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prospero   Zeige prospero auf Karte FT-Nutzer
235 geschriebene Beiträge
Wohnort: Berlin Reichstag



04.11.2019 ~ 06:16 Uhr ~ prospero schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 967624
gelesener Beitrag - ID 967624


Das Bündnis aus Faschismus und Kapitalmacht hat Chile zum neoliberalen Experimentierlabor gemacht. Die These, dass es keine Gesellschaft gibt, nur konkurrierende Einzelwesen, dass alles Öffentliche privatisiert und dem Profit unterworfen gehöre, ist zur herrschenden Ideologie nach 1989 geworden. "Es gibt keine Alternative" ist von SPD und Grünen zur Begründung für die massivsten Sozialkürzungen seit 1945 geworden. Diese Erzählung von der Ohnmacht des Einzelnen, der Notwendigkeit allseitiger Konkurrenz hat tiefe Spuren nicht nur in Ökonomie und Sozialwesen, sondern auch in den Köpfen vieler Menschen hinterlassen.
Der gesellschaftlichen Linken ist es nicht gelungen, Gegenmacht aufzubauen, auch weil sie durch die Taten von rot-grün zum Teil wie gelähmt war. Dagegen konnte sich in den letzten Jahren die radikale, sozialdarwinistische Variante in Form von Nationalismus, Rassismus und Abschottung als vermeintliche Alternative (real aber Zuspitzung bestehender Ungleichheiten) etablieren. Wenn jetzt die CDU in Thüringen zum ersten Mal die Braun-Blauen in irgendeiner Form einbinden sollte, ist das nicht nur skrupellos, sondern auch realer Ausdruck ideologischer Gemeinsamkeiten.
Im neoliberalen Chile hat sich eine Bewegung aus Jugendlichen, Studierenden, Frauen, queeren Menschen, Gewerkschafter*innen und Arbeiter*innen aufgemacht, Schluss zu machen mit dem Neoliberalismus und den Überbleibseln des Faschismus, Ungleichheit nicht mehr als naturgegeben hinzunehmen. In Deutschland haben die unterschiedlichen Bewegungen gegen Nazis, gegen Überwachungsgesetze, für bezahlbares Wohnen, für unteilbare Solidarität und vor allem die Klimagerechts-Bewegung die Alternativlosigkeit radikal in Frage gestellt, die Notwendigkeit, unsere Gesellschaft zu verändern, auf die Tagesordnung gesetzt.
Wohin die Reise geht, ist genauso wenig klar, wie die Mittel und die einzelnen Schritte. Nur eines ist klar: Mit den Rezepten der Vergangenheit, mit Profitlogik und Marktgläubigkeit wird es nicht klappen. Wir müssen radikal Schluss machen mit der neoliberalen Ideologie, die Perspektive stark machen, dass dieser Kapitalismus überwunden werden muss. Wir müssen erzählen, wie es anders gehen kann, wie Kooperation und Solidarität, global nicht nur national, zu mehr Lebensqualität (nicht mehr Wachstum!), mehr Gerechtigkeit für alle Menschen führen können. Die Antworten haben wir, die Techniken haben wir, die Konzepte haben wir. Wir brauchen nur den Mut, diese Geschichte zu erzählen.



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prospero   Zeige prospero auf Karte FT-Nutzer
235 geschriebene Beiträge
Wohnort: Berlin Reichstag



02.12.2019 ~ 09:32 Uhr ~ prospero schreibt:
FT-Nutzer seit: 03.09.2007
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 970332
gelesener Beitrag - ID 970332


Es wurde wieder bekannt das es sie gibt, die dubiosen Spender, die illegal den Medienschmutzwahlkampf der AfD finanzieren.
Leider kann man mit viel Geld in der Politik viel erreichen.
Die sozialen Medien sind in ideales Werkzeug, um das langsam wirkende Gift direkt in die Ohren der Wähler zu träufeln.

Zitat:
Laut internen Buchhaltungsunterlagen, die dem SPIEGEL und der Schweizer Wochenzeitung "WOZ" vorliegen, verstieß die AfD in den Jahren 2013 und 2014 mehrfach gegen das Parteiengesetz. Es geht um nicht ordnungsgemäß deklarierte und wohl unzulässige Spenden in einer Gesamthöhe von rund 55.000 Euro.
So verschwieg die AfD in einem Fall eine Zuwendung in Höhe von 11.900 Euro, mit der eine Parteiveranstaltung in Krefeld finanziert worden war. In einem Schreiben des Spenders an die Partei hieß es dazu, der Rechnungsbetrag sei wunschgemäß "gestückelt" worden.
Den Dokumenten zufolge nutzte die AfD zudem in ihrer Gründerzeit eine schwarze Kasse, aus der Wahlkampfaktivitäten für ausgewählte Parteigliederungen sowie den damaligen Co-Vorsitzenden der AfD, Konrad Adam, finanziert wurden.

