Jobcenter Essen jubelt:
Wir konnten 2013 fast 10.000 arme Menschen sanktionieren
Die Zahl der Sanktionen gegen Hartz-IV-Empfänger in Essen ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Das Jobcenter verhängte in über 9900 Fällen Strafen. Ein Anwalt kritisiert das Amt: Sanktionen gebe es häufig wegen kleinster Verstöße.
"Jedem achten erwerbsfähigen Hartz-IV-Empfänger strich das Amt die Leistungen zusammen, weil er sich entweder weigerte, einen Job anzunehmen bzw. fortzuführen oder weil er sich nicht so um Arbeit bemühte, wie mit dem Jobcenter vereinbart", berichtet die WAZ.
* Soso, man hat sich nicht ausreichend um Arbeit bemüht, beziehungsweise Stellenangebote abgelehnt?
Kurzer Abgleich mit der Realität in der offizielle Arbeitslosenstatistik:
387.000 offene Stellen
5.091.850 Arbeitssuchende
Im Klartext: Auf eine einzige offene Stelle kommen 13 Arbeitssuchende. Und über die Qualität der offenen Stellen ist hierbei noch überhaupt nichts gesagt. Wenn es sich um Leiharbeit oder sonstige Armutslohnjobs handelt, ist man trotz Arbeit keinesfalls raus aus Hartz4, weil man noch zusätzliche "aufstockende" Leistungen beantragen muss.
Das ist in Essen nicht anders.
Und ich habe durchaus Verständnis für die Betroffenen, die sich vom menschenverachtend niedrigen Regelsatz kein Auto leisten können und deshalb auch keine 50 km zur Leiharbeiter- oder sonstigen Ausbeutungsklitsche fahren wollen.
Und wer meint, dass man Erwerbslose gesetzlich zur Arbeit prügeln muss, wenn sie sich schon auf Steuerzahlerkosten aushalten lassen, dem stelle ich mal eine kleine Gegenfrage:
Wieviel Geld "spart" man eigentlich durch diese Sanktionen, die in 50 Prozent aller Fälle vor den Sozialgerichten wieder einkassiert werden?
Und wieviel Geld könnte man sparen, wenn man die rund 150.000 Beschäftigten in den Jobcentern und Arbeitsagenturen an die frische Luft setzt, die angesichts der Massenarbeitslosigkeit in Deutschland ohnehin nichts zu vermitteln haben?
Hier muss ich noch kurz erwähnen, dass die Hartz IV-Opfer sofort ihre Erwerbslosigkeit beenden würden, wenn ihnen die Jobcenter statt ständige Drangsalierung und Bedrohung in der Existenz vernünftige Arbeitsverträge mit 10 Euro Mindestlohn und aufwärts zur Unterschrift vorlegen würden.
Was eigentlich auch der Vorschlag einer sozialdemokratischen Partei entsprechen müsste - die man in Deutschland allerdings nur noch ganz links findet.