormen Kosten für die Umwelt, der nächste Supermarkt muss erstmal erreicht werden.

Nur ein kleiner Ausflug in die Geschichte Deutschlands – und man weiß, wo der eingeschlagene Weg enden wird: am Ende das Kapitalismus steht alternativlos die Massenvernichtung unnützen Menschenmaterials: notfalls auch als Vernichtung durch Arbeit. Geht ganz einfach: beim Essen sparen, zum Arbeiten zwingen – der Erfolg stellt sich automatisch ein.

Das muss gerade uns Deutschen auch im Jahre 2015 klar sein, denn so harmlos wie es die “Bundesagentur für Arbeit” darstellt (und obszönerweise sich selbst sogar in einer großen Weihnachtskartenaktion lobt – siehe gegen Hartz), ist das Terrorregime nicht. Abgesehen von einer enormen Zunahme psychischer Erkrankungen geht es Arbeitslosen (und ihren “unschuldigen” Kindern) auch physisch an den Kragen … ganz nach dem Prinzip “Vernichtung durch Arbeit”.

“Mediziner schlagen Alarm: In Deutschland existiert ein „versteckter Hunger“. Betroffen sollen Millionen von Erwachsenen und Kindern sein. Der Grund: Die Hartz IV Regelleistungen reichen kaum aus, um sich aus Ernährungswissenschaftlicher Sicht vollwertig und ausreichend zu ernähren. Die Folgen sind vor allem für Kinder fatal: Wachstums- und Entwicklungsstörungen sowie zum Teil schwere Krankheiten können aus der Mangelernährung entstehen.”
(siehe Heilpraxis.net Versteckter Hunger durch Hartz IV)

Wem die Quelle zu unseriös ist, dem kann ich schnell helfen – mit einem Artikel im Tagesspiegel über “Grüne Woche” in Berlin, zu der sich 70 Agrarminister aus aller Welt eingefunden hatten.

“Bei uns muss niemand hungern – dieser Satz stimmt so leider nicht. Zwar ist chronische Unterernährung in Deutschland heute äußerst selten, doch die Menschenrechtsorganisation FIAN hat beobachtet, dass immer mehr Menschen in Deutschland nicht in der Lage sind, sich „angemessen und in Würde zu ernähren“. Besonders betroffen sind Kinder aus Hartz-IV-Haushalten, Rentner und Flüchtlinge. Die Tafeln feiern in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen. Es ist ein trauriges Jubiläum. „Dabei geht es nicht nur darum, satt zu werden, sondern darum, gesund zu bleiben“, sagt Ernährungswissenschaftler Hans Konrad Biesalski von der Uni Hohenheim. „Viele Deutsche leiden unter verstecktem Hunger.“
(siehe Tagesspiegel Hunger ist auch in Deutschland ein wachsendes Problem)

Ja – am Ende des Kampfes gegen den Hunger ist der Hunger als Vernichtungsinstrument nach Deutschland zurückgekehrt … nur wird diese Wortwahl emsig vermieden, denn an den Enteignungen der Arbeitslosen verdienen viele Funktionsträger des Kapitalismus ganz gut: so manch ein Journalist, Beamter, Abgeordneter oder Manager hat mit der Ersteigerung von enteigneten Immobilien von Arbeitslosen super Geschäfte gemacht …. und alle möchten diese Geschäfte auch weiter machen. An den Juden hatte man dereinst auf diesem Wege auch gut verdient.

Ja – es werden kritische Stimmen gegen Hartz IV laut – und auch manch ein etabliertes Medium veröffentlicht sie.

“Die Hartz-Reformen haben tatsächlich dazu beigetragen, die Arbeitslosigkeit in Deutschland zu verringern, gerade weil sie den Druck auf Arbeitslose erhöht haben.Um nicht in Hartz IV abzurutschen oder auch nur um der Gängelei vom Amt zu entkommen, sind Arbeitslose heute eher bereit, eine schlecht bezahlte oder sonstwie unattraktive Stelle anzunehmen.”
(siehe Spiegel Hartz-Reformen und Langzeitarbeitslose: Die vergessene Million)

Darf ich nochmal daran erinnern, dass “Druck von oben” “unten” als Terror ankommt? Als enorme Beschneidung der Grundrechte, als widernatürlicher Eingriff in die Marktwirtschaft zuungunsten des “kleinen Mannes”, der sich zu Tode schuften soll – bei anhaltender Mangelernährung?

Hässlich, wenn man so der modernen Gegenwart die Maske vom Gesicht zieht, oder? Nun – wie im Dritten Reich profitieren auch Millionen von dem System … und wer davon profitiert (und das ist immer noch die Mehrheit) kann mit der Vernichtung von Juden gut leben – erst recht, wenn man durch deren Enteignung noch das eine oder andere Schäppchen machen kann.

Was nur vergessen wird: wir haben noch nicht 1942, sondern eher 1932. Noch existiert die Demokratie, noch steht die Sozialstaatsverpflichtung als grausamer Scherz im Grundgesetz. Das kann sich ganz leicht ändern, wenn US-Konzerne im Rahmen der geheimen Freihandelsabkommen den Sozialstaat als “Marktverzerrung” wegklagen – am besten noch durch eigene Schiedsgerichte.

Ist die historische Verurteilung der Hartz-Gesetze zu hart? Ist sie ungerecht? Vielleicht sogar eine Verhöhnung der Opfer des Nationalsozialismus?

Wer so argumentiert, demonstriert ein historisches Wissen weit unter Hauptschulniveau, versucht, ein Gutmenschenstammtisch-Blabla gesellschaftsfähig zu machen, dass die NS-Zeit selbst als “versehentlichen Ausrutscher” entschuldigt, anstatt anzuerkennen, dass der Kapitalismus die Haupttriebfeder der geschichtlichen Entwicklung war, dessen Notwendigkeiten nur jemanden suchten, der sie umsetzen konnte, um sein Ende herauszuzögern. Es ist pure Feigheit, die so argumentiert – denn die Erkenntnis, dass die Gleise nach Auschwitz gerade wieder aufgebaut werden, würde zum Handeln zwingen … Handeln gegen eine sterbende Wirtschaftsform, von der wir alle – ja ALLE – abhängig sind. Zu grausam für die Nutznießer einer Spaßgesellschaft, die sich köstlich amüsiert, wenn ihre “B- und C-Promis” wieder Würmer fressen müssen, ohne zu erkennen, dass diese Perversion menschlichen Seins sie schon ganz nahe an den Humor der alten Judenwitze heranbringt.

Ich möchte dazu mal Matthias Kaufmann vom Spiegel zitieren, der einen bemerkenswert kritischen Artikel zu Hartz IV geschrieben hat.

“Im Rückblick erstaunt die Selbstverständlichkeit, mit der die Erwerbslosen als dreiste Kostgänger des Sozialstaates dargestellt wurden. Kanzler Schröder selbst produzierte 2001 geschickt ein Schlagwort: “Es gibt kein Recht auf Faulheit in unserer Gesellschaft.” Auf den Arbeitsämtern, fügte Schröder an, solle öfter von den Sanktionsmöglichkeiten Gebrauch gemacht werden, wenn jemand sich nicht richtig um einen Job bemühe.
Schröder sagte nicht platt: Die sind alle faul. Aber er gab zu verstehen, dass er Faulheit beim Thema Arbeitslosigkeit für ein zentrales Problem hält. Der Ton in der Debatte war gesetzt.
Und er wurde schriller. Das spiegelt sich in den Zeitungen der Zeit wider. Am aggressivsten las sich die “Bild”, sie schrieb immer öfter schlicht von den “Faulen”, vom “ausgeplünderten Sozialstaat” und von “Schnorrern”, denen der “Fahnder vom Amt” auf die Pelle rücken müsse. Selbst ein “Bild”-Artikel, in dem berichtet wurde, dass nur 2,4 Prozent der Arbeitslosen heimlich dazuverdienen, wurde überschrieben: “So schamlos zocken Sozial-Betrüger ab”.”

(siehe Spiegel Hartz-IV-Debatte: Die vergebliche Suche nach dem faulen Arbeitslosen)

Diese Entwicklung bedeutet das Ende der Demokratie in Deutschland – und den Anfang eines Terrorstaates, der jene Menschen drangsalierte, entrechtete und enteignete, die für den Kapitalismus nicht mehr profitabel genug waren.

War es wirklich Gerhard Schröder? Ich denke: hier wird ein Ex-Kanzler abgeschossen, der gerade zu putinfreundlich geworden ist. Bis heute herrscht wenig Klarheit darüber, wieso die von Peter Hartz geforderten Regelsätze von 500 Euro so drastisch gekürzt wurden, dass sie nur noch zur Mangelernährung reichten und ausreichende Bildung nicht mehr möglich machten. Erschreckend trotzdem die Erkenntnis, wie sich vor zehn Jahren blitzartig eine Allianz von Menschenjägern gebildet hat, die genau wussten, wer Schuld war am Untergang des Kapitalismus: der arbeitslose Mauerer mit Rückenproblemen, den jenseits der magischen “vierzig” keiner mehr einstellen wollte, weil man – betriebswirtschaftlich folgerichtig gedacht – die Ausfalltage durch Krankheit fürchtete.

200 Euro mehr im Monat – so der heutige Satz bei adäquaten Steigerungen – und Arbeitslose könnten sich wenigstens zu Vorstellungsgespräche angemessen kleiden … aber das war ja nicht gewollt. Man musste Millionen von Menschen opfern, um den Reichtum der anderen zu sichern: eine Wirtschaft betrieb Kannibalismus.

Darf man so etwas nicht zurecht “Terror” nennen? Einen Terror, der in den letzten zehn Jahren mehr Menschen das Leben gekostet hat als jede Form des Islamismus?

Doch dagegen geht niemand auf die Straße – denn hier droht, wirkliche, echte Gefahr. Man würde sich mit “Mächten und Gewalten” anlegen, die eine wirkliche, echte Gefahr darstellen und aktuell Millionen von Deutschen (darunter auch 1,6 Millionen Kinder) bewusst und absichtlich einer Vernichtung durch Mangelernährung zuführen … mein Vater hätte gewusst, dass es das schon mal gegeben hatte.

Damals nannte man die Vernichtung “Umsiedlung”. Heute “Fördern und Fordern”.

Damals waren die Opfer “Juden”. Heute “Faule”.

Die Definition von “faul” kann ich Ihnen gerne sagen: Faul ist jeder, dessen Kapital nicht genug Zinsen abwirft, um Staat und Arbeitgebern nicht auf der Tasche liegen zu müssen.

Und – aus rein betriebswirtschaftlicher Logik heraus – müssen “Faule” verschwinden. Nur so kann der Kapitalismus seine Krisen überwinden.

Und das ist auch der eigentliche Grund, warum man Pegida fürchtet: aus 1932 kann ganz schnell 1933 werden: was Unruhe im Kreis der Absahner und Terrorgewinnler erzeugt. Ganz schnell könnte man selbst von neuen Funktionseliten verdrängt werden … das darf nicht geschehen, denn dann könnte man ganz schnell selbst “faul” sein.



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01.02.2015 ~ 12:31 Uhr ~ prospero schreibt:
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125 erhaltene Danksagungen
RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 745647
gelesener Beitrag - ID 745647


Auf den Nachdenkenseiten sprach man von Tillich als einen neoliberalen Reaktionär. Diese Titulierung gefällt mir, weil sie der Wahrheit entspricht.

Nun hat uns dieser neoliberale Reaktionär ein neues Ei ins Nest gelegt. Sinngemäß sagte er, dass Sachsen ein christlich-jüdisches Bundesland wäre, wo der Islam nichts zu suchen hätte.

Beim süßen Blut von Andraste. Wie kommt er auf diesen Unsinn? Sachsen ist mehrheitlich ein konfessionsloses Bundesland mit ein paar katholischen Einsprengseln aus der Gegend, woher Tillich kommt, und ein paar evangelischen Christen, die lose verstreut in Sachsen leben. Die meisten Christen sind sicherlich aus den alten Bundesländern zu uns eingewandert, um den doofen Ossis als Vorgesetzte das Arbeiten beizubringen. Wir mussten das ja nie; uns wurde ja alles schön in die Wiege gelegt.

Mich regt - wie ich schon öfters gesagt habe - auch der Begriff "christlich-jüdisch" auf. Ich habe diesen Begriff das erste Mal aus den tumben Mund der Raute gehört, die wohl in einem Wort mal wieder alles hineinpacken wollte, was heutzutage gesagt werden darf und soll.

Sachsen ist weder christlich und noch viel weniger christlich-jüdisch. Christlich-jüdisch geht schon von der Zeitlinie her gar nicht und jüdisch-christlich sind wir nicht, weil Christen in Jahrhunderten seit sie existieren absolut NICHTS mit dem Jüdischen gemein hatten, im Gegenteil.

Die Geschichte zwischen Christen und Juden ist eine Geschichte von Pogromen und Völkermord!

Es käme ja auch niemand auf die Idee islamisch-jüdische Religion zu sagen. Muslime würden sich das auch verbitten.

Man sagt das nicht, weil man dann nämlich plötzlich sehen würde, dass beide Religionen die gleichen Wurzeln haben. Und das wollen wir doch nicht. Wir verleugnen das hartnäckig. Das ist doch sowas von Bäh. Wir und die!

Und unser neoliberale Reaktionär? Der ist besonders stolz darauf, die niedrigsten Sozialstandards in Sachsen eingeführt zu haben. Sein Land ist das gelobte Niedriglohnland.

Er ist der typische ostdeutsche Wendehals und Demagoge. Früher in der DDR auf Du und Du mit den Genossen und der Stasi, im DDR-Staatsapparat fest verankert. Dort hat er für den Sozialismus gesprochen und jetzt ist er ein glühender Verfechter eines Polizeistaates und einer Niedriglohnregion, die christlich geprägt sein soll.

Apropos PEGIDA. Die haben natürlich völlig recht, wenn sie das sächsische Polizeigesetz anprangern und es abschaffen wollen. Nur - und damit liegt sie völlig falsch - wenn ich Ausländer hasse, habe ich noch kein rigides Polizeigesetz geändert. Im Gegenteil. Das wäre der Auftakt für noch ein rigideres Gesetz.

Übrigens, wieso demonstriert PEGIDA gegen Muslime? Tillich ist keiner. Und gegen seine Regierung zu demonstrieren - das wäre die richtige Adresse.



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19.02.2015 ~ 07:59 Uhr ~ prospero schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 750241
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Oscar Wilde schrieb einmal:

"Heutzutage wird sehr viel Unsinn über die Würde der körperlichen Arbeit geschrieben. An der körperlichen Arbeit ist ganz und gar nichts notwendig Würdevolles. Es ist geistig und moralisch genommen schimpflich für den Menschen, irgendetwas zu tun, was ihm keine Freude macht, und viele Formen der Arbeit sind ganz freudlose Beschäftigungen."

Damit wir uns nicht falsch verstehen, in diesem Artikel geht es darum, welche Arbeit sinnvoll ist und nicht darum, ob sie Geld bringt. Arbeit soll Werte schaffen und Werte sind nicht gleichzusetzen mit einem Geldwert. Sobald Arbeit nur materiell gesehen wird, beginnt sie zum Zwang zu werden. Sie wird außerdem zur Sucht nach materiellen Gütern, sie gerät zur Ausbeutung. Sich selbst und anderen gegenüber.

Der Begriff Arbeit ist verwandt mit dem indoeuropäischen Wort "Orbh", was soviel heißt wie "ein zu schwerer körperlicher Tätigkeit verdungenes Kind". In der slawischen Sprache heißt Arbeit "robota", was soviel wie "Knechtschaft" oder "Sklaverei" bedeutet. In der alt- und mittelhochdeutschen Sprache war die Wortbedeutung für Arbeit "Mühsal", "Strapaze", "Not" und das französche Wort "travail" für Arbeit leitet sich von einem mittelalterlichen Folterinstrument ab, dem "Tripalium". Das war ein Folterinstrument aus drei Pfählen, die zum Beispiel über glühendem Feuer gedreht werden konnten.

Arbeit abschaffen heißt nicht, keine Dinge mehr zu tun, oder faul zu sein. Denn Arbeit und Dinge tun, das sind zwei ganz verschiedene Dinge. Wir werden natürlich immer Dinge tun, auch anstrengende, nützliche, notwendige.

Doch Erwerbsarbeit verhöhnt die Freiheit. Ein Arbeiter ist ein Teilzeitsklave. Der Chef sagt, wann es losgeht, wann gegangen werden kann und was in der Zwischenzeit getan wird. Er schreibt vor, wie viel Arbeit zu erledigen ist und mit welchem Tempo. Es steht ihm frei, seine Kontrolle bis in demütigende Extreme auszuweiten, indem er festlegt, (wenn ihm danach ist) welche Kleidung vorgeschrieben wird und wie oft die Toilette aufgesucht werden darf. Dieses entwürdigende Herrschaftssystem kontrolliert die Hälfte der wachen Zeit einer Mehrheit der Frauen und fast aller Männer für Jahrzehnte, für den Großteil ihres Lebens. Jeder, der meint, all diese Männer und Frauen wären frei, lügt oder ist dumm!

Menschen, denen ihr ganzes Leben lang Vorschriften gemacht werden, die von der Schule an die Arbeit weitergereicht werden, sind an Hierarchien gewöhnt und psychologisch versklavt. Ihre Freiheitsfähigkeit ist so zerrüttet, dass ihre Freiheitsangst zu ihren wenigen rational begründeten Phobien gehört. Ihr Gefolgschaftstraining bei der Arbeit pflanzt sich zum einen in die von ihnen begründeten Familien fort und reproduziert so das System, zum anderen greift es in die Politik, die Kultur und alles andere über. Wenn einmal die Lebenskraft der Menschen durch die Arbeit abgesaugt ist, unterwerfen sie sich sehr wahrscheinlich Hierarchien und Experten in jeder Beziehung. Sie sind daran gewöhnt. Wir sind so dicht an der Arbeitswelt, dass wir nicht sehen können, was sie uns antut.