(SPIEGEL)

Eine Folge ist, dass sogar ich, mit meinem eindeutig linken Profil auf Facebook und Co geradezu mit AfD-Beiträgen überschüttet werde.
Gestern bekam ich an einem Tag nicht weniger als 12 AFD-Werbe-Postings vorgesetzt.

Dabei gehen die braunen Hetzer inzwischen perfider und gezielter vor.
Sie posaunen nicht mehr gleich ihre martialische xenophobe Hetze heraus, sondern geben sich erst einmal besorgt, fragen scheinbar den Normalbürger nach seinen Befindlichkeiten.
Dabei wird auch inzwischen das allzu abschreckende weißblaue AfD-Logo erst einmal vermieden.
Es sind Methoden wie bei Scientology in den 1980er Jahren, als man in deutschen Innenstädten massiv von ihnen angesprochen wurde.
Bei dem Wort Scientology winkten aber so viele ab, dass die Werber unter falscher Fahne auftraten. Sie gaben sich ebenso besorgt, machten Hilfsangebote, hörten zu und kamen erst langsam mit Broschüren in Wallung.
AfD-Abgeordnete melden sich nicht mit ihren Positionen oder Funktionen auf meinem Profil, sondern nur noch mit ihrem Namen und beispielsweise der Bezeichnung „MdB“ – das war früher mal ein bedeutendes Kürzel. Wer es in den Bundestag gebracht hat, musste etwas taugen.
Bei fast 100 braunen Abgeordneten kann man das nicht mehr sagen.

Zitat:
Geschlossen rechts außen
Bescheidenheit gehörte noch nie zu den herausragenden Merkmalen der AfD; nach dem Parteitag von Braunschweig ist eine Art rechter Größenwahn zu diagnostizieren.
Alles verlief nach den Plänen der AfD-Strippenzieher, zu denen Alexander Gauand wie Björn Höcke zählte. Mit einem unerwartet guten Ergebnis wurde Jörg Meuthen bestätigt, an seine Seite der sächsiche Malermeister Tino Chrupalla als Nachfolger von Alexander Gauland gewählt. Tatsächlich gab es in Braunschweig nur deshalb keinen weiteren Rechtsruck, weil die Partei längst geschlossen rechts außen steht. Meuthen und Chrupalla, aber auch Gauland und die zur stellvertretenden Parteichefin gewählte Alice Weidel befinden sich in bestem Einvernehmen mit den Rechten um Höcke. Man stützt und braucht einander und ist sich sehr einig, wenn gegen Menschen gehetzt wird, die nicht zum eigenen Weltbild passen, ob nun wegen ihrer Herkunft oder ihrer Haltung.
Wer da ausbricht, kriegt Probleme. Es ist mehr als eine Randnotiz wert, dass gerade jene mit ihren Bewerbungen um Vize-Posten scheiterten, die sich mal offen gegen Höcke stellten, wie der Berliner AfD-Chef Georg Pazderski. Auch er ist kein moderater Politiker, zählt aber zu den wenigen, die ihre Partei schon mal ernsthaft zur Mäßigung aufforderten. Aber das passt nicht in die geschlossene Denkwelt der AfD, die alle anderen für irregeleitet hält. Die Hybris und der Hass auf die anderen zeigen, wie weit im politischen Abseits die AfD steht.

( SZ )

Sie sind einfach nur eine Pest. Man sollte ihnen aber zumindest widersprechen.



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prospero   Zeige prospero auf Karte FT-Nutzer
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03.12.2019 ~ 12:52 Uhr ~ prospero schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 970502
gelesener Beitrag - ID 970502


Das Problem aller gegenwärtigen Propaganda ist, dass man dem Imperialismus, der mehr Grund zu Vorwürfen bietet als jede Gesellschaftsform sonst, gar nichts vorwerfen kann: weil ihm gelungen ist, den Leuten alle Kriterien für recht und unrecht, wahr und falsch, schön und hässlich aus den Hirnen zu waschen. Nichts gilt mehr, und wie argumentieren, wo nichts gilt? Das Waschmittel ist der Positivismus, die Wäscherei das Fernsehen. Es gibt Ausbeutung, es gibt Elend, es gibt Arbeitslosigkeit, es gibt Verweigerung von Gesundheit, es gibt Mietwucher, es gibt Bürokratie, es gibt die Gewohnheit der öffentlichen Lüge, es gibt Krieg. Alle wissen es, keiner bezweifelts, und keinen störts.
(Peter Hacks, Schriftsteller)

Die breite Masse will keine echten Veränderungen. Sie wollen schnulzig‐schmalzige Popsongs, dümmliche Casting‐Shows sowie Pseudo‐Social‐Doku‐Soaps, noch dümmere Talrunden, Gehirn‐Aus‐Superhelden‐Filme und einen weltverleugnenden Biedermeier Familien‐Bunker, wo sie den Rest der Welt ignorant von sich schieben können. Solange das so bleibt, werden Aufklärer zu Querulanten und wird Unrecht zu Recht.



