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orca   Zeige orca auf Karte FT-Mitglied
6.992 geschriebene Beiträge
Wohnort: Dresden



11.05.2013 ~ 23:32 Uhr ~ orca schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 630404
gelesener Beitrag - ID 630404


Zitat:
Twaido hat am 11. Mai 2013 um 23:07 Uhr folgendes geschrieben:
Viele Neue Volksvertreter sitzen schon in den Startlöchern


Und jeder einzelne in einer anderen Richtung.

Nur und genau so wird sich das Regime trotz aller Verbrechen und völligen Vertrauensverlustes der B'R'D-Insassen noch lange halten.



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Bernhard P.   Zeige Bernhard P. auf Karte Nutzer ist leider verstorben
63.916 geschriebene Beiträge
Wohnort: Erfurt



13.05.2013 ~ 21:33 Uhr ~ Bernhard P. schreibt:
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Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 630749
gelesener Beitrag - ID 630749


Gern möchte ich mich hier mal einbringen. Habe dieses Thema besonders intensiv gelesen und soviel Sinn in den Beiträgen von prospero heraus gelesen das ich das auch entsprechend honoriert habe. Der Mann weiß was er schreibt. Wenn er ein hoher Baum ist bin ich dagegen nur ein Bonsaibäumchen.

Aber ich blicke bald nicht mehr durch in Deutschland. Das darf man nicht, das soll man nicht machen, das macht man falsch... und, und und...
Sind wir denn schon wieder soweit das alles nur durch Verbote geregelt werden kann, durch Vorschriften... und Bestrafungen? Jeder der nur ein bischen mehr Macht als du selber hast nutzt das rigeros für sich aus. Die eigene Kreativität bleibt dabei völlig auf der Strecke.

Ich habe braune Soße auf Schnitzel und Gulasch auch gern. Aber ich mag eben keine braune Soße in der Politik. Bin ich deshalb ein schlechter Mensch? Bin ich deshalb schlechter als andere?
Lohnt es sich darüber überhaupt noch nachzudenken? Oder soll ich lieber abwarten bis ich endlich, wo auch immer, den Löffel abgebe?
Lohnt sich das alles überhaupt noch? Ich denke ja. Aber es müssten viel mehr nachdenken. Vielleicht kommt dann am Ende endlich mal was Positives raus?

Jedenfalls bin ich nicht mehr bereit alles nur noch zu schlucken und über mich ergehen zu lassen. Da hilft nur noch eins: "Verändern, verändern...!

Ich weiß nur wenn jeder in eine andere Richtung zieht hebt sich im schlimmsten Falle alles wieder auf. Das ist dann wie in der Physik, das die Summe aller resultierenden Kräfte im Extremfall Null sein kann. Wenn das eintritt, bewegt sich leider gar nichts.

Nur ernst gemeinte Beiträge nehme ich in Zukunft auch ernst!



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Bernhard P.   Zeige Bernhard P. auf Karte Nutzer ist leider verstorben
63.916 geschriebene Beiträge
Wohnort: Erfurt



10.06.2013 ~ 04:28 Uhr ~ Bernhard P. schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 636270
gelesener Beitrag - ID 636270


Da komme ich persönlich nicht mehr mit.

Da wird Menschen 40 Jahre Lebenserfahrung abgesprochen, welche sie persönlich im Staat DDR gesammelt haben. Da will man diesen Staat ein für allemal vergessen machen, während man gleichzeitig Faschisten Tür und Tor öffnet oder ihnen den Weg durch sytemtreue Prügelbullen freimachen lässt, damit sie ungestraft ihr braunes Gift unters Volk tragen können.
Das alles unter dem Vorwand der Wiedervereinigung des deutschen Volkes.
Schon einmal waren wir Deutschen so blöd den wahnsinnigen Ideen eines Adolf Hitlers auf den Leim zu gehen. Soll es erneut so weit kommen?

