Mal für die Kapitalismusapologeten: Mit Vollgas gegen die Wand

gastli
Zitat:
Laut dem Deutschen Philologenverband werden im nächsten Schuljahr 20.000 Lehrer fehlen.
...
Durch das Ausscheiden älterer Kollegen aus dem Schuldienst werde es im Jahr 2013, da es an Nachwuchskräften fehle, voraussichtlich 40.000 unbesetzte Lehrerstellen geben. „Der Lehrermangel ist das Hauptproblem der Bildungsmisere“, so Meidinger. Um diese Bildungsreise abzumildern müsse nicht nur das gesellschaftliche Ansehen des Lehrerberufs verbessert werden, auch höhere Gehälter und bessere Karierechancen seien nötig.
......
In den nächsten fünf Jahren werden von derzeit 800.000 Lehrkräften 150.000 in den Ruhestand gehen, ohne das es qualifizierten Ersatz für sie gäbe. Besonders dramatisch ist die Situation in den Fächern Mathematik, Informatik und den Naturwissenschaften. Bereits heute machen diese Fächer 50% des Lehrermangels aus und ihr Anteil könnte in den nächsten Jahren auf 80% steigen. Gerade in diesen Fächern wechseln angehende Lehrkräfte nach dem Referendariat häufig in die Wirtschaft, da sie dort bessere Verdienstmöglichkeiten und Berufsaussichten haben.
.....
In ihrer Verzweiflung greifen vielerorts Schulen auf fachfremde Arbeitskräfte zurück. Unter anderem werden Förster, Dolmetscher, Ingenieure, und Studenten ohne jegliche Pädagogische Ausbildung eingesetzt. Ein Experiment, dass nicht immer funktioniert.
(Berliner Umschau)


Bildung, also eine der wichtigsten Grundlagen einer Gesellschaft als Experimant. Das ist nicht Vollgas, sondern schon ein durchgetretenes Bodenblech.
Pfiffikus
Zitat:
felixed hat am 28. Juli 2008 um 12:55 Uhr folgendes geschrieben:

Zitat:
Donna hat am 28. Juli 2008 um 11:43 Uhr folgendes geschrieben:
aber wenn wir schon dabei sind: wird eigentlich mal wieder olympia boykottiert, wegen einmarsch in afghanistan?


Warum? Das war ein freiheitlich-demokratischer antiterroristischer Überfall, keine totalitäre militärische Unterstützung gemäß Beistandsvertrag wie damals.

Durch diese Formulierung will der Demagoge schon wieder den ruhmlosen Einmarsch der Sowjetarmee in Afghanistan von einem Aggressionskrieg zu einem Verteidigungsfall umdeuten.
Dabei bist du seit Februar immernoch eine Antwort schuldig geblieben: Inwieweit waren die durch einen Militäraufstand im Jahr 1978 an die Macht gekommene Demokratische Volkspartei Afghanistans demokratisch und völkerrechtlich legitimiert, kurze Zeit später den Bündnisfall zu proklamieren und den Aggressoren einen Vorwand zu liefern?
Die offene Frage





Zitat:
felixed hat am 26. Juli 2008 um 21:59 Uhr folgendes geschrieben:

Zitat:
Simson hat am 26. Juli 2008 um 21:39 Uhr folgendes geschrieben:
1989 sind Frauen in der DDR durchschnittlich im Alter von 76,3 Jahren gestorben und 2002 in den neuen Bundesländern durchschnittlich erst mit 81,2 Jahren.


Offensichtlich war Mathe nicht gerade Deine Stärke. Hier mal bißchen Nachhilfe in Form einer Textaufgabe:

Wie viele Jahre hatte eine 81,2-jährige ehemalige DDR-Bürgerin 2002 in der SBZ/DDR gelebt und wie viele in der BRD?

Es ist kein Geheimnis, dass ein Mensch in verschiedenen Lebensabschnitten zumeist unterschiedlich viel medizinischen Beistand benötigt. In den besten Jahren hält sich dieser üblicherweise in engen Grenzen. Im Alter und kurz vor dem Ableben sind medizinische Eingriffe wesentlich häufiger nötig und können dann eine echte Lebensverlängerung bedeuten.

Die hier in Rede stehende Modellperson hat ihre besten Jahre, in denen sie weniger auf medizinische Versorgung angewiesen war, in der DDR erlebt. Ihre Kindheit und ihre letzten Lebensjahre waren von der kapitalistischen Gesellschaftsordnung geprägt. Insbesondere die letzten Lebensjahre könnten von einer Intensivmedizin auf heute üblichem Niveau geprägt worden sein. Diese wirkt sich mit Sicherheit lebensverlängernd aus, wobei ich das nicht immer als lebenswert bezeichnen möchte.
Dass die DDR-Arztbesuche der Frau ein längeres Leben gönnen, kann ich allein aus der Anzahl der Lebensjahre in der DDR nicht erkennen.


