Die Sicherheit bei Demonstrationen

die_gute_fee
Zitat:
U.Walluhn hat am 29. Oktober 2007 um 14:00 Uhr folgendes geschrieben:
"Anarchie ist Sozialismus und Freiheit in einem. Freiheit ohne Sozialismus besteht aus Privilegien und Sozialismus ohne Freiheit bedeutet Gewalt und Unterdrückung.
(Michail Bakunin)" Frefflicher kann man es nicht schreiben. Die Linke will Anarchie. Anarchie aber hat noch nie etws positives zu Wege gebracht, sondern in der Menschheitsgeschichte stets zu Leid, Not und Untergang geführt.


Versteh ich nicht, ich dachte, Du bist für Sozialismus?! Aber gegen Freiheit?
"Anarchie ist Sozialismus und Freiheit in einem." Sozialismus und Freiheit sind doch halbwegs positiv besetzte Begriffe, wenn die "Linke" diese Ziele tatsächlich erreichen will, was ist daran schlecht?
Nebenbei: ich halte Sozialismus für eine Utopie, einen schönen Traum, der nicht erreicht werden kann.

Ein paar Beispiele aus der Menschheitsgeschichte als Beleg Deiner These fände ich gut, vor allem mit einer Begründung, warum Anarchie als (umgesetzte) politische Idee zu Leid, Not und Untergang geführt hat. Mir ist kein Gesellschaftliches Experiment bekannt, dass annähernd an die Definition von Anarchie bzw. Anarchismus heranreicht. Alle Versuche, so etwas ähnliches aufzubauen (z.B. Machno) wurden von Außen mit Gewalt erstickt.
U.Walluhn
Ein Beispiel für Anarchie? Lenins Oktoberrevolution. Russland versank in Anarchie, Not und Elend. Zum Glück kam Lenin um 1922 zur Besinnung und steuerte auf die Neue Ökonomische Poltik um. Es half ansatzweise. Leider nicht lange, da kurz darauf Stalin begann, seine Führerdiktatur zu errichten.
Und noch ein Beispiel für Anarchie? Die Herrschaft der SMA in Mitteldeutschland ab Sommer 1945.
Ich plädiere für einen humanistisch-ergokratischen Sozialismus, aber dazu fehlt mir jetzt hier die Zeit ihn zu erklären. Ich werde dies zu passender Stunde aber tun, da mir wichtig erscheint, dass der Sozialismusbegriff überwiegend falsch gedeutet wird.
kritiker
Zitat:
die_gute_fee hat am 29. Oktober 2007 um 14:17 Uhr folgendes geschrieben:
Nebenbei: ich halte Sozialismus für eine Utopie, einen schönen Traum, der nicht erreicht werden kann.

sozialismus, ja sogar kommunismus kann erreicht werden, nur eben nicht mit "diesen" menschen! nach dem nächsten krieg, der ja vor der tür steht, kann es vielleicht möglich werden, aber nur wen es keine menschen mehr gibt und die erde noch für andere lebewesen bewohnbar ist!
bis dann
die_gute_fee
Zitat:
U.Walluhn hat am 29. Oktober 2007 um 14:26 Uhr folgendes geschrieben:
Ein Beispiel für Anarchie? Lenins Oktoberrevolution. Russland versank in Anarchie, Not und Elend. Zum Glück kam Lenin um 1922 zur Besinnung und steuerte auf die Neue Ökonomische Poltik um. Es half ansatzweise. Leider nicht lange, da kurz darauf Stalin begann, seine Führerdiktatur zu errichten.
Und noch ein Beispiel für Anarchie? Die Herrschaft der SMA in Mitteldeutschland ab Sommer 1945.
Ich plädiere für einen humanistisch-ergokratischen Sozialismus, aber dazu fehlt mir jetzt hier die Zeit ihn zu erklären. Ich werde dies zu passender Stunde aber tun, da mir wichtig erscheint, dass der Sozialismusbegriff überwiegend falsch gedeutet wird.


Wie kann man Bakunins Zitat trefflich finden und gleichzeitig Parallelen zu einer Bedeutung des Wortes Anarchie im Sinne von Chaos ziehen?
Bakuin meine Anarchie als politisches Konzept, also im Sinne von Anarchismus.
meilenstein
Zitat:
die_gute_fee hat am 29. Oktober 2007 um 15:30 Uhr folgendes geschrieben:
Wie kann man Bakunins Zitat trefflich finden und gleichzeitig Parallelen zu einer Bedeutung des Wortes Anarchie im Sinne von Chaos ziehen?

... wenn man´s halt nicht versteht ....