"Jetzt wächst zusammen was zusammen gehört", sagte einmal Ex-Kanzler Willy Brandt. Leider gilt dies auch für Faschisten in Ost und West, die ungestraft ihre Klappe in Internet-Foren aufreißen dürfen und sich auch nicht davor scheuen die Ideen des Kommunismus in Grund und Boden zu verdammen. Faschisten geben vor Gegner des Kapitalismus zu sein und sind dabei für dieses System eine unabdingbare Vorraussetzung für dessen Funktionieren. Sie haben plötzlich Ideen wie man denn mit der deutschen Vergangenheit abzurechnen habe. Sie wollen Symbole aus der DDR verbieten und reden Ex-DDR-Bürgern ein 40 Jahre lang nur in einem Verbrecher-Staat gelebt zu haben. Wollen wir uns weiterhin von Verbrechern belehren lassen? Wollen wir uns mitschuldig am Versagen deutscher Geschichte machen? Wollen wir nicht lieber unser Schiclsal in unsere eigenen Hände nehmen ohne uns weiterhin auf unfähige Politiker zu verlassen?

Auch wenn man die Folgen des katastrophalen Hochwassers derzeit in Deutschland betrachtet wird immer offensichtlicher, das kapitalistische System ist zu nichts Gutem in der Lage, schafft demokratische Errungenschaften ab und stürzt das eigene System von einer Krise in die andere. Es hat versagt und versagt auch weiterhin.

Hier blühen doch nur noch Statistiken der moralischen Verelendung und Verkommung anstatt Landschaften. Hier darf der Mensch nicht wirklich Mensch sein! Uns aus dem Elend zu befreien können wir nur selber tun!



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timabg   Zeige timabg auf Karte FT-Mitglied
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10.06.2013 ~ 06:42 Uhr ~ timabg schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 636281
gelesener Beitrag - ID 636281


Dazu gibt es wohl nichts weiter zu sagen. Du bist so in deinen Gedanken verngelt das du für andere Ideen völlig blind bist Bernhard.
Du erzählst immer das die jetzige Form der Politik "schlecht" und die andere "gut" sei, aber aktuelle Beispiele nennst du nicht. Nicht aus der Vergangenheit gilt es zu erzählen sondern deinen eigenen Gedanken kund zu geben.
Denn nicht nur für die kapitalistische Form eines Staates gibt es schlechte Beispiele sondern auch für die von dier so angebriesene.
Lass dir doch mal ein paar Wochen oder Monate Zeit, geh auf die Punkte die du bisher in Gedanken hattest ein und halt das ganze in schriftform fest.
Dann kann dir ein jeder sagen was er davon hällt.



Nutzersignatur
Die "deutsche Knochenmarkspender-Kartei", die "DKMS" rettet Leben!
und
Der ASB, der "Arbeitersamariterbund", bietet weitere Informationen im Netz!


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Bernhard P.   Zeige Bernhard P. auf Karte Nutzer ist leider verstorben
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10.06.2013 ~ 19:09 Uhr ~ Bernhard P. schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 636369
gelesener Beitrag - ID 636369


Bevormunden der Gedanken? Soll doch jeder sagen, was er glaubt zu sagen zu haben. Allerdings sollte das, was man zu sagen hat, erst durch den eigenen Kopf gehen ehe man es auspricht.

1989 sprach man viel vom "Erlernen des aufrechten Ganges." Gut so und wohl auch richtig. Aber gibt sich ein Kleinkind zufrieden wenn es die ersten paar Schritte gelernt hat? Nein, es strebt immer nach mehr, um noch perfekter laufen zu können.
Geben wir Deutschen uns mit diesen ersten Schritten zufrieden? Offenbar ja. Gleich den Affen im Urwald haben wir uns riesig gefreut als uns die guten Onkels aus dem Westen ein paar Bananen zuwarfen oder uns Westautos andrehten, die zwar oft besser als unsere Trabbis waren, wohl aber sonst auf einem Autofiedhof entsorgt wurden wären, ja wenn es nicht die dummen und dankbaren Ossis gegeben hätte. Jawohl, man redet auch heute noch vom Ossi und Wessi und misst oft mit zweierlei Maß.

Wer gut auf das eigene Leben vorbereitet sein will muss dafür lernen. Aber wie sieht es für ein Kind von heute aus wenn ihm eingeredet wird fleißig zu lernen und es aber gleichzeitig mit ansehen muss wie Vater oder Mutter, mitunter auch beide, arbeitslos sind? Wo bleibt da die Motivation zum gutem Lernen?
Früher hieß es mal "Von der Sowjetunion lernen heißt siegen lernen." Und wie ist das heute? Heißt es da vielleicht "Von den USA lernen heißt verlieren lernen?"

Wenn man die Geschichte so Revue passieren lässt könnte man das doch glatt annehmen.