Pfiffikus,
der als Mittvierziger seinen Arzt in den letzten Jahren nur zwecks Impfungen aufgesucht hat
Simson
Also bitte, es ist ja nun nicht typischerweise so, daß die Menschen in den neuen Bundesländern nun am Ende ihres Lebens noch fünf Jahre auf einer Intensivstation künstlich am Leben erhalten werden! Außerdem gibt es die Möglichkeit mittels einer Patientenverfügung, lebensverlängende Maßnahmen zu untersagen.

Die Rahmenbedingungen um älter werden zu können haben sich hier insgesamt gegenüber früher verbessert und bei Manchem auch die Lebensweise.
Herasun
Zitat:
Simson hat am 08. August 2008 um 18:08 Uhr folgendes geschrieben:

Also bitte, es ist ja nun nicht typischerweise so, daß die Menschen in den neuen Bundesländern nun am Ende ihres Lebens noch fünf Jahre auf einer Intensivstation künstlich am Leben erhalten werden!


Nein, das ist tatsächlich nicht typischerweise so. Aber es kommt durchaus vor, durchaus auch häufig, aber durchaus auch in den alten Bundesländern.
Frage ist:
Wem nützt es? (Da nicht in jedem Fall eine Patientenverfügung vorliegt und diese in den seltensten Fällen tatsächlich greift, sei mir die Frage erlaubt.)
Dem Dahinsiechenden eher nicht, den Angehörigen eher noch weniger, wem also?

Zitat:
Simson hat am 08. August 2008 um 18:08 Uhr folgendes geschrieben:
Die Rahmenbedingungen um älter werden zu können haben sich hier insgesamt gegenüber früher verbessert und bei Manchem auch die Lebensweise.


Was verstehst du unter Rahmenbedingungen?
Die medizinische Versorgung, die mittlerweile fast vollständig kommerzialisiert ist oder die saubere Luft im Osten?
Simson
Neben den verbesserten Möglichkeiten der medizinischen Versorgung in ihrer ganzen Vielfalt und den verbesserten Umweltverhältnissen spielen sicher auch noch eine ganze Reihe anderer Faktoren eine Rolle für die deutlich gestiegene Lebenserwartung hier. Die Antwort auf die Frage, welche einzelnen Bestandteile der gesamten gesellschaftlichen Verhältnisse nun welchen konkreten Beitrag dazu geleistet haben, könnte man wohl nur im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie versuchen zu beantworten.
Meister
Der Fall ist für mich geklärt,man kann mich einnehmen aber nicht ausnehmen.
Notar hat Stempelchen drauf, habe fertig.


Meister
Herasun
Zitat:
Simson hat am 08. August 2008 um 19:32 Uhr folgendes geschrieben:

Neben den verbesserten Möglichkeiten der medizinischen Versorgung in ihrer ganzen Vielfalt .....


Entschuldige bitte, daß ich lache!
Und ich lache deshalb, weil ich mit Sicherheit etwas mehr Einblick habe in die "Vielfalt" der medizinischen Versorgung als du und auch weiß, wovon ich rede.
Vielfalt bleibt denen vorbehalten, die den notwendigen finanziellen Hintergrund aufweisen können. Alle anderen haben sich mit den vielfältigen Einschränkungen, die nicht zuletzt durch die mit den Pharmakonzernen mauschelnden Kassen entstehen, abzufinden.
Medizinern macht ihre Arbeit keinen Spaß mehr, weil ihre therapeutische Freiheit durch finanzielle Einschränkungen und unter Androhung von Regress eingeschränkt wird.
Die Folge davon ist unter anderem auch mangelnde territoriale medizinische Versorgung.
Vielleicht sprechen wir aber über dieses Thema tatsächlich lieber erst dann noch einmal, wenn die Auswirkungen der Gesundheitsreformen in ihrer gesamten Härte zum Tragen kommen. Das dürfte in ca. 20 Jahren der Fall sein.
Simson
Kranke, behinderte und ältere Menschen können die Versorgungsmöglichkeiten vor der Wende und nach der Wende auch beurteilen und kennen manche praktischen Schwierigkeiten.

Die Medizin alleine würde ich ja wie bereits gesagt auch nicht für die gestiegene Lebenserwartung verantwortlich machen.
orca
Zitat:
Meister hat am 08. August 2008 um 19:33 Uhr folgendes geschrieben:
Der Fall ist für mich geklärt,man kann mich einnehmen aber nicht ausnehmen.
Notar hat Stempelchen drauf, habe fertig.


Meinste die Tötungsverfügung, die irgendwen irgendwann ermächtigt, Dir den Docht herunterzudrehen, wenn er in Dir nicht (mehr) lebenswertes Leben sehen will?
gastli
Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, seiht
deutliche Gefahren für eine Rezession in Deutschland. Nur
«Glücksfälle» können nach seiner Einschätzung den Abschwung noch
verhindern.
gastli
[Reuters]
Euro-Zone steht erstmals vor schwerer Rezession
Berlin (Reuters) - Die Wirtschaft des Euro-Raums steht erstmals in ihrer Geschichte vor einer schweren Rezession. Die Stimmung in der Industrie fiel im Oktober auf ein historisches Tief. Die Aufträge schrumpften wegen der Finanzkrise und des weltweiten Abschwungs mit Rekordtempo.