Zitat:
Bakunin: Anarchie ist Sozialismus und Freiheit in einem. Freiheit ohne Sozialismus besteht aus Privilegien und Sozialismus ohne Freiheit bedeutet Gewalt und Unterdrückung.
Anarchie ist bei Bakunin positiv besetzt, sie ist eben Sozialismus + Freiheit.

wenn nun Blockleiter Walluhn
Zitat:
am 29. Oktober 2007 um 14:00 Uhr zetert:
Die Linke will Anarchie.

dann kann das ja nur heißen, dass sein "humanistisch-ergokratischer Sozialismus" eben ohne Freiheit auskommen soll; das aber - nach Bakunin - gleichbedeutend mit "Gewalt und Unterdrückung" ist. Na ja, und das glaube ich dem Blockleiter und seinen Kameraden doch sofort! großes Grinsen
U.Walluhn
Anachie, Genossen ist und bleibt immer nichts als Anarchie und Chaos. Und daran ändert auch nichts, wenn man meinem Nachnamen den Vornamen Blockleiter gibt. Und der Genosse Meilenstein entwickelt sich mehr und mehr zu einem Foren-Troll. Toll!
die_gute_fee
Zitat:
U.Walluhn hat am 30. Oktober 2007 um 14:58 Uhr folgendes geschrieben:



Anachie, Genossen ist und bleibt immer nichts als Anarchie und Chaos.


Das hat Bakunin, dess Definition Du so passend fandest, aber anders gesehen.
Bernhard P.
Ehe ihr euch weiter über Biskunins Anarchie-Definition streitet hier mal ein passender Link zum Thema:

http://www.anarchismus.at/txt5/bakunin27.htm
die_gute_fee
Zitat:
mcbernie hat am 30. Oktober 2007 um 15:27 Uhr folgendes geschrieben:



Ehe ihr euch weiter über Biskunins Anarchie-Definition streitet hier mal ein passender Link zum Thema:

http://www.anarchismus.at/txt5/bakunin27.htm


Hier streitet niemand über die Definition von Bakunin. Es uwrde ledeglich darauf aufmerksam gemacht, das Walluhn einen Begriff erst positiv besetzt (in dem er Bakunins Definition einführt) und dann plötzlich im negativen Sinne verwendet.
Da Du so gern die Logik anderer Beiträge hiinterfragst, würde mich da Deine MEinung mal interessieren. Augenzwinkern
U.Walluhn
Anarchie und Chaos sind immer "negativ besetzt", Sozialismus hingegen nicht, wenn es sich um wirklichen Sozialismus im wörtlichen Sinne - ein System der sozialen Gerechtigkeit - handelt.
Bernhard P.
Gute fee sagte:

Zitat:
Da Du so gern die Logik anderer Beiträge hiinterfragst, würde mich da Deine MEinung mal interessieren.


Steht doch alles in dem von mir angegebenem Link. Dem gibt es nichts hinzuzufügen.
die_gute_fee
Zitat:
mcbernie hat am 30. Oktober 2007 um 18:40 Uhr folgendes geschrieben:
Gute fee sagte:

Zitat:
Da Du so gern die Logik anderer Beiträge hiinterfragst, würde mich da Deine MEinung mal interessieren.


Steht doch alles in dem von mir angegebenem Link. Dem gibt es nichts hinzuzufügen.


Da steht Deine Meinung zu Walluhns unlogischen Konstruktionen? Muss ich glatt nochmal lesen...
Anarchie im Sinne von Walluhns Bakuninzitat ist etwas positives.
EFler
Anarchie im eigentlichen Sinne ist wohl ein Zustand in dem es keine relevante Staatsmacht mehr gibt. Im Gegensatz zum Anarchismus der eine herrschaftsfreie Gesellschaftsordnung anstrebt. Dies kann meiner persönlichen Meinung nach niemals funktionieren (auch wenn es eine schöne Utopie ist) denn jedes Machtvakuum würde sofort durch eine Gruppe die selbst die Herrschaft anstrebt ausgefüllt werden!
die_gute_fee
Zitat:
EFler hat am 31. Oktober 2007 um 01:23 Uhr folgendes geschrieben:



Anarchie im eigentlichen Sinne ist wohl ein Zustand in dem es keine relevante Staatsmacht mehr gibt. Im Gegensatz zum Anarchismus der eine herrschaftsfreie Gesellschaftsordnung anstrebt. Dies kann meiner persönlichen Meinung nach niemals funktionieren (auch wenn es eine schöne Utopie ist) denn jedes Machtvakuum würde sofort durch eine Gruppe die selbst die Herrschaft anstrebt ausgefüllt werden!


Es ist Dir sicher so unangenehm wie mir: ich stimme Dir in diesen Punkten vollumfänglich zu...
EFler
Zitat:
die_gute_fee hat am 31. Oktober 2007 um 01:38 Uhr folgendes geschrieben:



Zitat:
EFler hat am 31. Oktober 2007 um 01:23 Uhr folgendes geschrieben:



Anarchie im eigentlichen Sinne ist wohl ein Zustand in dem es keine relevante Staatsmacht mehr gibt. Im Gegensatz zum Anarchismus der eine herrschaftsfreie Gesellschaftsordnung anstrebt. Dies kann meiner persönlichen Meinung nach niemals funktionieren (auch wenn es eine schöne Utopie ist) denn jedes Machtvakuum würde sofort durch eine Gruppe die selbst die Herrschaft anstrebt ausgefüllt werden!