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Strubbi
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10.06.2013 ~ 20:25 Uhr ~ Strubbi schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 636382
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Bernhard P.
das klappt mit dem lernen. Es kommt sogar oft vor das man will das es den Kindern besser geht. Auch manche Kinder oder Jugendliche sind dann bemüht was zu lernen um sich nicht von jedem was sagen lassen zu müssen und sich im Leben besser einzurichten.
Wenn ich es so nehme wie Du schreibst als Motivitation.
Vieleicht sogar eher als wenn man gerade noch zufrieden ist.
Deine These würde ja bedeuten das Kinder von Sozialempfängern oder Gehalt von 300 Mark keine Chance hatten. Frührentner das Schicksal der Kinder besiegelt.



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Strubbi
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10.06.2013 ~ 22:45 Uhr ~ Strubbi schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 636425
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Bernhard P. warum Du gegen wen siegen willst, verstehe ich nicht ganz.
Da trennen sich unsere politischen Auffassungen ganz entscheidend.



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Bernhard P.   Zeige Bernhard P. auf Karte Nutzer ist leider verstorben
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16.06.2013 ~ 14:46 Uhr ~ Bernhard P. schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 637490
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Da werden alte Nazis wieder aktiviert, die gekonnt ihre Giftampullen an jugendliche Nachfolger weitergeben?
Da plappern Menschen Sprüche des Mainstream-Journalismus nach, die offenbar nichts anderes als die BILD-Zeitung kennen?
Da wird die DDR, als der wirklich bisher einzige demokrstische deutsche Staat verunglimpft wo es nur geht?
Da entledigen sich einige ihrer Vergangenheit so als ob sie einen faulen Apfel wegschmeißen?
Da wird gelogen, das sich die Balken biegen und jedes Fachwerkhaus dabei zusammenbrechen würde?
Da wird sich vor der Wahl gedrückt, um sich weiter von Schwarz-Gelb verarschen zu lassen?

Kurzum, es wird alles getan, damit sich ja nicht endlich was zum Guten ändert. Das tut mir leid, aber da komme ich nun wirklich nicht mehr mit!



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RudiRatlos   Zeige RudiRatlos auf Karte Nutzer ist leider verstorben
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16.06.2013 ~ 16:54 Uhr ~ RudiRatlos schreibt:
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Glut unter der Asche - Gedanken zum 17. Juni und seinen Folgen

17. 06. 2011 | Von: Ulrich Kasparick


Vom 17. Juni 1953 weiß ich aus Erzählungen. Ich kam erst vier Jahre später zur Welt, wurde hineingeboren in die Diktatur. Mein Vater war ein junger Mann damals 1953 und lebte in Halle an der Saale. Er erzählte oft, wie am 17. Juni die „Genossen“ ihre Parteiausweise und andere Dokumente aus den Fenstern der SED-Kreisleitung warfen, weil sie Angst hatten. Angst vor dem Volk, als dessen Vertreter sie sich doch immer ausgaben. „Mit Panzern kannst du nicht diskutieren“. Diesen Satz lernten wir Kinder von den Eltern. Jene Panzer, die am 17. Juni einen Aufstand niederschlugen, der mit einer Demonstration um bessere Löhne im Baugewerbe begonnen hatte. „Mit Panzern kannst du nicht diskutieren“ – aber du kannst dennoch einen anderen Weg gehen, als den, den sie mit ihren Panzern erzwingen wollen. Diesen Weg gingen wir: weder bei den Pionieren, noch bei der FDJ, in keinem Armeelager, bei keiner Wahl.

Wir beteiligten uns nicht.

Dieser Weg war möglich, wenn er auch einen hohen Preis verlangte. Wenn die Kanzlerin heute vor laufenden Kameras meint, es habe keinen anderen Weg gegeben, als in der FDJ zu sein, dann ist das falsch. Es gab einen anderen Weg. Allerdings gehörte ein wenig Mut dazu, ihn zu gehen. Die Stärkung durch Gleichgesinnte und der Schutz der Familie waren ebenso nötig. 1953 schien es, als seien nun die letzten Hoffnungen auf ein demokratisches Gemeinwesen im Osten Deutschlands begraben worden unter den Ketten der russischen Panzer. Aber es schien nur so.

Denn da war Glut unter der Asche.

