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prospero   Zeige prospero auf Karte FT-Mitglied
183 geschriebene Beiträge
Wohnort: Berlin Reichstag



03.01.2015 ~ 07:06 Uhr ~ prospero schreibt:
FT-Nutzer seit: 03.09.2007
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 739209
gelesener Beitrag - ID 739209


Der Ami, also der Amerikaner, hat wohl mehr als ein Problem an der Backe.

Während sich die Bevölkerung um Lebensmittelmarken prügelt und Zuflucht in Gefängnissen sucht (hier darf noch geheizt werden), wird jeder frisch gedruckte $ –als lebenserhaltende Maßnahme – sofort wieder an einer Kriegsfront verbrannt.

Das hat Tradition, stärkt den Kampfgeist und ernährt die Waffenindustrie.
Mit der Kohle könnte man die USA abreißen und locker wieder menschenfreundlicher aufbauen. Aber, das wäre wohl zu einfach gedacht.
Wer investiert gerne in Menschen, die der Staat schon mit einer Polizeiarmee disziplinieren muss, damit sie nicht übermütig werden, wenn sie endgültig die Schnauze voll haben.

Jeder Bürger ein Staatsfeind.
Ohne dieser absonderlichen Logik könnten sämtliche Dienste in der Nase herumpopeln und sich vernünftigen Aufgaben widmen. Aber, das wäre wiederum zu einfach gedacht, weil sich Vernunft nicht vermarkten lässt.

Kameraschwenk zur BRD.
Während sich die Deutschen vor Hartz IV-Anträgen fürchten und Zuflucht bei Tafeln suchen, weil der Staat nicht mehr für Menschen investiert, wird jeder frisch gedruckte Euro sofort wieder...

Gut, bei uns wird noch kein Kind verhaftet, kein Jugendlicher aus reiner Notwehr erschossen... das macht man nicht... keine CSU würde niemals auf den Gedanken kommen, einem Asylanten sein Recht zu verweigern, vor seiner Ankunft im Mittelmeer absaufen zu dürfen.



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prospero   Zeige prospero auf Karte FT-Mitglied
183 geschriebene Beiträge
Wohnort: Berlin Reichstag



05.01.2015 ~ 09:49 Uhr ~ prospero schreibt:
FT-Nutzer seit: 03.09.2007
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 739834
gelesener Beitrag - ID 739834


Ich glaubte es.

Vor zehn Jahren glaubte ich tatsächlich daran, dass es mit der Einführung Hartz IV eine Entflechtung bürokratischer Strukturen geben werde, ja sogar daran, dass ich mit einem »meinem persönlichen Fallmanager« besser beraten/betreut wäre, um mit meinen beruflichen Fähigkeiten sowie einen beachtlichen Erfahrungsschatz wieder meinen Lebensunterhalt zu sichern, sprich: eine Anstellung zu finden.

Heute kann ich über meine eigene Naivität nur noch den Kopf schütteln, obwohl sie auch wohl aus der Tatsache resultiert, dass mir zu diesem Zeitpunkt nur öffentlich zugängige Begründungen aus den allgemeinen Medien zu Verfügung standen.
Parolen, Verschleierungen sowie Halbwahrheiten. Erst einige Zeit später, nachdem ich das Internet als unverzichtbares Medium erkannte, wurde mir immer mehr bewußt, welche Absichten mit der Agenda 2010 verbunden waren.

Nach diesen zehn Jahren, zwischen Engagement und Hoffnung, stehe ich mit 59 Jahren vor einem persönlichen Trümmerhaufen, aus dem ich mich nicht mehr befreien kann. Nicht einmal durch meine Fähigkeiten, Engagement und Willen.

Von Hartz IV in die Altersarmut.
Demnächst wird man mich dazu auffordern (verpflichten), frühzeitig einen Rentenantrag zu stellen, da dieses unmenschliche System deutliche Spuren hinterließ, ich »den Anforderungen des allgemeinen Arbeitsmarktes« nicht mehr in vollem Umfang zu Verfügung stehen werde. So die offizielle Begründung.

Ich formuliere es anders: Erst durch Hartz IV wurden mir die wenigen noch greifbaren Möglichkeiten verweigert, ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Eine traurige Realität, die uns – gerade in den letzten Tagen – als Erfolgsgeschichte verkauft wird.

Ich glaubte es.
Ich glaubte tatsächlich daran, dass:
... zweiundzwanzig Monate als Ein Euro- Jobber, mit einem sechs Stunden-Tag, als Mitarbeiter eines Jugenzentrums ...
... ein Jahr Hausaufgaben- und Freizeitbetreuung an einer Schule (stundenweise auf Honorarbasis)...
... zwei Jahre befristete Festanstellung bei der Stadtjugendpflege, als Betreuer des oben genannten Jugendzentrums (25,5 Stunden-Woche, subventioniert im Rahmen von 50plus)....

... mir neue Wege und Möglichkeiten eröffnen würden.
Das Jugendzentrum wurde geschlossen. Als Gestalter bin ich nicht mehr gefragt, meine weiteren Fähigkeiten werden zwangsweise frühverrentet.



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183 geschriebene Beiträge
Wohnort: Berlin Reichstag



07.01.2015 ~ 08:31 Uhr ~ prospero schreibt:
FT-Nutzer seit: 03.09.2007
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 740340
gelesener Beitrag - ID 740340


Ich sehe mich als systemkritischer Mensch der sich sagt: Ich muss viel verändern. Das ist so nicht mein Land.

Meine Wünsche für das Jahr 2015.
Es gibt wieder einen öffentlichen Diskurs für wirtschaftspolitische Alternativen. Neue Ideen und Vorschläge werden nicht mehr als unrealistisch, träumerisch, utopisch oder populistisch diffamiert, sondern ernst genommen und medial thematisiert.

Das menschliche Wohlergehen steht nun im Mittelpunkt aller politischen und unternehmerischen Entscheidungen. Das Prinzip lautet fortan: Menschen sind wichtiger als Profite. Im Zweifelsfall wird eben mehr Geld ausgegeben und weniger Gewinn gemacht, wenn es Mitarbeitern dadurch besser geht.

Immer mehr Mediennutzer schwören dem Fernsehen, den Hofberichterstattungs-Leitmedien und der Blöd-Zeitung ab, lesen linke Blogs, die Le Monde Diplomatique, die Junge Welt und die Blätter für Deutsche und Internationale Politik. Denn sie haben es endgültig satt, belogen und betrogen zu werden.

Das internationale Banken– und Finanzcasino wird ein für alle mal geschlossen. Banken werden fortan von (wirklich!) unabhängigen Gremien stark reguliert und kontrolliert.

Sämtliche Steuerschlupflöcher, Steuerhinterziehungs-Möglichkeiten, Steueroasen und Steuerlücken werden endgültig beseitigt. Reiche, Vermögende und Millionäre leisten zudem einen erhöhten Beitrag zum vermeintlichen Solidarsystem.

Praktikas, Mini-Jobs, Ein-Euro-Jobs und Leiharbeit sind fortan verboten bzw. nur in wenigen Ausnahmefällen zugelassen, wie beispielsweise das Schul-Praktikum.

