gastli
29. August 2014
Im Jahr 2013 wurden in Deutschland 89.207 Verbraucherinsolvenzverfahren eröffnet. Dies schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort (18/2391) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (18/2250).
Über die Entwicklung der Verbraucherinsolvenzen nach der gesetzlichen Neuregelung, die zum 1. Juli 2014 in Kraft getreten ist, liegen der Bundesregierung keine Daten vor, heißt es weiter.
[Quelle: Deutscher Bundestag]
gastli
18. Oktober 2014
Das Armutsrisiko in Deutschland steigt, langsam aber stetig. Schon jetzt gilt jeder Sechste als armutsgefährdet, insgesamt fast 13 Millionen Menschen. Besonders betroffen sind Alleinerziehende und deren Kinder. Im EU-Vergleich stehen auch deutsche Arbeitslose besonders schlecht da.
Armut ist in Deutschland vor allem ein urbanes Phänomen: In Leipzig, Dortmund oder Duisburg ist fast jeder Vierte bedürftig, zeigt eine Untersuchung in den 15 größten deutschen Städten.
[Quelle: Statis]
gastli
28. Oktober 2014
| Zitat: |
In Deutschland sind immer mehr Menschen auf einen Zweitjob angewiesen, um finanziell über die Runden zu kommen. Nach aktuellen Zahlen der Bundesregierung ergänzten im vergangenen Jahr rund 2,35 Millionen Menschen ihren sozialversicherungspflichtigen Hauptberuf durch einen abgabenfreien Minijob. Das sind fast doppelt so viele als vor Einführung der Agenda 2010.
Zudem ist auch unter den Minijobbern der Anteil derer, die noch einen Hauptjob in petto haben, gestiegen. Inzwischen macht jeder dritte mit geringfügiger Beschäftigung von dieser Kombi-Möglichkeit Gebrauch. 2003 war es nur jeder fünfte. Insgesamt lag die Zahl der geringfügig Beschäftigten im Dezember 2013 bei knapp 7,65 Millionen - das sind gut 17,8 Prozent aller Erwerbstätigen. |
[Quelle:
http://www.tagesspiegel.de/politik/arbei...t/10888506.html]
Die Agenda 2010 wirkt.
gastli
28. Oktober 2014
| Zitat: |
| Altersvorsorge wird für viele Menschen in Deutschland zunehmend zum Luxus. Das geht aus dem Vermögensbarometer des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes hervor. Demnach gaben 30 Prozent der Befragten an, sich eine Vorsorge nach eigenem Bekunden nicht leisten können. Unter denen, die monatlich weniger als 1000 Euro zur Verfügung haben, liegt der Anteil der Nichtsparer bei mehr als 50 Prozent - deutlich mehr als vor Einführung der Agenda 2010. |
[Quelle:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/service...n-a-998676.html]
Seht ihr: Deutschland geht es gut.
gastli
30. Oktober 2014
| Zitat: |
Die Wirtschaftskrise verändert das Leben in den Industrieländern. Immer mehr Menschen verarmen. Gerade die Jüngsten trifft es hart.
Die Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise belasten Kinder und Jugendliche in Industriestaaten massiv. In den 41 wohlhabendsten Ländern der Welt sind seit Beginn der Krise 2008 etwa 2,6 Millionen mehr Kinder unter die Armutsgrenze gerutscht.
Vor allem in Südeuropa, im Baltikum, in Irland und Island ist die Entwicklung dramatisch. |
[Quelle:
http://www.unicef-irc.org/publications/pdf/rc12-eng-web.pdf]
Man nennt es Neoliberalismus.
gastli
04. November 2014
| Zitat: |
| Selbst wer durchschnittlich gut verdient, muss immer länger arbeiten, um eine Rente zu erhalten, die über dem Niveau des Hartz-IV-Satzes liegt. Selbst Durchschnittsverdienern droht deshalb eine Rente in Höhe der Grundsicherung. |
[Quelle:
www.rp-online.de/politik/deutschland/deu...e-arbeiten-aid-
1.4640809]
Umsetzung des Wachstums und der Produktivitätsfortschritte im Neoliberalismus.
Es könnte allen immer besser gehen.
Den meisten geht es aber immer schlechter.
Wo fließen also das Wachstum und die Produktivitätsfortschritte hin?
Meister
| Zitat: |
[B][I]StaGe hat am 04. November 2014 um 18:51 Uhr folgendes
Na ganz einfach in die EU Kassen oder nach Afrika und für Asylanten und Wirtschaftsflüchtlinge und in Diäten der Politiker
|
Global betrachtet: kosten diese Grenzen mehr als Oma ihr klein Häuschen.
Indien-Pakistan 740 Km
Indien-Bangladesch 4000 Km
Nordirland-Peace Line 34 Km
Süd-und Nordkorea 248 Km
Zypern 180 Km
Israel und Gaza 52 Km
Israel-Westjordanland 708 Km
Marokko-Westsahara 2700 Km
Mexiko-Vereinigte Staaten 3141 Km
DDR-Grenze? ätsch, seit 25 Jahren Volljährig
Übrigens die Toten an der ehemaligen Grenze kosten heute auch noch Geld (Witwen und Waisenrente)
Meister
gastli
07. November 2014
EU-Vergleich: Jeder vierte Deutsche muss für Niedriglohn arbeiten.
