Sechs Meter Linie 4

FelixKaiser
Mir sind noch ein paar Zahlen zugeflogen woraufhin ich mal den Rechenknecht bemüht habe und zwar zu den Betriebskosten selber.

Ein Solobus benötigt im Stadtverkehr auf 100km ca. 30 bis 40 liter Diesel, ein Gelenkbus ca. 40 bis 60 liter. Betrachtet man so beispielsweise die Strecke Frankenthal - Reuß Park ergeben sich:
Strecke ca. 13km bzw. 26km pro Kurs
Kurszeit 90 Minuten macht ca. 18km pro Stunde
Verbrauch 7,2 bis 10,8 liter Diesel pro Stunde
Bei 1,50 EUR je Liter macht das ca. 10,80 EUR bis 16,20 EUR.
Würde der Verkehrsbetrieb nur 80000km pro Jahr bei Solobussen einsparen wären das 24000 bis 32000 liter Diesel pro Jahr.

Für Straßenbahnen gibt es verschiedene Praxiswerte aus Betrieben, diese liegen bei 3,8kWh pro km bis 4,8kWh pro km, je nach Topographie, Anzahl der Stopps an Ampeln, Haltestellen etc. Eine Bahn auf der Linie 1 legt rund 15km je Stunde zurück, auf der Linie 3 rund 18km. Das ergibt einen Etwabedarf von 57 bis 86,4 kWh. Bei angenommen 22ct je kWh ergibt das 12,54 EUR bis 19,01 EUR.

Ganz ehrlich habe ich den Unterschied bisher für größer gehalten. Mit diesen Zahlen kann man ganz gut abschätzen was z.B. die zusätzliche Fahrleistung kosten würde, würde beispielsweise die Strecke in Bieblach Ost um 1,2km verlängert um das Gewerbe- und Wohngebiet zu erschließen, wenn das durch Fahrplananpassung ohne zusätzliche Kurse realisierbar wäre.

Vielleicht finde ich auch noch Zahlen wie viel Kosten das Fahrpersonal pro Stunde pro Person verursacht. Die würde ich dann nachliefern.
Meta
Ehe Sie den Preis prüfen sollten Sie einmal den Energieverbrauch prüfen.
Meta
Informieren Sie sich einmal hier:
http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/...s-11069115.html
Zitat:
Moderne Straßenbahnen haben eine Motorleistung von 4 mal 125 Kilowatt. „Mit diesen ungefähr 680 PS kann eine Höchstgeschwindigkeit von 70 Stundenkilometer erreicht werden.“ Während ein Auto bei 50 Stundenkilometer einen Mindestbremsweg von zehn Metern benötigt, braucht eine Straßenbahn dafür ungefähr 40 Meter. „In der Fahrschule für Straßenbahnfahrer werden daher Situationen durchgespielt, in denen die Fahrer das Einschätzen von Bremswegen und das richtige Bremsen lernen.“ Gerade im Herbst und im Winter befindet sich ein Schmierfilm auf den Schienen, der das Bremsen erschwert.
FelixKaiser
Die volle Motorleistung wird aber nur beim Beschleunigen abgerufen, beim Ausrollen zieht der Motor keinen Strom, beim Bremsen wird Energie zurückgespeist bzw. für die Zeit der Bremsung der erzeugte Strom für die übrigen Systeme der Bahn genutzt. Der Energieverbrauch einer Bahn stimmt schon so, es sind ermittelte Werte von Verkehrsbetrieben. In Bremen beispielsweise kommen die älteren Fahrzeuge auf ca. 4,3kWh je km, die neueren auf ca. 3,8kWh je km. Je nach Strecke kann man so den ungefähren Energiebedarf je Stunde ermitteln.

Übrigens sollte man auch berücksichtigen: Das Geld für den eingekauften Diesel landet bei den Kraftstofflieferanten. Das Geld für den eingekauften Strom landet zu einem Teil bei der EGG. Der GVB ist einer der größten Kunden der EGG, wenn nicht gar der größte, müsste ich nochmal fragen. So wird ein Teil der Verluste des GVB über die Stadtwerke durch die eigene Stromrechnung beglichen. Der Verlust betrug zuletzt 18% und gehört deutschlandweit schon zu den Spitzenwerten. Der Realverlust dürfte da noch drunter liegen.
Meta
Zitat:
FelixKaiser hat am 24. August 2012 um 05:16 Uhr folgendes geschrieben:
Die volle Motorleistung wird aber nur beim Beschleunigen abgerufen, beim Ausrollen zieht der Motor keinen Strom, beim Bremsen wird Energie zurückgespeist bzw. für die Zeit der Bremsung der erzeugte Strom für die übrigen Systeme der Bahn genutzt. Der Energieverbrauch einer Bahn stimmt schon so, es sind ermittelte Werte von Verkehrsbetrieben. In Bremen beispielsweise kommen die älteren Fahrzeuge auf ca. 4,3kWh je km, die neueren auf ca. 3,8kWh je km. Je nach Strecke kann man so den ungefähren Energiebedarf je Stunde ermitteln.

