Energiewende - EEG-Reform

daggi007
Zitat:
Pfiffikus hat am 22. April 2026 um 00:22 Uhr folgendes geschrieben:
Zitat:
daggi007 hat am 19. April 2026 um 18:46 Uhr folgendes geschrieben:
Du lügst dir hier dein eigens Propagandageflunker zusammen. Das ist boshaft.
Stromausfall in Spanien & Portugal, was passiert ist.
...
Technische Ursache war Überspannung im Netz, die eine Kettenreaktion ausgelöst hat.
...
Das war kein „zu viel Erneuerbare = Blackout“-Fall. Es ging um Netzstabilität / Spannungsregelung / Systemkopplung
Und wodurch entstanden die Schwingungen mit letztendlich der Überspannung?
Warum ging den Spaniern Netzstabilität/Spannungsregelung verloren?


Die Ursache des spanischen Blackouts: Die Zukunft verschlafen
Am Anfang der Kaskade zum Blackout standen Schwingungen im europäischen Netz, die sich aufschaukeln, und sich an den Rändern des europäischen Netzes am stärksten auswirken, wie die Wellen in einer Wanne, die an den Enden am stärksten sind.
Ursache sind winzige Frequenzunterschiede zwischen den großen Kraftwerken, die sich aufbauen können. Diese können sich durch ungünstige Regelungen verstärken, aber mit demselben Wissen können sie auch abgemildert werden.
Das ist der Job der Netzbetreiber !!!
Sie müssen diese Wellen dämpfen und dafür sorgen, dass sie nicht immer grösser werden, bis sie den Enden überschwappen, sondern dass sie kleiner werden.
Die Eingriffe der spanischen Netzbetreiber haben dafür gesorgt, dass die Spannung im spanischen Netz so schnell so stark gestiegen ist, dass sich als Schutzreaktion innerhalb einer Sekunde Solar- und Windenergieanlagen mit 928 MW Leistung abgeschaltet haben. Das führte dann zur unumkehrbaren Kaskade, in der sich in anderhalb Minuten alle Kraftwerke abgeschaltet haben. Bekanntlich half Frankreich dann nicht mit Leistung aus, sondern trennte sich von Spanien, um sich selbst zu schützen. Dem Netzbetreiber fehlten die Echtzeitdaten der einzelnen Kraftwerke. Es schalteten sich die meisten Solar- und Windkraftwerke früher ab, als sie es gemäß Norm hätten tun sollen. Die spanischen Netzbetreiber hatten bei deren Inbetriebnahme nie kontrolliert, ob die Solaranlagen so eingestellt sind, wie sie sollten.
Als klassische Kaskade war die Ursache klein, erst durch die falschen Eingriffe und automatischen Reaktionen wurde die Welle so groß, dass alles in sich zusammenfiel. Klassisches Transitionsversagen. Die Strukturen wurden noch nicht an die neue Welt angepasst. Die alte Struktur passt nicht zu den neuen Technologien.

Ich schätze in Deutschland sieht es nicht besser aus.
Pfiffikus
Zitat:
daggi007 hat am 31. Mai 2026 um 20:06 Uhr folgendes geschrieben:
Ursache sind winzige Frequenzunterschiede zwischen den großen Kraftwerken, die sich aufbauen können. Diese können sich durch ungünstige Regelungen verstärken,
Und warum gab es solche Frequenzschwankungen früher nicht?

Antwort: Früher hatten wir noch mehr Kraftwerke mit synchronen Generatoren am Netz. Die erzeugten nicht nur Strom, sondern leisten für viele Menschen total unbemerkt noch eine weitere wichtige Aufgabe.
Unser Netz schwingt europaweit synchron mit einer Frequenz von 50 Hz. Und die synchronen Generatoren müssen sich in genau derselben Frequenz drehen. 50 Umdrehungen je Sekunde, das ist eine Drehzahl von 3000 Umdrehungen/Minute.


Quelle


Quelle

Wenn sich solche Riesendinger, die üblicherweise Hunderte Tonnen wiegen, mit einer solchen rasenden Geschwindigkeit drehen, dann kannst Du Dir vorstellen, wie viel Schwung die haben. Dieser Schwung (Rotationsenergie) stellt die wichtige Momentanreserve dar. Bahnte sich eine Welle, wie Du sie hier beschreibst, früher an, dann wird die Frequenz mal hoch und mal niedrig. Da müsste jemand die drehenden Massen in den Kraftwerken schnell mal etwas anschieben, abbremsen, wieder anschieben, abbremsen usw. Aber durch die riesige Schwungmassen haben die das nicht mit sich machen lassen.
Die Wasser- Kohle,- Gas- und Atomkraftwerke haben die Frequenz mit ihren riesigen Momentanreserven zuverlässig stabilisiert.
(Auf die damit verbundenen Spannungsschwankungen, kapazitive und induktive Blindleistung gehe ich an dieser Stele erstmal nicht ein, sonst wird das hier zu kompliziert.)