In der römischen und griechischen Antike war Arbeit so sehr verpönt, dass sie nur etwas für Sklaven war. Cicero kritisierte alle Formen der Arbeit für Geld und stellte fest, dass "wer immer seine Arbeitskraft für Geld gibt, sich selbst verkauft und sich in den Rang eines Sklaven stellt."
Das ist natürlich harter Tobak für den arbeitsgeilen Teutonen, auch "Deutscher" genannt.

Jedoch ist dies eine absolute Tatsache. Irgendjemand legt fest, was die verrichtete Arbeit wert sein soll. Woher hat dieser Mensch das Recht dazu? Wie kann er beurteilen, welche Arbeit wieviel wert ist? Die Arbeit muss man jetzt nicht zwangsläufig abschaffen, denn gearbeitet wird immer. Das was abgeschafft gehört, ist der "Arbeitsmarkt". Es gibt einfach keine arbeitslosen Menschen. Denn Arbeit hat man jeden Tag: Fenster putzen, Wäsche waschen, Socken stopfen, Haus- und Hofordnung machen, Windeln wechseln, Angehörige pflegen, Essen kochen

Es gibt Urvölker, die den Begriff "Arbeit" wie wir ihn verstehen, gar nicht kennen, weil das was sie tun völlig selbstverständlich ist. Nur mit dem Unterschied, dass sie es für sich tun und nicht für einen Kapitalisten, der da irgendwie bestimmt, dass diese Arbeit so viel wert ist und eine andere so viel und so weiter. Kapitalisten sagen gerne: "Die arbeiten für mich", und selbst die irgendwo am Fließband sagen. "Ich arbeite für das Unternehmen XY." Wenn schon der normale Arbeiter sagt, dass er FÜR jemanden arbeitet, statt für sich selbst oder BEI jemanden, dann ist doch die heutige Erwerbsarbeit freiwillige Sklaverei. Nicht ein einziger Angestellter arbeitet für sich selbst. Der arbeitet für den Profit gewissenloser Kapitalisten, die selbst nämlich keinen Finger krumm machen. Die haben nur Geld, für das sie sich Arbeitskraft einkaufen, um daraus wieder noch mehr Geld zu generieren.

Die meiste Arbeit, die in den Industriestaaten verrichtet wird, dient nur sich selbst, weil wir konsumieren müssen und uns eingeredet wird, dass wir erst dann glücklich sind, wenn wir allen möglichen Scheißdreck kaufen.

Es ist vollkommener *********** zu glauben, dass jede Arbeit gut sei. Was bitte schön ist so gut daran, wenn man irgendwelchen überflüssigen und sinnlosen Schrott herstellt, der zum einen wichtige Ressourcen der Erde verbraucht und zum anderen auf dem Müll landet? Was ist gut daran, dass es heute 10 Mal mehr Autos als Menschen auf diesem Planeten gibt?

"Mir doch egal! Hauptsache ich hab Arbeit!", so denkt der deutsche Plebs. Das er aber durch seine völlig übertriebene Schufterei Ressourcen verbraucht, um die im Übrigen Kriege geführt werden, kommt ihm natürlich nicht in den Sinn.

Ich habe in meinem ganzen Leben noch nicht einen einzigen Menschen getroffen, der zu 100% uneingeschränkt gerne zur Arbeit geht. Ich habe noch keinen Menschen kennengelernt, der in Tränen ausbricht, wenn er mal 2 Stunden eher nach Hause darf oder in Jubel ausbricht, wenn er dem Unternehmen freiwillig Überstunden schenkt, ohne Gegenleistung in Form von Geld oder Freizeit. Jeder achtet doch peinlichst genau darauf, dass alles exakt auf dem Stundenzettel vermerkt ist und man ja nicht zu kurz kommt. Warum sich etwas antun, was einem gar keine Freude macht?
Okay! Man kann sich einreden, dass einem die Erwerbsarbeit in ihrer jetzigen Form Spaß und Freude bereitet. Der drogenabhängige Junkie redet sich auch ein, dass er im Grunde genommen gar nicht drogenabhängig ist. Wer sich derartiges einreden muss, der ist doch ein Idiot wie er im Buche steht.

Kommt noch hinzu, dass man weniger Zeit mit seiner Familie und Freunden verbringt als mit den so genannten "Arbeitskollegen", neben die man sich nicht einmal in der Straßenbahn setzen würde.
Man wird gezwungen, mit Leuten zusammenzusein, die man nicht mal mit dem Arsch angucken würde und das teilweise bis zu 12 Stunden lang. Oder gibts das heute noch, dass man mit Kollegen nach Feierabend zehn halbe Liter Bier zischt? Und wenn man doch mal beieinander sitzt, gibt es nur das eine Thema "Arbeit". Zur Frühstückspause, zur Mittagspause das Thema "Arbeit". Kommt man nach Hause Thema "Arbeit". Trifft man am Wochenende einen "Kollegen" auf der Straße Thema "Arbeit". Wer den Irrsinn freiwillig mitmacht, ist doch ein Masochist sondersgleichen!

Kommt er dann ins Rentenalter reicht die Kohle nicht mal, um halbwegs über die Runden zu kommen und muss wie der Hartz-IV-Empfänger die Hosen runter lassen und sich nackig machen, bevor er auch nur einen Cent Zuschuss bekommt. Womöglich ist er auch noch kaputt auf den Knochen, kann kaum die paar Stufen in seine Wohnung kraxeln und für eine altersgerechte Wohnung plus Pflegebetreuung ist ohnehin kein Geld da. Für all das hat er dann geschuftet nach dem Motto: "Arbeit adelt, Arbeit macht frei." Der Kapitalist aber, für den er sich krumm machte, der fickt auch im hohen Alter noch die Edelhuren aus Brasilien und säuft dabei Schampus bis der Nabel glänzt. Der lässt es sich gutgehen und wird steinalt aufgrund teurer ärztlicher Versorgung, die er sich locker leisten kann, weil der Arbeitssklave in masochistischer Weise ihm dies ermöglicht hat, während er selber als Rentner mit kaputter Brille die Sonderangebote bei Lidl studiert und ohne Gebiss im Maul sich von Almosen an der Tafel ernähren muss. Das ist die bittere kapitalistische Realität, die 90% aller Malocher treffen wird. Da ist es besser, man bleibt von Anfang an zu Hause, denn so sehr man sich auch anstrengt, es bleibt am Ende doch nur ein Leben in Armut.

Die Erwerbsarbeit in ihrer jetzigen Form ist reinste Folter und nur etwas für Masochisten.



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27.02.2015 ~ 11:54 Uhr ~ prospero schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 751795
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Erst wenn das letzte Hirn gewaschen, der letzte Pazifist mundtot gemacht und die letzte Pflugschar zu Schwertern umgeformt sein wird, werden sie erkennen, dass man Krieg nicht essen kann.

Das Bestreben, die alte germanische Kriegslust wieder aufleben zu lassen, konzentriert sich in bemerkenswerter Weise da, wo junge, noch leicht beeinflussbare und vor allem leicht disziplinierbare Menschen in Massenveranstaltungen von schnieken Jugendoffizieren in den Bann von Uniformen und hehren Worthülsen gezogen werden können.
Die Rede ist von den zunehmenden Auftritten der Bundeswehr bei Berufsorientierungstagen in Schulen.

Die Rede ist vor allem davon, dass Schüler, die sich dieser Indoktrination verweigern oder es gar wagen, den Herren Offizieren mit der Äußerung einer eigenen, kriegskritischen Meinung das Konzept zu vermasseln, inzwischen von den Schulen nicht etwa für die erkennbare intellektuelle Auseinandersetzung mit einem der problematischsten Themen der Menschheit gelobt werden - sondern mit Polizeigewalt und Schulverweisen zu untertänigem Verhalten gezwungen werden, wollen sie nicht ihre weitere schulische und spätere berufliche Laufbahn auf's Spiel setzen, nur weil sie in jugendlich-emotionaler Überzeugung einmal wagten, sich den Vertretern der Macht mutig in den Weg zu stellen.

Hier die vermutlich jüngste und in meinen Augen perfideste Machtdemonstration des neu entstehenden Schulisch-militärischen-Komplexes:

An der städtischen Graf Stauffenberg Wirtschaftsschule zu Bamberg (für alle unter 50: Graf Stauffenberg war der, der am 20. Juli 1944 versuchte, den Führer in die Luft zu sprengen) fand ein solcher Orientierungstag statt.
Der Bayerische Rundfunk bringt dazu eine etwas weichgespülte Version der Ereignisse, in der es unter anderem heißt, "der 17-jähirge Schüler soll sich daran gestört haben und einen Offizier verbal angegangen sein".

Die Folge für den Schüler: Ein verschärfter Verweis.

An anderer Stelle im Netz gab es ein Interview mit dem Schüler, der dort erklärte, er habe sich geweigert, mit den Bw-Offizieren für ein "Erinnerungsfoto" zu posieren. Das habe ihm letztlich den Verweis eingebracht. Dieser Verweis erging am Folgetag, nachdem er sich im Beisein seines Vaters, eines Vertrauenslehrers, seiner Klassenleiterin, des Direktors und dessen Stellvertreters, sowie auch vor den Hausmeistern zu rechtfertigen hatte. Unter anderem dafür, dass er seine Meinung "beharrlich" vertreten habe.

Der Verweis beinhaltet zudem einen "Maulkorb" dergestalt, dass er für einen erfolgreichen Abschluss an seiner Schule darauf zu achten hätte, Äußerung seiner "extremistischen politischen Meinung" zu unterlassen.

Ja, und da stellen sie sich hin, die Gutmenschen mit Befehlsgewalt, und erinnern in Sonntagsreden an die Schrecken des Nationalsozialismus, stellen empört die Frage, warum Hitler so viele Anhänger und so viele, viele Mitläufer hatte, vor allem aber, warum es zu keinem offenen Widerstand kam, warum das Volk nicht wagte, "das Land vom Tyrannen zu befreien", und scheuen sich nicht, schon wieder jeden Andersdenkenden auszugrenzen und zum Schweigen zu bringen.

Den Machthabern des "Unrechtsstaates "DDR"" wirft man immer noch vor, dass sie jungen Menschen, die weder für die, noch in der Partei waren, jegliche Karrierechance verbaut wurde - und kann es sich nicht verkneifen, zu den gleichen Mitteln zu greifen, wenn sich einer junger Mann hinstellt und sich weigert, zusammen mit Führungskräften der staatlich legitimierten Kriegshandwerker auf einem Foto festgehalten -und damit für die Öffentlichkeit vereinnahmt zu werden.

Ja, Herr Gauck, was halten Sie davon?

Da zeigt doch mal eine Schulleitung in aller Deutlichkeit, dass Ihre starken Worte von der neuen deutschen Verantwortung angekommen sind. Die deutsche Jugend wird aus der Hängematte der Spaßgesellschaft geholt und wieder auf Wehrbereitschaft hin erzogen.

Zäh wie Leder, hart wie Kruppstahl, flink wie die Windhunde. Das hat doch immer noch einen faszinierenden Klang, nicht wahr ...? Den lässt man sich doch von so einem pazifistischen Lümmel nicht kaputtmachen.

Klasse!

Die taz hat's ausführlich
Der Höhepunkt: Das Original-Interview wurde inzwischen aus dem Netz entfernt und die Begründung dafür findet sich hier.
Die Version des Bayerischen Rundfunks (hat immerhin wenigstens berichtet!)


Dieser Beitrag wurde 1 mal bearbeitet, zum letzten Mal von prospero: 27.02.2015 11:55.



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07.03.2015 ~ 07:41 Uhr ~ prospero schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 753795
gelesener Beitrag - ID 753795


Sie kommt. Die Wahnsinns-Kindergeld-Erhöhung.
Nach den Plänen von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) soll das Kindergeld in diesem Jahr nur um vier Euro und 2016 um weitere zwei Euro erhöht werden, heißt es.
Die SPD schaut mal wieder in die Röhre. Sie ist eben was sie ist - Merkel-Thron-Sicherungspartei ohne Einfluss! Sollten nicht 10 EUR Kindergelderhöhung erreicht werden? Aber Einfluss will die SPD nicht haben mit ihren Dicken an der Spitze. Hauptsache Futtertröge!
Zwischenzeitlich sind eben andere Aufgaben wichtiger geworden, als etwas für Kinder zu tun.
Waffen - z.B. Militärflugzeuge - müssen finanziert werden. Und obwohl die nichts taugen, verschlingen sie immer mehr unseres Geldes bis sie vielleicht eines Tages wirklich etwas taugen werden.
Nur, wozu sind Militärflugzeuge nütze? Unser GG hat eine Bundeswehr NUR zum Schutz UNSERER Grenzen vorgesehen. Transporter z.B. braucht man dazu nicht.
Wir verschleudern unser Geld für die Bundespolizei, die an der ungarisch-serbischen Grenze (!) die armen Schweine zurückhält, damit die ja nicht an den Segnungen unseres Uns-allen-geht-es-gut-Deutschland teilhaben können. Was will die Bundespolizei außerhalb ihres Hoheitsgebietes? Oder gehört dieser Teil Europas nun doch schon wieder zu Deutschland und ich habe da etwas verpasst?
Kinder sind unwichtig!
Wichtig ist Geld für die Bundeswehr zur Verfügung zu stellen. Schließlich muss die gut gerüstet sein, wenn der IS vor unserer Haustür steht und Deutschland zum Gottesstaat machen und der Sharia unterwerfen will. Wer will schon 5 x am Tag in den in Moscheen umgewandelten Kirchen sich zu Boden werden und rufen Allahu akbar? Welche Frau will schon als wandelnder Kleiderständer herumlaufen?
Das ist Spinne? Dann sollte man mal die Pegidas fragen. Die wissen es besser. Oder?
Also rüsten wir lieber auf. Wir leben zwar inmitten von Europa, ohne Feinde ringsherum, aber man weiß ja nie. Schließlich gibt es noch viele Länder außerhalb der EU, die man zerstören kann. Wollen wir uns doch nicht mit Syrien, den Irak, Libyen usw. usf. aufhalten lassen.
Kinder stören da nur. Und wer arm ist, sollte sich eben keine Kinder anschaffen. Obwohl, den ganz Armen, die auf staatliche Unterstützung in irgendeiner Form angewiesen sind, haben wir sowieso den Geldhahn zugedreht.
4 EUR 2015 und 2 EUR 2016. Meine Finger krümmen sich vor Scham, solch eine Zahl überhaupt hier einzutippen. 4 EUR und 2 EUR - 6 EUR in zwei Jahren!
Da können die Familien Fettlebe mit ihren Kindern machen! Bei Toys-R-US erhält man für 4 EUR die Lego-Giraffe Geoffrey und für 2 EUR die winzigen Loop-Gummi-Ringe in einer Hunderterpackung. Wahnsinn! Schon für 2 EUR eine Hunderterpackung. Wenn das nicht ein großartiges Geschäft ist.
Wenn man dazu zählt, dass der Benzinpreis gefallen ist und das wir eine sogenannte Minusinflation (warum sagt man nicht Deflation) haben sollen, dann machen die Familien doch ein tolles Geschäft mit 6 EUR in 2 (!) Jahren. Nur leider sind die Gebühren und die Lebensmittel nicht in dieser Minusinflation enthalten. Diese Preise sinken meist nicht. Da mal ein Fünfer mehr, dort 3 Cent und hier 4 Cent. Das läppert sich zusammen, wenn man sowieso schon mit seinem Geld sehr haushalten muss.
4 EUR und 2 EUR! Leider sind Kinder keine DAX-Unternehmen oder Banken. Leider sind Kinder auch keine Fußballstadien, die von den Ländern drittklassiger Vereine mit Steuergeldern hochgezogen werden. Leider sind Kinder kein amazon und wie sie alle noch heißen, denen man die Steuern nachlässt, damit sie ja nicht am Hungertuch nagen müssen. Leider werden die Masse der Kinder nur selten in die Familie Krupp hineingeboren oder in die Familie Oettker und anderer Multimillionäre und Milliardäre. Denen ist es egal, ob sie nun 4 EUR und 2 EUR erhalten. Die brauchen das nicht.
Arme Leute benötigen dagegen jeden Cent. 6 EUR in zwei Jahren sind nicht nur eine Frechheit, sondern zeigt auch die Missachtung derer Kinder!



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13.04.2015 ~ 08:19 Uhr ~ prospero schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 760518
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Es ist jetzt 47 Jahre her, als ein "besorgter Bürger" richtige Bezeichnung feiger Mörder Rudi Dutschke niederschoss. In der Absicht ihn zu töten.
Der "besogte Bürger" hieß, welch eine Ironie, Bachmann.
Bachmann hatte nachmittags Dutschke niedergeschossen. "Man darf auch nicht die ganze Drecksarbeit der Polizei und ihren Wasserwerfern überlassen", schrieb die Bildzeitung einige Wochen zuvor. Bachmann nahms wörtlich. Er war ein frommer Leser. Also übernahm er die Drecksarbeit und schoss dreimal auf den studentischen Aktivisten. Man musste schließlich was tun. Die Aufwiegelung klappte ganz gut. Es findet sich immer ein Würstchen, das den Senf der Bildzeitung auftunkt. Es findet sich immer ein Schwachkopf, der es für eine Offenbarung hält, was dort geschrieben steht.
Und nun frage ich euch: Was ist heute anders?