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gastli   Zeige gastli auf Karte FT-Nutzer
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23.01.2020 ~ 22:30 Uhr ~ gastli schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 975305
gelesener Beitrag - ID 975305


Mit Hartz IV haben es die Bundesregierungen in nur 15 Jahren geschafft,
Erwerbslose zu diskreditieren,
unzählige Arbeitsplätze in prekäre Beschäftigungen umzuwandeln,
die Obdachlosigkeit zu fördern,
die Peinlichkeit von Tafeln aus dem gesellschaftlichen Fokus auszuradieren
und einen Kontroll- und Repressionsapparat zu installieren, der seines Gleichen sucht und gern auch mal Vorgaben und Urteile des Bundesverfassungsgerichts ignoriert und die Menschenwürde mit Füßen tritt.

Mit Fremdenfeindlichkeit und Naziparolen hat die AfD es daraufhin in nur 5 Jahren geschafft, den Faschismus wieder salonfähig zu machen.

Wer denkt, dass das Letztere ohne das Erstere möglich gewesen wäre, hat nichts begriffen.
Das System “Kapitalismus“ beruht auf der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen.
Und damit diese Ausgebeuteten sich nicht gegen das System als solches zusammenschließen, schützt es sich durch rechte Bewegungen, die Unzufriedene auffangen und radikalisieren ohne jedoch dabei die systemischen Ursachen für die Unzufriedenheit zu benennen oder gar anzugreifen.

Der Zweite Weltkrieg war der Karren, der das kapitalistische System aus der Krise schleppte. Er war in dieser Form möglich, weil unzufriedene Menschen in der Wirtschaftskrise mittels national“sozialistischer“ [Was für ein geschmackloser Witz!] Rattenfänger und einer Religion als Feindbild vor den Karren des kapitalistischen Systems gespannt wurden, damit sie nicht stattdessen kommunistisch wählen und agieren konnten.
Das Ergebnis waren 65 Millionen Todesopfer.

Wer sich heute wieder mittels rechter oder rechtsradikaler Ideologie vor den Systemkarren spannen lässt, sollte sich dieser Zusammenhänge bewusst sein.
Im Augenblick stärkt die AfD die Akzeptanz kapitalistischer Wirtschaftspolitik, indem sie die menschengemachte Umweltverschmutzung relativiert oder als zwingend notwendig darstellt, den Anteil der Menschen am Klimawandel leugnet und eine weiterhin profit- statt grundbedarfsorientierte Produktion propagiert und periphere Ausbeutung inbegriffen.

Wie lange es wohl noch dauert, bis man sie mittels eines passenden Feindbilds vor den nächsten Karren spannen kann?
Eigentlich möchte ich das lieber nicht herausfinden müssen.

Fakt ist: Der Kapitalismus braucht den Krieg, die Ausbeutung und die Verelendung von ständig anwachsenden Menschenmassen.
Und jeder, der den Kapitalismus befürwortet, befürwortet und begünstigt damit auch dessen Folgen.
Sogar, wenn er sie so zum Kotzen findet, dass er ihretwegen überhaupt erst auf einem AfD-Fliegenfänger gelandet ist und nun dort festklebt.
Das Ergebnis der Sozialgesetzgebung in der Weimarer Republik waren soziale Verwerfungen und Klassenkampf und schließlich eine starke rechte Bewegung, die in Massen- und Völkermord gipfelte.

Mit Hartz 4 hat man dennoch wieder eine Sozialgesetzgebung installiert, die weitgehend auf denselben Prinzipien beruht und auf Armut, Obdachlosigkeit, Repressionen und die Diskreditierung ständig wachsender Bevölkerungsteile hinausläuft.
Und nun mimen die Täter Bestürzung darüber, dass der Faschismus in Deutschland nicht nur wieder salonfähig ist, sondern sich unter ähnlichen sozialen Bedingungen auch in anderen Ländern blendend entwickelt.

