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daggi007 hat am 31. Mai 2026 um 20:06 Uhr folgendes geschrieben:
Ursache sind winzige Frequenzunterschiede zwischen den großen Kraftwerken, die sich aufbauen können. Diese können sich durch ungünstige Regelungen verstärken, |
Und warum gab es solche Frequenzschwankungen früher nicht?
Antwort: Früher hatten wir noch mehr Kraftwerke mit synchronen Generatoren am Netz. Die erzeugten nicht nur Strom, sondern leisten für viele Menschen
total unbemerkt noch eine weitere wichtige Aufgabe.
Unser Netz schwingt europaweit synchron mit einer Frequenz von 50 Hz. Und die synchronen Generatoren müssen sich in genau derselben Frequenz drehen.
50 Umdrehungen je Sekunde, das ist eine Drehzahl von 3000 Umdrehungen/Minute.
Quelle
Quelle
Wenn sich solche Riesendinger, die üblicherweise Hunderte Tonnen wiegen, mit einer solchen rasenden Geschwindigkeit drehen, dann kannst Du Dir vorstellen, wie viel Schwung die haben. Dieser Schwung (Rotationsenergie) stellt die
wichtige Momentanreserve dar. Bahnte sich eine Welle, wie Du sie hier beschreibst, früher an, dann wird die Frequenz mal hoch und mal niedrig. Da müsste jemand die drehenden Massen in den Kraftwerken schnell mal etwas
anschieben, abbremsen, wieder anschieben, abbremsen usw. Aber durch die riesige Schwungmassen haben die das nicht mit sich machen lassen.
Die
Wasser- Kohle,- Gas- und Atomkraftwerke haben die Frequenz mit ihren riesigen Momentanreserven zuverlässig stabilisiert.
(Auf die damit verbundenen Spannungsschwankungen, kapazitive und induktive Blindleistung gehe ich an dieser Stele erstmal nicht ein, sonst wird das hier zu kompliziert.)
Solar- und Windkraftanlagen speisen den Strom über einen Wechselrichter ein. Dieser richtet seine Arbeitsfrequenz nach der vorgefundenen Netzfrequenz und stabilisiert gar nix, eine Momentanreserve ist ja nicht vorhanden.
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daggi007 hat am 31. Mai 2026 um 20:06 Uhr folgendes geschrieben:
aber mit demselben Wissen können sie auch abgemildert werden. |
Nein! Wissen allein reicht da nicht.
Man braucht dazu eine Momentanreserve. Das können konventionelle Kraftwerke sein. Oder es werden Phasenschieber gebaut.
Beispiel 1
Beispiel 2
Sind solche Anlagen nicht vorhanden, dann führt Dein Wissen nur dazu, dass Du eben weißt, warum die Frequenz bei jeder Laständerung immer wieder ändert. (Güterzug fährt plötzlich an, ein LKW beginnt mit einer Schnellladung, das Stahlwerk schaltet den Schmelzofen an oder aus, ...) Dasselbe geschieht bei jeder Wolke über einem großen Solarpark, die die Sonne mal kurz verschattet.
Aber ohne Momentanreserve kannste da nur zuschauen, selbst wenn Du die Ursache weißt.
Aus diesem Grunde sind ja im Moment die
Hellbrisen so gefährlich, weil der überschüssige Solarstrom die synchron laufenden Kraftwerke aus dem Netz drängt. Fast nur Strom aus Wechselrichtern wird eingespeist.
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daggi007 hat am 31. Mai 2026 um 20:06 Uhr folgendes geschrieben:
Das ist der Job der Netzbetreiber !!! |
An dieser Stelle sind wir
völlig verschiedener Meinung.
Die Betreiber der einschlägigen Anlagen sollten nicht nur Einspeiser sein, sondern zu Versorgern werden. Und zu einer zuverlässigen Versorgung gehört es eben, dass die Versorger nicht nur Energie liefern, sondern auch die Frequenz stabil halten.
(Dass die Politik in der Anfangsphase der Energiewende auf diese Zusatzleistung verzichtet hat, war akzeptabel und nachvollziehbar.)
Je mehr Erneuerbare asynchron ins Netz einspeisen, desto wichtiger wird diese Aufgabe, die zu einer Stromversorgung dazu gehört. Und im Gegensatz zu Dir bin ich der Meinung, dass die Erzeuger nicht nur die Aufgabe haben, Profite abzugreifen, sondern
sie müssen auch zu diesen wichtigen, aber unprofitablen Leistungen gezwungen werden. Diese Aufgabe sollte nicht auf die Allgemeinheit abgewälzt werden.
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daggi007 hat am 31. Mai 2026 um 20:06 Uhr folgendes geschrieben:
Bekanntlich half Frankreich dann nicht mit Leistung aus, sondern trennte sich von Spanien, um sich selbst zu schützen. |
Die Franzosen haben damit nicht nur sich selbst geschützt, sondern verhindert, dass es in ganz Europa zu einem Blackout kommt. Merci beaucoup pour cela!
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daggi007 hat am 31. Mai 2026 um 20:06 Uhr folgendes geschrieben:
Ich schätze in Deutschland sieht es nicht besser aus. |
Zumindestens die Fachleute haben die Situation in Spanien aufmerksam. Und die schauen weniger auf die Leute, die die Bedeutung der asynchronen Einspeiser herunterspielen wie der von Dir zitierte Artikel. Denn die Verantwortlichen kennen sich wirklich aus mit Frequenz, Spannung, Blind- und Wirkleistung.
Pfiffikus,
der hofft, dass diese verantwortlichen Fachleute aus diesem Warnschuss die richtigen Schlüsse ziehen