Es gibt langanhaltende bundesweite Streiks, Großdemonstrationen und Protest-Aktionen, nicht nur zu einzelnen Themen, wie Überwachung, Arbeitsrecht, Energiepolitik oder Tierschutz, sondern zum allgemeinen wirtschaftspolitischen System. Es entsteht in Deutschland eine starke außerparlamentarische Opposition, die Alternativen formuliert und erheblichen politischen Druck ausübt.

Die Massenmedien lösen sich von der finanziellen Abhängigkeit der Anzeigenkunden, also von Unternehmen und Konzernen, und berichten täglich (!) über die Zustände in Senioren-, Asyl– und Obdachlosenwohnheimen sowie über die von Politik und Wirtschaft bewusst verursachte weltweite finanzielle Armut.

Kinder werden als Individuen und Mitmenschen ernster genommen. Sie werden nun weniger als Belastung, Geldfresser und Nervenbündel betrachtet. Außerdem wird medial thematisiert, wie man dafür sorgen kann, dass Kinder eine angenehme Kindheit haben können, anstatt sie ständig auf eine Zukunfts-Ressource zu reduzieren. Denn Kinder sind nicht unsere Zukunft, sondern unsere Gegenwart.

Männer und Frauen sind wieder zärtlicher und einfühlsamer zueinander. Es wird mehr gekuschelt, geschmust und gestreichelt, anstatt dass immer nur an die eigenen Bedürfnisse und an Sex gedacht wird.


Ob meine Wünsche in Erfüllung gehen werden?
Ich befürchte: Nein! Und warum?
Wir leben in Deutschland, dem Land der Michel.

Die Michel haben auch ihre Wünsche.
Alles glauben und nachplappern was mir BILD und RTL sagen.

Seine Lohnarbeit als sein größtes Hobby und als seine größte Leidenschaft verinnerlichen und keine Zeit für schöpferische Tätigkeiten verwenden.

Weiter in seinem Spießer-Bunker leben; weltweite Armut, Ausbeutung und Kriege verleugnen.

Sich ganz viel neues Zeug kaufen, was er gar nicht braucht.

Er wird weiter Kinder, Migranten und alte Menschen ordentlich verabscheuen und hassen.

Einen großen Bogen um Gesellschafts-, Medien– und Wirtschaftskritik machen. Und jeden, der sich damit beschäftigt als nervigen Spin-ner beschimpfen.

Auf Facebook viele Bilder posten und teilen, fleißig Familienbilder hochladen und sein Profilbild öfter wechseln, um Bestätigung zu bekommen.

Weiterhin den Neoliberalismus als alternativlose Wahrheit anbeten.

Keinen Sport treiben, weiter rauchen, saufen und auf der Couch rumlümmeln sowie fleißig Junk Food und Zuckerbomben fressen.

Sich im Fernsehen sämtliche Pseudo-Doku-Sozialsoaps reinziehen.


Der Michel sagt: Ich muss nichts verändern. Ich bin Deutschland. Ich bin perfekt.


Dieser Beitrag wurde 1 mal bearbeitet, zum letzten Mal von prospero: 07.01.2015 08:32.



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prospero   Zeige prospero auf Karte FT-Mitglied
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21.01.2015 ~ 10:34 Uhr ~ prospero schreibt:
FT-Nutzer seit: 03.09.2007
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 743787
gelesener Beitrag - ID 743787


Plötzlich tauchte ziemlich genau ein Jahr nach dem Beginn der Putschkampagne in der Ukraine in Deutschland diese merkwürdige PEGIDA-Bewegung auf.

Aus heiterem Himmel wird Paris von 2 Anschlägen heimgesucht, die militärisch sinnlos, propagandistisch ausschließlich für die Interessen des Westens nutzbar sind, die Angst und Schrecken unter der Bevölkerung erzeugen aber politisch und militärisch Verantwortliche des Westens zur Gänze ungeschoren lassen, und last but not least derart Wasser auf die Mühlen von PEGIDA spülen, als seien sie extra dafür bestellt worden.

Die Bestellung kam natürlich nicht von PEGIDA. Dieser sonderbare Verein selbst ist nur eine Massen-Verwirrung.

Aber beide, PEGIDA und Paris, standen sichtlich auf dem selben Bestellzettel.

Dass PEGIDA keine spontan aus dem Volke heraus entstandene Bürgerbewegung ist, machte der 20.Januar deutlich.

Auf einmal steigt Koks-Bachmann zum Anschlagsziel auf. Ja glaubt denn wirklich jemand, Organisationen, die im Krieg zwischen USA und Russland stehen, würden sich für so einen kleinen Windelpupser interessieren?

Wie Charlie Hebdo zum Theaterdonner einer Selbstinszenierung der Presse und der Politiker als Kämpfer für das

Bedenkt man, dass diese PEGIDA angeblich gegen die Regierungspolitik gerichtet sei und taube Ohren von Politikern öffnen soll, kann man sich über deren Forderungskatalog eigentlich nur verwundert die Haare raufen!

(zu finden auf YouTube als:
Pegida-Absage: Pressekonferenz Teil 1 – Statements von Bachmann und Oertel am 19.01.2015
von phoenix
verlinken will ich den Dreck nicht!)

Der klingt ja 1:1 wie von Otto Schily, Hans-Peter Friedrich und Thomas de Maizière während eines Saufabend verfasst!

Wo ist denn da bitte ein einziges Thema, das nicht längst in höchsten Regierungskreise Thema ist?

BESTE VERFASSUNGSSCHUTZSCHULE! Das ist das einzige, was mir dazu einfällt!

Was diese Leute als Forderungen von unten simulieren sind nichts anderes als Forderungen, die seit geraumer Zeit vom Innenministerium erhoben werden.
An dieser Stelle kann ich nicht anders, als vor dem Feind, dem Verfassungsschutz, anerkennend den Hut zu ziehen: Das hinzubekommen, die Ziele des Innenministeriums als Forderung von unten an die Regierung auf die Straße zu bringen, da sagt mir der blanke Sportsgeist: Alter, das verdient wirklich Applaus ob der technischen Raffinesse ebenso wie der Befähigung, den Coup umzusetzen!

Pflicht und Kür: volle Punktzahl!

Dann hört man noch Geheule, dass zu wenig deutsche Kultur übrig sein würde.

Ja Leute, wie blöd seid Ihr?



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prospero   Zeige prospero auf Karte FT-Mitglied
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25.01.2015 ~ 11:13 Uhr ~ prospero schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 744525
gelesener Beitrag - ID 744525


Vor fünfzehn Jahren ist mein Vater gestorben – im Alter von 69 Jahren. Er war Handwerker, hat sich mühsam einiges aufgebaut – durch unermüdliche Arbeit. Sein Arbeitsleben musste er – wie so oft im Handwerk – vorzeitig beenden: Verschleiß hatte ihm die Kniescheiben zerschossen. Ich bin froh, dass er gestorben ist – nach vielen hässlichen Erfahrungen in der Jugend und im Krieg hatte er – als politisch interessierter Mensch – immer noch die Hoffnung, dass sich alles mal zum Besseren wenden wird, dass für den “kleinen Mann” irgendwann mal das Ende des Leidens erreicht sein wird. Ich bin froh, dass er die Verwerfungen, Verrohungen und Vernichtungsfeldzüge gegen den “kleinen Mann” nicht miterleben musste, das hätte ihn sehr mitgenommen – so konnte er ruhig einschlafen: im Jahre 2000 hatte er noch einen erfolgreichen Sohn, fünf Enkel, die ihn vergötterten und eine Ehefrau, für die er mit äußerster Sparsamkeit sehr gut vorgesorgt hatte.