1968 kam der Prager Frühling. Dubcek versuchte den „dritten Weg“. Hoffnung keimte auf. Wieder schickte die „Diktatur des Proletariats“ die Panzer und begrub die Hoffnung unter ihren Ketten. Es wollte scheinen, als wenn die Diktatur ewig wären und ziviler Ungehorsam erfolglos bleiben würde. Aber es schien nur so. Denn im Januar 1988 gab es da diese Demonstration in Berlin, bei der einige wenige an die „Freiheit der Andersdenkenden“ erinnerten und dabei ausgerechnet Rosa Luxemburg zitierten, jene Unangepasste, die von der Obrigkeit doch so gern vereinnahmt und für ihre Zwecke benutzt wurde.

Die Verhaftungen jener Demonstranten führten zu „Fürbittandachten für die zu Unrecht Inhaftierten“, ich war schon Jugendpfarrer damals in der schönen Universitätsstadt Jena.
Wir waren mit die Ersten, die mit jenen Andachten anfingen, aus denen später die „Friedensandachten“ wurden. Wir saßen in der kleinen Sakristei der Jenaer Stadtkirche anfangs und ich lies Wolf Biermanns „Du lass dich nicht verhärten“ singen – draußen stand die Polizei vor der Kirche und registrierte jeden Besucher. Als Qelle für den Text hatte ich „volkstümlich“ drunter geschrieben. Auch hatte die Staatssicherheit etliche Beobachter in die Andachten geschickt, bei denen wir die neuesten Informationen aus Berlin auswerteten und uns überlegten, wie wir handeln könnten. Diverse umfängliche Akten zeugen davon.

Da war Glut unter der Asche.

Eine neue Generation war herangewachsen. Die Kinder derer vom 17. Juni 1953. Viele von ihnen wollten das Land verlassen. Oft waren es die Aktivsten, die sich der Diktatur nicht beugen wollten. Viele wollten „raus“, weil sie Freiheit und persönlichen materiellen Wohlstand wollten. Wir haben das kritisiert, empfanden es als Flucht vor der Verantwortung. Es gab aber auch jene, die ans Schwarze Brett der Universität schrieben: „Ich bleibe hier. Du auch?“ Wir gehörten zu denen, die blieben, weil sie im Lande ihre eigentliche Aufgabe sahen. Wir wollten einen „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“, einen „dritten Weg“ zwischen dem zerstörerischen Kapitalismus des Westens, seinem billigen Materialismus und jener Diktatur, in der wir groß geworden waren. Wenn man die Programme der Reformgruppen der Wendejahre heute liest, fällt dieses auf: Alle wollten sie einen Sozialismus mit menschlichem Antlitz, einen „dritten Weg“.

Später hat ein Kollege mal sarkastisch gemeint, als wir über diesen Fakt sprachen: „Das Archiv der Friedrich-Ebert-Stiftung sammelt auch Illusionen.“

Aus den „Friedensandachten“ wurden Demonstrationen. Denn die Menschen mussten ja nach den Andachten irgendwie wieder nach Hause kommen. Die Zahlen der Menschen in den Andachten stiegen rapide, denn die Andachten waren der einzige Ort, wo man seine Fragen, Sorgen und seine Kritik loswerden und aussprechen konnte. Auf ihrem Weg nach Hause wurden die Menschen mutiger, schrieben eigene Transparente, wurden politischer, wurden lauter. Am Ende fiel das System in sich zusammen. Ein Stasi-Offizier brachte es auf den Satz: „Wir hatten mit allem gerechnet, aber nicht mit euren Kerzen.“

Das bringen die Ostdeutschen mit: die Erfahrung, dass eine ewig geglaubte Staatsform über Nacht verschwinden kann.

Als die Diktatur begann, ihre innere Hohlheit mit religiöser Sprache zu verbrämen – man sprach von „ewiger Freundschaft zur Sowjetunion“ – machten uns wache Menschen wie Professor Klaus-Peter Hertzsch auf diese wichtige Änderung in der Alltagssprache aufmerksam und deutete sie als Zeichen des Verfalls. In Erinnerung an die LTI, die „Sprache des Dritten Reiches“, die von Victor Klemperer so ausgezeichnet untersucht worden ist. Wir waren vorbereitet.

Die Sprache zeigte, daß das System fallen würde.

Wir wussten nicht, wann, aber wir wussten: Es würde fallen. Denn es war innerlich ausgebrannt und hohl. Den Gerontokraten, wie man die Mitglieder des ZK in jenen Tagen nannte, ging es nur noch um Machterhalt. Es war nur noch eine Frage der Zeit. Dann ging alles ziemlich schnell in jenen verrückten Tagen im Herbst 89. Und am Ende war da eine Flamme zu sehen, angeblasen von einem frischen Wind, der durch das Land zog. Die Glut unter der Asche flammte neu auf, wurde zum Signal, das die Diktatur hinwegfegte. Die Panzer blieben in den Kasernen.