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14.04.2015 ~ 08:48 Uhr ~ prospero schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 760718
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Ich gebe zu ich mag es wenn unsere Systemmedien so richtig empört aufheulen. Ein wunderschönes Beispiel lieferte zuletzt das neoliberale US-Propagandablättchen Handelsblatt mit dem Artikel "Online-Troll im Dienste des Kreml - „Putin ist genial!“" über angebliche Online-Trolle im Dienste Putins. Aber wie immer stimmten natürlich alle anderen Systemmedien ein.
Die völlig unabhängigee FAZ, die seit ihrer Gründung über die Atlantikbrücke das offizielle Sprachrohr der USA ist, folgt ein paar Tage später mit dem originellen Titel: "Als Troll im Dienste Russlands - „Putin ist genial!“ " und hat sogar ein Bild der schönen Russin Ljudmilla Sawtschuk (34) die mit zwei Kindern in St. Petersburg lebt. Selbstverständlich darf auch die Blödzeitung nicht fehlen, die mit "Online-Troll Ludmilla Sawtschuk (34) packt aus | Sie führte für Putin Krieg im Internet " aufmacht und damit wieder einmal zeigt, dass sie reine Hetzpresse ist die man einfach nicht verlinken kann.
Das ganze beruht auf Meldungen der französischen "angeblichen Nachrichtenagentur AFP" die es in einer Marktwirtschaft nicht geben würde, die aber vom französischen Staat finanziert wird und deshalb auch das bringen muss, was der französische Staat hören will. Zurzeit braucht Hollande eine Krieg mit Russland, genau wie die Merke,l da ihnen sonst ihr kapitalistisches System um die Ohren fliegt, vor allem aber weil die USA diesen Krieg brauchen um die Wirtschaft in Europa und Russland nachhaltig zu zerstören und so weiter als Führungsmacht auftreten zu können.
Was aber ist eigentlich passiert. Das was unsere Systemmedien unisono als Trollfabrik bezeichnen, heißt bei uns Werbeagentur und wird für jeden Konsumartikel, jede Partei und vor allem jeden Interessenverband ständig eingesetzt. Natürlich denkt man an Werbespots in Rundfunk und Fernsehen und die großen Plakate im Stadtbild wenn der Begriff Werbeagentur fällt, aber das ist heute nur noch ein kleiner Teil ihrer Arbeit. Die Zeiten haben sich gewandelt und wenn die Menschen im Internet sind, dann muss die Werbung auch dort sein. Werbung ist Propaganda. Entweder werden dem eigenen Produkt besondere positive Eigenschaften oder einem gegnerischen Produkt besonders negative Eigenschaften zugelogen. Beides wird gleichermaßen gut bezahlt.
Im Internet ist die einfachste Form dieser Werbung, dass wie in den Systemmedien Artikel gegen Bezahlung (häufig über Anzeigen, aber auch gegen Bargeld) plaziert werden, die so aussehen sollen als wären sie neutral obwohl sie reine Propaganda sind.
Manchmal wird das ganze ja noch als Gastbeitrag getarnt, so dass sich zum Beispiel ein bekannter Propagandalügner auf einem Ruhrgebietsblog für Monsanto und den Gendreck stark machen kann und selbstverständlich kommen dann reihenweise tolle Kommentare von der entsprechenden Werbeagentur. Ein wirklich gutes, wenn auch ziemlich fieses Geschäft. Es geht dabei auch nicht um Meinungsvielfalt. Ich bin zwar oft nicht mit anderen Duckhomeautoren einer Meinung, aber ich weiß das jeder von denen nur seine eigene Meinung vertritt. Wir schauen noch nicht einmal darauf wieviele Leser ein Artikel gehabt hat, weil wir eben nicht für den Leser schreiben und dem nach dem Mund reden wollen, sondern weil wir meinen etwas zu sagen zu haben. Natürlich kann unsere Meinung falsch sein, aber sie ist zumindest ehrlich.
Natürlich hat Putin genau wie Obama solche Werbeagenturen am Start. Genau wie die Autobauer, Fracking- und Gendreckgewinner, die Gewerkschaften und Kirchen. Wer den Kapitalismus will, muss damit Leben dass Geld Meinung kauft und Meinung macht. Bei den Systemmedien ist das solange noch ziemlich in Ordnung, solange man nicht wie bei den Öffentlich Urechten zwangsweise dafür bezahlen muss. Springer, Mohn und Co. dürfen machen was sie wollen - zumal ihnen wie ja auch den Öffentlich Unrechten immer weniger Leute glauben - da sie nur das Geld der Idioten bekommen die so dumm sind diese Medien freiwillig zu konsumieren. Es ist nicht schön, aber das ist eben Kapitalismus. Da geht es nicht um Fairness oder Wahrheit, sondern lediglich darum viel Geld mit möglichst wenig Aufwand zu verdienen.
Aber eines haben unsere Systemmedien in diesem Fall bewiesen. Ljudmilla Sawtschuk ist in Russland so frei, dass sie, nachdem sie zwei Monate für Putins Werbeagentur gearbeitet hat, laut, öffentlich und international Kritik üben darf. Bei uns gäbe es eine Verurteilung wegen Geheimnisverrat, eine von den Arbeitsgerichten abgesegnete fristlose Kündigung und einen zivilrechtlichen Schadensersatzprozess bei der ihr nicht nur das letzte Hemd sondern auch die Haut genommen würde. Dazu ergäbe sich faktisch ein lebenslanges Berufsverbot.
Man sieht Russland ist doch ein freies Land. Vielleicht ist es aber auch ganz anders. Putin hat zwar Werbeagenturen aber die schöne Ljudmilla Sawtschuk gibt es gar nicht oder sie hat zumindest nie für Putins Werbeagentur gearbeitet. Vielleicht ist es wie bei den irakischen Biowaffen oder den durch irakische Soldaten angeblich aus dem Brutkasten gezogenen und ermordeten Säuglingen in Kuwait die eine reine Erfindung der amerikanischen PR-Agentur Hill & Knowlton waren und beide nur dazu dienten eine Krieg anzuzetteln.
Ich bin persönlich davon überzeugt das auch Putin respektive Russland über derartie Werbe- und PR-Agenturen verfügt und sie auch nach Kräften nutzt. Die Erfahrung aber zeigt, dass die großen Lügen stets aus den USA kamen und das die USA alles tut um Kriege anzuzetteln. Russland hat in seiner Geschichte nie einen Krieg angefangen, die USA hatten seit ihrer Gründung vor 239 Jahren insgesamt 222 Jahre Krieg (93 %) und nur 17 Jahre Frieden. Dabei wurden sie nur einmal (von Japan) angegriffen und alle anderen Kriege waren reine Angriffskriege.
Wer die Systemmedien nutzt kann sicher sein belogen zu werden. Die Nutzung freier Medien ist auch nicht ohne Betrugsgefahr. Wer sich also informiert muss sich die Mühe machen die Interessen hinter einer Meldung zu erkennen und im Netz zu prüfen was andere zu dem Thema sagen. Deshalb wollen auch unsere Politiker stets gegen Google vorgehen. Es ist zu einfach mal eben schnell die 108 Einträge zu Ljudmilla Sawtschuk zu überprüfen und festzustellen, dass es nichts außerhalb dieser AFP-Scharade gibt, was bei einer 34 jährigen Russin aus St. Petersburg mehr als unwahrscheinlich ist.
Immer wenn man Meinungen anderer übernehmen will, muss man sich die Mühe machen deren Herkunft zu überprüfen. Es gibt kein Thema zu dem das Netz nicht die richtige Antwort liefert. Natürlich hat es eine Menge Beifang, den man ins Meer zurückwerfen muss. Aber niemand hat versprochen das Demokratie und Freiheit einfach sind.



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19.04.2015 ~ 08:23 Uhr ~ prospero schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 761712
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Das Event des Tages: Deutschland trauert
Live wird sie übertragen, die Trauerfeier. Die Medien tummeln sich vor dem Kölner Dom. Eine Nummer kleiner ging es nicht. Schließlich müssen alle Politiker ihre Plätzchen möglichst in der 1. Reihe erhalten können.
Deutschland trauert.
Wir sind alle furchtbar traurig, wegen der Flugzeugabsturzopfer. Nur wir kennen sie überhaupt nicht, falls wir nicht zufälligerweise Verwandte oder Freunde der Toten sind. Das ist aber nicht wichtig. Trauern ist wichtig. Kollektives Trauern. Das schweißt uns zusammen. Das macht uns zu Deutschen. Wir trauern gemeinschaftlich, ob wir die Opfer nun kennen oder nicht. Das macht uns zur Volksgemeinschaft.
In trauter Runde treten sich die Politiker gegenseitig auf die Beine. Auch sie trauern. Sie kennen zwar auch keines der Opfer, aber trauern macht sich gut. Das gibt tolle Bilder in den Bild-Medien. Da kommt es volksnah rüber, wenn Mutti traurig guckt: Ich bin eure Mutti! Man hört es förmlich aus ihrem Mund tröpfeln. Ich liebe euch doch alle! Ups, das hatte ein anderer Volksfreund gesagt, ein längst vergangener. Na, macht nichts. Von ihr könnte es auch kommen.
Die PR läuft auf Hochtouren. Der Platz vor dem Kölner Dom ist abgesperrt. Angeblich um die Trauernden von den Gaffern und Medien zu trennen. Aber wir trauern doch alle! Unsere Tränen strömen. Wir sind die Klageweiber - auch wenn Männer dabei sind - der Nation. Die Übertragungswagen stehen schon bereit. Sie sollen unser aller Tränen einfangen. Blumengestecke werden geschäftsmäßig von den Unternehmen in den Dom getragen. Sie haben wieder mal einen Auftrag ergattert. Sie können aufatmen. Kollektives Trauern macht gut Münze.
Nach Abschluss des Gottesdienstes - sind überhaupt alle Trauergäste Christen? - treffen sich die Politiker im trauten Kreis mit den Angehörigen der Opfer. Das macht sich gut für kommende Wahlkämpfe. Ach, sie sind ja auch so liebe Menschen und haben mit uns getrauert. Neue Gesetze gegen das Wohl der Bürger stoßen dann auf viel mehr Verständnis. Ach die arme Mutti, sie wollte das ja nicht, sie musste diese Gesetze erlassen, sie waren alternativlos und wir müssen halt unser Päckchen tragen. Jeder muss sein Päckchen tragen - auch Mutti.
Und wo bleibt der Mann, die Frau, die Mutter, der Vater, die Freundin, der Freund, die ihre Lieben bei diesem Flugzeugabsturz verloren haben? Wo bleibt deren Trauer?
Tränen werden institutionalisiert. Tränen werden einem Fernsehpublikum frei Haus geliefert. Hier erlebt der Zuschauer keine inszenierte Doku-Soap. Hier kann er gaffen, so tun, als ob er mitleiden würden. Hier ist er Mensch, hier kann er sein.
Ich frage mich bei solchen Anlässen immer wieder: Wieso machen das trauernde Angehörige mit? Wieso lassen sie sich in ihrer Trauer vor den Karren von Politikern spannen? Vor den Karren einer sensationshungrigen Meute von Medienarbeitern? Vor Gaffern direkt vor Ort und an den Fernsehern der Republik? Wieso, frage ich mich immer wieder.
Trauer ist sehr privat. Jeder weiß, wie es ist, Angehörige zu verlieren. Aber keiner kann den Schmerz anderer wirklich mitfühlen. Kein Außenstehender weiß, wie es jemanden zumute ist, der sein Kind verloren hat, seinen Partner, seinen Freund oder wen auch immer, mit dem er innig verbunden war. Trauer ist sehr privat. Sie ist nicht mit Logik zu erfassen. Sie passiert in der Seele. Wieso lassen sie es zu, dass ihre Trauer in die Öffentlichkeit gezerrt wird? Das hilft niemanden.
Wieso lassen wir nicht Tode ruhen? Wieso missbrauchen wir Tode zu Eventen? Wieso?
Deutschland trauert. Nein Deutschland trauert nicht. Deutschland eventet.



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17.05.2015 ~ 14:50 Uhr ~ prospero schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 766389
gelesener Beitrag - ID 766389


Aus der Perspektive eines Unfallkrankenhauses sind Krankenwagen (RTW) ganz großer Mist. Ständig bringen sie hilflose, nervige und teure Menschen rein, um die man sich kümmern muss. RTWs sind die Schlepperbanden der StVO.
Im Jahr 2014 gab es allein schon bei Verkehrsunfällen 389.000 Verletzte.
Sie überfluten die Krankenhäuser, nur weil sie nicht zu Hause bleiben konnten und sich in den potentiell sehr gefährlichen Straßenverkehr wagten.
Ein modernes deutsches Krankenhaus würde auch lieber seine extrem teuren Ressourcen für sich behalten und nicht all die kostbaren Instrumente, Medikamente, Blutplasmabeutel an all die Doofen verschwenden, die bloß kosten und besser zu Hause geblieben wären.
Ökonomisch ist steht die Zahl der Hunderttausenden Verletzten im krassen Missverhältnis zu den bloß 3368 Verkehrstoten (2014, laut Destatis).
Tote sind viel kostengünstiger.
Gut, die Beerdigung muß man berappen, aber da jeder Mensch ohnehin stirbt, ist ein Verkehrstoter volkswirtschaftlich kaum eine Mehrbelastung.
Das deutsche Gesundheitswesen hätte es doch viel einfacher, wenn 368.000 Verkehrstoten und nur 3368 Straßenverkehrsverletzte gäbe, statt umgekehrt.
Es wäre also wünschenswert, wenn die Minister Gröhe, de Maizière und Schäuble RTWs verbieten würden.
Natürlich wäre damit zu rechnen, daß so ein Verbot nicht immer eingehalten wird.
Menschen tun auch Dinge, obwohl sie illegal sind. Insbesondere wenn es um ihr eigenes klägliches und ohnehin endliches Leben geht, stellen sie sich ganz furchtbar an.
Sie unternehmen alles, um zu überleben – auch wenn es nicht erlaubt ist.
Minister, die dem Idealbild der „schwäbischen Hausfrau“ verpflichtet sind, hätten also vermutlich mit schwarzen Schafen zu tun, die trotz der Mehrkosten für den Steuerzahler Straßenverletzte auch ohne legalen RTW in Krankenhäuser brächten, statt sie einfach am Unfallort krepieren zu lassen.
Das dürfte sich der Rechtsstaat aber nicht bieten lassen.
Illegales darf nicht toleriert werden. Es müßte engmaschige Polizeikontrollen rund um die Krankenhäuser geben, die jeden Smart und jeden Twingo aufmachen, um zu überprüfen, ob nicht ein blutender Schwerverbrecher drin liegt. Allerdings wäre das auch wieder suboptimal, da es womöglich zu schlechter PR kommen könnte, wenn Polizisten Verletzte nicht in Krankenhäuser durchließen und diese notgedrungen vor den Augen der Ordnungshüter die Löffel abgäben.
Da kann es eigentlich nur eine saubere Lösung geben. Statt nur eng vor den Krankenhäusern zu kontrollieren, sollten von der Leyens Jungs ausschwärmen und alle Verletzten-Schleuser, also jedes Auto sprengen, das in der Lage wäre einen Verletzten zu transportieren. So sähe christliche Politik aus. Verletzte kämen gar nicht erst auf dumme Ideen; sie würden gleich an Ort und Stelle sterben. Und die Krankenhäuser bräuchten nicht mehr gewaltige Risiken kalkulieren und könnten ihre schönen Vorräte für sich selbst behalten.

Was hier vielleicht ein bißchen radikal klingt, wird im Mittelmeer praktiziert, indem die EU „Schlepperboote“ zerstören läßt.
Die Analogie hinkt natürlich ein bisschen: Deutsche Krankenhäuser arbeiten immerhin NICHT aktiv daran mehr Verkehrsverletzte zu generieren.
Die EU-Politik hingegen ist im hohen Maße mitverantwortlich dafür, dass Länder wie Libyen unbewohnbar geworden sind. Sie generiert Fluchtursachen und zerstört dann die Flüchtlingsboote.
Merkels Verfassungsminister Thomas de Maizière hatte sich genau mit dem Argument gegen Rettungseinsätze im Mittelmeer eingesetzt: Würden zu viele Notleidende auf dem Weg nach Europa überleben, wäre das erst recht ein Anreiz für Schlepper aktiv zu werden.
Der Mann ist übrigens tiefgläubiger und überzeugter Christ, der von seiner christlichen Kanzlerin, die erst diese Woche wieder die „Bibel eine wichtige Quelle der Inspiration“ nannte ausdrücklich gelobt und unterstützt wird.

Zitat:
"Die Abschottungspolitik der Festung Europa zwingt Flüchtlinge dazu, den lebensgefährlichen Seeweg über das Mittelmeer zu nehmen. Um das Massensterben im Mittelmeer zu stoppen, müssen endlich legale und sichere Wege für Asylsuchende in die EU geöffnet werden. Dazu gehört auch die Aufhebung der Visumspflicht für Schutzsuchende und die Abschaffung der Dublin-III-Verordnung, damit Schutzsuchende sich das Land ihres Asylverfahrens selbst auswählen können", fordert die innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Ulla Jelpke. Die Abgeordnete weiter:
"Das von Bundesentwicklungsminister Gerd Müller geforderte Milliardenprogramm der EU zur Stabilisierung in den Fluchtländern wird nur dann wirkungsvoll sein, wenn es nicht der Aufrüstung des dortigen Grenzschutzes dient, sondern der wirtschaftlichen Entwicklung.
Geradezu zynisch erscheint in diesem Zusammenhang Müllers Forderung nach einer diplomatischen Offensive der EU zur Befriedung Libyens und dem Aufbau staatlicher Strukturen – schließlich haben EU-Staaten zuvor mitgeholfen, den libyschen Staat zu zerbomben und zum Tummelplatz von Al Qaida zu machen. Zu einer grundlegenden Wende der europäischen Flüchtlingspolitik muss die Bekämpfung von Fluchtursachen gehören – nicht die Schaffung neuer Fluchtgründe."

