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prospero   Zeige prospero auf Karte FT-Mitglied
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05.09.2007 ~ 14:33 Uhr ~ prospero schreibt:
FT-Nutzer seit: 03.09.2007
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Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 61401
gelesener Beitrag - ID 61401


Eigentlich war der Sommer doch recht langweilig. Der Aufschwung kommt wohl doch nicht mehr. Und all die, die glaubten, ihn schon gesehen zu haben, sind sich selbst auch nicht mehr so ganz sicher, ob es nicht doch eine durch arabische terroristische Fakire illusionistisch hervorgerufene Fata Morgana gewesen sein könnte. Eigentlich ist der Sommer immer noch recht langweilig. Irgendwie will keiner mehr so richtig mitmachen, egal worum es geht. Deutschland gewinnt gegen England? Na und, dafür sponsort Chavez in London den Hartz-IV-Empfängern die U-Bahn-Ticketts, obwohl es in England nicht mal Hartz IV gibt. Ja, wenn jetzt der Lafontaine regieren würde ... aber ach ... die Börse kündigt unaufgeregt, ja gähnend eine Weltwirtschaftskrise an, obwohl die schon lange da ist und der Dauerpatient Kapitalismus nur noch durch künstliche Beatmung am Leben erhalten werden kann. Naja, und durch künstliche Ernährung, also mit künstlichem Geld. Ja, was ist denn nun mit dieser blöden Gesundheitsreform, Schmidtchen Schleicher? Eigentlich ist dieser Sommer so was von ... boah, ist das laaangweilig. Obwohl er wettermäßig ja nicht unbedingt der uninteressanteste war, das muß man schon sagen. Und auch so, also vom Sommerfeeling her, das war schon schwarz-rot-geil ... irgendwie. Immer war was los und immer mal was anderes, besser als das Fernsehprogramm allemal, das Wetter, der Sommer und trotzdem ... Es kann ja nicht immer nur alles vom Wetter abhängig sein. Auch die gute Laune nicht. Wir sind nun mal Deutsche und wir haben irgendwie gerade mal alle keinen Bock mehr außer vielleicht auf ein bisschen Komasaufen, ein bisschen S-Bahn-Surfen, ein bisschen öffentlichkeitswirksame Selbsthinrichtung, ein bisschen Kinderficken oder – wenn man dasselbe in platonisch mag – Jury bei einer Casting-Show spielen und ein bisschen Inder durch Mügeln jagen. Ist ja alles, so gesehen, auch ganz lustig, aber irgendwie hatten wir das alles auch schon mal und nun ist es auch langsam wieder gut und soooo ... laaaangweilig.
Vielleicht liegt es daran, dass der Sommer auch so ein bisschen politikfreie Zeit gewesen ist, wenn man mal von Seehofers Poly-Fick und Tiefensees Geschwindigkeitsrausch (mit 14km/h mit einem Motorboot auf der Spree, ja, das ist die deutsche Version von „Speed“) absieht. Ausgerechnet in ihrer Abwesenheit wird den Deutschen klar, wie sehr sie ihre Kanzlermama vermissen, die gestrenge Gouvernante und Frau Dr. Müller aus der Fernsehwerbung kann die nun auch nicht ersetzen, so dass wir sie prompt mal in der Beliebtheitsumfrage auf Platz eins gewählt haben. Und Lafontaine, der alte Schnarchsack, steigt in den Augen des Volkes in seiner Bedeutung ganz weit rauf, weil ja wohl doch irgendwas an ihm dran sein muß, wenn die einzigen politischen Äußerungen der Boulevardblätter in diesem Sommer aus Lafo-Beschimpfungen bestanden. Und aus Chavez-Beschimpfungen. Dafür kriegen jetzt die Engländer das schöne Petro-Geld aus Venezuela und die deutschen nicht, nur wegen der Scheiß-Bild-Zeitung. Verklagen! Und alle Leser gleich mit! Da können die Tommys zehnmal gegen uns im Fußball verlieren, das ist ja auch nur laaangweilig ... wir wollen die Ticketts. Ja, und Lafos letzter Konkurrent aus SPD-Zeiten seit Schröders politischem Freitod, also der Franz der Münte der Fering, der kann sich ja diese Lafo-Umfragewerte nicht gefallen lassen und deshalb hat er sich nun etwas ganz Tolles ausgedacht. Jetzt, wo die Postler Mindestlohn kriegen, will Münte nun auch mal wieder ... ooooch, wie laaangweilig ... mindestens Lohn. Jaja, das hatten wir auch schon mal .... Naja, etwas Neues war dabei. Nämlich der Zusammenhang. Ist ihm im 07er Winter gar keiner eingefallen, ist ihm im Sommer sogar richtiggehend einer zugeflogen, wohl mit den Moskitos und den anderen exotischen Insekten, die sich hier bei uns breit machen. Denn während der Sommer klimawandelnd übers Land huschte, kam mit ihm, wie es schon bereits in der Bibel prophezeit wurde, eine große Teuerung. Diese betraf vor allem Lebensmittel sowie stetige Flexibilitätskosten, also Benzin und so. Deshalb sind manche auch auf die Idee gekommen, die Hartz-IV-Regelsätze sozusagen an die Inflationsrate, an die Teuerung eben, anzugleichen. Gut, sagte nun unser Mr. Red Skarf, das will ich auch, aber nur, wenn es dann auch mindestens Lohn gibt. So, das haben wir nun alle davon. Und wirklich alle. Denn natürlich hätte der Franz-Is-Kaner (bayrischer Slang) auch einfach sagen können, dass er weder die Regelsatzerhöhung noch den Mindestlohn wirklich will. Aber dann wäre er ja kein richtiger Politiker nach neudeutsch-demokratischem Verständnis. So fordert er eben halt mal beides in der Hoffnung, es käme zu nichts davon, denn dann hätte er für die nächste Wahl ja gar kein Wahlkampfthema mehr, und er würde aber dennoch wegen eben dieser Forderung viel beliebter sein beim Volke als der blöde Mini-Napoleon von der Saar mit seiner „Roten Armee“. Aber was geschieht? Es interessiert einfach keine Sau. Stupide fordern ein paar Leute weiter sowohl die Regelsatzerhöhung als auch den Mindestlohn, als hätte überhaupt keiner etwas gesagt und vor allem nicht, dass er als führender Mitregierender selbiges fordert. Und es ist noch viel verheerender. Den ganzen Parteien laufen die Leute immer noch in Scharen weg. Gut, bei einer im Osten sterben sie auch weg. Nun haben die Parteibosse bis hinunter zur Ortsebene ja fast gar keine Spielkameraden mehr. O ja, da können einem schon die Tränen kommen. Aber wozu für einen mitleiden und mitweinen, der sich in den letzten Jahren immer taub gestellt hat und jetzt schmollt, weil ihm nun wiederum auch keiner mehr zuhört. Inzwischen haben das diese merkwürdigen Parteimenschen wohl auch begriffen und kurzerhand beschlossen, ihrer Einsamkeit Abhilfe zu schaffen. Nein, nicht indem sie plötzlich dem Volk wieder zuhören würden. Wo kämen wir denn dahin? Das wäre ja ein Eingeständnis eines Versagens und von Volksferne. Nein, weil sie keine Spielkameraden mehr haben, wollen sie eben mehr Spielzeug haben. Und zwar in Form von mehr Geld. Naja, wem´s schmeckt und wem´s die vereinsamte und verarmte Seele erheitert ... Für uns, also für das einfache blöde Volk bleibt nach wie vor nur ein Fazit: „Wie langweilig.“ Ja, die Politik ist immer saftloser und asexueller geworden, mal abgesehen von der nervtötenden Midlife-Crisis einer Ex-CSU-Landrätin. Da ist es doch einfach toll, dass es nun im Herbst neue Staffeln unserer Lieblingsserien gibt. Und wenn das nichts helfen sollte, denn vom ständigen Aufkochen wird kein Essen besser ... wie wär´s denn mit ´ner Runde S-Bahn-Surfen oder einfach mal mit einem kollektiven Vor-den-Bundestag-Kotzen nach 150 Cuba Libre auf die Revolution ... in Venezuela? Oder wir lassen uns heimlich Samstag nach 20.00 Uhr im Lidl einschließen. Das merkt keiner. Dann hätten wir mindestens etwas mit Münteferings Äußerungen gemeinsam. Und satt würden wir auch noch werden. Tut ja not ... bei den Preisen.


