Abkommen gegen USA-Linkspakt in Südamerika

Adeodatus
Die linksgerichteten Staatschefs von Kuba, Venezuela und Bolivien haben ein Abkommen über eine engere politische und wirtschaftliche Kooperation ihrer Länder geschlossen. Der Linkspakt versteht sich als Gegenmodell zu den US-Plänen für ein Freihandelsabkommen für Lateinamerika.

Das am Samstag in Havanna besiegelte Abkommen basiert auf einem bereits vor Jahresfrist geschlossenen Integrationspakt zwischen Kuba und Venezuela (ALBA), zu dem nun auch Bolivien hinzu stößt. Dessen Präsident Evo Morales unterzeichnete gemeinsam mit Kubas Staatschef Fidel Castro und seinem venezolanischen Kollegen Hugo Chavez das Abkommen.

Der "Handelsvertrag der Völker" sieht unter anderem die Abschaffung der Zölle von bestimmten Gütern im Warenverkehr der drei Länder vor. So soll Bolivien künftig seine gesamte Sojaproduktion zollfrei nach Kuba und Venezuela verkaufen dürfen. Kuba zahlt mit Ärzten und Lehrern, Venezuela mit Öl.

Die Kooperation mit dem ölreichen Venezuela hatte dem kommunistischen Karibikstaat Kuba dabei geholfen, wirtschaftlich wieder auf die Beine zu kommen. Das sozialistische Land war in den Jahren nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wirtschaftlich tief in die Krise geraten.

Castro wie auch Morales nannten den Linkspakt ein Alternativprogramm zu den US-Plänen, mit dem Projekt einer Freihandelszone ihre "imperialistische Vormacht" in der Region zu festigen. Der sandinistische Revolutionär Daniel Ortega aus Nicaragua, der in den 80er Jahren in dem mittelamerikanischen Kleinstaat an der Macht war, nahm an der Unterzeichnungsfeier als Podiumsgast teil. Ortega geht im November als Kandidat in die Präsidentenwahlen.

Das um Bolivien erweiterte ALBA-Abkommen ist nach Expertenmeinung ein Quantensprung für das linke Projekt. "Bisher schienen Castro und Chavez auf einen Zwei-Mann-Club beschränkt zu sein. Jezt, da Morales hinzukommt, ändert sich das dramatisch", sagte Daniel Erikson von dem Washingtoner Institut Inter-American Dialogue." Die bolivianischen Gasvorkommen erweitern das wirtschaftliche Potenzial der bisherigen ALBA-Kooperation beträchtlich.

Lateinamerika ist derzeit tief gespalten darüber, wie die Großregion sich wirtschaftspolitisch für die Zukunft positionieren soll. Insgesamt neun Staaten - darunter Mexiko und Chile - haben Freihandelsabkommen mit dem USA unterzeichnet. Brasilien, Argentinien und andere Länder haben den USA hingegen die kalte Schulter gezeigt, ohne indes eine Annäherung an das lateinamerikanische Links-Bündnis zu suchen.

http://www.n-tv.de/662409.html
as65
So kocht jeder sein eigenes Süppchen. Jeder versucht sie nach seinen eigenen Geschmack hinzubekommen.
Beim mischen der ganzen Suppe kommt dann eine Brühe raus die keinen mehr schmeckt.
Und so wird die ganze Prozedur von vorne beginnen.
Ob "kleiner Mann" oder "Global", jeder ist sich selbst der Nächste.

as65
Adeodatus
Die immer wieder Herbeigeprdigte Globalisierung wird zusehends an ihre Grenzen geraten die Wirtschaftssysteme müssen wieder selbstständiger und Flexibler werden. Ich finde den Weg dieser drei Staaten als einen guten Schritt vor allem aus der Sicht das die Amis ja keinem dieser Länder die Luft zum atmen gönnen.
as65
Prinzipiell begrüße ich es auch.
Jedoch befürchte ich, und das wollte ich damit sagen,
das diese drei Staaten (oder mal mehr),
wenn es Ernst für die Verträge wird, wieder einmal uneins werden.

as65
Adeodatus
Oder von Amerika ein kleiner Putsch organisiert wird, gerade Bolivien ist sehr empfänglich!
holgersheim
Glückwunsch nach Venezuela

Zitat:

Caracas. Der venezolanische Staatspräsident Hugo Chávez ist mit klarem Vorsprung für eine weitere sechsjährige Amtszeit wiedergewählt worden. Der 52-jährige erklärte Gegner von US-Präsident Bush erhielt bei den Präsidentschafts- wahlen nach ersten offiziellen Teilergebnissen 61,35 Prozent der Stimmen. Nach Auszählung von 78,31 Prozent der abgegebenen Stimmen komme der Einheitskandidat der Opposition Manuel Rosales auf 38,39 Prozent, teilte die Wahlbehörde CNE am späten Abend (Ortszeit) mit. Chávez regiert das südamerikanische Ölland seit 1999.