Was hätte es ihn getroffen, wenn er hätte miterleben müssen, wie der Staat die flächendeckende Zwangsenteignung von Arbeitslosen eingeführt hat. Er – als jemand, der schwere Küchen bei fremden, reichen Leuten aufbauen musste – wusste genau, dass man sich mit dieser Arbeit die Gesundheit ruiniert wie ein Leibeigener im alten Rom … und das der “kleine Mann” deshalb den Schutz des Staates benötigte. Das dieser Staat – der eigentlich demokratisch und rechtsstaatlich sein sollte und laut Grundgesetz ein sozialer Staat sein sollte, fünfzehn Jahre später ein Terrorstaat ist, ein Staat, der mit sadistischer Freude “Druck ausübt” … wie es vornehm in Regierungskreisen heißt hätte ihn sehr getroffen. Man Vater hätte noch gewusst, welches Wort der kleine Mann für diesen “Druck” hat: Folter!

Ja – als jemand, der Hitlerjugend noch live miterlebt hat, hätte er gewusst, dass es Zeit zum Fürchten gewesen wäre, wenn er erfahren hätte, warum sich eine Freundin von mir von Facebook verabschiedet hat: sie hatte von einer Bekannten erfahren, dass das Jobcenter Arbeitslose über Facebook kontrolliert – und nach zwei Wochen Facebook-Abstinenz empfing der Sachbearbeiter die Bekannte mit den Worten “Na – man hat ja lange nichts mehr von ihnen gelesen!”. Laut einem Bericht von “gegen-Hartz” ist die flächendeckende Onlineüberwachung von Arbeitslosen immer wieder angestrebt doch offiziell gescheitert – inoffiziell jedoch gehen die Mitarbeiter ganz aus eigenem, perversem Antrieb heraus dieser Arbeit gerne nach.

Als jemand, der noch live die Zeit miterlebt hat, als in Deutschland jeder jeden ausspionierte und man sich nicht den aller kleinsten Fehler erlauben durfte, weil selbst das geringste Maß von Nonkonformismus tödliche Folgen hätte haben können, hätte er gewusst und folgerichtig beurteilen können, was es bedeutet, wenn Hartz IV-Bezieher zwangsweise vorgeführt werden (siehe gegen-Hartz).

Was Nationalsozialismus im Alltag wirklich bedeutet – dafür hat der kleine Mann ein besonderes Gespür, denn er wird das erste Opfer. Die pseudointellektuellen Schöngeister und Feinbieger der Historie werden als Funktionselite in jedem System gebraucht – und es ist schauderhaft zu sehen, wie sie heute jeden Vergleich mit den dunkelsten Jahren der deutschen Geschichte scheuen und so Wegbereiter für die Wiederholung werden.

Die Folgen, die dieser Ausfluss gelebten Unmenschentums nach sich zieht, sind gruselig – so gruselig, dass zehn Jahre später sogar die ansonsten äußerst regierungskonformen Bezahlmedien kritische Bemerkungen zulassen.

Zitat:
“Die vergangenen zehn Jahre zeigen: Das Hartz-IV-System ist ein unglaublich rigides Armutsregime. Deutschland lebe über seine Verhältnisse, heißt es doch immer. In Wahrheit geben sich immer mehr Menschen mit immer weniger zufrieden – in einer Gesellschaft die ansonsten immer reicher wird. “Hartz IV bewirkt eine Anspruchsreduktion, die mit einer Traumatisierung einhergeht”, sagt Butterwegge. Die Menschen nähmen sich selbst zurück. “Sie werden gedemütigt und demoralisiert”.”

(siehe Süddeutsche)

Die Ausmaße, die dieses Armutsregime angenommen hat, erreichen Dimensionen des NSA-Skandals – nur werden die in den etablierten Medien mit Rücksicht auf das Establishment (dem man ja selber angehört) nicht veröffentlicht, wer nach der Wahrheit sucht muss akribisch nach Details fahnden … und manchmal hilft nur der Zufall: 2012 schreib Alan Posener für die Welt einen Artikel über Beamte, einer davon war beim Jobcenter tätig. Nebenbei erfuhr man Erstaunliches.

Herr Jacobi hat via Computer den Zugriff auf 42 Millionen Datensätze. Das entspricht der Hälfte der Bevölkerung. Wer staatliche Leistungen beantragt, verzichtet faktisch auf die Privatsphäre.
(siehe Welt: Das Leben der Beamten)

Das war 2012. Wie viele sind es heute?

Vielleicht stößt die Zahl auf Unglauben – aber in einem Artikel des Spiegel aus dem Jahre 2015 erhalten wir eine Bestätigung seitens des DGB, dem langsam einfällt, dass das System Hartz IV dem kleinen Mann das Genick gebrochen hat … damals noch mit Zustimmung der Gewerkschaften (… und der Kirchen).

Rund 15 Millionen Menschen haben demnach in den vergangenen zehn Jahren zumindest zeitweilig Hartz IV bezogen.

Zahlen, die nacktes Entsetzen auslösen sollten. Beziehen Jugendliche Hartz IV, werden natürlich auch die Daten der Eltern erfasst: man ist ja “Bedarfsgemeinschaft”, ebenso kommen die Partner ins Visier der Behörde – auch bei Geschiedenen. So kommt man leicht auf 42 Millionen Datensätze. Allein aber 15 Millionen Menschen, die – zumindest zeitweilig – von Hartz IV abhängig sind, zeigt das große Versagen des sterbenden Kapitalismus: “Vollbeschäftigung” ist weit entfernt: von 40 Millionen arbeitenden Menschen haben 37 Prozent keinen ordentlichen Arbeitsplatz. Schauen wir mal zurück zu den Zeiten der großen Weltwirtschaftskrise … und bleiben bei Wikipedia, dessen Ruf nur dann besser wird, wenn man es öfter benutzt.

“Im Februar 1932 erreichte die Krise auf dem Arbeitsmarkt ihren Höhepunkt: Es standen 6.120.000 Arbeitslosen, also 16,3 % der Gesamtbevölkerung, nur 12 Mio. Beschäftigte gegenüber. Zu den Arbeitslosen könnte man auch noch die große Masse der schlecht bezahlten Kurzarbeiter und Angestellten zählen, aber auch die kurz vor dem Ruin stehenden Kleinunternehmer.”
(siehe Wikipedia Weltwirtschaftskrise)

Na – wird ihnen schon mulmig? Da wir eine Gesamtbevölkerung von 80 Millionen haben, übertreffen wir mit 15 Millionen Menschen in prekären Situationen die 16,3 % im Jahre 1932 – schon jetzt: wir sind bei 18,75 %.

Angefangen hatte es laut Bundeszentrale für politische Bildung ganz harmlos.