Es hat mehr als eine Generation gedauert vom Juni 1953 bis zum Herbst 1989. Auch das ist eine Erfahrung, die Ostdeutsche mitbringen: Manches dauert – und führt doch zum Ziel. Und dann, eines Tages, wenn „die Zeit reif“ ist, wie wir damals sagten, dann kann es sehr schnell gehen. Wir haben erlebt, wie die Regierung zusammenbrach und sich auflöste, wie die Ministerien verschwanden, sogar das für allmächtig gehaltene Ministerium für Staatssicherheit. Wir haben erlebt, wie die, die noch vor wenigen Stunden in Staatskarossen unter strengem Schutz durchs Land reisten, um sich bejubeln zu lassen, verschwanden wie ein Schatten an der Wand.

Ich sehe seither Regierungsprogramme, Vorhaben, das Land zu erneuern, nun endlich „alles ganz anders zu machen“ unter dem Blickwinkel dieser Erfahrung: Politik ist vorläufig. Über Nacht können sich Bedingungen radikal verändern, die man für „ewig“ gehalten hatte.

Deshalb ist es hilfreich, sich an den 17. Juni und sein Ende im Herbst 1989 zu erinnern. Denn die Mächtigen sind, so lehren es jene Tage, nur „ein Schatten an der Wand“. Manchmal genügen ein paar Kerzen und sie sind nicht mehr.



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Strubbi
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16.06.2013 ~ 17:20 Uhr ~ Strubbi schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 637502
gelesener Beitrag - ID 637502


Journalisten sind nicht soviel besser wie Du auch. Die machen das was sie gelernt haben. Plappern Sprüche nach und ziehen sich an was hoch und drehen es zurecht. Da nochmanches gibt man da mehr Bedeutung wie es hat um Geschäft zu machen.
Früher war das Neue Deutschland auf Märkten ja auch beliebter wie Tageszeitung zum verpacken von Wahren.

Die DDR war eine Diktatur sagt auch die Sarah. Hier wurden Menschen an der Mauer oder denk an 17 Juni ermordert. Vergleich mal mit anderen Dingen. Auslandseinsätze. Da stören dann die Toten Dich auch. Schreibst auch nicht nur von kleinen Begebenheiten die gut sind und filterst die raus. Genau alles das was Du anprangerst.

Man erledigt sich nicht der Vergangenheit. Aber man kann dazu lernen. Sogar aus erlebten lernen und sich mehr verwirklichen wenn man die Möglichkeit erhält.

Auch die Vergangenheit wegschmeißen macht man nicht indem Sinn. Du willst jetzt auch nicht wieder in den Kindergarten obwohl wenn Du da warst ein paar schöne Errinnerung hast.

Da wird gelogen das sich die Balken biegen. Es ist ein Forum und kein Gericht.Wobei was ich bemerkte ist es gar nicht so schlimm. Was wohl allen zu verdanken ist, ohne Ausnahme.
Das wieder ist Deine Meinung verarschen. So bevormundest Du jeden mit Deiner Meinung. Dann kommt wieder von Dir kann doch jeder wählen was er will. Aber erst mal einen drauf er läßt sich verarschen.

Mal Klartext jeder hat das Recht seine politische Anschauung zu wählen wie er will.
Auch Links und Braun kann man sein. Links ja und Braun raus ist schon fragwürdig.
Für mich doch viel wichtiger wie man andere behandelt.

Im Gegenteil ich fand es schon bedenklich wo Du kamst von der Erde verschwinden.
Da hätte ich gedacht das allein welche politische Meinung oder Relegion keiner mehr ausgegrenzt wird. Auch nicht verspottet weil 1 oder 2 Scheibfehler vieleicht aufgrund Rechtschreibeschwäche. Oder wenn man sich wenig ausdrücken kann wegen Krankheit.

Du wiedersprichst Dich zuviel. Was soll man davon halten wenn Du schreibst man konnte vorher bei schwarz gelb. Das trifft auch bei den Linken un der DDR zu.
Wenn Du die Selbstentschuldigungen der SED, DDR, Linken und Dir auch gegenüber andern hättest.



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