Weil AfD-Trolle hier ja behaupten, ich würde spalten, ich wäre intolerant, ich wäre der eigentliche Extremist und überhaupt wären immer die anderen die Nazis, habe ich mir gedacht, ich schreibe heute mal etwas über die AfD. Und zwar einfach mal in eurem Stil:
Deutschland geht unter. Die Regierung ist schuld. Die Medien lügen. Die Wissenschaft lügt. Die Gerichte sind politisch. Die Gewerkschaften sind gekauft. Die Kirchen sind links. Die Schulen indoktrinieren. Die Universitäten indoktrinieren. Die EU ist böse. Der Verfassungsschutz ist politisch gesteuert. Die Migranten sind schuld. Die Flüchtlinge sind schuld. Die Grünen sind schuld. Die Linken sind schuld. Die SPD ist schuld. Die CDU ist schuld.
Alle sind schuld.
Nur die AfD nie.
Und wisst ihr was?
Bis hierhin ist das sogar völlig legitim.
Opposition darf Probleme benennen.
Opposition soll Probleme benennen.
Aber irgendwann kommt der Moment, an dem man fragen darf:
Und eure Lösung?
Die Mieten explodieren.
Und eure Lösung?
Der Pflegenotstand wird schlimmer.
Und eure Lösung?
Löhne reichen immer weniger.
Und eure Lösung?
Kommunen sind pleite.
Und eure Lösung?
Da wird es plötzlich erstaunlich dünn.
Denn statt Lösungen bekomme ich meistens Schuldige präsentiert.
Der Migrant.
Der Flüchtling.
Der Bürgergeldempfänger.
Die Grünen.
Die LGBTQ-Community.
Irgendwer ist immer schuld.
Aber Schuldige sind keine Lösung.
Ein Handwerker kann kein Dach reparieren, indem er den Nachbarn anschreit.
Eine Pflegekraft kann keinen Personalmangel lösen, indem sie auf jemanden zeigt.
Und ein Land löst seine Probleme nicht dadurch, dass man jeden Tag neue Feindbilder produziert.
Mich interessiert nicht, wer schuld ist.
Mich interessiert, wie man das Problem löst.
Wie werden Wohnungen gebaut?
Wie werden Löhne erhöht?
Wie bekommen wir mehr Pflegekräfte?
Wie entlasten wir Familien?
Wie verhindern wir Altersarmut?
Wie schaffen wir gute Bildung?
Und genau dort wird die Luft bei der AfD oft verdammt dünn. Nein, da is garkeine Luft!
Denn die Antworten bestehen auch nur aus Kürzen, Streichen, Verbieten, Abschieben oder Schuldzuweisungen.
Aber eine Wohnung wird nicht günstiger, weil irgendwo eine Regenbogenfahne verschwindet.
Eine Rente steigt nicht, weil man gegen Bürgergeldempfänger hetzt.
Eine Pflegekraft bekommt nicht mehr Kollegen, weil man gegen Ausländer wettert.
Und ein Arbeiter verdient keinen Euro mehr, weil man den nächsten Kulturkampf des Monats eröffnet.
Das Problem der AfD ist für mich deshalb nicht, dass sie Probleme anspricht.
Das Problem ist, dass sie bei vielen Problemen vor allem Schuldige liefert und ihre Anhänger so tut, als wären Schuldige und Lösungen das Gleiche.
Sind sie nicht.
Noch nie gewesen.
Die AfD ist KEINE Arbeiterpartei!
Eine Arbeiterpartei würde darüber reden, wie der Arbeiter mehr bekommt.
Die AfD redet nur darüber, wem man stattdessen etwas wegnehmen kann.
Und das ist ein gewaltiger Unterschied.