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holgersheim hat am 16. Februar 2009 um 11:15 Uhr folgendes geschrieben:
Setzt alles in Bewegung das der Bundestag sich mit diesem Thema beschäftigen muss. Es ist eine großartige Chance. |
nein, das glaube ich nicht, ich denke da überschätzt du den wert der bundestagsdebatten im allgemeinen und den von petitionen im speziellen;
auch glaube ich nicht, dass ein solcher vorschlag die erforderlichen parlamentarischen (von demokratischen will ich gar nicht erst reden) mehrheiten bekäme;
eine solche maßnahme war dem system nicht einmal abzuringen, als es durch das bestehen des soz. lagers noch gezwungen war, sich anzupassen und vom profit etwas an die lohnabhängig arbeitenden menschen abzugeben; heute, wo dieser zwang durch den wegfall des anderen systems nicht mehr besteht, wird es zu einer solchen "reform" garantiert nicht kommen
im übrigen: das kapital kauft die arbeitskraft stets zu ihrem wert ein
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Was ist nun also der Wert der Arbeitskraft?
Wie der jeder andern Ware ist der Wert bestimmt durch das zu ihrer Produktion notwendige Arbeitsquantum. Die Arbeitskraft eines Menschen existiert nur in seiner lebendigen Leiblichkeit. Eine gewisse Menge Lebensmittel muß ein Mensch konsumieren, um aufzuwachsen und sich am Leben zu erhalten. Der Mensch unterliegt jedoch, wie die Maschine, der Abnutzung und muß durch einen andern Menschen ersetzt werden. Außer der zu seiner eignen Erhaltung erheischten Lebensmittel bedarf er einer andern Lebensmittelmenge, um eine gewisse Zahl Kinder aufzuziehn, die ihn auf dem Arbeitsmarkt zu ersetzen und das Geschlecht der Arbeiter zu verewigen haben. Mehr noch, um seine Arbeitskraft zu entwickeln und ein gegebnes Geschick zu erwerben, muß eine weitere Menge von Werten verausgabt werden. Für unsern Zweck genügt es, nur Durchschnittsarbeit in Betracht zu ziehn, deren Erziehungs- und Ausbildungskosten verschwindend geringe Größen sind. Dennoch muß ich diese Gelegenheit zu der Feststellung benutzen, daß, genauso wie die Produktionskosten für Arbeitskräfte verschiedner Qualität nun einmal verschieden sind, auch die Werte der in verschiednen Geschäftszweigen beschäftigten Arbeitskräfte verschieden sein müssen. Der Ruf nach Gleichheit der Löhne beruht daher auf einem Irrtum, ist ein unerfüllbarer törichter Wunsch. Er ist die Frucht jenes falschen und platten Radikalismus, der die Voraussetzungen annimmt, die Schlußfolgerungen aber umgehn möchte. Auf Basis des Lohnsystems wird der Wert der Arbeitskraft in derselben Weise festgesetzt wie der jeder andern Ware; und da verschiedne Arten Arbeitskraft verschiedne Werte haben oder verschiedne Arbeitsquanta zu ihrer Produktion erheischen, so müssen sie auf dem Arbeitsmarkt verschiedne Preise erzielen. Nach gleicher oder gar gerechter Entlohnung auf Basis des Lohnsystems rufen, ist dasselbe, wie auf Basis des Systems der Sklaverei nach Freiheit zu rufen. Was ihr für recht oder gerecht erachtet, steht nicht in Frage. Die Frage ist: Was ist bei einem gegebnen Produktionssystem notwendig und unvermeidlich?
Nach dem Dargelegten dürfte es klar sein, daß der Wert der Arbeitskraft bestimmt ist durch den Wert der Lebensmittel, die zur Produktion, Entwicklung, Erhaltung und Verewigung der Arbeitskraft erheischt sind.
(Marx: Lohn, Preis und Profit) |
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„Die Summe der Lebensmittel muss also hinreichen, das arbeitende Individuum als arbeitendes Individuum in seinem normalen Lebenszustand zu erhalten. Die natürlichen Bedürfnisse selbst, wie Nahrung, Kleidung, Heizung, Wohnung usw., sind verschieden je nach den klimatischen und anderen natürlichen Eigentümlichkeiten eines Landes. Andererseits ist der Umfang sog. notwendiger Bedürfnisse, wie die Art ihrer Befriedigung, selbst ein historisches Produkt und hängt daher großenteils von der Kulturstufe eines Landes, unter anderem auch wesentlich davon ab, unter welchen Bedingungen, und daher mit welchen Gewohnheiten und Lebensansprüchen die Klasse der freien Arbeiter sich gebildet hat. Im Gegensatz zu den anderen Waren enthält also die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein historisches und moralisches Element. Für ein bestimmtes Land, zu einer bestimmten Periode jedoch, ist der Durchschnitts-Umkreis der notwendigen Lebensmittel gegeben.“ K. Marx, Kapital I, MEW 23, 185.
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gerade das historisch-moralische element ist derzeit - schlagwort globalisierung - einem nach unten nivellierendem druck ausgesetzt, der die "freiwillige" einführung einer "bedingslosen grundsicherung" in der brd m.e. ausschließt; insofern gebe ich denen recht, die voraussagen, dass das kapital sich dann auf die verstärkte suche nach orten begäbe, wo der wert der arbeitskraft wesentlich geringer ist; die einführung einer "bedingungslosen grundsicherung" macht daher nur sinn, wenn sie allerorten stattfindet, global also; und nur wenn die lohabhängig arbeitenden das endlich begreifen, dass sie dem global handelnden kapital auch global antworten müssen, wird sich vielleicht noch gesellschaftlicher fortschritt erreichen lassen
Dieser Beitrag wurde 2 mal bearbeitet, zum letzten Mal von herrenlos: 16.02.2009 15:12.
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