(Die Linke PM 21.04.15)

Statt diese unfassbar perverse und amoralische Politik zu verdammen, kaprizieren sich weite Teile von Presse und Politik auf das verdammen von Schlepperbanden – also ob sie die Ursache und nicht Symptom eines Problems wären.

Schlepper/Schleuser bieten vielen Menschen überhaupt erst eine Chance zum Überleben, die sie allein nicht hätten.
Erhellend dazu war – wieder einmal – ein PANORAMA-Bericht aus dem Februar 2015. Die Realität ist oft ziemlich anders, als das was uns de Maizière und Frontex weismachen wollen

Zitat:
Was ist es schön, wenn sich ausnahmsweise mal alle einig sind. Zum Beispiel beim Thema Schlepper. Widerlich. Menschenverachtend. Wie sie aus der Not der Flüchtlinge auch noch Kapital schlagen. Da regen sich alle mal so richtig schön auf. Man hat also Schuldige gefunden, die für das Elend im Mittelmeer verantwortlich sind. Ist ja auch viel bequemer auf andere zu zeigen, um von der eigenen Verantwortung abzulenken.
Warum fliehen denn Menschen übers Meer? Ertrinken und erfrieren? Weil sie nicht mehr in ihren Folterregimen leben wollen und weil wir in Europa ja alle Grenzen dicht gemacht haben. Aber wer will das schon hören?
Dann lieber Entsetzen über die schlimmen Schleuser.

(Anja Reschke 19.02.2015)

30 Cent pro EU-Bürger würde es kosten die Hilfe so aufzustocken, daß niemand mehr im Mittelmeer krepieren muß.

Offensichtlich verschließen die EU-Innenminister und Regierungschefs alle Augen, inkl. Hühneraugen, vor den Verhältnissen beispielsweise in Libyen.
Das Land ist die IS- und Al Kaida-Hochburg Nordafrikas geworden, seit England und Frankreich die staatlichen Strukturen weggebombt haben.
Es herrscht brutalster Bürgerkrieg dank des Engagements der EU, die sich nach dem Desaster, das sie anrichtete, schnell vom Acker machte und die Grenzen schloss, als Einheimische auch versuchten zu entkommen.

Zitat:
„Damit wird das Leben Tausender von Flüchtlingen aufs Spiel gesetzt“, kritisiert die innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Ulla Jelpke, die Absicht der EU, ein Mandat des UN-Sicherheitsrates zu einem militärischen Vorgehen gegen Schleuserboote zu erhalten. Jelpke weiter:
„Wer die Abschottungspolitik der EU sogar mit Kriegsschiffen sicherstellen will, betreibt das Gegenteil einer humanen Flüchtlingspolitik. Es ist ein Armutszeugnis für die Europäische Union, wenn sie auf marode Flüchtlingsboote mit Kanonenbooten reagiert.
Niemand hat der EU den Krieg erklärt – schon deswegen ist es völlig illegitim, zu militärischen Mitteln zu greifen. Die Flüchtlinge brauchen Hilfe. Wenn die EU stattdessen die Boote zerstört, mit denen sie nach Europa gelangen wollen, wird ihr Elend in Afrika nur noch weiter andauern. Letztlich werden sie versuchen, auf noch riskanteren Wegen mit noch unsichereren Booten zu fliehen.
Deswegen warne ich: Der vermeintliche Krieg gegen die Schleuser wird zu einem Krieg gegen Flüchtlinge. Er wird, wie jeder Krieg, das Leben von Unschuldigen kosten. Ich fordere die Bundesregierung auf, sich innerhalb der EU klar gegen diese Militarisierung der Flüchtlingsabwehr zu stellen. Der Krieg, der hier geplant wird, ist ein deutlicher Verstoß gegen den Gedanken der Mitmenschlichkeit und Solidarität, wie er auch im Grundgesetz verankert ist. Es gilt, nicht zu schießen, sondern zu helfen. Das bedeutet, Flüchtlingen legale Einreisemöglichkeiten nach und faire Asylverfahren in Europa zu gewähren. Dann werden auch die Schleuser überflüssig.“

(PM, Bundestagsfraktion Die Linke 15.05.2015)

Das die moralisch völlig verkommenen antihumanen Parteien CDU, FDP und CSU den Kampf gegen Schleuser forcieren, wundert mich nicht.
Glücklicherweise sprechen sich Linke und Grüne klar dagegen aus.

Aber was ist eigentlich mit der SPD?
Seit sie wieder in der Regierung sind, haben fromme Christen wie Nahles, Thierse oder Gabriel offensichtlich ihr Gewissen aus Versehen ins Klo fallen lassen.
Nächstenliebe und Gastfreundschaft scheint vergessen.

Zitat:
Die Pläne der EU, mit Militäroperationen gegen Schleuser auf dem Mittelmeer vorzugehen, werden von Linken und Grünen scharf kritisiert - während in der SPD für ein »robustes Mandat« plädiert wird. Der Grünen-Politiker Jürgen Trittin nannte dies einen »wahnwitzigen Plan« und warnte die Bundesregierung davor, bei einer Abschottungspolitik mitzumachen, »die nichts mehr mit europäischen Werten zu tun hat«. Die Außenpolitik Deutschlands hat nach den Worten von Trittin »ihren Kompass verloren«.
Der Grüne warnte auch davor, mit einem UN-Mandat auch in Libyen zu intervenieren, um den Tod tausender Flüchtling auf dem Mittelmeer zu verhindern. »Schiffe versenken statt Menschen retten. Damit wird Libyen weiter zerfallen - auf Kosten der Menschenrechte«, sagte Trittin der »Neuen Osnabrücker Zeitung«. Offensichtlich habe die Weltgemeinschaft nichts aus dem Desaster der Libyen-Intervention von 2011 gelernt, die ganz Nordafrika destabilisiert habe.
Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow äußerte sich ähnlich. Der »Rheinischen Post« sagte der Linkenpolitiker, er halte »einen Militäreinsatz gegen Flüchtlingsboote für unvereinbar mit den Wertegrundlagen der Europäischen Union«.

(ND 16.05.15)



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26.05.2015 ~ 17:40 Uhr ~ prospero schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 767356
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Also früher mal, da gab es hochgeachtete und mit Bundesverdienstkreuz ausgezeichnete Menschen, die den Beruf des Fluchthelfers ausübten. Sie gruben Tunnel, bauten Geheimverstecke in Autos ein, fälschten Pässe und was der Heldentaten mehr waren, um Flüchtlingen zur Flucht nach Westeuropa zu verhelfen.
Inzwischen hat sich die Terminologie gewandelt. Aus Fluchthelfern wurden erst Schleuser, dann Schlepper - und inzwischen sind wir beim Begriff "Menschenhändler" angekommen, die mit aller verfügbaren Staats- und EU-Gewalt gejagt, gefasst und bestraft werden müssen.
Wie sich die Zeiten doch ändern. Von "Menschenhändlern" sprach damals die DDR und jagte sie unbarmherzig, um den potentiellen Flüchtlingen (die waren fast allesamt Wirtschaftsflüchtlinge die in den "goldenen" Westen wollten) die illegale "Ausreise" zu erschweren.

Heute bemüht sich ganz Westeuropa, potentiellen Flüchtlingen die illegale "Einreise" zu erschweren.

Kann man, darf man das vergleichen? Ich finde, man muss.



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19.06.2015 ~ 09:10 Uhr ~ prospero schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 770692
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Der Ami sprach es werde Weltkrieg
und siehe es wird Weltkrieg werden. Im Frühjahr hatten die USA ja bereits 3.000 Mann in den baltischen Staaten in ein angebliches Manöver geschickt und zugleich den baltischen Staaten Panzer vom Typ Abrams und Bradley sowie gepanzerte Fahrzeuge vom Typ Humvees plus gigantische Mengen an Munition überlassen um Russland zu bedrohen. Die amerikanischen Soldaten sind immer noch da und gleichzeitig wird in Georgien eine neue Angriffsfront, wieder einmal mit israelischer Unterstützung, aufgebaut. Die Panzer stehen zum Angriff bereit. Nun berichtet die New York Times am Samstag, das weiteres Material für 7.000 Soldaten an den Grenzen Russlands bereit gestellt werden soll.
Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sieht die Dinge natürlich anders. Für ihn, der sich als Handlanger der USA versteht ist der böse Putin und Russland schuld, weil die doch tatsächlich darüber nachdenken angesichts der Bedrohung an ihren Grenzen über eine neute Stationierungspolitik ihrer Interkontinentalraketen nachdenken. Während Stoltenbergs Nato im auftrag der USA die Russen überall bedroht und immer näher an die russischen Grenzen mit immer mehr Truppen heranzieht, sollen die Russen stillhalten und sich abschlachten lassen. Der Name Jens Stoltenberg darf nicht vergessen werden wenn es nach dem nächsten Weltkrieg daran geht die Schuldigen zu bestrafen. Er ist mitsamt dem Nato Oberkommando ein wichtiger Kriegsverbrecher, der bestraft werden muss.
Man muss aber auch erwähnen dass er die deutsche Regierung über den grünen Klee lobt, weil so eifrig mit an den Kriegsvorbereitungen arbeitet. Auch die Namen dieser Bundesregierung und der sonstigen Kriegstreiber im Bundestag muss man sich für eine spätere Aburteilung merken. Anders als 1945 darf es am Ende keine Persilscheine mehr geben. Die Leute wissen genau was sie tun.
Das der britische Botschafter in Deutschland, Sir Simon McDonald, eine Verlängerung der Sanktionen und in Wirklichkeit eine Ausweitung fordert, ist klar. Die Engländer hoffen, dass der nächste Weltkrieg vor allem Kontinentaleuropa trifft und ihre marode Wirtschaft genau wie die marode Wirtschaft der USA dadurch gewinnen könnte.
Auch wenn sich Gazprom-Chef Alexej Miller darüber freut, das Deutschland im Mai um zwei Drittel mehr Erdgas importierte als in den Vorjahren, so ist auch das ein Zeichen für Kriegsvorbereitungen. Es geht nämlich nicht nur darum der Ukraine billiges Gas zu liefern, dass sie am Ende nicht bezahlen wird, genauso wie sie die russischen Lieferungen bis heute nicht bezahlt haben, sondern es werden auch alle Speicher gefüllt, damit man bei Kriegsbeginn soviel Reserven wie eben möglich hat. Wahrscheinlich hofft der militärisch-industrielle Komplex in Deutschland die russischen Gasfelder schnell genug erobern zu können um im Winter sich bereits mit dem gestohlenen Gas selbst bereichern zu können. Ansonsten ist es ja nur die Bevölkerung die leiden muss und die interessiert weder das Kapital noch die Politik.
Dumm ist da nur das eine Studie des amerikanischen Pew-Research-Centers (PEW) zeigt, dass die Deutschen längst das Vertrauen in die Nato und die USA verloren haben. Während 2009 noch 73 Prozent der Deutschen die Nato positiv sahen, sind es heute nur noch 55 Prozent. Dieser Rückgang ist deshalb so bemerkenswert, weil die Deutschen praktisch rund um die Uhr mit positiver Propaganda für die Nato und gegen den bösen Russen überflutet werden. Die öffentlich Unrechten lügen in ihren Sendungen wie es Hitlers Propgandaminister Goebbels nicht besser gekonnt hätte, ja meiner Meinung nach schlagen sie ihn um Längen. Die Privaten kommen da kaum hinterher.
Wie stark die Propaganda wirkte zeigt übrigens die Tatsache, dass 70 Prozent der Deutschen heute ein schlechtes Russlandbild haben während es 2010 nur 45 Prozent waren. Die Kriegshetze zeigt also Wirkung. Aber den amerikanischen Eliten sind wir noch nicht kriegsbereit genug und deshalb wird die CIA wohl demnächst einen Anschlag in Deutschland veranstalten und versuchen ihn den Russen in die Schuhe zu schieben um uns kriegsbereit zu machen.
Vielleicht sollte man in diesem Zusammenhang nochmal erwähnen, dass es den Deutschen immer dann gut ging, wenn sie vertrauensvoll und ehrlich mit den Russen zusammenarbeiteten. Während die USA jeden Tag einen neuen Krieg und neue Terrororganisation schafft, sind die Russen viel weniger aggressiv unterwegs. Der Überfall auf Polen und die Besetzung Afghanistans, die aber auf Zuruf der dortigen Regierung erfolgte sind die einzigen mir bekannten Beispiele. Die USA hat von den 239 Jahren ihres Bestehens 222 (93 Prozent)im Krieg verbracht. Die meisten dieser Kriege waren Angriffskriege um andere Länder zu unterdrücken und auszurauben.
Deutschland hat im übrigen das Problem, dass die Anzahl ukrainischer Männer die als politische Flüchtlinge nach Deutschland kommen, weil sie nicht in einem Bruderkrieg zugunsten der USA kämpfen wollen, ständig steigt. Aber das Bundesamt für Flüchtlingszurückweisung hat beschlossen, dass es in der Ukraine genug Fluchtmöglichkeiten gibt. Dr. Manfred Schmidt der Präsident des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge hilft damit den USA möglichst viele Soldaten für einen Angriff auf Russland zu bekommen und auch sein Name sollte für die Zeit nach dem Krieg, die Zeit der Abrechnung, nicht vergessen werden. Er hat nicht nur die Aufgabe seines Amtes vergessen sondern benutzt es um auch gegen deutsche Interessen den USA zu helfen.
Vielleicht sollte man auch noch einmal deutlich machen für welche Ukraine da gekämpft werden soll. Der nach dem faschistischen Putsch durch zweifelhafte Wahlen an denen ein großer Teil der Ukrainer nicht teilnehmen durfte und bei denen linke Parteien ausgeschlossen waren an die Macht gekommene Oligarch Petro Poroschenko hat ein Gesetz gemacht, mit dem die ukrainischen Kriegsverbrecher von der Ukrainische Aufständischen Armee (UPA) den Heldenstatus verliehen bekommen. Wer sich dagegen wehrt wird bestraft. Natürlich hat die UPA auch mit den Nazis kooperiert und sogar die ukrainischen Nazitruppen werden wohl den Heldenstatus bekommen. Der Faschismus und Rassismus hat in der Ukraine gesiegt.
Da ist es lustig, das Donald Franciszek Tusk, der ehemaliger polnischer Ministerpräsident und Präsident des Europäischen Rates ist, kein Wort darüber verliert, das die Helden der Ukraine noch immer den Genozid an der polnischen Bevölkerung in Wolhynien sowie Teilen Ostgaliziens feiern und gleichzeitig aber auf das schärfste gegen Russland wütet. Wenn nicht klar wäre das europäische Politiker so unbestechlich wie die FIFA Führung sind, könnte man glatt annehmen er sei gekauft oder würde erpresst.
Übrigens gibt es eine Nachricht am Rande die gar nicht so am Rande ist. Weissrussland, da wo der böse Diktator Alexander Lukaschenko regiert hat seine Armee aufgeweckt und lässt jetzt Manöver an der Grenze zur Ukraine abhalten. Denn klar ist natürlich, dass die USA und die Nato beabsichtigen bei ihrem großen Sturm auf Moskau, das im Wege liegende Weißrussland mal eben im Vorbeigehen mit einzunehmen und dem Land Demokratie, also Krrouption, Oligarchen und ähnliches zu bringen. Da auch die Polen sich einen Präsidenten gewählt haben, der nicht mehr Handlanger der USA sein will, könnte dieses kleine Problem sich vielleicht noch als größerer Hemmschuh erweisen. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
Aber ARD Und ZDF und die anderen deutschen Systemmedien werden auch einen Kriegsgrund gegen Weißrussland finden. Schließlich heißen die ja auch Russland und jedes Russland muss zerstört werden. Von der Merkel und den anderen Komikern wird begeisterte Zustimmung kommen. Gekauft, erpresst oder einfach weil sie Spaß daran haben den Deutschen zu schaden.