Dieser Beitrag wurde 1 mal bearbeitet, zum letzten Mal von prospero: 05.09.2007 14:39.



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Herasun   Zeige Herasun auf Karte FT-Mitglied
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05.09.2007 ~ 22:10 Uhr ~ Herasun schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 61499
gelesener Beitrag - ID 61499


Hallo, @prospero,
habe mit großem Interesse und teilweise auch erheitert deinen Beitrag gelesen.
Obwohl...wirklich lustig ist das Panoptikum, welches du uns hier präsentierst, nicht wirklich.
Weil es so real ist und trotzdem so skurril.
Ich hoffe auf weitere interessante Gedanken deinerseits und freue mich auch darauf.

Ich habe auch einen Wunsch:
Wenn du es schaffst, deine Texte ein wenig mehr zu gliedern, wäre das toll.
Es fällt wirklich sehr schwer, diese kompakten Texte durchgängig und ohne mehrere "Verwackler" zu lesen.



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Bernhard P.   Zeige Bernhard P. auf Karte Nutzer ist leider verstorben
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06.09.2007 ~ 07:51 Uhr ~ Bernhard P. schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 61543
gelesener Beitrag - ID 61543


Hallo prospero,
habe auch amüsisiert deine Politikbeichte gelesen. Sie enthält so viel Wahres. Gut finde ich wenn es immer wieder Menschen gibt, egal wie mies ihre persönliche Lage ist, die trotzdem den Humor nicht verlieren.

Auch ich sehe beim besten Willen keinen Aufschwung in diesem Lande. Auch der angebliche Rückgang der Arbeitslosenzahlen ist in Wahrheit nur ein Rückgang der Anspruchsberechtigungen von Hartz IV Empfängern. Wer dies nicht glauben kann der mag mir das Gegenteil beweisen. Ich bringe für meine Behauptung auch ein Beispiel. Als Hartz IV eingeführt wurde waren es in der Stadt Erfurt etwa 18 000 Hartz IV Empfänger. Aktuell im Jahr 2007 sind es etwa 32 000 ALG2 Empfänger. Dazu kommen immer mehr Menschen die,aus den verschiedendsten Gründen, kein ALG2 erhalten.

Ich schließe mich hier auvh Herasuns Meinung an. Deine Beiträge sind wirklich gut, von klarer Aussage und auch nicht trocken im Einheitsbrei geschrieben. Bemängeln muss ich allerdings auch das sie etwas zu lang sind und durchaus etwas gegliedert sein könnten was die Übersichtlichkeit stark erhöht.

Übrigens hatte ich diese Probleme auch. Man wies mich darauf hin und ich sah ein, jawohl die Leute haben recht und seitdem sind meine Beiträge kürzer.



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prospero   Zeige prospero auf Karte FT-Mitglied
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06.09.2007 ~ 09:37 Uhr ~ prospero schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 61544
gelesener Beitrag - ID 61544


Zitat:
Herasun hat am 05. September 2007 um 22:10 Uhr folgendes geschrieben:

Hallo, @prospero,
habe mit großem Interesse und teilweise auch erheitert deinen Beitrag gelesen.
Obwohl...wirklich lustig ist das Panoptikum, welches du uns hier präsentierst, nicht wirklich.
Weil es so real ist und trotzdem so skurril.
Ich hoffe auf weitere interessante Gedanken deinerseits und freue mich auch darauf.

Ich habe auch einen Wunsch:
Wenn du es schaffst, deine Texte ein wenig mehr zu gliedern, wäre das toll.
Es fällt wirklich sehr schwer, diese kompakten Texte durchgängig und ohne mehrere "Verwackler" zu lesen.


Danke für das Lob. Warum der Text diese eigenwillige "fastNichtformatierung" hat hast du sehr schön erkannt. Das Querlesen funktioniert nicht. Änderungen sind nicht geplant.

LG an alle die es trotzdem lesen



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Herasun   Zeige Herasun auf Karte FT-Mitglied
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06.09.2007 ~ 18:50 Uhr ~ Herasun schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 61617
gelesener Beitrag - ID 61617


Zitat:
prospero hat am 06. September 2007 um 09:37 Uhr folgendes geschrieben:
Warum der Text diese eigenwillige "fastNichtformatierung" hat hast du sehr schön erkannt. Das Querlesen funktioniert nicht. Änderungen sind nicht geplant.

LG an alle die es trotzdem lesen


Hab`sch´s nisch gewußd?
Aber so sinn se, de Gunst- un Guldurschaffenden.
Nichts bassiert zufällig un aus Verseh`n! großes Grinsen



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prospero   Zeige prospero auf Karte FT-Mitglied
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19.09.2007 ~ 15:06 Uhr ~ prospero schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 63918
gelesener Beitrag - ID 63918