Solar- und Windkraftanlagen speisen den Strom über einen Wechselrichter ein. Dieser richtet seine Arbeitsfrequenz nach der vorgefundenen Netzfrequenz und stabilisiert gar nix, eine Momentanreserve ist ja nicht vorhanden.


Zitat:
daggi007 hat am 31. Mai 2026 um 20:06 Uhr folgendes geschrieben:
aber mit demselben Wissen können sie auch abgemildert werden.
Nein! Wissen allein reicht da nicht.
Man braucht dazu eine Momentanreserve. Das können konventionelle Kraftwerke sein. Oder es werden Phasenschieber gebaut.
Beispiel 1
Beispiel 2
Sind solche Anlagen nicht vorhanden, dann führt Dein Wissen nur dazu, dass Du eben weißt, warum die Frequenz bei jeder Laständerung immer wieder ändert. (Güterzug fährt plötzlich an, ein LKW beginnt mit einer Schnellladung, das Stahlwerk schaltet den Schmelzofen an oder aus, ...) Dasselbe geschieht bei jeder Wolke über einem großen Solarpark, die die Sonne mal kurz verschattet.
Aber ohne Momentanreserve kannste da nur zuschauen, selbst wenn Du die Ursache weißt.

Aus diesem Grunde sind ja im Moment die Hellbrisen so gefährlich, weil der überschüssige Solarstrom die synchron laufenden Kraftwerke aus dem Netz drängt. Fast nur Strom aus Wechselrichtern wird eingespeist.


Zitat:
daggi007 hat am 31. Mai 2026 um 20:06 Uhr folgendes geschrieben:
Das ist der Job der Netzbetreiber !!!
An dieser Stelle sind wir völlig verschiedener Meinung.

Die Betreiber der einschlägigen Anlagen sollten nicht nur Einspeiser sein, sondern zu Versorgern werden. Und zu einer zuverlässigen Versorgung gehört es eben, dass die Versorger nicht nur Energie liefern, sondern auch die Frequenz stabil halten.
(Dass die Politik in der Anfangsphase der Energiewende auf diese Zusatzleistung verzichtet hat, war akzeptabel und nachvollziehbar.)
Je mehr Erneuerbare asynchron ins Netz einspeisen, desto wichtiger wird diese Aufgabe, die zu einer Stromversorgung dazu gehört. Und im Gegensatz zu Dir bin ich der Meinung, dass die Erzeuger nicht nur die Aufgabe haben, Profite abzugreifen, sondern sie müssen auch zu diesen wichtigen, aber unprofitablen Leistungen gezwungen werden. Diese Aufgabe sollte nicht auf die Allgemeinheit abgewälzt werden.


Zitat:
daggi007 hat am 31. Mai 2026 um 20:06 Uhr folgendes geschrieben:
Bekanntlich half Frankreich dann nicht mit Leistung aus, sondern trennte sich von Spanien, um sich selbst zu schützen.
Die Franzosen haben damit nicht nur sich selbst geschützt, sondern verhindert, dass es in ganz Europa zu einem Blackout kommt. Merci beaucoup pour cela!


Zitat:
daggi007 hat am 31. Mai 2026 um 20:06 Uhr folgendes geschrieben:
Ich schätze in Deutschland sieht es nicht besser aus.
Zumindestens die Fachleute haben die Situation in Spanien aufmerksam. Und die schauen weniger auf die Leute, die die Bedeutung der asynchronen Einspeiser herunterspielen wie der von Dir zitierte Artikel. Denn die Verantwortlichen kennen sich wirklich aus mit Frequenz, Spannung, Blind- und Wirkleistung.


Pfiffikus,
der hofft, dass diese verantwortlichen Fachleute aus diesem Warnschuss die richtigen Schlüsse ziehen
gastli
Gute Nachricht:

Zitat:
Lange hatte man beim baden-württembergischen Energieversorger EnBW darüber nachgedacht, was man mit dem Gelände des früheren Kernkraftwerks Philippsburg nördlich von Karlsruhe sinnvoll anfangen könnte.

Die Entscheidung ist gefallen: EnBW hat die finale Investitionsentscheidung für einen Großbatteriespeicher getroffen. Mit einer Leistung von 400 Megawatt und einer Kapazität von 800 Megawattstunden soll dort eine der größten Anlagen dieser Art in Deutschland ohne staatliche Förderung entstehen.[Quelle: https://www.biallo.de/energie/news/enbw-...n-philippsburg/]
Pfiffikus
So sehe ich es auch. Es ist eine gute Entscheidung.