Deutschland nimmt eine Spitzenposition beim Anteil von Geringverdienern in Europa ein. Im Jahr 2010 verdienten knapp ein Viertel aller Beschäftigten weniger als 9,54 Euro brutto pro Stunde - mehr als sieben Millionen Menschen.
Nur Litauen steht noch schlechter da.
So ist das in den führenden Kapitalistenländern der Welt. Der sogenannte Reichtum, der von allen erarbeitet wird, kommt eben nie unten an.
gastli
08. November 2014
Schuldneratlas 2014: Immer mehr Deutsche überschuldet
- Zahl der Überschuldungsfälle mit hoher Überschuldungsintensität nimmt weiter zu
- 6,67 Mio. überschuldete Personen in Deutschland (+ 90.000 Personen)
- Pessimistischere Variante der Prognose des Vorjahres bestätigt sich
- Überschuldungsampel schaltet auf "mittelrot"
Und im verlinkten PDF ist auch die Entwicklung seit Einführung der sozialdemokratischen Hartz-Gesetze sehr anschaulich dokumentiert.
Obwohl sich seit 2004 die Gesamtbevölkerung sich um rund 1,8 Millionen reduzierte, stieg die Anzahl der Überschuldeten um weitere 105.000 Personen an. Es sind im Westen inzwischen 5,57 Mio. Menschen faktisch zahlungsunfähig gemacht worden und im Osten insgesamt 1,10 Mio. Menschen.
Auch ist inzwischen von einem "Phänomen generationsübergreifender Überschuldung" die Rede.
Also übertragen die Betroffenen ihre chronische Armut auf ihre Nachkommen .
Eine dauerhaft abgehängte Unterschicht also!!!
Denn im "modern" reformierten Sozialstaat haben CDU/CSU/SPD/FDP/GRÜNE gemeinsam nicht nur die Verarmung verschärft, sondern sogar per Gesetz eine Unterschicht geschaffen, die ihr gesamtes Leben über niemals aus dieser Unterschicht herauskommen werden - egal wie sehr sie sich auch anstrengen.
Aber hey, wie schreibt der Mainstream:
Deutschland geht es gut.
gastli
19. November 2014
Immer mehr ältere Menschen in Deutschland sind von Armut bedroht. Der Anteil armutsgefährdeter Rentner ist im Osten etwas niedriger als im Westen, wo er sogar leicht über dem Bevölkerungsdurchschnitt liegt. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, waren 2013 in den neuen Bundesländern einschließlich Berlin 12,5 Prozent der Menschen ab 65 Jahren von Armut bedroht. In den alten Bundesländern betrug diese Quote 14,8 Prozent.
gastli
21. November 2014
Statistisches Bundesamt: Weitere Altersarmut vorgezeichnet
| Zitat: |
| Jeder siebte Mensch über 65 Jahre war im vergangenen Jahr in der BRD »armutsgefährdet«, wie es in Behördendeutsch heißt. Außerdem teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch mit, dass damit das relative Armutsrisiko für die Altersgruppe sowohl in West- als auch in Ostdeutschland weiter gestiegen sei. So stieg die Zahl der Personen über 65 Jahren, die Grundsicherung, beziehen im vergangenen Jahr um 7,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Hinzu komme, dass viele Menschen, die einen Anspruch hätten, diesen aus Scham oder Unkenntnis nicht wahrnehmen. |
[Quelle: wie oben]
Fragt hier jemand nach der Reaktion unserer christlich-sozialdemokratischen Bundesregierung? Könnt ihr gerne haben.
| Zitat: |
| Zugleich veröffentlichte die Bundesregierung den Rentenversicherungsbericht 2014. Dieser blendet die statistischen Ergebnisse aus und zeichnet ein »sehr erfreuliches« Bild der Finanzentwicklung. Der »Schätzerkreis Rentenversicherung« geht für das Jahresende von einer Nachhaltigkeitsrücklage von rund 33,5 Milliarden Euro aus, was 1,82 Monatsausgaben entspricht. Da damit die gesetzliche Obergrenze von 1,5 Monatsausgaben überschritten ist, wird der monatliche Rentenbeitrag ab 1. Januar 2015 von 18,9 auf 18,7 Prozent gesenkt. Weiterhin legt die Bundesregierung von einer Senkung des Sicherungsniveaus der Rente von 48 Prozent in diesem Jahr auf 44,4 Prozent im Jahr 2028 fest. Der Wert beschreibt das Verhältnis der Altersbezüge eines sogenannten Standardrentners, also einer Person mit 45 Beitragsjahren als Durchschnittsverdiener, gegenüber dem aktuellen Durchschnittslohn. Wie viele Personen überhaupt diesem Standard entsprechen, ist dabei nicht von Belang. Des weiteren hält die Bundesregierung an der Altersgrenze von 67 Jahren für den Rentenbezug fest. |
[Quelle: wie oben]
Dazu passt:
Trotz Parteitagsbeschluss: SPD hält an "Rente mit 67" fest
| Zitat: |
| Bundesarbeitsministerin Nahles (SPD) gibt sich entschlossen und will die "Rente mit 67" ohne Abstriche durchpeitschen. Obwohl nur 32,4 Prozent der über-60-jährigen Männer und Frauen im vergangenen Jahr als sozialversicherungspflichtige Beschäftigte arbeiteten. Damit bleibt man weit hinter den Vorgaben eines SPD-Beschlusses zurück. Im November 2012 hatten sich die Sozialdemokraten darauf verständigt, dass die Rente mit 67 ausgesetzt werden soll, wenn nicht mindestens die Hälfte der älteren Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist. |
[Quelle: wie oben]
An den Parteitagsbeschluss wollte man im Ministerium aber [wie immer] nicht erinnert werden. Stattdessen wird auch noch darüber polemisiert, dass man eine "Frühverrentungswelle" in die Wege geleitet hätte.