“Im Winter 1929/30 gab es bereits mehr als drei Millionen Arbeitslose, die materiell weitaus schlechter abgesichert waren als heute. Es entstand ein Teufelskreis aus sich verringernder Kaufkraft, zurückgehender Nachfrage, sinkender Produktion und weiteren Entlassungen.”
(siehe BpB Zerstörung der Demokratie 1930 - 1932)

Diesen Teufelskreis kennt der deutsche Einzelhandel auch: der “Tante-Emma-Laden” ist nicht mehr finanzierbar – mit enormen Kosten für die Umwelt, der nächste Supermarkt muss erstmal erreicht werden.

Nur ein kleiner Ausflug in die Geschichte Deutschlands – und man weiß, wo der eingeschlagene Weg enden wird: am Ende das Kapitalismus steht alternativlos die Massenvernichtung unnützen Menschenmaterials: notfalls auch als Vernichtung durch Arbeit. Geht ganz einfach: beim Essen sparen, zum Arbeiten zwingen – der Erfolg stellt sich automatisch ein.

Das muss gerade uns Deutschen auch im Jahre 2015 klar sein, denn so harmlos wie es die “Bundesagentur für Arbeit” darstellt (und obszönerweise sich selbst sogar in einer großen Weihnachtskartenaktion lobt – siehe gegen Hartz), ist das Terrorregime nicht. Abgesehen von einer enormen Zunahme psychischer Erkrankungen geht es Arbeitslosen (und ihren “unschuldigen” Kindern) auch physisch an den Kragen … ganz nach dem Prinzip “Vernichtung durch Arbeit”.

“Mediziner schlagen Alarm: In Deutschland existiert ein „versteckter Hunger“. Betroffen sollen Millionen von Erwachsenen und Kindern sein. Der Grund: Die Hartz IV Regelleistungen reichen kaum aus, um sich aus Ernährungswissenschaftlicher Sicht vollwertig und ausreichend zu ernähren. Die Folgen sind vor allem für Kinder fatal: Wachstums- und Entwicklungsstörungen sowie zum Teil schwere Krankheiten können aus der Mangelernährung entstehen.”
(siehe Heilpraxis.net Versteckter Hunger durch Hartz IV)

Wem die Quelle zu unseriös ist, dem kann ich schnell helfen – mit einem Artikel im Tagesspiegel über “Grüne Woche” in Berlin, zu der sich 70 Agrarminister aus aller Welt eingefunden hatten.

“Bei uns muss niemand hungern – dieser Satz stimmt so leider nicht. Zwar ist chronische Unterernährung in Deutschland heute äußerst selten, doch die Menschenrechtsorganisation FIAN hat beobachtet, dass immer mehr Menschen in Deutschland nicht in der Lage sind, sich „angemessen und in Würde zu ernähren“. Besonders betroffen sind Kinder aus Hartz-IV-Haushalten, Rentner und Flüchtlinge. Die Tafeln feiern in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen. Es ist ein trauriges Jubiläum. „Dabei geht es nicht nur darum, satt zu werden, sondern darum, gesund zu bleiben“, sagt Ernährungswissenschaftler Hans Konrad Biesalski von der Uni Hohenheim. „Viele Deutsche leiden unter verstecktem Hunger.“
(siehe Tagesspiegel Hunger ist auch in Deutschland ein wachsendes Problem)

Ja – am Ende des Kampfes gegen den Hunger ist der Hunger als Vernichtungsinstrument nach Deutschland zurückgekehrt … nur wird diese Wortwahl emsig vermieden, denn an den Enteignungen der Arbeitslosen verdienen viele Funktionsträger des Kapitalismus ganz gut: so manch ein Journalist, Beamter, Abgeordneter oder Manager hat mit der Ersteigerung von enteigneten Immobilien von Arbeitslosen super Geschäfte gemacht …. und alle möchten diese Geschäfte auch weiter machen. An den Juden hatte man dereinst auf diesem Wege auch gut verdient.

Ja – es werden kritische Stimmen gegen Hartz IV laut – und auch manch ein etabliertes Medium veröffentlicht sie.

“Die Hartz-Reformen haben tatsächlich dazu beigetragen, die Arbeitslosigkeit in Deutschland zu verringern, gerade weil sie den Druck auf Arbeitslose erhöht haben.Um nicht in Hartz IV abzurutschen oder auch nur um der Gängelei vom Amt zu entkommen, sind Arbeitslose heute eher bereit, eine schlecht bezahlte oder sonstwie unattraktive Stelle anzunehmen.”
(siehe Spiegel Hartz-Reformen und Langzeitarbeitslose: Die vergessene Million)

Darf ich nochmal daran erinnern, dass “Druck von oben” “unten” als Terror ankommt? Als enorme Beschneidung der Grundrechte, als widernatürlicher Eingriff in die Marktwirtschaft zuungunsten des “kleinen Mannes”, der sich zu Tode schuften soll – bei anhaltender Mangelernährung?

Hässlich, wenn man so der modernen Gegenwart die Maske vom Gesicht zieht, oder? Nun – wie im Dritten Reich profitieren auch Millionen von dem System … und wer davon profitiert (und das ist immer noch die Mehrheit) kann mit der Vernichtung von Juden gut leben – erst recht, wenn man durch deren Enteignung noch das eine oder andere Schäppchen machen kann.

Was nur vergessen wird: wir haben noch nicht 1942, sondern eher 1932. Noch existiert die Demokratie, noch steht die Sozialstaatsverpflichtung als grausamer Scherz im Grundgesetz. Das kann sich ganz leicht ändern, wenn US-Konzerne im Rahmen der geheimen Freihandelsabkommen den Sozialstaat als “Marktverzerrung” wegklagen – am besten noch durch eigene Schiedsgerichte.

Ist die historische Verurteilung der Hartz-Gesetze zu hart? Ist sie ungerecht? Vielleicht sogar eine Verhöhnung der Opfer des Nationalsozialismus?

Wer so argumentiert, demonstriert ein historisches Wissen weit unter Hauptschulniveau, versucht, ein Gutmenschenstammtisch-Blabla gesellschaftsfähig zu machen, dass die NS-Zeit selbst als “versehentlichen Ausrutscher” entschuldigt, anstatt anzuerkennen, dass der Kapitalismus die Haupttriebfeder der geschichtlichen Entwicklung war, dessen Notwendigkeiten nur jemanden suchten, der sie umsetzen konnte, um sein Ende herauszuzögern. Es ist pure Feigheit, die so argumentiert – denn die Erkenntnis, dass die Gleise nach Auschwitz gerade wieder aufgebaut werden, würde zum Handeln zwingen … Handeln gegen eine sterbende Wirtschaftsform, von der wir alle – ja ALLE – abhängig sind. Zu grausam für die Nutznießer einer Spaßgesellschaft, die sich köstlich amüsiert, wenn ihre “B- und C-Promis” wieder Würmer fressen müssen, ohne zu erkennen, dass diese Perversion menschlichen Seins sie schon ganz nahe an den Humor der alten Judenwitze heranbringt.

Ich möchte dazu mal Matthias Kaufmann vom Spiegel zitieren, der einen bemerkenswert kritischen Artikel zu Hartz IV geschrieben hat.