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29.06.2015 ~ 08:53 Uhr ~ prospero schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 771824
gelesener Beitrag - ID 771824


Jetzt schlägts aber dreizehn oder dem Fass den Boden aus. Da hat man diesen verdammten Griechen das Wahlrecht auch weiterhin erlaubt, obwohl ihre Eliten das Land in den Konkurs getrieben haben und anstatt wie die Deutschen dankbar zu sein und von der ******* durch die sie gezogen werden auch noch zu trinken, wählen die einfach Syriza. Eine Partei die endlich die angebilichen Rettungsmaßnahmen für Griechenland beenden will, weil sie gewirkt haben wie ein Rettungsring aus Blei. Man kann eben keinen Aufschwung schaffen mit Ausgaben streichen, Steuern erhöhen, Hunderttausende Beschäftigte entlassen und die Löhne kürzen. Aber die Wahl alleine war ja gar nicht so schlimm. Das schlimmste ist, dass Syriza sich an seine Wahlversprechen hält und der Diktatur des Großkapitals nicht nachgibt.
Das ist völlig neu. Normalerweise machen Parteien wie die deutsche SPD irgendwelche Wahlversprechen, werden gewählt, lachen sich über die Idioten die sie gewählt haben kringelig und machen das, was das Großkapital oder die USA befehlen. Nicht so Syriza. Die verhandeln ernsthaft um neue, für Griechenland machbare Bedingungen und geben nicht nach, auch wenn die deutschen und europäischen Systemmedien mit übelster Lügenpropaganda gegen einzelne Personen, Syriza und die Griechen ansich die außergriechische Bevölkerung zu schäumendem Hass aufwiegeln wollen.
Allerdings klappt das mit dem aufwiegeln nicht mehr so gut. Die Deutschen aber auch die anderen Europäer trauen ihren Systemmedien schon lange nicht mehr. Viele haben bereits verstanden dass es diese Medien nur gibt um die Menschen im Dunkeln zu halten und ******* fressen zu lassen. Aber Syriza war nicht nur eisenhart in den Verhandlungen, als Schäuble - der Mann der das Geld vom Waffenschieber nahm - die Erpressungen auf den Höhepunkt trieb, haben die einfach die Verhandlungen verlassen und dann standen die anderen europäischen Finanzminister mit dem Dödel in der Hand ziemlich doof da.
Am allerschlimmsten aber ist, dass Syriza nun den Erpressungskatalog seinen Bürgern vorlegt. Die können sich nun in einem Referendum entscheiden ob sie ein Ende mit Schrecken oder einen Schrecken ohne Ende wollen. Syriza empfiehlt der griechischen Bevölkerung nicht nachzugeben und die europäischen Systemmedien schäumen vor Wut.
Erpressung funktioniert nämlich nur, wenn der Erpresste nachgibt. In diesem Fall ist es noch lustiger. Griechenland hat mit den Worten Referendum, Kapitalverkehrskontrolle und Bankenschließung den Spieß umgedreht und die Erpresser an den Eiern. Das schlimmste was den Griechen passieren könnte, ist dass sie ihre Schulden nicht mehr bezahlen. Aber ist das so schlimm wenn jeder Cent im Land viel dringender gebraucht wird. Die angeblichen Kredite für Griechenland um die verhandelt wird, dienen im wesentlichen ja nur dazu, alte Kredite zurückzuzahlen. Also sollen neue Schulden gemacht werden, um alte zu bezahlen, ohne dass die Griechen auch nur die Spur eines Nutzens hätten.
Wenn es dann keine Kredite mehr von EZB und IWF gibt dann kann Griechenland darüber lächeln. Zwar soll der Beitritt Griechenlands zur BRICS-Entwicklungsbank bis Beginn des Gipfels der Organisation im Juli in Ufa eigentlich nicht öffentlich diskutiert werden, aber vermutlich wird die veränderte Lage auch zu veränderter Beitrittsgeschwindigkeit führen. Zumal sowohl Russland als auch China ein großes Interesse daran haben ein europäisches Kernland aus dem Eurogefängnis hinauszubrechen. Die BRICS-Staaten stört auch nicht das Griechenland von einer linken Regierung regiert wird, was für Schäuble und Merkel ja nicht nur ein rotes Tuch ist, sondern wohl auch als Rechtfertigung dazu dient, ganz Griechenland fertig machen zu wollen.
Da Griechenland seine Altschulden dann vorerst nicht mehr bezahlen müsste und ihnen die Märkte in Russland und China weit offen ständen, kann Griechenland so nur gewinnen.Am Ende wird auch ein kräftiger (70 Prozent) Schuldenschnitt herauskommen. Und nun zeigen die Diktatoren der EU auch Wirkung. Selbstverständlich gibt es jetzt doch weitere Kredite an die Banken von der EZB obwohl das am Samstag noch ausgeschlossen wurde. Natürlich hat der IWF plötzlich Zeit mit der Rückzahlung der Rate vom Juli. Die Merkel trifft sich mit den anderen Staatsschefs schon am Montag um das Ruder nochmals rum zu reißen. Hoffentlich lassen sich die Griechen nicht einlullen.
Am schönsten aber ist die Reaktion von Sigmar Gabriel. Der ist entsetzt. Zum einen weil die Griechen sich nicht erpressen lassen, zum anderen weil die ihr Volk befragen. Da geht es ihm wie Schäuble der die Volksbefragung für Unsinn hält. Beide haben mit Demokratie nichts am Hut. Nein, beide haben tierische Angst vor der Demokratie. In einer Demokratie würden nämlich werder ein Schäuble Minister werden können, wenn man an den Waffenschieber denkt, noch würde Gabriel Parteichef sein können, wenn sich die SPD Basis entscheiden könnte und eine Auswahl hätte.
Nun gilt es abzuwaren, wann Spanien, Italien und Portugal ihre Situation überdenken und ganzen Austeritätsblödsinn auf den Müll werfen und sich um die interessen ihrer Bürger kümmern. Dort stehen überall schon andere Syria in den Startlöchern. Vielleicht ist die Griechenlanderpressung ja wirklich das Ende von der Europadiktatur. Vielleicht könnte endlich Demokratie in Europa einziehen. In Deutschland ist da leider nichts in Sicht. Merkel Junta regiert immer noch alternativlos und kein Ende ist in Sicht.

PS: Oettinger, sie wissen, der der den Nazimordrichter so über den grünen Klee lobte, wirft dem griechischen Regierungschef Alexis Tsipras vor, "gegen den Geist der EU-Verträge verstoßen" zu haben. Die Ankündigung eines Referendums sei "höchst unkollegial" gegenüber den anderen EU-Regierungschefs gewesen. Recht hat er der Öettinger. Demokratie verstößt gegen den Geist der EU-Verträge. Sonst könnten dort kein Oettinger Kommissar werden um in Deutschland aus dem Wege zu sein. Schön, das das mal einer von dieser Truppe zugibt.



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16.08.2015 ~ 14:26 Uhr ~ prospero schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 780630
gelesener Beitrag - ID 780630


Michel geh sterben.
Ich hatte ohnehin schon den Gedanken gefasst, mich zu der widerwärtigen Missgunst zu äußern, die mir nicht eben untypisch erscheint für den Michel, jenen sadomasochistischen Volkskörper, aus dem es stetig hervor furzt, anderen solle es gefälligst nicht besser gehen als ihm selbst.
Es begegnet mir ständig, und obwohl ich wahrlich andere Sorgen habe, vor denen solcher Quark in subatomarer Irrelevanz versinkt, muss ich es regelmäßig in die gammeligen Rachen zurück stopfen, denen es entfährt. Sobald der Michel von wem hört, der mehr hat als er selbst, ruft er nach Korrektur, nach dem Weniger für alle anderen, denen er noch das trockene Brot neidet, weil seines angeblich noch trockener ist. Er fühlt sich übervorteilt, und anstatt eine Welt zu fordern und zu fördern, in der man nicht ausgebeutet und weggeworfen wird, will er immer schlimmere Ausbeutung, damit er seine eigene für den Moment erträgt.
Die schlichte Lösung, es könnte mehr und genug für alle geben, dass man sich zusammentun könnte und sich holen, was einem genommen wird, käme ihm niemals in den Sinn. Er ist seit Jahrhunderten darauf gedrillt, dass das blasphemisch wäre, ein Verrat am Vaterland, todsündige Anmaßung, Sozialismus, Kommunismus, Teufelswerk, Sodom, Gomorrha und Verderben.
Stellt euch vor, da kriegen welche zweitausend Euro im Monat und wollen noch mehr! Das nehmen die mir weg. Das ist alles Geld, das mir zustünde und das ich nicht kriege, weil die es haben. Hier vermischt sich die tumbe Unterwürfigkeit des geborenen Untertanen mit der eingetrichterten Ellbogenmentalität, die er als "Freiheit" kennt und einem Geldfetisch der blödesten Ausprägung. Der Michel denkt das wirklich so: Es gibt eine bestimmte Menge Geld, mit der kann man alle die Dinge kaufen, für die das Geld da ist, und das wird eben verteilt - immer ungerecht, weil eben dauernd wer kommt und einem von der eigenen Portion was wegnimmt.
Dieser monetäre Fressneid erzeugt die bizarrsten Wahnbilder, am Ende muss der Irrsinn dann meist so organisiert werden, dass man die unwerte Konkurrenz am Trog ausmerzt. Da kommen noch mehr, die haben gar nichts verdient und wollen auch noch unser Geld! Was können die schon hier wollen außer unser Geld? Zigeuner von links und Afrikaner von unten, unter denen natürlich massenhaft Kriminelle und Terroristen. Was wir mit unserem Fleiß gesammelt haben, wollen die uns einfach wegnehmen!
Halt die Fresse, Michel, und geh' sterben! Dein Neid, deine Blödheit, deine Eiseskälte und die dumpfe Wut auf alles, was du nicht kapierst, mit der du eifrig geifernd an dem Ast sägst, auf dem du sitzt, reißt nicht dich allein in den Abgrund. Das ist das Problem, sonst ginge ich dir gern zur Hand. Also halt' die Fresse und spring' einfach! Die Welt ist ungerecht - natürlich nur zu dir. Alle, die zu wenig haben, haben das verdient, außer dir. Alle in deinem Baum, die mehr haben als du, nehmen es dir weg. Nur die da ganz oben, die Gott dort haben will, die haben es verdient. So hat man es dir eingebläut, und so lebst du.
Geh sterben, du Radfahrer, du Denunziant, du Bückling, Streikbrecher, Streber, Schleimer, du glücklicher Müllfresser, Mitläufer, Mobber, du Petze, du Claqeur, du Idiot! Geh' mir aus dem Weg, denn ich bin ich euch leid. Ich hab es satt. Wenn du Angst hast, die Armen nehmen dir was weg, dann bedien' dich einfach reichlich an ihrem Elend. Wenn du meinst, Flüchtlingen gehe es so gut, dann hau' endlich ab! Wenn du willst, dass es wem schlechter geht, dann sauf' doch Gift!
Fürs Erste aber: Halt die verfickte Fresse!



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18.08.2015 ~ 13:48 Uhr ~ prospero schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 780908
gelesener Beitrag - ID 780908


Der Rassismus grüßt
Da habe ich mal auf einen Link geklickt, einfach mal so, mal sehen, welche Infos sich dahinter verbergen: Stichwort Flüchtlingskrise.
Als ich den Link aufmachte brüllte mir der bayerische Innenminister der C(!)SU seine Stammtischparole ins Auge.
Ich dachte, das ich mich schon in der Überschrift verlesen hätte. Das könnte ja sein, da die deutschen sogenannten Qualitätsmedien nur selten Überschriften bilden, die wirklich etwas mit dem Inhalt ihrer Artikel zu tun haben. Aber nein ... ich las richtig.
Ich las noch einmal ... und noch einmal ... ich dachte, dass ich im falschen Film wäre ... aber das IST der richtige ...
Der bayerische CSU-Innenminister Herrmann beschwert sich über Rom und Athen, dass sie die Flüchtlinge einfach so weiterleiten und nicht mal alle richtig registrierten und die Folgekosten dem deutschen Steuerzahler aufbürden würden.
Häääh?
Dass nenne ich mal europäische Solidarität. Die wahrlich nicht reichen Länder Europas werden im Regen stehen gelassen. Diese beiden Länder sind dummerweise der erste Anlaufpunkt von Flüchtlingen, da sie am Mittelmeer liegen.
Die beiden Länder, die - Griechenland vorne dran - selbst riesige soziale Probleme im eigenen Land haben, müssen mit Tausenden von Flüchtlingen fertig werden, die die NATO UND die neoliberale Wirtschaftsweise produziert haben. Allein.
Und Deutschland sonnt sich darin, in der Mitte von Europa zu liegen und nichts - oder fast nichts - damit zu tun zu haben. Die größte Sorge deutscher Politiker ist, dass Menschen fein säuberlich registriert werden. Wir haben ja im Laufe unserer jüngeren Geschichte damit die größten Erfahrungen gesammelt, wie wichtig Listen sind.
Statt den armen Ländern Südeuropas zu helfen, den Flüchtlingsstrom zu bewältigen, hetzt Deutschland, zumindest dieser Innenminister Bayerns. Er versteckt sich hinter den deutschen Steuerzahlern.
Hätte er doch damals - als die NATO ihre Kriege im Nahen Osten und im Balkan begannen - die Interessen der deutschen Steuerzahler vertreten. Es wurden und werden tagtäglich für die Kriege in dieser Welt von den deutschen Steuerzahler Unsummen abgepresst, die hier im Lande fehlen. Habe ich schon von Frau Rittmeisterin Leyen, die neuerdings sich im Stil ostelbischer Junker präsentiert, schon einmal gehört, dass man aufhören müsse, deutsche Steuergelder in diversen Kriegen zu verballern?
Rom und Athen werden also von der CSU gerügt - von einem deutschen Politiker. Wundern wir uns dann, wenn Flüchtlingsheime hier brennen? Wundern wir uns dann über die braune Hetze in den sozialen Medien? Der Fisch fängt am Kopf an zu stinken und schlichte Gemüter fassen das so auf, dass sie zum Handeln animiert werden sollen.
Und Merkel? Schweigen IST NICHT Gold.
Ganz nebenbei. Auch die deutschen Kommunen werden überfordert, wenn man ihnen überfallartig ganze Flüchtlingskolonnen vor die Nase setzt. Auch das scheint mir Kalkül der Herrschenden zu sein, um die Menschen in den Orten gegen die Flüchtlinge aufzuhetzen. Teile und Herrsche! Wenn sich die Menschen mit den Flüchtlingen auseinandersetzen und gegen sie marschieren und deren Unterkünfte anzünden, werden sie nicht über die URSACHEN nachdenken.
Die wahren Flüchtlingsproduzierer sind die 10 %, denen alles gehört, die entscheiden, wer bluten muss und wer essen darf. Die setzen zur Wahrung ihrer Interessen auch die NATO ein. Um Menschenrechte geht es denen absolut nicht. Die wollen nur mehr Profite auf ihrem Konto haben.
Wir müssen deren Politik ausbaden. Die Flüchtlinge haben daran keine Schuld.
Und Brandstifter sind solche Konsorten, wie der bayerische CSU-Innenminister, der auch noch vorgibt, Christ zu sein. Wenn er wirklich Christ wäre, müsste er vor dem Weltengericht von Gott am Ende seiner Tage zittern ... wenn seine Taten auf Erden auf die Waage gelegt werden.



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20.08.2015 ~ 18:29 Uhr ~ prospero schreibt:
im Forum Thüringen seit: 03.09.2007
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 781142
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"Es gibt keine Spender" wird Bundesfinanzminister Schäuble in einem Film der ARD, am 24. August, zum Kohl-Spendenskandal aus den 90er Jahren sagen. Ein wenig später fällt ihm im Film ein "Vielleicht gibt´s auch Spender". Ja was nun, könnte der unbedarfte Außenstehende fragen, warum darf einer der derartig frech lügt Finanzminister sein und bleiben? Aber die Antwort wurde bereits im September 2009 auf einer Merkel-Pressekonferenz gegeben: "Weil ich ihm vertraue", sagte Angela Merkel einem niederländischen Journalisten, der fragte wie es denn komme, dass einer Finanzminister geworden sei, obwohl er illegale Spenden von einem Waffenschieber annahm und bis heute angeblich nicht weiß, wo denn das schmutzige 100.000-Mark-Paket geblieben ist.
Nun haben sie wieder ein Griechenland-Hilfspaket geschnürt, die Damen und Herren im Bundestag. Und kamen sich ganz groß vor. Und ganz vorne bei der Abstimmung saß der Mann, der – während die Griechen um ihre nackte Existenz kämpften – die Regierung Tsipras beschimpfte und verhöhnte. "Sie haben alles Vertrauen zerstört", schäumte der oberste deutsche Finanzbetrüger, weil die Griechen es gewagt hatten, über ihr eigenes Schicksal demokratisch abzustimmen. Der Mann, der bis heute über das Korruptionsgeld schweigt, an dessen Fingern immer noch Waffen-Blutgeld klebt, der es aber wagte den damaligen griechischen Finanzminister Varoufakis als "dümmlich naiv" zu beleidigen. Der selbe Mann, der den Bundestag wissentlich belog. Der immer noch im Amt ist, weil seine CDU-Komplizin, Angela Merkel, ihm "vertraut".





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24.08.2015 ~ 16:27 Uhr ~ gastli schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 781586
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Zitat:
prospero hat am 14. April 2015 um 08:48 Uhr folgendes geschrieben:
Ich gebe zu ich mag es wenn unsere Systemmedien so richtig empört aufheulen. Ein wunderschönes Beispiel lieferte zuletzt das neoliberale US-Propagandablättchen Handelsblatt mit dem Artikel "Online-Troll im Dienste des Kreml - „Putin ist genial!“" über angebliche Online-Trolle im Dienste Putins. Aber wie immer stimmten natürlich alle anderen Systemmedien ein.


Zitat:
Angebliche „Putin-Troll-Aussteigerin“ Ludmilla wurde von Soros-Stiftung und der CIA-nahen NED finanziert
Von TAZ über FAZ bis Spiegel berichtet der gesamte deutsche Mainstream teilweise im Wochenmodus über Ludmilla Sawtschuk, die Aussteigerin aus der vermeintlichen Sankt Petersburger „Troll-Fabrik“. Was jedoch nicht Eingang in die Berichterstattung fand: Die derzeitigen Aktivitäten Ludmillas werden von der NGO „Team 29“ finanziert, deren Geldgeber sind wiederum das Open Society Institute des US-Milliardärs George Soros sowie die halbstaatliche und als CIA-nah geltende US-Stiftung National Endowment for Democracy (NED).


Warum erstaunt mich das nicht?
Sozusagen ein trolliges Geschenk aus den USA der Wiege des Terror.