Das war ja nun wirklich ein Monat voller Rätsel. Oder es ist nun endlich soweit, dass Politik für mich persönlich so „hoch“ geworden ist, dass ich einfach gar nichts mehr begreife. Ein paar Sachen gibt es ja noch, die ich zumindest ein wenig verstehe, aber derer gibt es immer weniger. Was ich noch etwas verstehe ist, dass Deutschland sich im Terrorrausch befindet. Irgendwie passt es ja auch, die kollektive Aufarbeitung der RAF mit der Erinnerung an den schwarzen September zu verbinden. Ich verstehe, dass wir irgendwie den 11. September sowieso nicht mehr loskriegen und ich finde das nicht einmal verkehrt, wenn man sich an diesem Tag, sozusagen als Jahrestag des Terrors, jenes abscheulichen terroristischen Verbrechens erinnert, welches an diesem Datum begangen wurde, nämlich dem von der CIA unterstütztem Putsch in Chile. Mittlerweile haben wir es aber mit ganz anderen Terroristen zu tun. Ich verstehe ja, dass die Zeit nicht stehen bleibt, das gilt auch für die Art und Weise des Terrorismus. Zu tun haben wir es nun mit zum Islam konvertierten Deutschen, mit Berliner Schlägern, welche eine Fernsehmoderatorin verprügelten, die dann ausgerechnet von Schülern der Rütli-Schule zum einen lebensgerettet und zum anderen unfallversorgt wurde, Schülern mit arabischen Namen übrigens. Und da geht schon los mit den Tonnen von Fragezeichen über meinem Kopfe. Irgendwie passt das doch gar nicht in unser so pfleglich von Regierung und Medien eingepflanztem Terrorismuskonzept. Wer glaubt, das läge daran, dass es noch so etwas wie ausgleichende Gerechtigkeit in dieser Welt gäbe, der irrt sich. Denn es war nicht Eva Herman, die ein paar auf die Fresse gekriegt hat. (Keine Ahnung, wer das war.) Die wiederum wurde lediglich geschmissen und zwar nicht aus dem Fenster, irgendwo in Prag, sondern aus ihrem sogenanntem Heimat-Sender, den sie selbst so bezeichnete, dem NDR. Und warum? Weil sie die Familienpolitik des Dritten Reiches so dolle gelobt hat. Gut, wer so etwas macht, der bezeichnet seinen Betrieb schon von Natur aus als Heimat, der über die mittlerweile bunt flimmernden Volks-Empfänger zappelt und schreit, als wäre der 3. Weltkrieg längst in eben dieser Heimat angekommen, doch zum Glück für uns ist es ja nur Werbung und ´ne Quizshow. Und trotzdem verstehe ich eines an dieser Geschichte nicht. Nämlich: Ist es denn nicht so, dass die Familienpolitik unserer Magda-Reinkarnation Ursula mit der des dritten Reiches ziemlich identisch ist, zumindest in der Planung? Und ist es dann in der Kausalfolge nicht auch so, dass, wer die Familienpolitik des dritten Reiches lobt, zwangsläufig die aktuelle Familienpolitik der Bundesrepublik Deutschland lobt? Hieße das denn nicht im Umkehrschluß, dass es der NDR gewagt hat, eine Mitarbeiterin zu entlassen, weil sie besonders staatstreu ist? Darf der NDR das überhaupt als offizieller Heimatsender einer Quasi-Pressesprecherin der Familienministerin? Oder ist es gar möglich, dass die Bosse des NDR eigentlich die Ursula nicht leiden mögen und die Eva – nein, nicht Braun – sozusagen stellvertretend gefeuert haben, da er ja als Sender niemanden aus der Regierung entlassen kann? Jetzt ist die Frau Herman als Nazi-Liebchen verschrien, während Ursula weiterhin hinter Wolfgangs Rollstuhl herlatschen darf, ohne dass ihr besondere Nähe zu einem unverbesserlichen Nazi vorgeworfen wird. Hä? Was ist das denn für ein Rätsel? Die Welt ist, wie es scheint, nicht mehr nur ungerecht, sondern mittlerweile auch unbegreiflich geworden.
Während irgendwelche mutmaßlichen Terroristen, deutsche Islamisten, wie es heißt, einen Anschlag auf Ramstein geplant hatten, der aber noch rechtzeitig vereitelt werden konnte. Wie bitte? Soweit ich weiß und mich erinnern kann, fand der Terroranschlag auf Ramstein doch statt, nicht ausgeübt von Islamfanatikern, sondern von im wahrsten Sinne des Wortes völlig durchgeknallten Militärs, die einen sinnlosen Terroranschlag auf unschuldige Terroristen verübten, einfach nur aus Spaß an der Freude. Und dieser Anschlag ist doch gar nicht vereitelt worden. Soll das nun bedeuten, dass die Anschläge der eigenen Militaristen nicht vereitelt werden und die Anschläge militarisierter Zivilisten immer? O Gott, wie beunruhigend. Und mir ein weiteres Rätsel.
Und da hat der John Falstaff der SPD, die wandelnde Beck´s-Werbung aber mal einen kräftigen Brüller losgelassen. Nein, nicht wegen der Äußerungen der ominösen Fernsehlady, auch nicht wegen ihrer Entlassung. (Man kann bei der SPD nicht wissen, worüber sie sich im Augenblick diesbezüglich erzürnen würde), denn die neue Version der Herman-Schlacht hatte zu dem Zeitpunkt noch gar nicht angefangen. Der cholerische Schwabbelkönig (bei Verwendung anderer Dialekte auch Schwafelkönig) der Tiere, der Löwe, brüllte seine eigenen Leute an, weil sie sich seiner Meinung nach nicht ordentlich benahmen. Die Verwunderung bei allen, auch bei den angebrüllten seltsamen drei Musgetieren war sehr groß, vor allem deshalb, weil sie gar nichts anderes erzählt und gewollt hatten als die SPD als Ganzkörperkondom (geschützt vor Wählern und Neumitgliedern seit der Agenda-2010-Doktrin) sowieso vertritt, nämlich propagierend die Sanierung des Staates auf Kosten des Bürgers und die schleichende Einführung eines bedingungslosen Wirtschaftsfaschismus, also alles absolut SPD-like. Frei nach dem Motto: Die Agenda ist so schön, wir woll´n in ihr ersaufen geh´n. Mal ganz abgesehen davon, dass die im übrigen überirdische U-Bahn-Station, von der aus man zum Willy-Brandt-Haus gelangt, Möckernbrücke heißt und nicht Meckernbrücke. Vielleicht hat er aber auch nur einfach aufgestoßen, denn wenn die SPD im Augenblick der gesamten bundesdeutschen Bevölkerung Sodbrennen bereitet, warum nicht auch dessen Vorsitzenden?



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prospero   Zeige prospero auf Karte FT-Mitglied
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19.10.2007 ~ 13:12 Uhr ~ prospero schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 75616
gelesener Beitrag - ID 75616