Dieser Standort ist hervorragendst dafür geeignet. Denn wir dürfen davon ausgehen, dass die Idioten, die die Kühltürme gesprengt haben, die Netzanschlussleitungen nicht ausgebuddelt haben. Damit hat EnBW einen wichtigen Vorteil, um den sie von anderen Interessenten beneidet werden: Einen leistungsstarken Netzzugang.


Pfiffikus,
der davon ausgeht, dass diese Anlage gut in das vorhandene Netz passen wird
gastli
Ergänzung:

Pfiffikus
Ja gastli, Du sprichst mir aus dem Herzen. Ich schreibe ja schon seit Monaten, dass die Disruption unaufhaltsam ist und das zum Beispiel Verbote seitens der Politik ebenso überflüssig sind, wie ein Verbot von Dampfloks oder Schreibmaschinen.

Ebenso wenig ist das Gegeifer nachvollziehbar, das wir hin und wieder in Richtung Altmeyer und Reiche vernehmen. Auch die können die Disruption nicht aufhalten.


Pfiffikus,
der bereits vorhersieht, dass sich die hier beschriebenen Skalierungseffekte auch beim Thorium-Reaktor von Copenhagen-Atomics ebenso auswirken werden
gastli
Pfiffikus
Wie ich der Zeitung entnehme, bekommt Gera eine neue Müllverbrennungsanlage. Gut so!

Einerseits wird damit nicht mehr der Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt aus gesponsert. Vielmehr dürften hier heimische Arbeitskräfte dort tätig werden. Und darüber hinaus erhält unsere Stadt dadurch weitere Gewerbesteuereinnahmen. Gut so!

Im Gegensatz zu der Anlage in Zorbau gibt es hier in Gera die Möglichkeit, die hier anfallende Energie in Form von Fernwärme sehr sinnvoll zu nutzen. Wenn die Anlage entsprechend dimensioniert wird, dann wäre sie in der Lage, das komplette Fernwärmenetz mit erneuerbarer Energie aus dieser Müllverbrennung zu versorgen. Gut so!


Pfiffikus,
der die Ansiedlung einer solchen Anlage sehr begrüßen möchte
Aschemännl
Ich kenne da ein paar geeignete Freiflächen in der Nähe des Südfriedhofes.
Auf einer stand viele Jahre ein stinkendes Kohlekraftwerk.
Eine MVA auf der anderen Freifläche könnte man gleich als Krematorium für den benachbarten Friedhof mit benutzen.

Eigentlich fehlt im Raum Gera nur noch ein Endlager für radioaktive Abfälle.
Vielleicht geht da was in Ronneburg?
Dann kommt das Zeug gleich wieder dorthin, wo es einst her kam.
gastli
Zitat:
Pfiffikus hat am 06. Juli 2026 um 13:47 Uhr folgendes geschrieben:
Im Gegensatz zu der Anlage in Zorbau gibt es hier in Gera die Möglichkeit, die hier anfallende Energie in Form von Fernwärme sehr sinnvoll zu nutzen. Wenn die Anlage entsprechend dimensioniert wird, dann wäre sie in der Lage, das komplette Fernwärmenetz mit erneuerbarer Energie aus dieser Müllverbrennung zu versorgen. Gut so!


Pfiffikus,
der die Ansiedlung einer solchen Anlage sehr begrüßen möchte


Da stimme ich vollkommen zu.

Nur wurde die Rechnung bisher ohne die Geraer Fortschrittsfeinde gemacht.
Ich erinnere nur an die Flugplatzerweiterung oder die Ansiedlung der Batteriewiederaufbereitungsanlage.

Die kommen garantiert bald aus ihren Höhlen gekrochen.
Aschemännl
Müllverbrennung.
Batterieaufbereitung.

Ist Gera denn die Kloake von Thüringen?
gastli
Wir in Deutschland haben den Luxus, uns technologisch auf den Klimawandel einstellen zu können und dabei gleichzeitig klimaschützend zu agieren.
Theoretisch zumindest.
In der Praxis haben wir die völlig zerstörerischen Fossillobbyknechte der C-Parteien.
Die haben eine bemerkenswerte Fähigkeit entwickelt, stets die kontraproduktivste und dümmste Maßnahme zu propagieren.

Zitat:
[….] Die Bundesregierung will bei Zuschüssen für Wärmepumpen und andere klimafreundliche Heizungen deutlich kürzen. Die Förderung für den Heizungstausch soll umgebaut werden, dabei sollen im Finanzplanzeitraum bis 2030 rund 2,1 Milliarden Euro ‌eingespart werden. [….] Die Höhe der maximal förderfähigen Kosten von derzeit 30.000 Euro etwa für den Einbau einer Wärmepumpe soll ab kommendem Jahr sinken. [….] Außerdem sinkt der Klimabonus von derzeit weiteren 20 Prozent Förderung für den Austausch einer noch funktionstüchtigen, mindestens 20 Jahre alten Heizung ab kommendem Jahr alle sechs Monate um vier Prozentpunkte. 2029 würde diese Förderung demnach auslaufen. [….]
[Quelle: https://www.spiegel.de/wirtschaft/servic...ef=re-so-app-sh]


Was ist das?
Schildbürgerstreich?
Realsatire?
Kognitive Dissonanz?