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04.10.2015 ~ 09:02 Uhr ~ prospero schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 788535
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Zeit noch einmal zurückzuschauen.
Seit dem Frühjahr 1989 demonstrierte eine kleine Gruppe von Menschen vor der Nikolaikirche in Leipzig für eine andere DDR. Ihr Motto war: Wir bleiben hier.
Diese Gruppe vergrößerte sich immer mehr. Ungarn öffnete seine Grenze nach Österreich und viele Menschen flüchteten über Ungarn nach Westdeutschland. Näher war es, in die bundesdeutsche Botschaft nach Prag zu fliehen.
Wovor flohen die Menschen? Sie wollten nach ihren Aussagen nicht mehr in einem kommunistischen Regime leben, was es in der DDR gar nicht gab - das es bisher nirgendwo auf der Welt gab und gibt. Die, die ich kannte, die nach Prag in die Botschaft gingen, denen ging es gut. Die hatten einen guten Job, kamen mit ihrem Geld zurecht, hatten ein Auto (falls das ein Maßstab für gutes Leben sein sollte). Sie wollten aber unbedingt westdeutschen Konsum. Und ja, es war zeitaufwändig in der DDR, z.B. seine Wohnung einrichten zu können. Sei es die Möbel, die Gläser, dies oder jenes einkaufen zu müssen. Man musste immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Ja, es war nervig. In den Geschäften wurde man unfreundlich behandelt, Service war ein Fremdwort. Was ist dagegen ein sicherer Arbeitsplatz, kostenlose Weiterbildung, eine Studiumdelegierung zum kostenlosen Studium vom Betrieb bezahlt, genügend Kindergartenplätze, die auch bezahlbar waren, eine gute Bildung, billige Volkshochschulstunden, bezahlbare Kultur gegen einen Volkwagen oder billige Schokolade? An jeden Tag im Jahr Tomaten? Und Bananen? Damit konnten die ideelen Werte nicht mithalten.
Und ja, die DDR hatte viele nervige Seiten. Sie nervte u.a. auch mit ihren ständigen politischen Schulungen, wo auch immer die angesiedelt waren. Sie nervte wie jede Handy-App-Werbung. Erstere wie letztere rufen bei mir die gleichen Aversionen hervor.
Aber mal davon abgesehen. Als sich die großen Demos in Leipzig formierten, diesmal unter dem Motto Wir sind das Volk, bahnte sich eine Revolution an. Die große Mehrzahl wollte den Sozialismus weiterentwickeln, mit wirklich gelebten Volkseigentum. Niemand wollte seine Miete an irgendwelche Investoren zahlen. Man wollte Mitspracherechte.
Dieser Revolutionsansatz scheiterte. Ich habe mir mal überlegt, warum er scheitern musste. Eine Revolution benötigt eine treibende Kraft und ein Programm sowie neue Ideen zur Weiterentwicklung der ökonomischen Basis. Das Neue Forum war zwar eine treibende Kraft, aber keine einheitliche. Vereine schossen wie Pilze aus den Boden. Es gab viele Ideen, erfrischende Idee, die aber nicht zusammenfanden zu einem einheitlichen Führungsdach.
Die Blockparteien LDPD, CDU, NDPD stimmten mit allem überein, weil es ihnen egal war. Sie versicherten mir, dass dieser Spuk (sinngemäß mein Wort) sowieso bald ein Ende hätte. Deren selbsternannten Schwesternparteien in der BRD hatten dort schon das Zepter übernommen.
Und dann kam der November und das Motto der Demo änderte sich wieder. Wir sind EIN Volk, hies es plötzlich. An dieser Stelle war der Revolutionsansatz gescheitert. Und mit Recht reklamieren nun heute westdeutsche Politiker die Wiedervereinigung für sich. Sie lenkten direkt oder indirekt die neuen Demonstrationen und die Restauration begann. Ihren Höhepunkt erreichte die, als die Demo zusätzlich noch das Motto bekam Kommt die DM nicht zu uns, kommen wir zu ihr. (oder so ähnlich) Der Anfang für eine Restauration war gefestigt und konnte sich entfalten. Die ersten Vorboten waren die "Glücksritter", die die DDR-Bürger über den Tisch zogen. Dann kam der Einigungsvertrag, wo die DDR-Bürger noch einmal über den Tisch gezogen worden sind. Ein System wurde uns übergestülpt, was nicht passte und z.B. die Städtischen Wohnungsbaugesellschaften haben an diesem falschen Konzept bis heute schwer zu tragen.
Wir bekamen die Freiheit. Nur was fängt man mit einer Freiheit an, die ohne das nötige Kleingeld daherkommt. Sie führte bei vielen in die Schuldknechtschaft der Banken oder in die Arbeitsknechtschaft von Unternehmern, denen das Wohl aller völlig egal ist. Sie müssen an ihren Profit denken, weil sie sonst untergehen würden. Konnten wir damit umgehen? Dazu kam, dass unsere Biographie in den Dreck getreten wurde. Mir sagte ein westdeutscher Arbeitgeber, der sich in Leipzig niedergelassen hatte, ins Gesicht: Ihre Arbeit, die Sie bisher geleistet haben, war nichts wert. Klatsche voll ins Gesicht.
Und welches Mitspracherecht bekamen wir? Eigentlich keines! Wir durften von nun an Kreuzchen aller 4 Jahre machen und Abgeordnete ins Parlament wählen, die nicht einmal uns rechenschaftspflichtig sind, sondern nur ihrem Gewissen, was durch ihr Parteibuch definiert wurde. Wir wurden aller 4 Jahre belogen und hinterher betrogen.
In den Unternehmen hieß es, stillhalten, jede Bösartigkeit hinnehmen, sonst drohte einen durch Entlassung der ökonomische Ruin. Und der angedrohte ökonomische Ruin ist ein bösartiger Lehrmeister.
Wir bekamen den Rechtsstaat, der uns gestattete, jeden vor's Gericht zu bringen und mag die Anschuldigung noch so unsinnig sein. Man kann jemand vor's Gericht bringen, weil einen die Farbe des Swimmingpools nicht gefällt, der als Sondernutzungsrecht im Garten eines Grundstückes gebaut wurde und bekommt von den Gerichten noch Recht. Mag es nun der überhängende Ast von Nachbars Garten sein, der rauchende Hausbewohner, das Smartphone mit runden Ecken, was nicht die gleichen runden Ecken wie ein anderes haben durfte - all dieser Müll kam und kommt vor die Gerichte und unsere Gerichte haben nichts Besseres zu tun, als sich mit diesem Müll abzugeben. Wir leben ja in einem Rechtsstaat.
Wir bekamen auch wieder Zwangsarbeiter unter dem Motto Wer nicht arbeitet soll auch nicht essen. Und man wandte und wendet dieses Motto gnadenlos an. Unser Sozialsystem wurde völlig umgestaltet und die Leidtragenden waren und sind die arbeitenden Menschen. Heuern und Feuern entwickelte sich zum großen Hit. Löhne wurden gesenkt, die Basis von Statistiken geändert, so das immer ein rosarotes Bild von diesem Land gezeichnet werden konnte.
Upps, gab es das nicht schon zu DDR-Zeiten? Sagten uns unsere Zeitungen, unsere Regierung nicht tagtäglich, dass wir die Besten und Größten aller DDRs waren? Der einzige Unterschied war, dass wir es damals nicht glaubten. Heute schon. Heute ist das damalige NEUE DEUTSCHLAND die BILD. Viele hängen an ihren Schlagzeilen und nehmen das, was dort geschrieben steht, für bare Münze.
Die Alterspyramide wurde erfunden und eine Rentenangst geschürt. Wir benötigen viele, viele neue Arbeitskräfte, damit wir die Alten ernähren können. Ich bin der Lügen leid. Wo wären denn die dazugehörigen Arbeitsplätze? Außerdem wurde die immer höhere Arbeitsproduktivität völlig außen vor gelassen. Es wird immer so getan, als ob wir noch in Manufakturen arbeiten würden. Diese Lüge ist aber sehr erfolgreich, vor allem im Osten.
Der neueste Hit, ist die Fachkräfte-Lüge. Es mag ja sein, dass es in dieser oder jener Nische keine Leute gibt, die diese 100% ausfüllen können. Keiner kann das erwarten, dass jeder immer genau zu den Anforderungen eines Arbeitsplatzes passt. Aber sag mir niemand, dass unter den Millionen von Langzeitarbeitslosen und Teilzeitarbeitern nur dumme Leute sind und keine Fachkräfte. Der- oder diejenigen würden lügen.
Aber es wurde uns suggeriert, dass wir nun endlich nach der kommunistischen Diktatur uns verwirklichen könnten. Wir würden nicht mehr gegängelt mit geplanten Lehrstellen und Studienplätzen. Was haben wir bekommen? Kinder, die überhaupt keine Lehrstellen erhalten, geschweige denn, das lernen können, was sie so gern möchten. Ausrede: Sie wären nicht ausbildungsfähig. Also gab man den Menschen erst gar keine Chance ihr Können und ihr Enthusiasmus zu beweisen. Warum auch. Ausbildung kostet Geld und geht vom erwirtschafteten Profit ab. Und wir anderen? Studierte Leute endeten an stundenweise an Supermarktkassen. Selbstverwirklichung? Bessere Möglichkeiten als in der DDR?
Wir haben Konsum erhalten. Endlosen Konsum ... Die Werbung hämmert uns ein, dass wir konsumieren, konsumieren und konsumieren müssen. Mit anderen Worten: Wachstum, Wachstum, Wachstum. Soweit man Geld hat, gehört man dazu. Alle anderen haben halt Pecht gehabt und sind selbst dran schuld, dass sie keins haben. Waren nicht optimiert genug, haben sich nicht so positiv dargestellt, sich nicht selbst gecoucht, sind nicht dünn genug, nicht hübsch genug, sind nicht blond und blauäugig oder wie auch immer. Jeder ist seines Glückes Schmied ist das neue Motto. Als ob Frau von der Leyen eine Schmiedin gewesen wäre oder unsere Mutter der Nation.
Grenzenloses Wachstum auf einer begrenzten Erde. Das ist unsere Errungenschaft. Mach die Mode mit, kaufe heute im Landhausstil, morgen ultramodern, übermorgen (also im 3. Jahr) wieder konservativ. Heute die Sixties, morgen die Nineties und übermorgen wieder etwas anderes. Mach alles mit. Kaufe! Und viele von uns konsumieren grenzenlos. Sie lassen sich jedes Jahr ein neues Smartphone einreden, ob sie es brauchen oder nicht, aber man will ja z.B. zu den Apple-Jüngern gehören. Einkaufen wird uns leicht und leichter gemacht und wer nicht bezahlen kann, nimmt eben einen Kredit auf, bis das Kartenhaus zusammenfällt.
Viele von uns haben in den 25 Jahren gelernt, in die Schuldenfalle zu tappen. Die Dollarzeichen in den Augen waren größer als der Verstand. Geld muss arbeiten, heißt das Motto. Als ob Geld arbeiten könnte. Nur wenn Werte wirklich erarbeitet werden, Dinge hergestellt werden, nur dann entsteht etwas Neues. Geld aus Geld zu generieren ... wozu soll das gut sein? Das geht solange gut, bis alles zusammenbricht. Aber wozu sollten wir nachdenken, wenn das die Werbeindustrie für uns erledigt.
Europas Kartenhaus ist gerade zusammengefallen und man kann es nicht mehr aufbauen.
Die versprochenen blühenden Landschaften sind nur in sehr kleinem Umfang im Osten entstanden. Die Städte sind schöner geworden - ohne Zweifel. Man schaue aber bitte nicht an manche Peripherie. Dort verfallen Häuserschönheiten immer mehr. Aber was schert das dem Geldadel. Erst wenn die Gentrifizierer aufmerksam auf ein Jugendstilhaus werden und das wiederum dort steht, wo andere Jugendstilhäuser stehen, nur dann "blüht" das Stadtviertel auf. Es wird auf einmal "in" und die Bewohner dort verjagdt. Man kann die Wohnungen - luxussaniert - dann zwar nicht mehr bezahlen, aber wer will schon eingesessene Einwohner in seinen Wohnungen haben.
Was haben uns die 25 Jahre nach der Vereinigung gebracht? Ein Leben auf der Abwärtsspur. Okay, das Leben wird uns mit billiger Schokolade, jeden Tag Tomaten und fast alle Tage im Jahr Erdbeeren, immer Bananen sowie Lebensmittel mit immer mehr Zusatzstoffen versüßt. Man kann sich billig einkleiden, von Näherinnen zusammengeschustert, die von ihrem Lohn kaum oder nicht überleben können, die irgendwo in Fernost sitzen. Und das ist das, was wofür wir demonstrierten?
Kultur z.B. ist kaum bezahlbar. Unser Konzertsaal, das Gewandhaus, wird für viele, dem Haus nicht angemessene, Veranstaltungen genutzt. Varietès z.B. gastieren darin. Das Haus muss Geld verdienen. Ich würde z.B. gern mal wieder in ein Konzert gehen. Aber von dem Geld, was Karten kosten, kann ich mindestens 2 Wochen leben.
Die Krankenhäuser müssen Geld verdienen. Krankenhäuser! Ärzte müssen Geld verdienen. Ärzte! Ist es da noch verwunderlich, dass man keinem Krankenhaus und keinem Arzt mehr wirklich trauen kann? Ist die Behandlung wirklich notwendig oder bringt sie nur mehr Geld ein? Was nützt mir z.B. eine topmoderne Arztpraxis, wenn der Arzt nur noch an die Ratenzahlungen denken muss und mir deshalb irgendetwas aufschwatzen will, was eigentlich sinnlos ist, aber Geld in die Kassen bringt?
Geiz ist geil wird uns als Negativ-Motto untergeschoben. Nur, das nötige Kleingeld, um beim Biobauern z.B. kaufen zu können, wird weiten Teilen der Bevölkerung vorenthalten. Diese müssen sich dann aber jeden Tag Vorwürfe anhören, dass sie dran schuld seien, dass es eine industrielle Landwirtschaft gäbe, weil sie nur billig einkaufen wollten. So wird Ursache und Wirkung verdreht und jeder haftbar für alles gemacht, ob er die Sache nun beeinflussen kann oder nicht.
Ein Viertejahrhundert wieder Deutschland.
Deutschland als Gesamtheit hat das nicht gut getan. Wir sind die Oberlehrer von Europa geworden und sind gerade dabei es nachhaltig zu zerstören. Die Nachfahren von Brand und Kohl (mag er gewesen sein, wie er will) verschleudern das europäische Erbe aus Kleingeistigkeit, Buchhaltertum, Spießigkeit oder Unternehmerhörigkeit. Wir sind wieder wer! Europa muss Deutsch sprechen! Davon bekommen gewissen Kreise feuchte Unterhosen.
Und Ost und West? Genau genommen, sind wir keineswegs eins. Manches Mal scheint es nur so, weil viele Ostdeutsche sich assimiliert haben und ihre kulturellen Eigenarten verleugnen. Es gibt in Sachsen z.B. keinen Zwetschgenkuchen, sondern immer nur Pflaumenkuchen. Es gibt hier in Sachsen keine Zwetschgen, sondern Hauspflaumen. Es gibt hier keine Berliner, sondern Pfannkuchen. Bienenstich ist eigentlich in Sachsen etwas völlig anderes, als was jetzt als Bienenstich angeboten wird. Schweinehack ist Gehacktes und Rinderhack Geschabtes. So heißt es bei uns. Frage mal jemand beim Fleischer danach, der jetzt immer nur Metzger heißt oder eine Backwarenverkäuferin, die so jung daher kommt. Nein, wir müssen süddeutsche Begriffe verwenden. Warum machen wir das mit? Wir haben unsere Lebensmittel nicht mehr. Es gibt unsere Wurstsorten nicht mehr und die so tun, als ob, sind nur noch ein schwacher Abklatsch dessen. Es gibt nur eingeebneten Einheitsbrei. Wir sind dem westdeutschen Kapital Untertan geworden.
Freiheit?
Okay, ich kann mich ganz öffentlich über Mama Merkel lustig machen. Das ist gut so. Ich kann mich an Volksbegehren beteiligen. Na und? Interssieren tut das niemanden. Da können Tausende, Millionen irgendetwas Sinnvolles begehren. Unsere Abgeordneten haben ein dickes Fell. Es interessiert nicht! Unsere gewählten Abgeordneten haben eine Regierungsmannschaft gebildet, deren Interessen nicht mehr dem Volk dienen, sondern nur einer kleiner Schicht. Es nützt nichts, wenn alles Volk gegen etwas ist, man macht es trotzdem.
Was ist so eine Freiheit wert? Sie ist auch nur eine Diktatur, die aber versteckt daher kommt, die nicht sagt, dass sie eine Diktatur ist, die Kreuzchen machen lässt und das als Nonplusultra der Freiheit hinstellt.
Demokratie?
Soll Kreuzchenmachen Demokratie sein? Jeder der durch unser Kreuzchen an die Macht kommt, schert sich einen Dreck darum, welche Interessen er eigentlich zu vertreten hätte. Das Grundgesetz - was hartnäckig immer wieder als Verfassung tituliert wird - ist nur ein Fetzen Papier oder ein paar nichtsagende Binärcodes. Wer hält sich eigentlich noch daran, der auf es geschworen hat?
Und das sollte eine Revolution gewesen sein? 1989? Revolutionen bringen eine Gesellschaft eigentlich nach vorn. Hat sie das? Ist es nicht eher so, dass sie uns einen Rückschritt gebracht hat, vom Mitbesitzer zum Enteigneten?
Sollen wir nun darauf anstoßen? Auf unsere Enteignung? Auf unsere Zwangsarbeiterschaft? Auf unsere Lohnknechtschaft? Auf unsere Zinsknechtschaft? Und nur weil wir alles kaufen können, was wir wollen, falls wir das nötige Kleingeld dafür haben? Reicht das? Ist Kaufrausch die neue Freiheit? Ist das alles im Leben?
Okay, wer sich zu den Gewinner von was auch immer zählt, mache das. Ich nicht.