“Im Rückblick erstaunt die Selbstverständlichkeit, mit der die Erwerbslosen als dreiste Kostgänger des Sozialstaates dargestellt wurden. Kanzler Schröder selbst produzierte 2001 geschickt ein Schlagwort: “Es gibt kein Recht auf Faulheit in unserer Gesellschaft.” Auf den Arbeitsämtern, fügte Schröder an, solle öfter von den Sanktionsmöglichkeiten Gebrauch gemacht werden, wenn jemand sich nicht richtig um einen Job bemühe.
Schröder sagte nicht platt: Die sind alle faul. Aber er gab zu verstehen, dass er Faulheit beim Thema Arbeitslosigkeit für ein zentrales Problem hält. Der Ton in der Debatte war gesetzt.
Und er wurde schriller. Das spiegelt sich in den Zeitungen der Zeit wider. Am aggressivsten las sich die “Bild”, sie schrieb immer öfter schlicht von den “Faulen”, vom “ausgeplünderten Sozialstaat” und von “Schnorrern”, denen der “Fahnder vom Amt” auf die Pelle rücken müsse. Selbst ein “Bild”-Artikel, in dem berichtet wurde, dass nur 2,4 Prozent der Arbeitslosen heimlich dazuverdienen, wurde überschrieben: “So schamlos zocken Sozial-Betrüger ab”.”

(siehe Spiegel Hartz-IV-Debatte: Die vergebliche Suche nach dem faulen Arbeitslosen)

Diese Entwicklung bedeutet das Ende der Demokratie in Deutschland – und den Anfang eines Terrorstaates, der jene Menschen drangsalierte, entrechtete und enteignete, die für den Kapitalismus nicht mehr profitabel genug waren.

War es wirklich Gerhard Schröder? Ich denke: hier wird ein Ex-Kanzler abgeschossen, der gerade zu putinfreundlich geworden ist. Bis heute herrscht wenig Klarheit darüber, wieso die von Peter Hartz geforderten Regelsätze von 500 Euro so drastisch gekürzt wurden, dass sie nur noch zur Mangelernährung reichten und ausreichende Bildung nicht mehr möglich machten. Erschreckend trotzdem die Erkenntnis, wie sich vor zehn Jahren blitzartig eine Allianz von Menschenjägern gebildet hat, die genau wussten, wer Schuld war am Untergang des Kapitalismus: der arbeitslose Mauerer mit Rückenproblemen, den jenseits der magischen “vierzig” keiner mehr einstellen wollte, weil man – betriebswirtschaftlich folgerichtig gedacht – die Ausfalltage durch Krankheit fürchtete.

200 Euro mehr im Monat – so der heutige Satz bei adäquaten Steigerungen – und Arbeitslose könnten sich wenigstens zu Vorstellungsgespräche angemessen kleiden … aber das war ja nicht gewollt. Man musste Millionen von Menschen opfern, um den Reichtum der anderen zu sichern: eine Wirtschaft betrieb Kannibalismus.

Darf man so etwas nicht zurecht “Terror” nennen? Einen Terror, der in den letzten zehn Jahren mehr Menschen das Leben gekostet hat als jede Form des Islamismus?

Doch dagegen geht niemand auf die Straße – denn hier droht, wirkliche, echte Gefahr. Man würde sich mit “Mächten und Gewalten” anlegen, die eine wirkliche, echte Gefahr darstellen und aktuell Millionen von Deutschen (darunter auch 1,6 Millionen Kinder) bewusst und absichtlich einer Vernichtung durch Mangelernährung zuführen … mein Vater hätte gewusst, dass es das schon mal gegeben hatte.

Damals nannte man die Vernichtung “Umsiedlung”. Heute “Fördern und Fordern”.

Damals waren die Opfer “Juden”. Heute “Faule”.

Die Definition von “faul” kann ich Ihnen gerne sagen: Faul ist jeder, dessen Kapital nicht genug Zinsen abwirft, um Staat und Arbeitgebern nicht auf der Tasche liegen zu müssen.

Und – aus rein betriebswirtschaftlicher Logik heraus – müssen “Faule” verschwinden. Nur so kann der Kapitalismus seine Krisen überwinden.

Und das ist auch der eigentliche Grund, warum man Pegida fürchtet: aus 1932 kann ganz schnell 1933 werden: was Unruhe im Kreis der Absahner und Terrorgewinnler erzeugt. Ganz schnell könnte man selbst von neuen Funktionseliten verdrängt werden … das darf nicht geschehen, denn dann könnte man ganz schnell selbst “faul” sein.



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01.02.2015 ~ 12:31 Uhr ~ prospero schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 745647
gelesener Beitrag - ID 745647


Auf den Nachdenkenseiten sprach man von Tillich als einen neoliberalen Reaktionär. Diese Titulierung gefällt mir, weil sie der Wahrheit entspricht.

Nun hat uns dieser neoliberale Reaktionär ein neues Ei ins Nest gelegt. Sinngemäß sagte er, dass Sachsen ein christlich-jüdisches Bundesland wäre, wo der Islam nichts zu suchen hätte.

Beim süßen Blut von Andraste. Wie kommt er auf diesen Unsinn? Sachsen ist mehrheitlich ein konfessionsloses Bundesland mit ein paar katholischen Einsprengseln aus der Gegend, woher Tillich kommt, und ein paar evangelischen Christen, die lose verstreut in Sachsen leben. Die meisten Christen sind sicherlich aus den alten Bundesländern zu uns eingewandert, um den doofen Ossis als Vorgesetzte das Arbeiten beizubringen. Wir mussten das ja nie; uns wurde ja alles schön in die Wiege gelegt.

Mich regt - wie ich schon öfters gesagt habe - auch der Begriff "christlich-jüdisch" auf. Ich habe diesen Begriff das erste Mal aus den tumben Mund der Raute gehört, die wohl in einem Wort mal wieder alles hineinpacken wollte, was heutzutage gesagt werden darf und soll.

Sachsen ist weder christlich und noch viel weniger christlich-jüdisch. Christlich-jüdisch geht schon von der Zeitlinie her gar nicht und jüdisch-christlich sind wir nicht, weil Christen in Jahrhunderten seit sie existieren absolut NICHTS mit dem Jüdischen gemein hatten, im Gegenteil.

Die Geschichte zwischen Christen und Juden ist eine Geschichte von Pogromen und Völkermord!

Es käme ja auch niemand auf die Idee islamisch-jüdische Religion zu sagen. Muslime würden sich das auch verbitten.

Man sagt das nicht, weil man dann nämlich plötzlich sehen würde, dass beide Religionen die gleichen Wurzeln haben. Und das wollen wir doch nicht. Wir verleugnen das hartnäckig. Das ist doch sowas von Bäh. Wir und die!

Und unser neoliberale Reaktionär? Der ist besonders stolz darauf, die niedrigsten Sozialstandards in Sachsen eingeführt zu haben. Sein Land ist das gelobte Niedriglohnland.

Er ist der typische ostdeutsche Wendehals und Demagoge. Früher in der DDR auf Du und Du mit den Genossen und der Stasi, im DDR-Staatsapparat fest verankert. Dort hat er für den Sozialismus gesprochen und jetzt ist er ein glühender Verfechter eines Polizeistaates und einer Niedriglohnregion, die christlich geprägt sein soll.