Ich persönlich denke nicht, dass da jemand aus der Geschichte nichts gelernt hat, sondern dass alles genau nach Plan läuft und man den Auslöser ganz bewusst installiert hat, um genau diesen Effekt zu erhalten.



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Dieser Beitrag wurde 1 mal bearbeitet, zum letzten Mal von gastli: 23.01.2020 22:32.



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prospero   Zeige prospero auf Karte FT-Nutzer
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20.02.2020 ~ 14:40 Uhr ~ prospero schreibt:
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RE: Gedanken zur Zeit Beitrag Kennung: 978015
gelesener Beitrag - ID 978015


Schon wieder.
Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier steht vor den Mikrofonen und Kameras und weiß erstmal nicht, was er sagen soll.
Er sucht nach Worten.
Wahrscheinlich nicht, weil er völlig bestürzt ist über das, was in Hanau geschah, sondern vielleicht aus dem einfachen Impuls: Haben wir nicht schon alles gesagt?
Es ist der zweite, dritte oder vierte Mordanschlag seit einem Jahr, es sterben Menschen, weil andere ihnen das Recht absprechen, hier zu leben. Alle, die sich darüber einig sind, dass dies ein Problem ist, nennen es auch beim Namen: Rassismus.
Und Rassismus tötet.
Die anderen sagen, es ist irgendwie tragisch und bestürzend, ein weiterer Einzelfall (unter verdammt vielen Einzelfällen) und diesmal aber wirklich ein von Wahnsinn befallener (als ob Rassismus kein Wahnsinn wäre).
Nachher spricht die Bundeskanzlerin.
Was soll sie dazu sagen?
Man werde den Rechtsextremismus ernster nehmen, über Waffenverbote sprechen und aber auch jetzt vor allen Dingen an die Hinterbliebenen denken.
Was haben die aber davon?

Ali Ertan Toprak, der Vorsitzende der Kurdischen Gemeinde in Deutschland, hat heute vorgeschlagen, man solle doch die wahnhaften Rechtsextremisten endlich so bekämpfen wie damals die RAF, also mit der wirklichen Anstrengung, etwas zu Verhindern, weil es uns bedroht. Also die, die jetzt gestorben sind, auch zu UNS gehören. Unter den Toten waren vor allen Dingen Kurden. Kurden, die geflohen sind vor zehn oder zwanzig oder dreißig Jahren aus Staaten, die ihnen das Recht abgesprochen haben, dort zu leben. Ihnen und den anderen 17 Millionen Menschen in Deutschland, die einen sogenannten "Migrationshintergrund" haben (was für ein schwachsinniges Wort), verweigern wir standhaft das UNS.

Vielleicht weil war deswegen heute früh der hessische Ministerpräsident so unsicher und vielleicht wirkt die Politikik so hilflos: Weil sie spüren, dass all ihre gutgemeinten Worte und Handlungsabsichten auf einer Lüge aufbauen: Dass dies in Deutschland immer noch alles andere selbstverständlich ist: von woanders kommen und dann einfach hier leben. Dass der Staat dies eher als eine untergordnete Aufgabe betrachtet: es selbstverständlich werden zu lassen. Es ist nicht so wichtig.
Also bist du einer von 17 Millionen Anderen in diesem Land, wirst anders behandelt und bist schließlich vom Tode bedroht. Und das ist kein Einzelfall. Das gehört zur Realität deines Alltags. Wie traumatisch dies ist, kriegt das große UNS erst immer dann zu spüren, wenn es passiert ist. Wenn ein deutscher Sportschütze zu seinen Waffen (warum haben Menschen einfach so Waffen?) gegriffen hat und die "Anderen" umbringt, einfach mal so. Weil er es kann. Weil der Staat es durch Nichtstun möglich macht.

Navid Kermani stand 2014 vor dem Deutschen Bundestag und sprach diesem Land seinen Dank aus, dass es in den ersten Artikel seines Grundgesetzes so einzigartig schön und fest die beiden Sätze geschrieben hat: "Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt." Da waren wir alle stolz. Weil Kermani es uns sagte, dessen Eltern nach Deutschland einwanderten. Dass er in seiner Rede auch forderte, das Parodoxon des zweiten Satz durch politisches Handeln aufzulösen - der Schutz muss mehr mehr als Verpflichtung sein - das war schon ganz schön kompliziert und das Bundestagsprotikoll verzeichnet da nur: "kurzer Beifall".

Seit 2014 wurden 26 Menschen in Deutschland ermordet, weil die staatliche Gewalt und die Verpflichtung zum Schutz sie nicht bewahren konnte vor dem Wahn von Deutschen, in diesem Land nicht leben zu dürfen.



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