Dieser Beitrag wurde 1 mal bearbeitet, zum letzten Mal von prospero: 04.10.2015 09:03.



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20.11.2015 ~ 07:47 Uhr ~ prospero schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 798200
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Trauer für die Opfer von Paris
Ich will die Anschläge nicht relativieren. Die waren schlimm und menschenverachtend. Aber was ist mit den vielen Opfern, die weltweit durch die Angriffs- und Rohstoffkriege der westlichen Welt ums Leben kommen? Hat jemand in der westlichen Welt getrauert getragen, als der deutsche Luftwaffen-Oberst paar hundert Kinder durch einen Bombenangriff in Afghanistan töten ließ? Was ist mit den vielen Toten im amerikanischen Drohnenkrieg?
Was ist mit den Menschen, die täglich durch Hunger ums Leben kommen, weil gewissenlose Börsenzocker mit Nahrungsmitteln spekulieren und wir lieber unseren Getreideschrott in die Länder schaffen, statt eine funktionierende Landwirtschaft entstehen zu lassen und unbedingt Bio-Diesel verbrennen? Aller 5 Sekunden stirbt dadurch ein Kind unter 12 Jahren an Hunger. Aller 5 Sekunden! Wenn für uns ein Tag zur Neige geht, haben wir ca. 17.000 Menschenleben auf dem Gewissen (24 x 60 = 1440 x 60 = 86.400 : 5 = 17.280).
Was war mit den Näherinnen in Bangladesh, die nicht nur unter unmenschlichen Bedingungen unsere billige Kleidung nähen mussten, sondern auch noch wegen fehlender Brandschutzmaßnahmen elendig in den Fabrikgebäuden verbranten? Haben wir da auch getrauert? Mitnichten! Da ist bissl diskutiert worden, die Ausbeuterfirmen gelobten Besserung und alles geht seinen Gang weiter. Noch immer stürzen Fabrikgebäude ein, Frauen sterben an Unterleibsentzüngen, weil es ihnen verboten ist, zur Arbeitszeit die Toilette aufzusuchen. An jedem scheiß Produkt, das wir in der westlichen Welt in den Pfoten halten, klebt Blut.
Trug jemand Trauer, als eine amerikanische Hubschrauberbesatzung in eine unbewaffnete Menschenmenge im Irak schoss? Wer sich nicht mehr daran erinnern kann, findet HIER das Video dazu. Ich sah keine Proteste auf den Straßen. Keine Lichterketten und ich hörte auch keine Solidaritätsbekundungen mit den Opfern.
Das Massaker von Odessa, als 50 Menschen lebendigen Leibes verbranten. Trug da jemand Trauer? Das war den Medien gerade mal eine Randnotiz wert. Bei all diesen Schweinereien gucken wir nur zu und lassen es geschehen, als wären das unumstößliche Naturgesetze. Im Grunde gehören wir alle vor ein Kriegsverbrechertribunal.
Allen, die jetzt unbedingt trauern, weil sie ihrer Trauer über die Opfer von Paris Ausdruck verleihen wollen, sage ich: Wenn Ihr Trauer tragt, dann tragt sie für ALLE Opfer von Gewalt, Terror und Krieg und nicht nur für die eigenen Opfer. Denn das ist nicht nur scheinheilig, sondern zugleich ebenso menschenverachtend wie alles andere, was mit Gewalt, Krieg und Terror zu tun hat. Wer es wirklich ehrlich meint, der muss jeden Tag trauern für ALLE Opfer.



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28.06.2016 ~ 13:23 Uhr ~ prospero schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 833793
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Wie kann man sich eine Deutschland-Fahne an sein Auto hängen, während die Bundesregierung ALG2 verschärfen, die Video-Überwachung ausweiten, Bürgerrechte abbauen, Waffen in Diktaturen liefern, widerspruchslos US-imperialistische Befehle befolgen und weiterhin primär Politik für die Reichen und Vermögenden und gegen die Bevölkerung machen will?
Wie kann man stolz auf ein Land sein, in dem man zufällig geboren wurde?
Wie kann man sich eine deutsche Nationalflagge an seinen Balkon hängen und an eine tief verbundene, zwischenmenschliche und vor allem deutsche Solidarität glauben, während der deutsche Alltag von Egoismus, Rücksichts– und Empathielosigkeit geprägt ist?
Ich verstehe das alles nicht. Kann mir das mal bitte jemand erklären.



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28.06.2016 ~ 13:45 Uhr ~ 61diddi schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 833802
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Zitat:
Ich verstehe das alles nicht. Kann mir das mal bitte jemand erklären.

Hi prospero,

ich kann das ebenso wenig verstehen.
Daher von mir einen Daumen hoch.
Mal sehen, wer sich noch anschließt.



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28.06.2016 ~ 13:59 Uhr ~ gastli schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 833804
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Ich schließe mich auch an und möchte das Zitat von Arthur Schopenhauer anfügen.

"Die wohlfeilste Art des Stolzes hingegen ist der Nationalstolz. Denn er verräth in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz seyn könnte, indem er sonst nicht zu Dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen theilt. Wer bedeutende persönliche Vorzüge besitzt, wird vielmehr die Fehler seiner eigenen Nation, da er sie beständig vor Augen hat, am deutlichsten erkennen. Aber jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz seyn könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu seyn."
- Arthur Schopenhauer, "Parerga und Paralipomena" -



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01.07.2016 ~ 12:03 Uhr ~ gastli schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 834215
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Die deutsche Sprache ist aber auch manchmal komisch.
Heute morgen hörte ich mal wieder das Wort Leistungsträger.
Es klingt ja nicht nur doof, es gibt auch gar keine Leistungsträger.
Diejenigen, die sich dafür halten oder dafür gehalten werden, sind lediglich Leistungsnehmer.
Das sind gar nicht mal sooo viele.
Ich sehe sie eher als Bandwürmer im Körper der Gesellschaft.
Alle anderen, also den Körper, den größten Teil der Gesellschaft, würde ich eher als Leistungsnehmerträger bezeichnen.



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04.10.2016 ~ 09:36 Uhr ~ gastli schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 848703
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»Weshalb hat das vom Westen jahrzehntelang erstrebte Absterben der Diktaturen von Politbürokratien nicht wie erhofft zu einem anhaltenden Aufblühen der Demokratie geführt? Warum wird, wo die östliche Unfreiheit besiegt ist, die eigene Freiheit abgebaut? Weshalb hat der sang- und klanglose Abgang des hochgerüsteten Militärbündnisses Warschauer Pakt, einst Hauptfeind der NATO, uns nicht eine traumhafte Friedensordnung beschert? Das Wettrüsten im Kalten Krieg hatte drei Billionen Dollar verschlungen - warum konnten die nunmehr eingesparten Mittel nicht den Lebensstandard und das Selbstwertgefühl der Dritten Welt aufrüsten und so dem Terrorismus den Boden entziehen? Weshalb ist nicht wenigstens zu Hause, was naheliegend gewesen wäre, nie gekannter Wohlstand ausgebrochen? Und warum zerfetzt es inzwischen gerade die Sozialdemokratie, wo sie sich doch eben noch im Kommunisten-Untergang gesonnt hat? Kurz: Warum kann der Sieger mit seinem Sieg nichts anfangen?«

- Daniela Dahn, »Wehe dem Sieger! - Ohne Osten kein Westen« -



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17.03.2017 ~ 15:36 Uhr ~ prospero schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 872764
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Man merkt was Bildungsmangel und Langeweile aus Menschen macht . Je weniger Erziehung und Vermittlung von Wissen und Wertvorstellungen, desto abgefuckter wird die Beschaffungskriminalität...und nicht mal mehr nur durch kleine labile Junkies ,die Omas für ein Smartphone töten , sondern einfach kleine Wohlstandszöglinge die sich mal groß fühlen wollen und schnelles Cash brauchen . Dieses Land hat sich schon längst abgeschafft und das wird die nächsten Jahre nicht besser . Da wird sich an jeder Ecke verfickt , Kinder gezeugt und das ausgerechnet von denen mit der größten Hirnatrophobie und am besten mit einer fetten Drogenpsychose im Gepäck . Applaus ...das werden dann die nächsten labilen Persönchen die ihre Wut und Dummheit ausleben wie es ihnen passt . Und nein kein Blabla von wegen ooooch kein Geld und Opfer von Opfern...seinen Arsch in die Bibliothek bewegen kann jeder, Schulpflicht nachkommen auch ...keiner muss zu einem Menschenkarton mit Leerguthirn werden. Wenn die Kids von heute wissen wollen wie man sich Tinder runter lädt , machen sie sich auch ratzfatz schlau. Es sind einfach die falschen Prioritäten und Werte ...nix schafft mehr Asis und sinnlose dumme Gewalt als ein niedriger Bildungsstand...denn der führt zwangsläufig dazu unter seinen Möglichkeiten zu bleiben und dann kommt wieder der große Neid und die Perversion menschlicher Missgunst an fremden Hab und Gut. Wir brauchen keine Veganen Bärlauchpropheten und keine Hobbydemonstranten, wir brauchen Menschen die bei sich in ihrer kleinen Komfortzone anfangen ! Und alle die sooo schimpfen ...macht vom Recht Gebrauch euch zu informieren , zu hinterfragen , zu lernen , sich selbst zu ändern und nicht andere.



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27.03.2017 ~ 12:58 Uhr ~ prospero schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 873810
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Die AfD und der Faschismus

Die 14. Merkmale des Ur-Faschismus aufgestellt von Umberto Eco "Vier moralische Schriften" 1999. Angewendet auf die AfD.

https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&...BSm8Rm550943TxA

01. Kult der Überlieferung – Es kann keinen Fortschritt des Wissens geben, "DIE" Wahrheit wurde schon offenbart und befindet sich im Besitz des jeweiligen Führers und seiner Gefolgsleute.

Immer wieder hört man von AfD-AnhängerInnen, dass sie die AfD unterstützen, weil diese "DIE" Wahrheit sprechen würde, während ein Großteil der Welt ansonsten nur Lügen verbreite, mit dem Ziel, die AfD schlecht zu machen. Die Antwort auf die Frage, warum Leute wie Höcke/Gauland/Petri so gut für die AfD seien, wird nicht selten damit beantwortet, dass sie einfach die Wahrheit in Person seien. Viele sind sogar der Meinung, dass sie der Inbegriff "DER" Wahrheit sind. Um diese Wahrheit auch in Zukunft verbreiten zu können, schrecken AfD-Fans auch nicht davor zurück, ihre Kinder systematisch zu indoktrinieren, damit sich ja kein kritisches Denken entwickeln kann.

02. Ablehnung der Morderne – Dieser Traditionalismus führt zur Ablehnung der Moderne, da er als Bedrohung für die eigene Kultur wahrgenommen wird.

In der AfD steht dafür, dass die Evolutionstheorie aus den gymnasialen Lehrplänen gestrichen wird. Nur ein Beispiel unter vielen, das aufzeigt, wo sich die AfD bildungstechnisch im 21. Jahrhundert positionieren will.

03. Irrationalismus – "Aktion um der Aktion willen" – das heißt, dass gehandelt wird ohne nachzudenken. Denn denken impliziert immer eine differenzierte Herangehensweise und Abwägung verschiedener Positionen, was dem Irrationalismus aber fremd ist.

AfD-Kritiker werden per se als Terroristen gebrandmarkt. Ganz einfach.

04. Fehlende Kritikfähigkeit – Andersgläubige und Dissidenten werden gehasst und verfolgt, da sie in den Augen des Ur-Faschismus, die eigenen Ziele und Werte verraten. Wer kritisch denkt, kann selbstständig Entscheidungen treffen und vermehrt sein Wissen, doch genau das will der Ur-Faschismus nicht. Die Leute sollen denken, was man ihnen zu denken gibt. Ansonsten sollen sie dumm gehalten werden. Denn Dumme sind leicht zu kontrollieren.

Ich denke, dass man hierzu keine große Erklärung mit Sicht auf die Lage in der AfD schreiben muss. Augenzwinkern

05. Faschismus wächst und sucht Konsens – Die Angst vor dem Fremden, der die eigene Wahrheit in Frage stellen könnte. Dabei gehen Angriffe besonders gegen die sogenannten geistigen "Eindringlinge", auch bekannt als "Zersetzer". Alle Faschismen sind rassistisch.

Wenn in der AfD ein Unheil passiert, sind laut AfD und Fans, immer die Kommunisten, Zionisten, "Gutmenschen" schuld, die nichts besseres zu tun haben, als die AfD zu spalten. Ihr ganzes Dasein ist für AfD nur ein Beweis dafür, dass es sich lohnt, dauernd im Kriegszustand zu sein. Denn wer ihrer Wahrheit widerspricht, muss ja schließlich etwas böses im Schilde führen. Blut- und Boden-Ideologie gehört da schon fast zum guten Ton.

06. Faschismus entspringt gesellschaftlicher, massenhaft geteilter individueller Frustration?

Wenn AfD und ihre AnhängerInnen eines sein können, dann beleidigt. Sie drückt den Schmerz ihrer WählerInnen täglich aus, die sich durch die Welt gedemütigt fühlen und stets die Opfer aller Verschwörungen dieses Planeten sind.

07. Nationalismus – Wer selber keine soziale Identität hat und sich dieser beraubt fühlt, dem gibt der Ur-Faschismus als einziges Privileg das häufigste: Die Herkunft. Das ist der Ursprung des Nationalismus.

Glücklich derjenige, der sich als Deutscher bezeichnet ist ein Leitsatz, den die AfD gerne benutzt. Ultra-Nationalismus ist Alltag in der AfD und, in der Rhetorik vieler AfD-Mitglieder und AnhängerInnen nicht negativ behaftet.

08. Verfolgungswahn

Siehe Punkt 5

09. Kampf als Selbstzweck – Es gibt keinen Kampf ums Überleben, sondern nur ein Leben für den Kampf

Wahlsprüche von AfD-PolitikerInnen zeugen von einem Leben für den Kampf. Die AfD sich sich als Opfer von Dauerangriffen. Es könnte ja ihre Wahrheit in Frage gestellt werden.

10. Elitedenken – Man ist in bester historischer Gesellschaft

Natürlich fühlen sich bei der AfD viele als Auserwählte (Wir sind das Volk)

11. Erziehung zum Heldentum – Heroismus als Norm, Todeskult.

12. Machismo – Ein permanenter Krieg oder die Heldenverehrung sind mitunter schwierig, daher braucht es noch einen anderen Weg um Macht und Überlegenheit auszudrücken. Dieser Weg überträgt das Ganze auf das sexuelle Gebiet.

Immer wieder kann man besonders von weiblichen AfD-Anhängerinnen hören, dass sie alles tun würden für ihre Führer und dass sie diese als attraktivsten Menschen wahrnehmen.

13. Populismus – Der Führer wirft sich zum Interpreten des Volkswillen auf. Führer und Volk inszenieren sich als untrennbare Einheit – eine theatralische Fiktion.?

Kein Kommentar. (Einfach einmal eine AfD Veranstaltung besuchen)

14. Newspeak – "Newspeak" stammt aus dem Roman 1984 von George Orwell und ist eine aus politische Gründen vereinfachte Form der Sprache.

Unter AfD-Fans reichen ein paar Fakes dafür schon aus.

Fazit:

AfD = faschistisch.

Mit antifaschistischen Grüßen
prospero



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12.06.2017 ~ 07:26 Uhr ~ prospero schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 882972
gelesener Beitrag - ID 882972


„Den Menschen in Deutschland ging es noch nie so gut. […] Gleichzeitig warnte sie vor Meinungsverfälschung im Internet.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel. Tagesspiegel.de vom 23. November 2016

Ich lege dann gleich mal los, mit den Meinungsverfälschungen !