Gestern Morgen hat mich Peterle angerufen und gefragt ob wir nicht mal wieder ein Bier trinken gehen wollen. In unserer alten Stammkneipe und wie es mit gestern Abend sei. Ich sagte zu und war verdutzt. Vom Peterle habe ich schon lange nichts mehr gehört. Er heißt auch eigentlich nicht Peterle. Den Spitznamen verpasste ihm ein kölsches Mädel, Lotte das Zotteltier, in der Zeit, als noch jeder mit jeder ins Bett ging und Aids nicht einmal eine Drohung am Horizont war.
Sie war ein hübsches, williges und sehr bewegliches Mädchen, aber absolut ermüdend, weil sie den Mund nicht zubekam, beim vxgeln und auch sonst. Sie blieb bis heute die einzige Frau, die einem selbst beim blxsen noch was erzählen wollte. Damals hieß Peterle noch Hans-Peter und sexuelles Versagen, war genau so ein Thema, wie meine mangelnden Fähigkeiten mit Werkzeug umzugehen.
Als ihr nun schon zum zweitenmal in dieser Woche der Trostpreis Hans-Peter zufallen sollte, baute sie ihre vollen 1,55 Meter vor uns auf, stützte die Arme in die Seite und schüttelte ihr Löwenmähnenhaupt: "Nicht mit mir. Dat Peterle, steckt ihn zweimal rein, grunzt einmal und schläft auf mir ein. Ich darf mich dann zwei Stunden unter ihm hervorgraben und das wars für mich. Nicht mit mir." Ich sehe heute noch ihre wutfunkelnden Augen und Peterle hatte seinen Namen weg und die kölsche Lotte teilte sich lieber mit einer anderen Frau einen Kerl, als sich unter dem Peterle freizugraben.
Lotte hat damals irgendwann den Mann fürs Leben gefunden. Ihr Studium lief auch irgendwie nicht so. Wir wurden freundlich gebeten ihrer Hochzeit nicht beizuwohnen und ich hoffe das sie ihr Glück gefunden hat. Das Peterle hat noch jahrelang versucht, den Spitznamen abzustreifen, aber wir waren grausam, gemein und haben uns noch nach zehn Jahren vor Lachen geschüttelt.
Peterle wollte Architekt werden und sah sich als Künstler. Ein Schal, im Sommer aus Seide im Winter aus Wolle war sein Markenzeichen. Wie wir alle musste er sein Studium selbst verdienen. Keine Ahnung was bei ihm der Grund war, Unbotmäßigkeit gegen den Vater oder fehlende Kohle zu Hause. Aber der Grund war auch egal.
Er machte in Immobilien, ich Kalkulation im Schraubengroßhandel und dann Kneipe. Er wandelte Mietwohnungen in Eigentumswohnungen um, investierte ein wenig Farbe und ließ sonst eigentlich alles so wie es war und der Gewinn war riesig. Er fuhr Porsche, ich 2CV. Er wohnte ständig in seinen gerade fertig gestellten Objekten, ich kaufte eine Eigentumswohnung auf halbem Abbruch im Wedding.
Wir machten alle irgendwie Karriere. Auch Peterle. Neben dem Porsche hatte er immer die teuren blonden Mädchen. Meist größer als er. Die sagten Schatzi und er zahlte. Wir lächelten, gönnten ihm aber sein Glück. Irgendwann waren wir etabliert. Er schob Immobilien in großem Stil, so wie das wohl nur in Westberlin ging. So schnell das Geld reinkam, ging es bei ihm auch wieder raus. Ich hatte da mehr Angst.
Peterle setzte auf Wachstum, vor allem nach der Wende. Er war überall. So müssen die Augen der Goldgräber ausgesehen haben, wenn sie in wildem Wahn über ihre Funde berichteten, wie seine Augen wenn er mir erzählte, was er in Leipzig, Sömmerda oder auf Rügen verdienen würde. Er kaufte alles, billig mit viel Kredit. Ich kaufte auch einiges von ihm, aber nur für meine fixe Idee eines Reiterhofs.
Wir beide verloren. Ich das, was ich kalkuliert hatte und auch das nur zum Teil. Ihn muss es hart getroffen haben. Ich hörte das er nur knapp am Knast vorbeikam. Wenn wir uns trafen, ging es ihm bestens. Er hat in dieser Zeit eine blonde Frau aus der Ukraine geheiratet, die war sein Glück. Er kam wieder auf die Füße. Er wurde ruhiger. Das wurden wir aber wohl alle.
Dann verschwand er im wesentlichen aus meinem Blickwinkel. Telefonate zu Weihnachten und Geburtstagen. Mal schnell irgendwo eine gemeinsame Tasse Kaffee. Er wohnte draußen am Stadtrand. Herrschaftliche Villa. Ich immer noch in meiner billigen Bürgerablage. Wir sprachen sogar mal über gemeinsame Geschäfte. Eigentlich sprach er.
Und nun dieser Anruf. Ich telefonierte mal die anderen Freunde aus dieser Zeit ab. Brachte das Gespräch auf Peterle. Nur einer aus Frankfurt hatte etwas handfestes. Peterle war pleite. Er hatte seinen letzten Immobilienladen dicht machen müssen. Das Haus würde wahrscheinlich das einzige sein was ihm bliebe. Aber bei Hartz IV, die Strafe der SPD für gefallene Selbstständige, dürfe er das natürlich nicht behalten.
Gestern Abend waren noch ein paar von den anderen in unserer Stammkneipe versammelt. Die war schon alt, als wir sie das erste mal kauften und es hat sich bis heute nichts geändert. Nur der Teppich wird alle paar Jahre erneuert. Peterle kam und bestellte Mineralwasser. Er erzählte uns wie gut es ihm ging.
Es wurden Zukunftspläne geschmiedet, als seien wir Zwanzig und nicht Fünfzig. Er trank auch für Mineralwasser eine Spur zu langsam. Seine Schuhe waren einmal teuer gewesen, aber jetzt mit billigen geklebten Sohlen versehen. Die abgestoßenen Enden sprachen für sich. Auch der Schal war nur noch ein trauriger Fetzen.
Peterle erzählte uns, das er und seine Frau wieder in die Stadt wollten. Sich vom ganzen Aufwand mit Haus und Garten befreien. Ins Theater, was trinken gehen, einfach wieder mal Leben um die Ohren haben. Er fragte ob ich nicht. In meiner Bürgerablage. Da sei doch so ein Penthouse. Nicht sofort. Nur so für die Zukunft. Er würde auch erstmal mit zwei Zimmern und so.
Ich machte es ihm einfach, weil es mir das Herz zerriß. Natürlich ist er ein Idiot. Er ist im Prekariat gelandet. Damit wird er leben müssen, um auch nur den Hauch einer Chance zu haben, dort wieder weg zu kommen. Wenn er vor sich selbst und seinen Freunden nicht zugeben kann, das es ihm schlecht geht, dann bekommen wir das, was nur den Falschen nutzt.
Nachdem er gegangen war. Irgendwer übernahm seine Rechnung, sprachen wir sehr bedrückt darüber was abläuft. Immer mehr unserer Freunde und Bekannte laufen in diese Falle. Wir sind zu alt, als das man uns Zukunft zutrauen würde, zu jung um in Rente zu gehen. Politisch sind wir machtlos, weil keiner dem anderen die Wahrheit gesteht.
Das du heute noch einen Job hast, bedeutet doch nicht, das du den morgen auch noch hast. Mediziner und Juristen sagen offen, das sie häufig nicht wissen, ob sie über den nächsten Monat kommen. Es gibt sogar schon einen Arzt der mit seiner Praxis als Mietnomade durch die Stadt zieht. Überall ein paar Monate und dann geht es weiter. Wieviel Verzweifelung liegt darin.
Das Prekariat ist von jedem von uns, nur genau einen Fehler weit entfernt. Gut bei dir mögen es zwei sein.