Apropos PEGIDA. Die haben natürlich völlig recht, wenn sie das sächsische Polizeigesetz anprangern und es abschaffen wollen. Nur - und damit liegt sie völlig falsch - wenn ich Ausländer hasse, habe ich noch kein rigides Polizeigesetz geändert. Im Gegenteil. Das wäre der Auftakt für noch ein rigideres Gesetz.

Übrigens, wieso demonstriert PEGIDA gegen Muslime? Tillich ist keiner. Und gegen seine Regierung zu demonstrieren - das wäre die richtige Adresse.



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19.02.2015 ~ 07:59 Uhr ~ prospero schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 750241
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Oscar Wilde schrieb einmal:

"Heutzutage wird sehr viel Unsinn über die Würde der körperlichen Arbeit geschrieben. An der körperlichen Arbeit ist ganz und gar nichts notwendig Würdevolles. Es ist geistig und moralisch genommen schimpflich für den Menschen, irgendetwas zu tun, was ihm keine Freude macht, und viele Formen der Arbeit sind ganz freudlose Beschäftigungen."

Damit wir uns nicht falsch verstehen, in diesem Artikel geht es darum, welche Arbeit sinnvoll ist und nicht darum, ob sie Geld bringt. Arbeit soll Werte schaffen und Werte sind nicht gleichzusetzen mit einem Geldwert. Sobald Arbeit nur materiell gesehen wird, beginnt sie zum Zwang zu werden. Sie wird außerdem zur Sucht nach materiellen Gütern, sie gerät zur Ausbeutung. Sich selbst und anderen gegenüber.

Der Begriff Arbeit ist verwandt mit dem indoeuropäischen Wort "Orbh", was soviel heißt wie "ein zu schwerer körperlicher Tätigkeit verdungenes Kind". In der slawischen Sprache heißt Arbeit "robota", was soviel wie "Knechtschaft" oder "Sklaverei" bedeutet. In der alt- und mittelhochdeutschen Sprache war die Wortbedeutung für Arbeit "Mühsal", "Strapaze", "Not" und das französche Wort "travail" für Arbeit leitet sich von einem mittelalterlichen Folterinstrument ab, dem "Tripalium". Das war ein Folterinstrument aus drei Pfählen, die zum Beispiel über glühendem Feuer gedreht werden konnten.

Arbeit abschaffen heißt nicht, keine Dinge mehr zu tun, oder faul zu sein. Denn Arbeit und Dinge tun, das sind zwei ganz verschiedene Dinge. Wir werden natürlich immer Dinge tun, auch anstrengende, nützliche, notwendige.

Doch Erwerbsarbeit verhöhnt die Freiheit. Ein Arbeiter ist ein Teilzeitsklave. Der Chef sagt, wann es losgeht, wann gegangen werden kann und was in der Zwischenzeit getan wird. Er schreibt vor, wie viel Arbeit zu erledigen ist und mit welchem Tempo. Es steht ihm frei, seine Kontrolle bis in demütigende Extreme auszuweiten, indem er festlegt, (wenn ihm danach ist) welche Kleidung vorgeschrieben wird und wie oft die Toilette aufgesucht werden darf. Dieses entwürdigende Herrschaftssystem kontrolliert die Hälfte der wachen Zeit einer Mehrheit der Frauen und fast aller Männer für Jahrzehnte, für den Großteil ihres Lebens. Jeder, der meint, all diese Männer und Frauen wären frei, lügt oder ist dumm!

Menschen, denen ihr ganzes Leben lang Vorschriften gemacht werden, die von der Schule an die Arbeit weitergereicht werden, sind an Hierarchien gewöhnt und psychologisch versklavt. Ihre Freiheitsfähigkeit ist so zerrüttet, dass ihre Freiheitsangst zu ihren wenigen rational begründeten Phobien gehört. Ihr Gefolgschaftstraining bei der Arbeit pflanzt sich zum einen in die von ihnen begründeten Familien fort und reproduziert so das System, zum anderen greift es in die Politik, die Kultur und alles andere über. Wenn einmal die Lebenskraft der Menschen durch die Arbeit abgesaugt ist, unterwerfen sie sich sehr wahrscheinlich Hierarchien und Experten in jeder Beziehung. Sie sind daran gewöhnt. Wir sind so dicht an der Arbeitswelt, dass wir nicht sehen können, was sie uns antut.

In der römischen und griechischen Antike war Arbeit so sehr verpönt, dass sie nur etwas für Sklaven war. Cicero kritisierte alle Formen der Arbeit für Geld und stellte fest, dass "wer immer seine Arbeitskraft für Geld gibt, sich selbst verkauft und sich in den Rang eines Sklaven stellt."
Das ist natürlich harter Tobak für den arbeitsgeilen Teutonen, auch "Deutscher" genannt.

Jedoch ist dies eine absolute Tatsache. Irgendjemand legt fest, was die verrichtete Arbeit wert sein soll. Woher hat dieser Mensch das Recht dazu? Wie kann er beurteilen, welche Arbeit wieviel wert ist? Die Arbeit muss man jetzt nicht zwangsläufig abschaffen, denn gearbeitet wird immer. Das was abgeschafft gehört, ist der "Arbeitsmarkt". Es gibt einfach keine arbeitslosen Menschen. Denn Arbeit hat man jeden Tag: Fenster putzen, Wäsche waschen, Socken stopfen, Haus- und Hofordnung machen, Windeln wechseln, Angehörige pflegen, Essen kochen

Es gibt Urvölker, die den Begriff "Arbeit" wie wir ihn verstehen, gar nicht kennen, weil das was sie tun völlig selbstverständlich ist. Nur mit dem Unterschied, dass sie es für sich tun und nicht für einen Kapitalisten, der da irgendwie bestimmt, dass diese Arbeit so viel wert ist und eine andere so viel und so weiter. Kapitalisten sagen gerne: "Die arbeiten für mich", und selbst die irgendwo am Fließband sagen. "Ich arbeite für das Unternehmen XY." Wenn schon der normale Arbeiter sagt, dass er FÜR jemanden arbeitet, statt für sich selbst oder BEI jemanden, dann ist doch die heutige Erwerbsarbeit freiwillige Sklaverei. Nicht ein einziger Angestellter arbeitet für sich selbst. Der arbeitet für den Profit gewissenloser Kapitalisten, die selbst nämlich keinen Finger krumm machen. Die haben nur Geld, für das sie sich Arbeitskraft einkaufen, um daraus wieder noch mehr Geld zu generieren.

Die meiste Arbeit, die in den Industriestaaten verrichtet wird, dient nur sich selbst, weil wir konsumieren müssen und uns eingeredet wird, dass wir erst dann glücklich sind, wenn wir allen möglichen Scheißdreck kaufen.

Es ist vollkommener *********** zu glauben, dass jede Arbeit gut sei. Was bitte schön ist so gut daran, wenn man irgendwelchen überflüssigen und sinnlosen Schrott herstellt, der zum einen wichtige Ressourcen der Erde verbraucht und zum anderen auf dem Müll landet? Was ist gut daran, dass es heute 10 Mal mehr Autos als Menschen auf diesem Planeten gibt?

"Mir doch egal! Hauptsache ich hab Arbeit!", so denkt der deutsche Plebs. Das er aber durch seine völlig übertriebene Schufterei Ressourcen verbraucht, um die im Übrigen Kriege geführt werden, kommt ihm natürlich nicht in den Sinn.