Übrigens sollte man auch berücksichtigen: Das Geld für den eingekauften Diesel landet bei den Kraftstofflieferanten. Das Geld für den eingekauften Strom landet zu einem Teil bei der EGG. Der GVB ist einer der größten Kunden der EGG, wenn nicht gar der größte, müsste ich nochmal fragen. So wird ein Teil der Verluste des GVB über die Stadtwerke durch die eigene Stromrechnung beglichen. Der Verlust betrug zuletzt 18% und gehört deutschlandweit schon zu den Spitzenwerten. Der Realverlust dürfte da noch drunter liegen.


600KW/70Km/h = 8,571KWh hinzu kommen Übertragungs- und Netzverluste, denn der Strom muß bereitgestellt werden; wenn er nicht verbraucht wird, löst er sich in Wärme auf.
Aus diesem Grund verwendet man zB. immer dieselelektrische Loks, wird mehr Strom benötigt dann läuft der Dieselmotor schneller ansonsten langsamer. Dieselelektrische Loks sind zudem sparsamer als reine E-Loks.

Wie wird denn der Diesel für ÖPNV Busse besteuert? Ist das nicht wie beim Kerosin für Flugzeuge oder Traktoren der Landwirtschaft? Landwirte fahren meist alle Diesel PKW´s.
Wenn man einen 2ten Tank im Auto hat geht auch Heizöl. Zur Kontrolle drückt man den Umschalter und es wird Normaldiesel durch das System gedückt, da fällt nichts auf, denn der Einfüllstutzen ist versteckt im Koffenraum. PS// Der Dieselrücklauf muß immer in den Zweittank erfolgen, damit keine Vermischung im Normaltank auftritt.
FelixKaiser
Der Wirkungsgrad einer dieselelektrischen Lok ist wesentlich schlechter als der einer reinen E-Lok und daher im Betrieb auch teurer, die DB gibt höhere Kosten im Bereich 20-30% an. Ein dieselelektrischer Antrieb bewirkt bei hohen Zugkräften ein besseres Anfahrverhalten da elektrisch wesentlich einfacher stufenlos geschaltet werden kann als mechanisch. Erst moderne dieselhydraulische Antriebe wie beispielsweise in der Voith Maxima erreichen vergleichbare Werte.

Abgesehen davon reden wir hier von Straßenbahnen und nicht von Lokomotiven. Eine Straßenbahn muss schnell beschleunigen und benötigt dabei viel Strom, danach nur noch wenig, beim Bremsen kurzzeitig gar keinen mehr und speist überschüssigen Strom zurück ins Netz, der von anderen Fahrzeugen im selben Netzabschnitt dann verwendet werden kann und so das Unterwerk entlastet. Auf was sollen sich denn die 8,571kWh beziehen? Gängige 30m Trams liegen in den von mir genannten Bereichen.

Diesel für Busse wird genau so besteuert wie für LKWs. Auch der GVB bekommt soweit ich weiß die Ökosteuer nicht erstattet und zahlt den normalen Industriestrompreis.
Meta
Ich habe in Gera die Feststellung gemacht das die Straßenbahnen kaum haben sie beschleunigt auch schon wieder bremsen, da verbraucht man doch bestimmt mehr als bei größeren Haltestellenabständen. Die Innenstadt ist äußerst kurvig, so daß es da auch mehr Energie kostet und ansonsten geht es ganz schön viel bergauf wenn es nach Lusan und Bieblach geht. Abgesehen davon verbrauche ich auch nicht nur die Hälfte wenn ich mein Auto mit halber Leistung fahre. Wenn ich 200 fahre so brauche ich ca. 6,5 - 7,0 Liter Diesel. Wenn ich 100 fahre komme ich aber nicht mit 3,5 Litern aus, da Liegt der Verbrauch zwischen 4,5 und 5 Litern. Im Stadtverkehr verbrauche ich ca. 6,5 Liter.

Wie lange braucht denn die Straßenbahn um auf 50 oder 70Km/h zu kommen?
Bubu
@Meta
Zitat:
Wie lange braucht denn die Straßenbahn um auf 50 oder 70Km/h zu kommen?

Borge Dir eine Stoppuhr und fahre einfach mal mit.
Zu Deinem sonstigen Text möchte ich Dir empfehlen, Dich über das unterschiedliche Verhalten von Elektro- zu Dieselmotoren schlau zu machen, dann wirst Du merken, wie überflüssig Deine Diskussion gegen die Bahn ist. großes Grinsen
Meta
Zitat:
Bubu hat am 24. August 2012 um 23:17 Uhr folgendes geschrieben:
@Meta
Zitat:
Wie lange braucht denn die Straßenbahn um auf 50 oder 70Km/h zu kommen?

Borge Dir eine Stoppuhr und fahre einfach mal mit.
Zu Deinem sonstigen Text möchte ich Dir empfehlen, Dich über das unterschiedliche Verhalten von Elektro- zu Dieselmotoren schlau zu machen, dann wirst Du merken, wie überflüssig Deine Diskussion gegen die Bahn ist. großes Grinsen


Es geht mir hier um den Verbrauch und nicht gegern die Bahn.
Leider wird in der Bahn nicht die Momentangeschwindigkeit angezeigt, nur dann würde es mit dem stoppen auch klappen.
do4rd
Im Zweifel ein einfaches Navi oder einen anderen GPS-Tracker...
Bubu
Zitat:
Leider wird in der Bahn nicht die Momentangeschwindigkeit angezeigt, nur dann würde es mit dem stoppen auch klappen.