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25.10.2007 ~ 15:44 Uhr ~ prospero schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 77262
gelesener Beitrag - ID 77262


Eine unscheinbare Gestalt in einem ausgerechnet rosa Kleid, welches alle möglichen Assoziationen zu wecken vermag mit Ausnahme der, dass hier eine Landesmutter schreitet. So erschien Frau Merkel zu den Bayreuther Festspielen. In Bayreuth gibt es jedes Jahr diese Festspiele. Bei denen geht es ausschließlich um Richard Wagner. Eigentlich. Richard Wagner jedoch ist schon lange tot und dennoch geht es dabei um ihn, weil dort seine musikalischen Werke aufgeführt werden, mal klassisch, mal dem Zeitgeist entsprechend, mal ganz avantgardistisch. Je nachdem, wer gerade Hand an Wagners Opern inszenierend legt. Frau Merkel legt keine Hand an Richard Wagner. Sie legt höchstens ab und zu mal eine Hand aufs Herz, wenn ihr gerade mal wieder eingefallen ist, dass sie ja eigentlich Deutschland dienen wollte. – Ich werde oft gefragt, warum ich das Wort eigentlich auch manchmal dann benutze, wenn ich eigentlich „bestimmt" meine, aber das gilt eigentlich nur für meine mündliche Rede. In diesem Falle stimmt eigentlich eigentlich bestimmt. – Ich glaube auch nicht, dass Frau Merkel Richard Wagner mag. Mal ganz abgesehen davon, dass ich der Meinung bin, dass sie überhaupt nichts mag, was auch immer die Seele tief berühren könnte. Ich glaube eher, sie fürchtet sich vor Gefühlen jeglicher Art. Aber immerhin ist sie in Bayreuth erschienen. In einem mehr als 1.000 Euro teurem Kleid, das auch noch hässlich war – insofern wieder zu ihr passend -, weil es eben so eine Art Pflichtprogramm ist, dort zu erscheinen. Selbst wenn man Kanzlerin ist, hat man bzw. frau sich dem zu beugen. Hitler war schließlich auch jedes Jahr dort und der war ja auch Kanzler. Allerdings kam Hitler freiwillig und ohne rosa Kleid. Vielleicht wäre er sogar nicht erschienen, wenn er hätte so gekleidet sein müssen wie Frau Merkel. Und selbst in diesem Jahr – obwohl genauso tot wie Richard Wagner – ist er auf gewisse Weise bei den Bayreuther Festspielen anwesend gewesen. Als Geist schwebte er wohl über diese. Und in diesem Fall mag ich wohl sagen war das auch mal gut so. Denn was die diesjährige Regisseurin der „Meistersinger" – im übrigen eine Urenkelin von Richard Wagner - auf die Bühne brachte, muss (eigentlich) in der heutigen Zeit ganze Gehirnströme zum Fliessen bringen. Natürlich nicht bei Frau Rosa-Merkel. Da fliessen nur die Kleiderfalten und die Phrasen. Aber bei allen wahrhaft die Gesellschaft beobachtenden und auch erleidenden Menschen müsste es so sein. In besagter Inszenierung nämlich war Hans Sachs anfangs zwar, wie immer und „vorgegeben", ein erfolgloser Gröler. Aber – und hier kommt das Neue und Hitlers Geist ins Spiel, wenn auch anders wohl als dieser es selbst gewollt hätte (eigentlich) – seinen Erfolg daraufhin verdankte der zum Meistersinger sich etablierende Sachs in dieser Inszenierung nicht seinen geschult wachsenden Sangesleistungen, sondern schlicht und ergreifend seiner Kleidung. Nein, es war kein Kleid, sondern die Hitler-Tracht. Hans Sachs präsentierte sich eben als Neonazi und schon lag das Volk zu seinen Füßen, pries seinen Gesang und das Festspiel-Publikum buhte die Vorstellung aus. Kein Wunder, wenn man weiß, wer da entweder überteuert oder umsonst (auch rein bildungstechnisch) dort hingeht. Und selbst die über die Gesellschaft Grübelnden könnten vielleicht schnell zu der Meinung gelangen, dass diese gewagte gesellschaftskritische These in dieser Inszenierung entweder eher etwas Prophetisches haben könnte oder zu überzogen sei, wenn nicht ... ja, wenn nicht der Kreuzberger arbeitslose Alkoholiker Herr Mosch diese Bayreuther gewagte These einfach und klar in die Realität übersetzte und zwar nicht nur durch philosophisches Geschwafel, sondern durch Handeln. Es mag sein, dass Herr Mosch gar keine Ahnung von dieser Inszenierung hatte, es ist sogar zu vermuten, aber wissen können wir es nicht und wir werden es auch nicht mehr erfahren. Was hat Herr Mosch nun mit den Bayreuther Festspielen und eben jener Inszenierung zu tun? Herr Mosch liebt Wagner und Herr Mosch liebt militärische Kleidung und den Geist Hitlers. Herr Mosch ist jedoch frustriert. Und so kam es, dass er kurz nach der skandalösen Aufführung (nein, nicht des Merkelkleides, sondern der „Meistersinger") vor wenigen Tagen eine verbale Auseinandersetzung mit einem ausländisch-deutschem Mitbürger hatte und beide hatten keine Lust, es dabei zu belassen. Der eine holte eine Axt und Mosch hatte blöderweise eine Pistole dabei, mit der er schneller war als der Herr B. mit seiner Axt und diesen niederstreckte. Nicht tödlich, an der Schulter verletzt hat Mosch seinen „Gegner". Bis zu diesem Tag war Mosch ein saufender arbeitsloser bedeutungsloser kleiner Gröler, wie Hans Sachs im ersten Akt der Meistersinger. Das sollte sich ändern und Mosch wusste – vielleicht hatte er doch Kenntnis von dieser Inszenierung – genau wie. Er ging nach Hause, im polizeideutsch wenige Meter vom Tatort entfernt – und verbarrikadierte sich. Das SEK umstellte das Gebiet seiner Wohnung mit ca. 100 Polizisten, was Mosch zwar nicht wusste, aber genau an diesem Abend wollte. Er wollte ein Meistersinger werden. Er zog sich zwar keine Hitler-Tracht an (welche er angeblich jedoch wohl besaß), denn es war sehr warm an diesem Abend und so begnügte er sich mit einem freien Oberkörper und einem sogenannten Norwegerkreuz, als er sich den Polizisten fröhlich zuwinkend am Fenster zeigte. Er begann nun seine eigene Inszenierung, die ihn zum Berliner Meistersinger, zum Hans Sachs des Monats August werden lassen sollte. Herr Mosch aus Kreuzberg, den bis dahin niemand wirklich beachtete. Und er begann seine Inszenierung mit ... Wagner. Mit Wagners Musik beschallte er das SEK und die Umgebung. Später wechselte er zu wahrscheinlich neonazistischen Liedern. Er trank in seiner Wohnung, hatte Spass und Adrenalin, denn er wusste, von diesem Tage an ist er für bestimmte Menschen, ein bestimmtes Volk ... ein Held. Doch Held zu sein reicht nicht, das wusste auch Herr Mosch und je mehr er trank, desto mehr wurde er zum Hans Sachs der diesjährigen Bayreuther Meistersinger-Inszenierung. Man muss auch Märtyrer sein. Das hätte Wagner gefallen und Hitler auch. Und Frau Merkel hätte sich auch nur darüber geärgert, dass Mosch nicht im Einsatz in Afghanistan war. Eine Journalistin erreichte ihn telefonisch zu Hause und er erklärte ihr sein theatralisches Projekt und entschied sich für ein wahrhaft wagnerianisches Ende dieser Aufführung: „Ich will erschossen werden." Irgendwann gegen Mitternacht (Götterdämmerung) stürmte das SEK die Wohnung des Herrn Mosch. Er feuerte über sechzig Kugeln (laut Hausmeister-Aussage) in die Tür, durch welche die Polizisten wollten. Irgendwann war es dann still, das SEK hatte den Herrn Mosch, den Meistersinger von Kreuzberg. Herr Mosch hatte sich bei lauter Musik den Bauch selbst aufgeschlitzt und sich eine Kugel in den Kopf geschossen. Er ist erschossen worden. Irgendwie. Und es ist ja immerhin eine alte Bayreuther Weisheit, dass man manchen Skandal selbst organisieren muss, wenn es einer werden soll und die Presse sich darauf stürzt. Herr Mosch wusste das auch. Frau Merkel hätte es wissen können, wenn sie Empathikerin wäre oder überhaupt ein fühlendes Wesen, aber sie weiß nichts davon. Nichts von den Folgen ihrer Politik, nichts von dem Geist, den sie heraufbeschwört und mit dem sie Deutschland straft und immer weiter in die wagnerianische Götterdämmerung zieht, verfolgt von Hitlers Geist, nicht nur in Bayreuth, den sie selbst hervorgerufen hat, lange vor Bayreuth. Nein, das rosa Merkel merkelt nichts davon. Und das ist schlimm. Mal ganz abgesehen davon, dass es zu blöd und zu verfressen ist, wird es sich nicht um diese Ferkeleien bekümmern und niemals die Message der Meistersinger des Jahres 2007 verstehen. Wir sollten das Vieh einfach nicht mehr füttern. Sonst scheißt es uns noch das ganze Land zu.