Ich habe in meinem ganzen Leben noch nicht einen einzigen Menschen getroffen, der zu 100% uneingeschränkt gerne zur Arbeit geht. Ich habe noch keinen Menschen kennengelernt, der in Tränen ausbricht, wenn er mal 2 Stunden eher nach Hause darf oder in Jubel ausbricht, wenn er dem Unternehmen freiwillig Überstunden schenkt, ohne Gegenleistung in Form von Geld oder Freizeit. Jeder achtet doch peinlichst genau darauf, dass alles exakt auf dem Stundenzettel vermerkt ist und man ja nicht zu kurz kommt. Warum sich etwas antun, was einem gar keine Freude macht?
Okay! Man kann sich einreden, dass einem die Erwerbsarbeit in ihrer jetzigen Form Spaß und Freude bereitet. Der drogenabhängige Junkie redet sich auch ein, dass er im Grunde genommen gar nicht drogenabhängig ist. Wer sich derartiges einreden muss, der ist doch ein Idiot wie er im Buche steht.

Kommt noch hinzu, dass man weniger Zeit mit seiner Familie und Freunden verbringt als mit den so genannten "Arbeitskollegen", neben die man sich nicht einmal in der Straßenbahn setzen würde.
Man wird gezwungen, mit Leuten zusammenzusein, die man nicht mal mit dem Arsch angucken würde und das teilweise bis zu 12 Stunden lang. Oder gibts das heute noch, dass man mit Kollegen nach Feierabend zehn halbe Liter Bier zischt? Und wenn man doch mal beieinander sitzt, gibt es nur das eine Thema "Arbeit". Zur Frühstückspause, zur Mittagspause das Thema "Arbeit". Kommt man nach Hause Thema "Arbeit". Trifft man am Wochenende einen "Kollegen" auf der Straße Thema "Arbeit". Wer den Irrsinn freiwillig mitmacht, ist doch ein Masochist sondersgleichen!

Kommt er dann ins Rentenalter reicht die Kohle nicht mal, um halbwegs über die Runden zu kommen und muss wie der Hartz-IV-Empfänger die Hosen runter lassen und sich nackig machen, bevor er auch nur einen Cent Zuschuss bekommt. Womöglich ist er auch noch kaputt auf den Knochen, kann kaum die paar Stufen in seine Wohnung kraxeln und für eine altersgerechte Wohnung plus Pflegebetreuung ist ohnehin kein Geld da. Für all das hat er dann geschuftet nach dem Motto: "Arbeit adelt, Arbeit macht frei." Der Kapitalist aber, für den er sich krumm machte, der fickt auch im hohen Alter noch die Edelhuren aus Brasilien und säuft dabei Schampus bis der Nabel glänzt. Der lässt es sich gutgehen und wird steinalt aufgrund teurer ärztlicher Versorgung, die er sich locker leisten kann, weil der Arbeitssklave in masochistischer Weise ihm dies ermöglicht hat, während er selber als Rentner mit kaputter Brille die Sonderangebote bei Lidl studiert und ohne Gebiss im Maul sich von Almosen an der Tafel ernähren muss. Das ist die bittere kapitalistische Realität, die 90% aller Malocher treffen wird. Da ist es besser, man bleibt von Anfang an zu Hause, denn so sehr man sich auch anstrengt, es bleibt am Ende doch nur ein Leben in Armut.

Die Erwerbsarbeit in ihrer jetzigen Form ist reinste Folter und nur etwas für Masochisten.



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27.02.2015 ~ 11:54 Uhr ~ prospero schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 751795
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Erst wenn das letzte Hirn gewaschen, der letzte Pazifist mundtot gemacht und die letzte Pflugschar zu Schwertern umgeformt sein wird, werden sie erkennen, dass man Krieg nicht essen kann.

Das Bestreben, die alte germanische Kriegslust wieder aufleben zu lassen, konzentriert sich in bemerkenswerter Weise da, wo junge, noch leicht beeinflussbare und vor allem leicht disziplinierbare Menschen in Massenveranstaltungen von schnieken Jugendoffizieren in den Bann von Uniformen und hehren Worthülsen gezogen werden können.
Die Rede ist von den zunehmenden Auftritten der Bundeswehr bei Berufsorientierungstagen in Schulen.

Die Rede ist vor allem davon, dass Schüler, die sich dieser Indoktrination verweigern oder es gar wagen, den Herren Offizieren mit der Äußerung einer eigenen, kriegskritischen Meinung das Konzept zu vermasseln, inzwischen von den Schulen nicht etwa für die erkennbare intellektuelle Auseinandersetzung mit einem der problematischsten Themen der Menschheit gelobt werden - sondern mit Polizeigewalt und Schulverweisen zu untertänigem Verhalten gezwungen werden, wollen sie nicht ihre weitere schulische und spätere berufliche Laufbahn auf's Spiel setzen, nur weil sie in jugendlich-emotionaler Überzeugung einmal wagten, sich den Vertretern der Macht mutig in den Weg zu stellen.

Hier die vermutlich jüngste und in meinen Augen perfideste Machtdemonstration des neu entstehenden Schulisch-militärischen-Komplexes:

An der städtischen Graf Stauffenberg Wirtschaftsschule zu Bamberg (für alle unter 50: Graf Stauffenberg war der, der am 20. Juli 1944 versuchte, den Führer in die Luft zu sprengen) fand ein solcher Orientierungstag statt.
Der Bayerische Rundfunk bringt dazu eine etwas weichgespülte Version der Ereignisse, in der es unter anderem heißt, "der 17-jähirge Schüler soll sich daran gestört haben und einen Offizier verbal angegangen sein".

Die Folge für den Schüler: Ein verschärfter Verweis.

An anderer Stelle im Netz gab es ein Interview mit dem Schüler, der dort erklärte, er habe sich geweigert, mit den Bw-Offizieren für ein "Erinnerungsfoto" zu posieren. Das habe ihm letztlich den Verweis eingebracht. Dieser Verweis erging am Folgetag, nachdem er sich im Beisein seines Vaters, eines Vertrauenslehrers, seiner Klassenleiterin, des Direktors und dessen Stellvertreters, sowie auch vor den Hausmeistern zu rechtfertigen hatte. Unter anderem dafür, dass er seine Meinung "beharrlich" vertreten habe.

Der Verweis beinhaltet zudem einen "Maulkorb" dergestalt, dass er für einen erfolgreichen Abschluss an seiner Schule darauf zu achten hätte, Äußerung seiner "extremistischen politischen Meinung" zu unterlassen.

Ja, und da stellen sie sich hin, die Gutmenschen mit Befehlsgewalt, und erinnern in Sonntagsreden an die Schrecken des Nationalsozialismus, stellen empört die Frage, warum Hitler so viele Anhänger und so viele, viele Mitläufer hatte, vor allem aber, warum es zu keinem offenen Widerstand kam, warum das Volk nicht wagte, "das Land vom Tyrannen zu befreien", und scheuen sich nicht, schon wieder jeden Andersdenkenden auszugrenzen und zum Schweigen zu bringen.