Klappt auch so. Du steigst vorn ein und bittest den Fahrer, dass er die Hand hebt, wenn er 50 oder 70 drauf hat. Machen die netten Bahnpiloten von Gera bestimmt.
Wenn die Bahn losfährt drückst Du die Stoppuhr und wenn er die Hand hebt, drückst Du wieder. Kannst natürlich auch einen befreundeten Autofahre bitten, dass er mit der Strassenbahn hinter ihr startet und die Lichthupe betätigt, wenn die 50 erreicht sind.
Du müsstets Dich dann allerdings auf einen der letzten Sitze in der Bahn begeben und darfst das Stoppen nicht vergessen. Mit einem Motorrad würde das Ganze natürlich auch funktionieren. Es gehen auch andere Fahrzeuge, Hauptsache sie haben einen Tacho und erreichen 70 Kmh nicht erst nach Stunden. Ja
Meta
Schön das Sie heute gute Laune haben Eule, vielleicht frage ich einen Radfahrer der Briefverteilfirmen ober er schneller starten kann als die Straßenbahn und wann er 50 bzw. 70 Km/h erreicht.
Meta
Man könnte ja auch 2 Sylvresterknaller in einen bestimmten Abstand in die Schienen legen und messen wie lange es zwischen den 2 mal knallen dauert?
Bubu
Meta, wegen dieser beiden nichtfunktionierenden Varianten hätten Sie sich aber nicht so zeitig an den PC bemühen müssen.
Meta
Woher wollen Sie denn wissen das das nicht geht?
Haben Sie es schon mal mit V-Knallern versucht?
Zum Sektkorken schießen gingen früher immer die Harzer Knaller am besten. Knaller anzünden, in Sektflasche werfen und dann rasch den Korken drauf. Der fliegt dann so ca. 20 - 30m.
Man kann natürlich auch Streichholzkuppen abgeschaben und das Abgeschabte in KK-Patronen stopfen diese erst zukneifen und dann genauso verfahren, das geht sehr gut.
FelixKaiser
Man kann auch einfach mal bei der Werkstatt anfragen, wenn wieder eine Probefahrt gemacht wird. Auf dem Betriebshofgelände stehen Gleise zur Verfügung die auch dafür genutzt werden können, Beschleunigen, Bremsproben. Dem erfahrenen Personal sollten aber die gefragten Werte auch so bekannt sein.

Im Übrigen hört man auch anhand des Fahrgeräusches ob die Bahn gerade beschleunigt, ausrollt oder abbremst. Wer Langeweile hat kann sich auch mit drei Stoppuhren in eine Bahn setzen und die jeweiligen Zeiten einen Kurs lang erfassen und dann hochrechnen. Interessant wäre höchstens noch der Stromverbrauch während der Grundversorgung der elektrischen Anlagen der Bahn, während sie beispielsweise in einer Haltestelle steht.
Meta
Fahren die Geraer Bahnen mit Gleichstrom oder mit Wechselstrom?
FelixKaiser
Straßenbahnen fahren in der Regel mit Gleichstrom. Wir haben hier noch 600V. Einige Betriebe haben auf 750V umgerüstet wo es der Fahrzeugpark zulässt, dort sind die Verluste etwas niedriger, es werden weniger Unterwerke benötigt. Die Tatras können nur mit 600V betrieben werden. Neue Bahnen, wie auch unsere NGT8G, können mit beiden Spannungen arbeiten. Denkbar dass mit einer Ersatzbeschaffung der Tatras mittelfristig auch die Unterwerke auf 750V umgerüstet werden um die Effizienz zu erhöhen und den Stromverbrauch zu senken.
Meta
Das erstaunt mich, ich hatte etwas von 1000 Volt für Straßenbahnstromnetze gelesen, da stand aber nicht ob mit Gleichstrom oder Wechselstrom gearbeitet wird. Sind diese Gleichstrommotoren noch Schleifringläufer oder ist die Motorsteuerung inzwischen elektronisch, indem man zB den Spannungsfluß zu den Spulen mit einer Transistorsteuerung o. ä. unterbricht?
FelixKaiser
Die Tatras verfügten ursprünglich über Gleichstrommotoren mit einer Schützensteuerung. Außer der Spatzenbahn sind ausschließlich modernisierte Wagen im Einsatz, die über eine Impulssteuerung verfügen und Energie rückspeisen können, konnten die alten Tatras nicht. Dadurch sind die modernisierten Wagen auch wesentilch energieeffizienter zu betreiben. Die neuen Bahnen verfügen über Drehstrom-Asynchronmotoren, die Wechselrichter werden elektronisch angesteuert. Die dafür verwendeten Systeme kommen auch bei modernen Lokomotiven zum Einsatz. Das wäre dann nochmal eine Stufe besser als bei den modernisierten Tatras.