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27.10.2007 ~ 17:21 Uhr ~ prospero schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 77991
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Uuuuund Action!!!!! möchte man laut rufen, denn alles alles alles ist nun schneller, besser, spannender und ... nee, romantischer nicht ... aber trotzdem ... überhaupterer als in jedem spektakulären Hollywoodstreifen, das Superspektakel Deutschland. Na okay, mit den Special Effects hapert es ein wenig. Und die Besetzung, zumindest was die Riege der leider etwas farblosen, partiell auch etwas durchgeknallten und in Hinsicht auf die Altstars leicht debil wirkenden (aufgrund welchen dauerhaften Drogenkonsums auch immer) Superstars betrifft, ist wohl auch ein leichter Fehlgriff der Casting-Agents. Aber trotzdem mal, wir müssen ja als Deutsche nicht immer nur rumnörgeln: Wer hätte denn gedacht, dass es ausgerechnet mal hierzulande abgehen würde – vor allem nach diesem verschnarchtem Sommer (nicht der DGB-Chef, der aber auch) – wie Schmidts Katze, wenn ihr ein spätpubertärer Tierfreund einen Böller an den Schwanz gesteckt hat.
Apropo Böller: Also wir bibabutzemannbomben jetzt ganz offiziell und sozusagen in Vertretung des Volkes in Afghanistan herum. (Ich entwerfe gerade eine Petition an den Bundestag, dass im Zusammenhang mit diesem wenn nicht frieden-, dann wohl ruhestiftendem Einsatz die Wiedereinfuhr von Mohnkuchen beim Bäcker nebenan Gesetz werden soll.). Ja, für unsere jungen Landsmänner und –frauInnen, die da unten nun jeden Tag ihre eigene Silvesterparty haben, ist ja nun auch für immer jeder Adrenalinkick beim Ansehen eines Filmes aus dem 2. Weltkrieg leider leider verloren. Tja, was nützt einem Vilsmaiers Stalingrad, wenn man vor sich ´nen Talibanen hat ... Ach, am liebsten möchte man da selber herumscharwenzeln, „Deutschland, Deutschland über alles ... im Tornado durch die Welt ...“ singen, denn die Bilder, die wir vom Irak-Krieg der öden Amis zu sehen bekamen, glichen doch eher einem völlig überalterten Computerspiel. Tetris im Dunkeln oder so. Ja, am liebsten ... ach, „Saw 4“, wenn den jemand drehen will, muß in Afghanistan spielen ...
Aber nein, nix zu jammern, nein, wir daheim müssen gar nicht traurig sein. Denn wir haben ja hier auch unseren putzig-lustigen Wolfgang Joseph Mielke, den gewitzten Quoten- und Luxusbehinderten in der Hauptdarstellermannschaft. Ein physisch und psychisch Eingeschränkter in einer Person, na, wenn das mal nicht ein tolles Argument für das Anti-Diskriminierungsgesetz ist. Ja, der Superwolf hat ja gemeinsam mit dem Jung-Schlumpf immer noch als doch noch den die Misere wendenden Special-Effect den Einsatz der Bundeswehr im Inneren in der Birne. Nein, nicht im Kohl, na das wär´n Einsatz. In dem Zusammenhang bin ich mir im übrigen gar nicht mal so sicher, ob das sooo gut ist, wenn die Linken in der Linken fordern: „Bundeswehr raus aus Afghanistan!“ Denn wenn unsere neudeutschen Action-Helden nicht mehr in Afghanistan herumtollen dürfen, müssen sie das ja zwangsläufig woanders tun. Schon mal des Spieltriebes wegen und auch, um die Action am Laufen zu halten. Denn jeder, der schon mal Computer so etwas durchgemacht hat, weiß: Regel Nr. 1: „Hast du erst ´ne Knarre in der Hand, ballerst du dich um den Verstand.“ Ist halt so´n Automatismus und ist eben geil, irgendwie. Ja, und wo sonst sollen sich denn unsere Kinder dann austoben, wenn sie in Afghanistan nicht spielen dürfen, als zu Hause eben? Also ich will diese Kinder nicht in meiner guten Stube haben. Das würde mich ängstigen. Insofern finde ich es ja ein wenig beruhigend, dass Mama Merkel gerade zur rechten Zeit das Gelände in Afrika sondiert hat. Als Pionier sozusagen. Wenn auch nicht als Thälmann-Pionier. Das hätte den Linken mal wieder gefallen, was? Wo sich die FDJ in Berlin doch wieder auf die Straße getraut. Obwohl ... manchmal habe ich den Eindruck habe ich den Eindruck, mittlerweile traut sich alles Mögliche wieder auf die Straße. Nur die Politiker nicht wirklich ...
Die Politiker, die fliegen lieber. So wie unsere wandelnde Umwelt-Tonne Siggi. Der Umwelt wegen würde mich mal brennend interessieren, ob ein schwer beladenes Flugzeug mehr Kerosin verbraucht als ein leicht beladenes. Weil ... dann würde ich doch lieber den schmalbrüstigen Münte fliegen lassen. Der Münte wäre ja beinahe sogar wirklich geflogen, wollte aber nicht. Also ist er eben einfach sitzengeblieben. Klassenerhalt nicht geschafft und trotzdem noch in der Bundesliga. Ein Wunder!
Trotz alledem heißt der Nr.1-Hit des Monats der SPD nicht „Wann wir schreiten Seit´ an Seit´“, sondern „Hier kommt Kurt ... ohne Helm und ohne Gurt ...“ Optisch wäre mir Frank Zander lieber, aber man kann ja nicht alles haben. Und das einzig Schöne an der Demokratie ist ja, so gesehen, dass man alles, was man hat, wieder austauschen, wegwerfen oder recyclen kann. Das fällt einem besonders auf, wenn man ein wenig über den eigenen Tellerrand hinaussieht. Oder – aus SPD-Sicht – einfach formuliert: „Wenn man die Füße sehen kann, indem man an sich herunterschaut.“ Na, uns Münte kann das, hat ihm aber nichts genutzt in seinem gläsernen Elfenbeinturmsarg. Hat er ja schon mal versucht, die Realität zu erblicken. Mitten im Wahlkampf. Bums, ist er umgefallen. Aber was mag er damals gesehen habe, als der Blick ihm in die eigene Seele fuhr? Daß Deutschland irgendwie nicht mehr zu retten ist, weil gerade dann, wenn man alles falsch gemacht hat, was man falsch machen kann, ein Ende der Qualen nur noch durch das Herunterfahren der Gesamtanlage auf einen Punkt Null möglich ist? Wenn man das gesellschaftspolitisch übersetzt, ist die SPD doch ein Haufen von Neomarxisten und will nur eins: die Revolution. Die sich eben laut neomarxistischer These nur dann herbeiführen lässt, wenn man dem Arbeiter erst die Arbeit und dann das Brot wegnimmt. Der Müntefering ganz allein zu Haus ist gegen die Revolution, denn er will ja einen Mindestlohn. Oder hat Münte damals gesehen, wie spannend im Gegensatz zu seinem Deutschland Europa ist? Nicht nur in Frankreich, wie wir ja schon seit Jahrhunderten wissen. In Polen wurde zum Beispiel gerade eben rechts abgewählt und in der Schweiz am selben Tag hart rechts gewählt. In Deutschland wählt man immer irgendwie die Mitte. Die Russen wiederum kennen solche Probleme gar nicht. Die haben bei sich Bürgerliche, schräge Vögel, Superstars, Militaristen, Philosophen, durchgeknallte Ganoven und das einfache Volk, die sogenannten Putinskis. Ach ja, und die Mafia. Aber die haben wir in Deutschland auch. Irgendwie ist heutzutage jeder Mafiosi, der mehr verdient als das Existenzminimum. Das mit Russland haben zumindest einige unserer deutschen Politiker im Auge gehabt. Also sie haben da etwas gesehen oder nur so ... gefühlt ... Nämlich, dass Putin, nachdem er als Präsident nicht mehr laut Verfassung kandidieren darf, nun Ministerpräsident werden will. Oh, da wehklagten die ideenlosen gelangweilten und langweilenden Deutsch-Demokraten lautstark. So etwas Undemokratisches würde in Deutschland nie passieren. Nein, bei uns in Deutschland würden wir beinahe dabei sein, wenn wir uns als Volk nicht irgendwann – und das nur aus einer albernen Laune heraus, Wechselstimmung genannt – doch anders entschieden hätten, die Straßen zu fegen und die Fassaden zu putzen, um uns so auf das 25jährige Dienstjubiläum von Helmut Kohl vorzubereiten. Ja, die Russen müssen wohl noch sehr viel von uns über Demokratie lernen. Aber das Monster aus der Pfalz regiert uns nicht mehr und zwar deshalb, weil wir als Volk eine Silbe mehr im Namen des Regierungschefs wünschten. Mehr haben wir ja auch nicht gekriegt. Ganz im Gegenteil. Diese blöde Silbe schieben wir immer noch, jetzt zahnlos geworden, blöde lächelnd und der Dinge harrend, im Munde hin und her. Ja, wie heißt es so schön bei Gundermann: „Die Führer komm´, die Führer gehen, nur das deutsche Volk bleibt ... doof.“
Immerhin jedoch hat es die GDL mit einer raffinierten Imagekampagne geschafft, dass man in Deutschland das Wort „Führer“ heutzutage erst mit „Lok-Führer“ und dann erst mit Adolf Hitler assoziiert. Ich finde bloß nicht, dass sie mit ihren Aktionen der Bahn selbst Probleme bereitet, abgesehen mal nur davon, dass noch mehr Action ins Schaustück Deutschland kommt. Man hat sich eben wieder etwas zu erzählen. „Wie ich den Streik der Lokführer überlebte.“ Na gut, aber ich finde, die Bahn selbst und somit ihr neuerdings umweltfreundlicher Eigner, der Bund, hat ein ganz anderes Problem. Ich wollte mit der Bahn nach Düsseldorf fahren. Mit der sogenannten Umweltcard 25 würde ich für die Strecke Berlin-Düsseldorf-Berlin über 130€ zahlen. Mit dem benzinverkleckerndem Überlandbus – dem Hauptverkehrsmittel der Amerikaner übrigens – kostet mich dieselbe Strecke 75€. Also fahre ich als Hartzi doch lieber mit dem umweltbelastendem Fahrzeug. Da verstehe ich unseren fetten Siggi auch wieder. Vielleicht sollte ich ihn einfach in seinem Umweltministerium mal anrufen und fragen, ob er mich mitnimmt mit der Flugbereitschaft der Bundeswehr. Und überhaupt ... das wäre mal ein guter Gedanke für den Einsatz der Bundeswehr im Innerene. So als ... Mitflug-Zentrale für alle. Und Geld spart es auch. Und sicher ist es auch. Denn immerhin gilt ja für Flugzeugpassagiere dieselbe Regel wie für alle Politiker: „Oben geblieben ... ist noch keiner.“