Schon wenige Minuten nach dem ersten CNE-Bericht trat Chávez singend auf den Balkon des Regierungspalastes Miraflores im Zentrum von Caracas. Vor Tausenden Menschen, die zumeist rote Hemden und rote Mützen trugen, sang der frühere Oberstleutnant die Nationalhymne und rief aus: «Hoch lebe Venezuela, hoch lebe das venezolanische Volk, hoch lebe der Sieg der sozialistischen Revolution». Chávez versprach eine «Expansion der Revolution hin zum Sozialismus». Trotz Regens sangen und jubelten die Menschen wie bei einem Volksfest.

Den politischen Gegnern gegenüber zeigte sich der Präsident, der nun mindestens bis Anfang 2013 weiter regieren darf, aber versöhnlich. «Jenen, die für eine andere Option gestimmt haben, spreche ich meine Anerkennung für die demokratische Aktion aus». Erneut griff Chávez die USA an: «Das war heute wieder eine Lektion für den US-Imperialismus», sagte er. Venezuela beweise, dass eine neue und bessere Welt möglich sei. Auch in anderen Städten des fünftgrößten Ölproduzenten der Welt gingen die Chávez-Anhänger jubelnd und singend auf die Straßen.

Der Urnengang ging trotz einer spannungsgeladenen Atmosphäre ohne nennenswerte Zwischenfälle und mit ungewöhnlich großer Wahlbeteiligung vonstatten. «Er war massiv, ordentlich und fröhlich», versicherte der spanische Abgeordnete Willy Meier, der einer Beobachterdelegation der Europäischen Union (EU) angehört. Regierung und Opposition hatten sich zum Wahlkampfabschluss gegenseitig Betrugs- und Destabilisierungsabsichten vorgeworfen.

Vor vielen der insgesamt 33.000 Wahllokale hätten sich schon vor Sonnenaufgang lange Schlangen gebildet, berichteten Medien. In vielen Städten seien die Wähler von Chávez-Anhängern schon um 03.00 Uhr morgens mit Feuerwerken oder mit Lautsprecherfahrzeugen geweckt worden. Bei den Parlamentswahlen Ende 2005 hatte es eine Enthaltung von über 70 Prozent gegeben, weil die Opposition zu einem Boykott aufgerufen hatte. Insgesamt 15,9 Millionen Venezolaner waren zur Wahl aufgerufen.
(Quelle: dpa)


Die Venezolaner haben allen Grund zum singen und jubeln. Eine bessere Welt ist möglich.
gastli
[euronews]
Chavez ruft Staatenbund aus
In Caracas sind 33 Staatschefs zur Gründung der Lateinamerikanischen und Karibischen Staatengemeinschaft, CELAC, zusammen gekommen.
Gastgeber Hugo Chavez empfing unter anderem Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff, Raul Castro aus Kuba und Argentiniens Staatspräsidentin Cristina Fernandez de Kirchner.
Hugo Chavez, der sich gerade von den Folgen einer Chemotherapie erholt, zeigte sich blendender Laune:
“US-Präsident Jefferson sagte, dass die USA dazu bestimmt seien, eine ehemalige spanische Kolonie nach der anderen zu schlucken. So wurden die Vereinigten Staaten geboren. Das liegt in ihrer Natur. Hoffen wir, dass sich das eines Tages ändert.”
Der neue entstandene Staatenbund, der ausdrücklich die USA und auch Kanada ausschließt, umfasst 600 Millionen Menschen mit einem Bruttoinlandsprodukt von umgerechnet 4,5 Billionen Euro.

* Info CELAC
Vergleich zur EU: 500 Millionen Menschen mit einem Bruttoinlandsprodukt von umgerechnet 18 Billionen Dollar.
Meta
Zitat:
gastli hat am 04. Dezember 2011 um 10:02 Uhr folgendes geschrieben:
[euronews]
Chavez ruft Staatenbund aus
In Caracas sind 33 Staatschefs zur Gründung der Lateinamerikanischen und Karibischen Staatengemeinschaft, CELAC, zusammen gekommen.
Gastgeber Hugo Chavez empfing unter anderem Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff, Raul Castro aus Kuba und Argentiniens Staatspräsidentin Cristina Fernandez de Kirchner.
Hugo Chavez, der sich gerade von den Folgen einer Chemotherapie erholt, zeigte sich blendender Laune:
“US-Präsident Jefferson sagte, dass die USA dazu bestimmt seien, eine ehemalige spanische Kolonie nach der anderen zu schlucken. So wurden die Vereinigten Staaten geboren. Das liegt in ihrer Natur. Hoffen wir, dass sich das eines Tages ändert.”
Der neue entstandene Staatenbund, der ausdrücklich die USA und auch Kanada ausschließt, umfasst 600 Millionen Menschen mit einem Bruttoinlandsprodukt von umgerechnet 4,5 Billionen Euro.

* Info CELAC
Vergleich zur EU: 500 Millionen Menschen mit einem Bruttoinlandsprodukt von umgerechnet 18 Billionen Dollar.


Das sagt aber noch gar nichts über die Kaufkraft der Menschen in diesem Staatenbund aus, denn unsere DM verlor mit der €-Einführung 50% an Kaufkraft. Den Gewinn hatten die Anderen und wir bekamen fortan infolge größerer Konkurrenz, welche wir uns als Kunden damit machten nur noch Ramschwaren zu kaufen, denn die Kaufkraftumverteilung ging zu Lasten der BRD-Bürger.