Folgenden Song hat der Liedermacher Wecker zur Unterstützung der Bevölkerung in Ägypten und in allen anderen Ländern gewidmet. Auf seiner Facebook-Seite hat er dazu geschrieben:
Liebe Freunde!
Hier sozusagen des Kaisers neue Kleider – mein Song “Der Alte Kaiser” mit Hosni Mubarak in der Hauptrolle und als Hommage an die Aufständischen in Ägypten!
Mit einer kleinen Watschn an unsere “Kindliche Kanzlerin” im Abspann. (Dank an das Hippo für die Bebilderung – sauguad is des gwordn!!)
Euer Konstantin
RudiRatlos
Es wird eventuell noch einige Despoten erwischen, nicht nur im arabischen Raum. Ich hoffe die Bevölkerung in Nordkorea macht es den Ägyptern nach und dann gemeinsam mit dem Süden besser als in unseren Gefilden.
gastli
[In Nordkorea besteht übrigens das nachfolgend beschriebene Problem nicht.]
Die Revolution hatte also zwei Reihen von Resultaten, die notwendig auseinandergehen mußten. Das Volk hatte gesiegt, es hatte sich Freiheiten entschieden demokratischer Natur erobert; aber die unmittelbare Herrschaft ging über nicht in seine Hände, sondern in die der großen Bourgeoisie.
Friedrich Engels zur Märzrevolution 1848, MEW 5, S. 64 –
Wetten in Kairo und andern Ortes wird es nicht viel anders sein?
RudiRatlos
Zitat:
gastli hat am 13. Februar 2011 um 10:27 Uhr folgendes geschrieben:
In Nordkorea besteht übrigens das nachfolgend beschriebene Problem nicht.
Stimmt, aber Engels konnte nicht wissen was ca. 100 Jahre danach in Nordkorea passieren würde. Es müsste dann so lauten:
Die Revolution hatte also ein Resultat. Das Volk hatte gesiegt, es hatte sich Freiheiten erobert; aber die unmittelbare Herrschaft ging über nicht in seine Hände, sondern in die eines despotischen, menschenfressenden Familienclans.
Aber schon bei jeder Volksbewegung die zum Sturz von Regierungen und Despoten führt stets von Revolutionen zu reden stimmt mich nachdenklich. Auch wie eine vom nordkoreanischen Volk erzwungene Wiedervereinigung mit dem Süden des Landes aussehen würde.
Aktuell zu Ägypten:
Zitat:
Militärrat in Ägypten schafft erste Fakten KAIRO: Zwei Tage nach dem Sturz von Präsident Husni Mubarak hat der Oberste Militärrat in Ägypten das Parlament aufgelöst und die Verfassung außer Kraft gesetzt. Damit erfüllten die Generäle zwei wichtige Forderungen der Demonstranten, die wochenlang gegen Mubarak protestiert hatten. Das Militär kündigte an, Ägypten für sechs Monate zu führen, falls nicht vorher Präsidenten- und Parlamentswahlen abgehalten würden. Zudem soll ein Komitee gegründet werden, das Verfassungsänderungen erarbeiten und eine Volksabstimmung über diese Vorschläge vorbereiten soll. - Ministerpräsident Ahmed Schafik dementierte Gerüchte, wonach Mubarak das Land verlassen und sich in die Vereinigten Arabischen Emirate abgesetzt haben soll. Über den Tahrir-Platz in Kairo, dem Zentrum der Massenproteste, fuhren am Sonntag erstmals wieder Autos. Aus Angst vor einem Stillstand der Reformen harren allerdings noch immer einige tausend Menschen auf dem Platz aus.
Mubarak war jedenfalls ein Garant zur Unterdrückung der Moslems.
Die Gelder die Amerika oder Deutschland in der Vergangenheit versenkt hat in Ägypten, sind ja nicht dem Zufall überlassen.
Damit der Anschluss und Einfluss nicht verpasst wird, glaubt Deutschland mit 8 Millionen Schmiergeld, alles vergessen zu machen.
Also auf ein neues, durch die Hintertür?
Frettchen.
gastli
Wiist ihr was mir da ganz erschreckend auffällt?
Diese Sache in Tunesien und Ägypten hat eine furchtbare Wirkung für unsere Landes- und Demokratieverteidiger am Hindukusch.
Fast zehn Jahre lang erschießen sie dort Zivilisten die sie für Terroristen halten und im Spaß auch mal eigene Kameraden. Und warum? Um diesen Afghanen die Demokratie schmackhaft zu machen. Und da kommen diese Tunesier und Ägypter und erkämpfen sich genau das innerhalb weniger Tage mit absolut geringen Verlusten.
Was fällt diesen Tunesiern und Ägyptern eigentlich ein?
Jeder weiß doch, dass Demokratie, Freiheit und Menschenrechte nicht einfach vom Volk errungen werden können.
Diese werden von den Amerikanern und ihren Freunden gebracht, wenn die Zeit reif ist.
Ja spinnen die oder?
gastli
ARD-Deutschland Trend. Gemischte Gefühle in Deutschland über Aufruhr. In Tunesien und Ägypten sind die autoritären Präsidenten gestürzt worden – in Deutschland verfolgt knapp die Hälfte der Menschen den Protest mit gemischten Gefühlen.
[Tagesschau 18. Februar 2011]
* Gemischt ist ja auch die Gesellschaft in Deutschland
- Dummautoritäre mit gemischten Gefühlen angesichts gestürzter autoritärer Präsidenten hier
- aufgeklärte Demokraten mit freudigen Gefühlen dort.
Meister
Umbruch, Ausbruch, Abbruch?
Für diese armen Schweine spende ich nun meine abgelatschten Schuhe.