Sie sind rechts, konservativ,dumm.

Wer erklärt es den Rechten: Klimaanlagen sind Wärmepumpen sind Klimaanlagen

Es fällt schwer, die sich selbst immer weiter verstärkenden CDU-CSU-Idiotien noch in Worte zu fassen.
Pfiffikus
Zitat:
Aschemännl hat am 07. Juli 2026 um 20:46 Uhr folgendes geschrieben:
Müllverbrennung.
Batterieaufbereitung.
Diese beiden Dinge sind doch nicht vergleichbar.

  • Müllverbrennung
    Wenn diese kommt, wird sie vorrangig unseren eigenen Müll verwerten. Und das Geld bleibt, wenn wie geplant, der AWV Betreiber sein wird, in einem geschlossenen Kreislauf hier in Ostthüringen. Würde man Müll aus anderen Regionen hier verwerten, so würde das sogar zusätzliche Einnahmen in Richtung Ostthüringen generieren. urch

    Müllverbrennung ist ein bewährtes Verfahren, das ich mir schon mit eigenen Augen angesehen habe. So ziemlich alle Schadstoffe werden aus den Abgasen entzogen, so dass am Ende nur CO² und Wasserdampf den Schornstein verlässt. Schau es Dir an, die Volkshochschule bietet regelmäßig mal Exkursionen in diese Anlagen an.
    Wenn Du durch die Tunnelkette am Rennsteig fährst, dann kommst Du unmittelbar an einer solchen Anlage vorbei. Dort ist nix zu riechen, im benachbarten McDonalds ist nix davon zu bemerken und weder in der offiziellen Presse, noch in den Sozialen Medien ist von Beschwerden wegen der Abgase zu lesen.
    Die Landschaft in Gera ist flacher als in Zella-Mehlis. Der Wind kann die Abgase wesentlich besser verteilen, als es dort der Fall ist. Bezüglich der Abgase sind also kaum realistische Bedenken zu befürchten.

  • Die Batterieaufbereitung war von einem südkoreanischen Unternehmen vorgesehen. Sowohl die Profite, als auch die wertvollen Materialien aus den Batterien (Schwarzmasse) sollten nach Korea gehen. Hier in Gera wäre nur der Sondermüll verblieben.
    Manager und Führungspersonal wären aus Korea eingeflogen worden. Für uns Einheimische waren nur die Arbeitsplätze für gering Qualifizierte vorgesehen.

    Mit der Batterieaufbereitung und deren Auswirkungen auf die Umwelt hat man in Ungarn schon Erfahrungen gesammelt. Deshalb hat man sich auch in Rudolstadt gegen diese Anlage gewehrt. Keine Ahnung, wen sie nun irgendwo in anderen Ländern heimsuchen werden?

    Die Bio-Bauern in der Umgebung von Cretzschwitz können nun, weil diese Anlage nicht kommt, weiterhin Bio-Landwirtschaft betreiben.


Kommt die Müllverbrennung, dann gibt es nicht nur direkte finanzielle Vorteile für Gera. Darüber hinaus kann die Abwärme im Fernheizungsnetz dieser Stadt genutzt werden. So viel steht jetzt schon fest. Eine Müllverbrennungsanlage muss sich nämlich zwingend darum kümmern, wohin die Wärme abgeführt werden kann. Sie kann nur so viel Müll verbrennen, wie sie Wärme los wird. Sie ist deshalb im Zugzwang und wird die Wärme billig abgeben müssen.

Wenn sich die Betreiber dazu entschließen sollten, die Anlage in ausreichender Größe zu bauen, so könnte man im Sommer nur so viel Müll verwerten, wie Fernwärme für warmes Wasser benötigt wird. Der erneuerbare Energieträger - Müll - kann problemlos über Monate gespeichert werden. Aber in der Heizperiode, wenn große Mengen Fernwärme gebraucht werden, aber die PV-Anlagen naturgemäß vor sich hin dümpeln, ja da könnte man dann die volle Leistung abrufen und Müll aus dem Sommer verbrennen. Deshalb passt das Thema Müllverbrennung wunderbar hier ins EEG-Thema.



Pfiffikus,
der damit hoffentlich deutlich erläutert hat, weshalb wir von einer solchen Müllverbrennung wesentlich mehr profitieren können, als vom Batterie-Zermanschen