„In Deutschland leben mehr als 330.000 Menschen auf der Straße.“
(deutschlandfunk.de vom 5. Dezember 2016)

„Mehr als 10.000 Selbsttötungen pro Jahr.“
(wdr.de vom 19. Juli 2016)

„Jedes sechste Kind in Deutschland lebt in Armut. Das sind mehr als 2,5 Millionen Kinder.“
(kinder-armut.de)

„Mehr als 850.000 Menschen haben Zeitarbeitsverträge. In Deutschland befinden sich 6.694 Hauptsitze und 4.524 Niederlassungen von Zeitarbeitsunternehmen.“
(statista.com)

„Jeder 5. Suizid bedingt durch Arbeitslosigkeit.“
(hartziv.org vom 16. Juni 2016)

„40 Prozent der Deutschen, sind Opfer der Agenda 2010.“
(Oskar Lafontaine auf den Nachdenkseiten am 15. Mai 2017)

„Im April 2017 ist die Inflationsrate (Geldentwertung, Teuerungsrate) um rund 2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen.“
(statista.com)



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10.07.2017 ~ 16:35 Uhr ~ prospero schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 885498
gelesener Beitrag - ID 885498


Es gibt so Mitbürger, die finden es sehr angemessen, jemanden an den Pranger zu binden und mit faulem Obst zu bewerfen. Permanent und ohne Unterlaß. Und können nicht verstehen, wenn die sich aus dem Pranger befreien wollen und wenn sie es tun, das Zeug zurück werfen. Da haben die empathielosen soziopathischen Schreibtischdemagogen in ihrer eigenen menschenverachtenden Weltsicht Nerven gelassen und Gift und Galle gespuckt und es doch nicht geschafft, ein ganzes Volk in den kollektiven Selbstmord zu treiben. Obwohl sie davon überzeugt sind, tief im Inneren, daß es die bessere Lösung gewesen wäre.
Ja, und es war ein Fehler der Schröder-Bagage, Deutschland in ein Billiglohnland zu katapultieren und auf den Export, vor allem von Waffen, zu setzen. Das hat die Welt selbstverständlich nicht besser gemacht. Und ja, das wird sich schon bald rächen. Sagt aber keiner: Mein Fehler. Die können nur noch hoffen, daß die Deutschen das nach wie vor in der Breite nicht erkennen. Egal, was in der Zukunft so ab morgen passiert: klar fällt das Egale auch auf die Deutschen zurück. Es ist leider tatsächlich nicht die Zeit für Rockn Roll in der Politik. Vielleicht noch nicht. Die Deutschen werden ja eventuell auch noch lernen, sich irgendwann mal um sich selber kümmern zu können.
Hoffnungslos bin ich da nicht. Denn ein Europa der Menschen halte ich für durchaus möglich. Wenn ich ehrlich bin, hatte ich diese Hoffnung angesichts der Übermacht der Technokraten und Xenophoben schon längere Zeit aufgegeben. DIE Griechen sind Menschen. DIE Russen ebenso. Wie DIE Deutschen, DIE Amerikaner und DIE Ausländer ... Wohin sie sich entwickeln, die Menschen, liegt an jedem von uns. Blöd ist, da muß ich noch selbst eine ganze große Menge an mir arbeiten. Und ich bin ein Nichts. Na, man kann es ja mal versuchen ...
Alles Liebe für Euch und die Welt!



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16.09.2017 ~ 06:10 Uhr ~ prospero schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 890479
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Rechtsextreme AfD-Größen leben davon sich als Opfer zu inszenieren. Sie gaukeln ihren Mut als angebliche Tabubrecher vor und ergehen sich in Verschwörungstheorien, wenn eine Zeitung oder Internet-Plattform mal nicht ihre Hetze veröffentlichen will.
Von der „linksgrün-versifften Systempresse durchgesetzte Zensur“ schnauben sie dann unter Krokodiltränen. Man wird doch wohl noch sagen dürfen.
So erklärt sich ein Teil des AfD-Erfolges. Einige Wirrköpfe halten es für besonders mutig in der Öffentlichkeit gegen Schwule, Schwarze, gegen Juden und Muslime zu poltern.
Dieser Erfolg ist umso ärgerlicher, als in der veröffentlichten Meinung die AfD-Themen extrem überproportional vorkommen.
Flüchtlinge, Ausländer, Asylanten lautet das Thema jeder zweiten Talkshow, in der inzwischen auch immer mit großer Selbstverständlichkeit ein AfD-Epigone für seine braune Truppe werben kann.
Im einzigen Merkel-Schulz-TV-Duell nahmen AfD-Themen die halbe Sendezeit ein, während Sozialpolitik und Bildung gar nicht angesprochen wurden.
Wäre es nicht vielleicht besser die AfD-Knalltüten ungehindert plappern und sich selbst entlarven zu lassen?
Sollen sie sich doch durch tumben Rassismus selbst entlarven.

Man kann aber auch die gegenteilige Position vertreten.
Demnach wäre der § 130 BGB noch viel zu schwach, weil die Storchs, Bernd Höckes, Gaulands, Poggenburgs, Frohnmaiers noch frei rumlaufen und zur Wahl stehen.
Ich neige inzwischen eher zu dieser Sichtweise und meine völkische Hetzer gehören in den Knast, weil sie die Hemmschwelle zur Gewalt bei so vielenn Menschen runtersetzen.



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25.09.2017 ~ 12:39 Uhr ~ prospero schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 891232
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ABGESANG
Es ist so kalt geworden
in diesem dumpfen Land.
Die ewig lauten Horden
rauben uns noch den Verstand.

Die Dichter sind verschollen
und schweigen lieber still.
Vergessen das Wir-Wollen,
geblieben das Ich-Will.

Die fetten feisten Herren
zerbeißen Muttis Brust.
Wer kann sich da noch wehren,
da vergeht doch jede Lust.

Die Messer an den Schläfen
(des Geldes und des Neids)
führ´n uns zu den Häfen
des Hasses und des Streits.

Als wär´n wir nie geboren.
Ach, armes deutsches Land.
Wir haben dich verloren
und nie richtig gekannt.

Wie kann man nur so schlafen
so finster, bitter, fest.
Als würd´ man uns bestrafen,
weil uns nichts hoffen läßt.

Wir wollten so viel feiern
und lachen und uns freu´n.
Jetzt werfen wir mit Eiern
und können nichts verzeihn.

Wir sprechen tausend Sprachen,
doch keiner hört mehr zu.
Die Müden und die Schwachen
erflehn klagend ihre Ruh´.

Erstickt in leeren Worten,
in falschem Schein und Tand.
Sie rufen dich und morden
dich damit, verkalktes Land.

Und gäb´ es tausend Tränen,
sie reichten nicht mehr aus.
Der Denker tiefes Sehnen
treibt sie weit hinaus.

Wir dürfen nicht mehr schlafen!
Denn du schläfst schon zu tief
im Stumpfsinn, den wir trafen -
im tiefen deutschen Mief.

(c) hähle



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holgersheim   holgersheim ist männlich Zeige holgersheim auf Karte FT-Nutzer
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05.10.2017 ~ 08:24 Uhr ~ holgersheim schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 892199
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Gedanken einer Mutter äußerlich nicht deutscher Kinder zum Ergebnis der AfD

Die Sächsische Schweiz

Dass es in Deutschland Orte gibt, an die man nicht geht, wenn man scheinbar kein Deutscher ist, dass wusste ich schon länger. Spätestens, seit damals, als ich im Pizzaladen um die Ecke arbeitete und die dortige Bäckerin rief: „Hey, guckt mal der Schwarze (sie sagte ein anderes Wort) da draußen. Holt den mal rein, ich wollte schon immer einen dressierten Affen, der mir mein Bier bringt.“ Sie fuhr am nächsten Tag in den Urlaub – in die Sächsische Schweiz. Diese Sächsische Schweiz, in der die AfD gestern 35,5% der Stimmen bekam, die, wie vielen bekannt ist, schon lange eine Hochburg der Rechten in Deutschland ist. In diese Sächsische Schweiz fuhr die Rassistin, die für ihren Spruch Gelächter bekam, zusammen mit Freunden in einem auffälligen BMW, der vor Nazi-Symbolik triefend unbehelligt vor unserer Leipziger Haustür parkte.

Die Sächsische Schweiz ist der Ort, wo ich schon damals mit meinem aus Mosambik stammenden Partner und unserer gemeinsamen Tochter wohl nicht in den Urlaub gefahren wäre. Was ich als gar nicht weiter betrauernswert empfand, dass es eben Berge gibt, die ich nur auf Fotos sehen werde. Fotos zum Beispiel von Facebook-Freunden, die romantische Bergpanorama Bilder posten und die Beflaggung an den Häusern der Dörfer unkommentiert wehen lassen. Ebenso, wie ich den Spruch der Pizzabäckerin. Was soll das schon bringen? Die sind halt dumm, lasse reden.

Das war vor fünf Jahren. Wir leben nicht mehr in Leipzig, auch, weil der latente Rassismus uns zu zermürben drohte. Weil wir es nicht mehr hören konnten, wenn Menschen im Zoo sagten: „Schau, da ist einer aus dem Affenhaus abgehauen.“ Weil wir uns nicht mehr zwei Mal überlegen wollten, ob man Abends wirklich noch mal auf die Straße will, ob man wirklich ein sprichwörtliches Fass aufmachen muss, wenn ein Kind aus dem Kindergarten das eigene Kind als „Kaka“ bezeichnet und die Mutter lacht, ob man sich wirklich ärgern will, wenn die Nachbarn tuscheln: „Seit die Schwarze hier wohnt, spielen die Kinder viel lauter.“, ob man sich wirklich als „stinkend“ bezeichnen lassen möchte.

Unter anderem all das haben wir stillschweigend hingenommen, haben unsere Sachen gepackt und sind weg aus Sachsen, wo die AfD gestern stärkste Kraft geworden ist, nach Potsdam, doch die braune Soße ist uns hinterher geflossen.

Zugegeben, es hat gedauert, aber nun gibt es auch hier Orte, an die wir nicht gehen wollen. Menschen, denen wir nicht begegnen wollen. Es gab sie schon immer, einige wenige. Kaum sichtbar, nur für die, die sich ihnen in den Weg stellen, durch Taten oder durch die äußere Erscheinung. Doch nun werden sie mehr und davor habe ich Angst.

Ich möchte meinem Kind nicht erklären müssen, warum die Leute ständig ihre Haare anfassen wollen, warum andere Kinder über sie lachen, nur weil sie da ist, warum man sie im Schwimmunterricht mehrfach fragt, ob sie wirklich schwimmen könne, bevor man sie ins Wasser lässt, warum die Menschen sie immerzu fragen, woher sie kommt.

Ich möchte nicht mit ansehen müssen, wie eine Partei die rote Linie durch ständiges Übertreten immer mehr in die Mitte schiebt, immer ein Stück weiter, immer noch ein bisschen krasser. Ich möchte nicht ertragen müssen, dass Rassismus wieder salonfähig wird.

Ich weiß, dass er es schon längst geworden ist. Ich weiß, dass man als äußerlich Deutscher davon kaum etwas spürt, den Kopf über einen Gauland schüttelt und den Fernseher abstellt, abharkt, weiter macht. Ich weiß aber auch, wozu das führt.

Damals, vor fünf Jahren, nahm ich meine Pizza-Bestellung und trug sie zum Auto, schüttelte den Kopf über den dressierten Affen und versuchte, das zu vergessen. Heute fühle ich mich, als hätte ich meine Familie verraten, weil ich nicht schon damals etwas sagte, etwas tat.

Ich möchte nicht in einer Welt leben, in der es Orte gibt, an die ich nicht gehen darf. In der ein kleines Kind ein Aggressor ist, ein Ding, das man anfassen und bestaunen kann. Das in den Mathe-Nachhilfeunterricht für Dyskalkulieverdacht geschickt wird, in dem sich sämtliche äußerlich nicht deutsche Kinder der Klassenstufe treffen.

Ich möchte nicht in einer Welt leben, in der ich auf offener Straße gefragt werde, ob sich mein Schwarzer (wieder ein anderes Wort) fröhlich das Visum ervögelt hat und nun in Saus und Braus auf Staatskosten lebt, wenn ich mit meinen Kindern ohne ihn unterwegs bin. Wenn er doch mitkommt, ist er übrigens ein arbeitsloser Schmarotzer, der unsere Deutschen Frauen stiehlt. Als ob Frauen nicht mündig wären selbst zu entscheiden, an wen sie sich binden, aber das macht ein anderes Fass auf.

Ich habe Angst vor der AfD, vor dem Menschenbild, das diese Partei schürt, vor dem Feuer, dass sie legt. Angst, weniger um meinet Willen, als für meine Kinder, die einen Hass zu spüren bekommen, den sie nicht verstehen können. Den ich nicht verstehen will.

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11.10.2017 ~ 08:37 Uhr ~ gastli schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 892801
gelesener Beitrag - ID 892801


Erinnert ihr euch noch, als DIE LINKE in den Bundestag ihren größten Erfolg feierte?
Im Jahr 2009 mit rund 12 Prozent?
Wie sich Union und SPD dann aufgrund des Wahlerfolges der LINKEN sofort drangesetzt haben und haufenweise soziale Gesetze durchsetzten?
Weil der Wähler dies ja offensichtlich einfordert?
Wie jetzt?
Ihr erinnert euch nicht daran?
Und ja, ihr habt recht.
Das gab es nicht. Stattdessen sind CDU/CSU/SPD/FDP/GRÜNE sogar gegen DIE LINKE zusammengerückt, um weiterhin rechte Politik durchsetzen zu können.

Aber jetzt, wenn die AfD mal 12 Prozent holt, atmen sie alle, die CDU, die CSU, die SPD, die FDP und die GRÜNEN, erleichtert auf und übernehmen sofort deren Forderungen.
Drum merke:
Aus Protest rechts zu wählen, ist im Kapitalismus kein Protest, sondern das Eingeständnis von fehlender Intelligenz.



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26.12.2017 ~ 13:47 Uhr ~ Käptn Blaubär schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 901281
gelesener Beitrag - ID 901281


Eben wieder gelesen: “Geburtstag des Heilands”. Nein, nein und nochmal nein. Es gibt keinen “Geburtstag des Heilands”. Es gibt auch keinen gottverdammten Heiland, aber darüber würde ich ja glatt noch mit mir reden lassen, wüssten diese Kniefälligen wenigstens, dass nicht einmal ihre spackigen Kirchen behaupten, ein “Heiland” habe “Geburtstag”.
Es ist Weihnachten, das ist das fucking Lichterfest, weil die gammeligen Tage wieder länger werden. Da wird die Sonnenwende gefeiert, ihr Pisaflüchtlinge. Warum man das auf den verkackten Vierundzwanzigsten verlegt hat, weiß der Geier. Vermutlich weil die behämmerte Mutter Katholisch zu doof ist auf die Uhr zu gucken. Sicher ist aber, dass sie wie immer ihre öden Zeremonien in die Zeit verlegt hat, wo früher die geilen Partys abgingen.
Bei mir zu Hause zum Beispiel haben sich Kelten mit Met und allem, in dem sie mehr Alkohol konzentrieren konnten, fürchterlich die Kante gegeben und brennende Bäume die Hänge hinab gerollt. Dann haben sie alles gefickt, was nicht bei drei übern Deich war und zwischendurch ein paar wenig begeisterte Opfer live geröstet. War ja auch nicht alles Gold bei denen. Na ja, und dann kamen halt die Talare mit dem großen Spaßhammer und haben auch das noch auf besinnlich getrimmt.
Ja richtig, herrgottnochmal, sie lassen da jetzt die Geburt ihres unappetitlich Dahingeschiedenen feiern. Aber ist das ein Geburtstag? Behauptet irgendwer, die Schreinerbrut aus Galiläa sei am bepissten vierundzwanzigsten zwölften geboren? Nein, nein und dreimal nein! Und weil ihr das jetzt wisst, habt ihr vielleicht eine Ahnung, warum der Jubilar grundsätzlich nicht zum Fest erscheint – für den ihr eh nicht mit eingekauft habt, ihr Heuchler.
Feiert also getrost euch selbst, den Rettungsring, der jedes Jahr eindrucksvoller eure maroden Chassis umschmeichelt und geht mir nicht mit albernem Getue auf die Eier, verdammte Axt! Ich muss eh arbeiten.



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26.12.2017 ~ 18:18 Uhr ~ Aschemännl schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 901311
gelesener Beitrag - ID 901311


Zitat:
gastli hat am 11. Oktober 2017 um 08:37 Uhr folgendes geschrieben:
Aus Protest rechts zu wählen, ist im Kapitalismus kein Protest, sondern das Eingeständnis von fehlender Intelligenz.


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timabg
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27.12.2017 ~ 08:27 Uhr ~ timabg schreibt:
RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 901350
gelesener Beitrag - ID 901350


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gastli   Zeige gastli auf Karte FT-Nutzer
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01.01.2018 ~ 10:40 Uhr ~ gastli schreibt:
images/avatars/avatar-2026.jpg im Forum Thüringen seit: 03.12.2005
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 901800
gelesener Beitrag - ID 901800


Nachtrag zum Jahreswechsel.
Etwa 4,6 Milliarden mal raste die Erde mit einer mittleren Bahngeschwindigkeit von 29,78 km/s also rund 107.208 km/h seit ihrer Entstehung um die Sonne.
Die eben gerade erst aufgetauchten Menschen haben darauf nicht den geringsten Einfluss.
Sie sind völlig irrelevant.
Die Geschwindigkeit war vorgestern um 17.28 Uhr und gestern um 23.12 Uhr gleich.
Sie wird auch heute um 23.59 Uhr und übermorgen den ganzen Tag gleich bleiben.
Wie kann man nur so blöd sein, zu glauben heute oder morgen mache irgendeinen Unterschied?
Wir Menschen sind kosmisch irrelevant und völlig ohne Bedeutung.
Unsere Leben ändern sich nicht mit einem willkürlichen Datumswechsel.
[Innerhalb unserer eingeschränkten menschlichen Perspektive gibt es aber auch tatsächlich einschneidende Ereignisse.
Der 20. Januar 2017 war so ein Tag.
Weil an diesme Tag die verblödeten Amerikaner einem absoluten Komplettidioten, der zudem bösartig und impulsiv ist, die alleinige Verfügungsmacht über das weltgrößte Atomwaffenarsenal übergaben.]

Jahreswechsel ist kein Grund zum Feiern.
Ich würde einen Tag feiern, an dem die Kirchen ihre Selbstauflösung bekannt geben.
Auf meinem Datumsstempel die "7" auf "8" zu drehen interessiert mich hingegen gar nicht.



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01.01.2018 ~ 14:30 Uhr ~ Aschemännl schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 901825
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Treffen sich drei Planeten:

Sagt der erste: "Du siehst aber schlecht aus!"
Sagt der zweite: "Ja, ich habe Homo Sapiens."
Sagt der dritte: "Mach dir keine Sorgen, das hatte ich auch schon, das geht von alleine wieder weg."

großes Grinsen



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