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21.11.2007 ~ 13:38 Uhr ~ prospero schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 85198
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Eigentlich war der Sommer doch recht langweilig. Der Aufschwung kommt wohl doch nicht mehr. Und all die, die glaubten, ihn schon gesehen zu haben, sind sich selbst auch nicht mehr so ganz sicher, ob es nicht doch eine durch arabische terroristische Fakire illusionistisch hervorgerufene Fata Morgana gewesen sein könnte. Eigentlich ist der Sommer immer noch recht langweilig. Irgendwie will keiner mehr so richtig mitmachen, egal worum es geht. Deutschland gewinnt gegen England? Na und, dafür sponsort Chavez in London den Hartz-IV-Empfängern die U-Bahn-Ticketts, obwohl es in England nicht mal Hartz IV gibt. Ja, wenn jetzt der Lafontaine regieren würde ... aber ach ... die Börse kündigt unaufgeregt, ja gähnend eine Weltwirtschaftskrise an, obwohl die schon lange da ist und der Dauerpatient Kapitalismus nur noch durch künstliche Beatmung am Leben erhalten werden kann. Naja, und durch künstliche Ernährung, also mit künstlichem Geld. Ja, was ist denn nun mit dieser blöden Gesundheitsreform, Schmidtchen Schleicher? Eigentlich ist dieser Sommer so was von ... boah, ist das laaangweilig. Obwohl er wettermäßig ja nicht unbedingt der uninteressanteste war, das muß man schon sagen. Und auch so, also vom Sommerfeeling her, das war schon schwarz-rot-geil ... irgendwie. Immer war was los und immer mal was anderes, besser als das Fernsehprogramm allemal, das Wetter, der Sommer und trotzdem ... Es kann ja nicht immer nur alles vom Wetter abhängig sein. Auch die gute Laune nicht. Wir sind nun mal Deutsche und wir haben irgendwie gerade mal alle keinen Bock mehr außer vielleicht auf ein bisschen Komasaufen, ein bisschen S-Bahn-Surfen, ein bisschen öffentlichkeitswirksame Selbsthinrichtung, ein bisschen Kinderficken oder – wenn man dasselbe in platonisch mag – Jury bei einer Casting-Show spielen und ein bisschen Inder durch Mügeln jagen. Ist ja alles, so gesehen, auch ganz lustig, aber irgendwie hatten wir das alles auch schon mal und nun ist es auch langsam wieder gut und soooo ... laaaangweilig.