Hallo?
Es geht hier um Menschen, die 45 Jahre !!! in die Kasse eingezahlt haben.
45 JAHRE!
| Zitat: |
45 Jahre Arbeit, Kindererziehung oder Pflege von Angehörigen sind genug, um sich in den Ruhestand zu begeben. Das ist nicht zu früh und nicht zu teuer, sondern spät - und dann nur sozial gerecht. Zumal Ausbildungszeiten im Schulsystem (beispielsweise von Erziehern und Krankenpflegern) und auch Mutterschutz noch nicht einmal angerechnet werden. |
Und wer beim letzten Absatz genickt hat,
kann ja mal klicken, wer das gesagt hat.
gastli
04. Dezember 2014
Hartz IV macht arm und depressiv
Und das Arbeitsamt höchstpersönlich legt den Millionen an Erwerbslosen nun die Bestätigung ihres Elends unter den Weihnachtsbaum.
EU-weit sieht das übrigens nicht besser aus.
Die EU hat sich sogar einen 10-Jahres-Plan gegeben, in der man die von Armut bedrohten Menschen um 20 Millionen reduzieren wollte -
real aber sogar 10 Millionen zusätzliche Menschen in die Armut gedrückt hat.
Hätte man den EU-Heinis aber auch gleich sagen können, dass man mit Kapitalismus keine Armut reduzieren kann.
Käptn Blaubär
Wo hat dieser (Brüning)Müll eine direkte Bedeutung für den Sozialabbau in der BRD.
Und nach 1936 war alles gut? Hast du einen Knall Meta?
Adeodatus
| Zitat: |
| Brünings Wirtschaftsbelebungspolitik bestand hauptsächlich in der Halbierung der Löhne und Preise, nicht aber der Sparguthaben, das beflügelte die Wirtschaft und Handel. |
Frage: Und was hat das dem Arbeiter gebracht?
Meta
Es ging um die Leistung Brünings, den mochten die Nazis und wie es scheint auch Du nicht.
Die Kaufkraft blieb konstant und die internationale Konkurrenzfähigkeit stieg an, wodurch die Arbeitslosigkeit sank. Das brachte Brüning den Arbeitern, was hatte das denn mit den Nazis zu tun?
http://www.bundesarchiv.de/aktenreichska...ll&page=1&fC=fC
Adeodatus
@ Meta ich habe nichts von Nazis geschrieben! Aber ich sehe in Brünings Politik etwas anderes als Du, nämlich nach seiner Ansicht befand sich Deutschland wegen seiner angeblich zu hohen Lohnpolitik und der Sozialpolitik in einer Depression. Diese wollte er bekämpfen in dem er eine strikte Austeritätspolitik betrieb die eine Mischung aus Lohn- und Preissenkungen bestand. Dass dies ein Fehler war und ist zeigt sich auch heute wieder weil die gleichen Fehler wiederholt werden siehe Griechenland.
Meta
Wenn man diese Politik als Salamitaktik anwendet dann reicht das zwar heute für Deutschland aber nicht für Griechenland. Ich will damit sagen dass die Maßnahmen in Griechenland nicht ausreichend bemessen waren und deshalb keine Wirkung erzielt wurde.
@Käptn Blaubär In der westlichen Welt sind die Lohn/Preissysteme eh nicht international kompatibel und führen deshalb zu Markteinbrüchen. Der Binnenmarkt leidet jedoch besonders, wenn die Klientel übermäßig bevorzugt wird dann kommt es wie von Obama gesagt zu einem blutleeren Binnenmarkt, dessen Ursache ein Übermaß an sozialer Ungerechtigkeit ist.
Sozial ungerecht wird aber auch empfunden wenn die Fortschrittsgeschwindigkeit der wissenschaftlich technischen Entwicklung zu sehr auf Kosten des Normalbürgers erfolgt. Dazu gehören auch Infrastrukturwandel, Energieumstellung und verstärkte Forschungsbemühungen auf zu breiter Basis ohne entsprechenden gesellschaftlichen Gewinn für alle.