Den Machthabern des "Unrechtsstaates "DDR"" wirft man immer noch vor, dass sie jungen Menschen, die weder für die, noch in der Partei waren, jegliche Karrierechance verbaut wurde - und kann es sich nicht verkneifen, zu den gleichen Mitteln zu greifen, wenn sich einer junger Mann hinstellt und sich weigert, zusammen mit Führungskräften der staatlich legitimierten Kriegshandwerker auf einem Foto festgehalten -und damit für die Öffentlichkeit vereinnahmt zu werden.

Ja, Herr Gauck, was halten Sie davon?

Da zeigt doch mal eine Schulleitung in aller Deutlichkeit, dass Ihre starken Worte von der neuen deutschen Verantwortung angekommen sind. Die deutsche Jugend wird aus der Hängematte der Spaßgesellschaft geholt und wieder auf Wehrbereitschaft hin erzogen.

Zäh wie Leder, hart wie Kruppstahl, flink wie die Windhunde. Das hat doch immer noch einen faszinierenden Klang, nicht wahr ...? Den lässt man sich doch von so einem pazifistischen Lümmel nicht kaputtmachen.

Klasse!

Die taz hat's ausführlich
Der Höhepunkt: Das Original-Interview wurde inzwischen aus dem Netz entfernt und die Begründung dafür findet sich hier.
Die Version des Bayerischen Rundfunks (hat immerhin wenigstens berichtet!)


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07.03.2015 ~ 07:41 Uhr ~ prospero schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 753795
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Sie kommt. Die Wahnsinns-Kindergeld-Erhöhung.
Nach den Plänen von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) soll das Kindergeld in diesem Jahr nur um vier Euro und 2016 um weitere zwei Euro erhöht werden, heißt es.
Die SPD schaut mal wieder in die Röhre. Sie ist eben was sie ist - Merkel-Thron-Sicherungspartei ohne Einfluss! Sollten nicht 10 EUR Kindergelderhöhung erreicht werden? Aber Einfluss will die SPD nicht haben mit ihren Dicken an der Spitze. Hauptsache Futtertröge!
Zwischenzeitlich sind eben andere Aufgaben wichtiger geworden, als etwas für Kinder zu tun.
Waffen - z.B. Militärflugzeuge - müssen finanziert werden. Und obwohl die nichts taugen, verschlingen sie immer mehr unseres Geldes bis sie vielleicht eines Tages wirklich etwas taugen werden.
Nur, wozu sind Militärflugzeuge nütze? Unser GG hat eine Bundeswehr NUR zum Schutz UNSERER Grenzen vorgesehen. Transporter z.B. braucht man dazu nicht.
Wir verschleudern unser Geld für die Bundespolizei, die an der ungarisch-serbischen Grenze (!) die armen Schweine zurückhält, damit die ja nicht an den Segnungen unseres Uns-allen-geht-es-gut-Deutschland teilhaben können. Was will die Bundespolizei außerhalb ihres Hoheitsgebietes? Oder gehört dieser Teil Europas nun doch schon wieder zu Deutschland und ich habe da etwas verpasst?
Kinder sind unwichtig!
Wichtig ist Geld für die Bundeswehr zur Verfügung zu stellen. Schließlich muss die gut gerüstet sein, wenn der IS vor unserer Haustür steht und Deutschland zum Gottesstaat machen und der Sharia unterwerfen will. Wer will schon 5 x am Tag in den in Moscheen umgewandelten Kirchen sich zu Boden werden und rufen Allahu akbar? Welche Frau will schon als wandelnder Kleiderständer herumlaufen?
Das ist Spinne? Dann sollte man mal die Pegidas fragen. Die wissen es besser. Oder?
Also rüsten wir lieber auf. Wir leben zwar inmitten von Europa, ohne Feinde ringsherum, aber man weiß ja nie. Schließlich gibt es noch viele Länder außerhalb der EU, die man zerstören kann. Wollen wir uns doch nicht mit Syrien, den Irak, Libyen usw. usf. aufhalten lassen.
Kinder stören da nur. Und wer arm ist, sollte sich eben keine Kinder anschaffen. Obwohl, den ganz Armen, die auf staatliche Unterstützung in irgendeiner Form angewiesen sind, haben wir sowieso den Geldhahn zugedreht.
4 EUR 2015 und 2 EUR 2016. Meine Finger krümmen sich vor Scham, solch eine Zahl überhaupt hier einzutippen. 4 EUR und 2 EUR - 6 EUR in zwei Jahren!
Da können die Familien Fettlebe mit ihren Kindern machen! Bei Toys-R-US erhält man für 4 EUR die Lego-Giraffe Geoffrey und für 2 EUR die winzigen Loop-Gummi-Ringe in einer Hunderterpackung. Wahnsinn! Schon für 2 EUR eine Hunderterpackung. Wenn das nicht ein großartiges Geschäft ist.
Wenn man dazu zählt, dass der Benzinpreis gefallen ist und das wir eine sogenannte Minusinflation (warum sagt man nicht Deflation) haben sollen, dann machen die Familien doch ein tolles Geschäft mit 6 EUR in 2 (!) Jahren. Nur leider sind die Gebühren und die Lebensmittel nicht in dieser Minusinflation enthalten. Diese Preise sinken meist nicht. Da mal ein Fünfer mehr, dort 3 Cent und hier 4 Cent. Das läppert sich zusammen, wenn man sowieso schon mit seinem Geld sehr haushalten muss.
4 EUR und 2 EUR! Leider sind Kinder keine DAX-Unternehmen oder Banken. Leider sind Kinder auch keine Fußballstadien, die von den Ländern drittklassiger Vereine mit Steuergeldern hochgezogen werden. Leider sind Kinder kein amazon und wie sie alle noch heißen, denen man die Steuern nachlässt, damit sie ja nicht am Hungertuch nagen müssen. Leider werden die Masse der Kinder nur selten in die Familie Krupp hineingeboren oder in die Familie Oettker und anderer Multimillionäre und Milliardäre. Denen ist es egal, ob sie nun 4 EUR und 2 EUR erhalten. Die brauchen das nicht.
Arme Leute benötigen dagegen jeden Cent. 6 EUR in zwei Jahren sind nicht nur eine Frechheit, sondern zeigt auch die Missachtung derer Kinder!



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13.04.2015 ~ 08:19 Uhr ~ prospero schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 760518
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Es ist jetzt 47 Jahre her, als ein "besorgter Bürger" richtige Bezeichnung feiger Mörder Rudi Dutschke niederschoss. In der Absicht ihn zu töten.
Der "besogte Bürger" hieß, welch eine Ironie, Bachmann.
Bachmann hatte nachmittags Dutschke niedergeschossen. "Man darf auch nicht die ganze Drecksarbeit der Polizei und ihren Wasserwerfern überlassen", schrieb die Bildzeitung einige Wochen zuvor. Bachmann nahms wörtlich. Er war ein frommer Leser. Also übernahm er die Drecksarbeit und schoss dreimal auf den studentischen Aktivisten. Man musste schließlich was tun. Die Aufwiegelung klappte ganz gut. Es findet sich immer ein Würstchen, das den Senf der Bildzeitung auftunkt. Es findet sich immer ein Schwachkopf, der es für eine Offenbarung hält, was dort geschrieben steht.
Und nun frage ich euch: Was ist heute anders?



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