Es ist Dir sicher so unangenehm wie mir: ich stimme Dir in diesen Punkten vollumfänglich zu...



Nenn es Gedankenübertragung aber irgendwie habe ich damit gerechnet (ist mir übrigens keinesfalls unangenehm, da ich ein Freund der Meinungsfreiheit und auch des Freiengedankenaustausches bin und auch wenn du es nicht glaubst deine Meinungen toleriere, auch wenn ich sie grösstenteils für absurd halte)
Mob
Zitat:
EFler hat am 31. Oktober 2007 um 01:23 Uhr folgendes geschrieben:



Anarchie im eigentlichen Sinne ist wohl ein Zustand in dem es keine relevante Staatsmacht mehr gibt. Im Gegensatz zum Anarchismus der eine herrschaftsfreie Gesellschaftsordnung anstrebt. Dies kann meiner persönlichen Meinung nach niemals funktionieren (auch wenn es eine schöne Utopie ist) denn jedes Machtvakuum würde sofort durch eine Gruppe die selbst die Herrschaft anstrebt ausgefüllt werden!

Man sollte nicht vergessen, das Anarchie kohärent zu Anomie ist, weil ja die Anarchiefreunde immer meinen, dass Anarchie ohne Chaos abläuft.
kritiker
Zitat:
Mob hat am 31. Oktober 2007 um 10:13 Uhr folgendes geschrieben:
Man sollte nicht vergessen, das Anarchie kohärent zu Anomie ist, weil ja die Anarchiefreunde immer meinen, dass Anarchie ohne Chaos abläuft.

und was hat das ganze gesülze mit dem thema: "Die Sicherheit bei Demonstrationen" zu tun? verwirrt nachdenklich
U.Walluhn
Ich möchte aus meiner Sicht die Diskussion hier beenden, da sie keinen Sinn mehr zu haben scheint. Letzt- und abermalig: Anarchie und Chaos sind immer negativ. Tut mir leid, ich muss mich wichtigeren Dingen zuwenden.
kritiker
Zitat:
U.Walluhn hat am 31. Oktober 2007 um 19:07 Uhr folgendes geschrieben:

Ich möchte aus meiner Sicht die Diskussion hier beenden,...

na bitte, es geht doch!
bis dann
Bernhard P.
Die Krritik ist teilweise berechtigt da einige hier bemängeln das man zu sehr vom Thema abkommt. Ich habe dies mal recherchiert und folgendes festgestellt:
Die User meilenstein und gute fee versuchen oft durch ungeeignete Fragestellungen das Thema zu zerreißen. Ich möchte ihnen nicht unterstellen das sie das absichtlich tun. Aber es dient keinem wenn man sich beim Thema "Sicherheit bei Demonstrationen" dann plötzlich über Anarchie oder ähnliches unterhält und sich dabei fleißig weiter gegenseitig den schwarzen Peter zuschiebt.

Damit aber auch spät hinzugekommene User wissen um was es eigentlich im Thema geht möchte ich den Eröffnungsbeitrag nochmals anfügen. Ich hoffe es hilft ein bischen nicht wieder den Faden des eigentlichen Themas zu verlieren.

mcbernies Eröffnungsbeitrag:

Zitat:
In Erfurt kommt es immer wieder bei der offiziellen Donnerstagsdemo am Anger zu Unstimmigkeiten. Immer öfter mischen sich nationale Kräfte unter die Zuhörer ohne negativ in Erscheinung zu treten. Immer wieder werden Kräfte der Partei Die Linke vorgeschickt um diese Kräfte, es sind in den wenigsten Fällen wirklich gewaltbereite Rechtsextreme, wegzuschicken. Wie ist das eigentlich mit der Überparteilichkeit der Demos? Gibt es die nicht mehr und wird alles jetzt von der Partei Die Linke vereinnahmt? An dem einst sicher guten und richtigem Anliegen der Partei zweifele, sicher nicht nur ich, schon lange.
Meines Erachtens nach sollte für Ordnung und Sicherheit nur die Polizei und niemand anders zuständig sein. Die sind speziell, auch psychologisch, ausgebildet und kein berufener Sheriff einer Partei wie F. P. von der Linken. Von diesem Verhalten distanziere ich mich eindeutig obwohl ich mit dem Parteiprogramm viele Übereinstimmungen sehe. So wie speziell in Erfurt Die Linke derzeit handelt tut sie soziale Spannungen (nicht nur zwischen links und rechts) eher weiter verschärfen als diese endlich zu entschärfen. Ist es vielleicht gewollt das es ständig zwischen Links und Rechts krachen soll damit am Ende die Kapitalisten immer die lachenden Dritten sind?