Libyen hebt sich wohltuend von Bahrain ab.
In Libyen werden die Demonstranten nicht von Amateuren verprügelt oder ermordet, nein, da arbeiten geschulte Facharbeiter!
Von wem sind die geschult worden? Na von unseren GSG9-Leuten natürlich.
* So reagiert Kapitalistengesindel auf die eigentlich frohe Botschaft einer Freiheitsbewegung in einem bislang diktatorisch regierten Land.
Deutschland und die Despoten des Nahen Ostens. „In besonderer Weise herzlich willkommen.“ Nach einigem Zögern distanziert sich die Bundesregierung von den stürzenden Despoten im Norden Afrikas und in Nahost. Die Forderung nach demokratischen Verhältnissen wurde aber lange Zeit eher gemurmelt vorgetragen. Wirtschaftliche Interessen hatten Vorrang vor Menschenrechten.
[Tagesschau.de; 22. Februar 2011]
* Na wenn’s schon der Staatssender schreibt...
...dann will ich nicht widersprechen.
gastli
Als ********* ist es besonders wichtig Freunde zu haben.
gastli
Abdullah überschüttet Saudis mit Geschenken. Nach dreimonatiger Abwesenheit ist König Abdullah von Saudi-Arabien in seine Heimat zurückgekehrt mit einem Sack voller Wohltaten für seine Untertanen.
Rund 35 Milliarden Dollar. Der 86 Jahre alte König kündigte an, der Staat werde ein Jahr lang jedem saudischen Arbeitslosen finanzielle Unterstützung gewähren. Es ist das erste Mal in der Geschichte des islamischen Königreichs, dass Arbeitslosenhilfe gezahlt wird. Außerdem ließ der Potentat kurz vor seiner Ankunft in Riad mehrere Maßnahmen gegen die Wohnraumknappheit bekannt geben. Schuldnern sollen zudem einige Raten erlassen werden. Die Staatsdiener sollen alle eine Zulage in Höhe von 15 Prozent erhalten... Unabhängige Beobachter sehen einen Zusammenhang zwischen den nun angekündigten staatlichen Leistungen und den Aufständen, die in den vergangenen Wochen schon zwei arabische Staatschefs hinweggefegt haben und die nun auch den libyschen Oberst Muammar al Gaddafi – einen Intimfeind des saudischen Königs – bedrohen. Im sozialen Netzwerk Facebook kursieren seit einigen Tagen Aufrufe zu Demonstrationen in Saudi-Arabien. In dem Königreich sind Kundgebungen und Parteien verboten.
[Tagesschau.de; 23. Februar 201]
* Es ist alles einfach so wunderbar wie unglaublich. Das Internet, eine Technik, die in nie gekannter Weise die schnelle Kommunikation, Information, Aufklärung und Koordination von Millionen Menschen ermöglicht, lässt einen üblen Despoten nach dem anderen fallen!
Wen wundert es, dass die europäischen Despoten immer wieder dieses wunderbare Medium zensieren oder sperren wollen.
Frank
Gaddafi soll in einem Telefonat gesagt haben, das nicht die USA sondern Al-Kaida hinter den Aufständen steckt.
Zitat:
Der libysche Machthaber Al-Gaddafi hat mit einer wirren Rede am Donnerstag einen neuen Sündenbock für die Aufstände gegen sein Regime entdeckt. Das Terrornetzwerk Al-Kaida stecke dahinter, so Al-Gaddafi in einem Telefoninterview mit dem staatlichen libyschen Fernsehen.
Wie krank ist der denn? Jeder weiß doch, dass die USA jegliches Übel auf der Erde verbreitet.
Al-Kaida wird von den USA bezahlt, oder?
Meister
Zitat:
Frank hat am 25. Februar 2011 um 00:56 Uhr folgendes geschrieben:
Wie krank ist der denn? Jeder weiß doch, dass die USA jegliches Übel auf der Erde verbreitet.
Al-Kaida wird von den USA bezahlt, oder?
Ja vielleicht, doch?
Berücksichtigt man, das die USA als es noch gegen die SU ging, den heutigen Feind freundlich gesagt bevorzugt hat, ist das nicht ganz falsch.
Allerdings nachdem ich seine Reden auf "Phönix" gesehen habe, werde ich das Gefühl nicht los, er hat nicht "alle" mehr so richtig beisammen.
Krank am "Beutel" ist er nicht, eher krank am Herzen, oder was?
Frettchen.
gastli
Besonders dramatisch ist die Situation im Öl-Land Libyen.
Es fällt auf, daß die NATO jetzt erst „aktiv“ wird.
Sie wurde es nicht, als es um Marokko ging, nicht, als Ägypten den Diktator stürzte.
Aber jetzt. Denn: Libyen hat Öl.
Meister
Zitat:
gastli hat am 26. Februar 2011 um 12:00 Uhr folgendes geschrieben:
[RIA Novosti] USA vor Libyen-Einsatz: NATO sondiert, Flugzeugträger mobilisiert
Die USA erörtern nach Angaben der amerikanischen UN-Botschafterin Susan Rice mit ihren NATO-Partnern die Möglichkeiten für ein militärisches Eingreifen in die Libyen-Krise.
„Wir erörtern mit unseren Verbündeten alle Varianten der Entwicklung“, sagte sie nach einem Treffen des UN-Generalsekretärs Ban Ki-moon mit US-Präsident Barack Obama am Montag im Weißen Haus.
Zuvor hatten Pentagon-Vertreter mitgeteilt, die USA gruppieren ihre um Libyen herum stationierten Marine- und Fliegerkräfte um.
* Der "unbedingte Friedenswille der USA und der NATO" bringt die Welt an den Rand des III. Weltkrieg.
Wie schon so oft.