Vielleicht liegt es daran, dass der Sommer auch so ein bisschen politikfreie Zeit gewesen ist, wenn man mal von Seehofers Poly-Fick und Tiefensees Geschwindigkeitsrausch (mit 14km/h mit einem Motorboot auf der Spree, ja, das ist die deutsche Version von „Speed") absieht. Ausgerechnet in ihrer Abwesenheit wird den Deutschen klar, wie sehr sie ihre Kanzlermama vermissen, die gestrenge Gouvernante und Frau Dr. Müller aus der Fernsehwerbung kann die nun auch nicht ersetzen, so dass wir sie prompt mal in der Beliebtheitsumfrage auf Platz eins gewählt haben. Und Lafontaine, der alte Schnarchsack, steigt in den Augen des Volkes in seiner Bedeutung ganz weit rauf, weil ja wohl doch irgendwas an ihm dran sein muß, wenn die einzigen politischen Äußerungen der Boulevardblätter in diesem Sommer aus Lafo-Beschimpfungen bestanden. Und aus Chavez-Beschimpfungen. Dafür kriegen jetzt die Engländer das schöne Petro-Geld aus Venezuela und die deutschen nicht, nur wegen der Scheiß-Bild-Zeitung. Verklagen! Und alle Leser gleich mit! Da können die Tommys zehnmal gegen uns im Fußball verlieren, das ist ja auch nur laaangweilig ... wir wollen die Ticketts. Ja, und Lafos letzter Konkurrent aus SPD-Zeiten seit Schröders politischem Freitod, also der Franz der Münte der Fering, der kann sich ja diese Lafo-Umfragewerte nicht gefallen lassen und deshalb hat er sich nun etwas ganz Tolles ausgedacht. Jetzt, wo die Postler Mindestlohn kriegen, will Münte nun auch mal wieder ... ooooch, wie laaangweilig ... mindestens Lohn. Jaja, das hatten wir auch schon mal ... . Naja, etwas Neues war dabei. Nämlich der Zusammenhang. Ist ihm im 07er Winter gar keiner eingefallen, ist ihm im Sommer sogar richtiggehend einer zugeflogen, wohl mit den Moskitos und den anderen exotischen Insekten, die sich hier bei uns breit machen. Denn während der Sommer klimawandelnd übers Land huschte, kam mit ihm, wie es schon bereits in der Bibel prophezeit wurde, eine große Teuerung. Diese betraf vor allem Lebensmittel sowie stetige Flexibilitätskosten, also Benzin und so. Deshalb sind manche auch auf die Idee gekommen, die Hartz-IV-Regelsätze sozusagen an die Inflationsrate, an die Teuerung eben, anzugleichen. Gut, sagte nun unser Mr. Red Skarf, das will ich auch, aber nur, wenn es dann auch mindestens Lohn gibt. So, das haben wir nun alle davon. Und wirklich alle. Denn natürlich hätte der Franz-Is-Kaner (bayrischer Slang) auch einfach sagen können, dass er weder die Regelsatzerhöhung noch den Mindestlohn wirklich will. Aber dann wäre er ja kein richtiger Politiker nach neudeutsch-demokratischem Verständnis. So fordert er eben halt mal beides in der Hoffnung, es käme zu nichts davon, denn dann hätte er für die nächste Wahl ja gar kein Wahlkampfthema mehr, und er würde aber dennoch wegen eben dieser Forderung viel beliebter sein beim Volke als der blöde Mini-Napoleon von der Saar mit seiner „Roten Armee". Aber was geschieht? Es interessiert einfach keine Sau. Stupide fordern ein paar Leute weiter sowohl die Regelsatzerhöhung als auch den Mindestlohn, als hätte überhaupt keiner etwas gesagt und vor allem nicht, dass er als führender Mitregierender selbiges fordert. Und es ist noch viel verheerender. Den ganzen Parteien laufen die Leute immer noch in Scharen weg. Gut, bei einer im Osten sterben sie auch weg. Nun haben die Parteibosse bis hinunter zur Ortsebene ja fast gar keine Spielkameraden mehr. O ja, da können einem schon die Tränen kommen. Aber wozu für einen mitleiden und mitweinen, der sich in den letzten Jahren immer taub gestellt hat und jetzt schmollt, weil ihm nun wiederum auch keiner mehr zuhört. Inzwischen haben das diese merkwürdigen Parteimenschen wohl auch begriffen und kurzerhand beschlossen, ihrer Einsamkeit Abhilfe zu schaffen. Nein, nicht indem sie plötzlich dem Volk wieder zuhören würden. Wo kämen wir denn dahin? Das wäre ja ein Eingeständnis eines Versagens und von Volksferne. Nein, weil sie keine Spielkameraden mehr haben, wollen sie eben mehr Spielzeug haben. Und zwar in Form von mehr Geld. Naja, wem´s schmeckt und wem´s die vereinsamte und verarmte Seele erheitert ... Für uns, also für das einfache blöde Volk bleibt nach wie vor nur ein Fazit: „Wie langweilig." Ja, die Politik ist immer saftloser und asexueller geworden, mal abgesehen von der nervtötenden Midlife-Crisis einer Ex-CSU-Landrätin. Da ist es doch einfach toll, dass es nun im Herbst neue Staffeln unserer Lieblingsserien gibt. Und wenn das nichts helfen sollte, denn vom ständigen Aufkochen wird kein Essen besser ... wie wär´s denn mit ´ner Runde S-Bahn-Surfen oder einfach mal mit einem kollektiven Vor-den-Bundestag-Kotzen nach 150 Cuba Libre auf die Revolution ... in Venezuela? Oder wir lassen uns heimlich Samstag nach 20.00 Uhr im Lidl einschließen. Das merkt keiner. Dann hätten wir mindestens etwas mit Münteferings Äußerungen gemeinsam. Und satt würden wir auch noch werden. Tut ja not ... bei den Preisen.


Dieser Beitrag wurde 1 mal bearbeitet, zum letzten Mal von prospero: 21.11.2007 13:43.



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