...Bild.nicht.mehr.auf.imageshack.online.../img523/5955/305smallaj5.jpg[/IM
G]
gastli
Der Fuss steht nach wie vor auf dem Gas, wie die folgende Meldung bezeugt.

Cluj. Ein Jahr nach der Nokia-Euphorie zerstört die Krise die großen Hoffnungen von Cluj. Einer nach dem anderen ziehen die großen internationalen Konzerne wieder ab. Die Begründung eines Managements: Angesichts sinkender Nachfrage seien die Arbeitskräfte in Rumänien zu teuer.
..
Die Behörden in Cluj schätzen, dass bis zum Frühling insgesamt 10.000 Beschäftigte ihren Job verlieren werden.
..
Die vier Autokabel-Fabriken des japanischen Unternehmens ACE Fujikura – Hauptkunde Volkswagen - machen dicht.
..
In der Lebensmittel-Branche ziehen die internationalen Großkonzerne Coca Cola und Kraft aus Transsylvanien ab. Italienische Kleidungs- und Schuhproduzenten sind angesichts gestiegener Löhne in Rumänien bereits nach Moldawien oder in die Ukraine abgewandert.
[Quelle]

Es wird nicht lange dauern bis Moldawien oder die Ukraine "zu teuer" geworden sind
...... die Wand kommt immer näher.
gastli
Wunderbar, die =2995&tx_ttnews[backPid]=3&cHash=51f2a18c36]Titanic rockt mal wieder. Brillant Spiegelung des ganzen Elends, dass auch hier im Forum zu tage tritt.

Zitat:
Beängstigend

Laut einer neuen Studie verklären immer mehr Westbürger die BRD-Vergangenheit. Mittlerweile sind Unwissenheit und Beschönigungen auf jüngere Generationen übergegangen: Nicht nur zeigen sich etliche Schüler schlecht informmiert, offenbar dulden auch viele Bürger keine Kritik am BRD-Staat. So sind immer mehr westdeutsche Jungwähler bereit, die FDP-Nachfolgeorganisation FDP zu wählen, obwohl dort einst der Menschenfeind Otto Graf Lambsdorff das Sagen hatte.

"Viele Westdeutsche begreifen jede Kritik am kapitalistischen Sklavensystem als Angriff auf ihre eigene Person", heißt es in der Studie. Viele Aussagen der Befragten seien bedenklich: "Ich befürchte, daß sich eine Mehrheit der Westdeutschen mit dem heutigen gesellschaftspolitischen System identifiziert", teilte der West-Beauftragte der Regierung mit, der die Studie in Auftrag gegeben hatte. Er verlangte Konsequenzen aus den Ergebnissen. Diese zeigten, "daß wir in der Aufarbeitung des BRD-Unrechts nicht nachlassen dürfen". Insbesondere die Schulen sollten sich stärker mit Alltag und Entwicklung der BRD beschäftigen und dabei ruhig auch auf undifferenzierte Nazi-Vergleiche zurückgreifen.
gastli
Für die Kapitalismusapologeten, Systembefürworter, Systemverteidiger, Imkapitalismuswohlfühler ein Bildungsangebot. Zweieinhalb Stunden.
Achtung! Nur nutzbar wenn die Krankheit der Systemintegration noch nicht zu fortgeschritten ist.



gastli
Wer Zeit aufwendet, um sich mehrmals die Woche irgendwelche "Fußballspiele" anzuschauen, der sollte sich vielleicht auch mal im folgendem weitere knappe 90 Minuten Zeit nehmen, um sich den neuen Videovortrag von Nicolas Hofer zu Gemüte zu führen...!?

"Warum der Kapitalismus auch Profitismus heißen könnte!"

gastli
Ein sehr guter Film. Brillante Analyse dessen was viele Menschen als ihr Leben bezeichnen.
Krisenschock - Konzept zur undemokratischen Veränderung der Gesellschaft

gastli
Gerade auf YOUTUBE entdeckt:
Das TV-Magazin MONITOR recherchiert besser als der Mainzer Bruder REPORT.
Der Film zeigt auf erschreckende Weise das Deutschland der Motor ist, der den Zug mit Vollgas gegen die Wand rasen lässt.



Essenz: Die Wirtschaft wächst um 20, Arbeitslosigkeit um 56 Prozent.
Er zeigt auch das es denkende Menschen im Land gibt.
Leider zu wenige.

co2schleuder
Willkommen in gastlis Frustforum, wo nimmst du nur die Zeit für diesen Mist her? großes Grinsen
Sonnenschein
Die Worte der Monitorredaktion stimmen nachdenklich:

„Wenn alle Menschen der Erde so leben würden wie die Deutschen bräuchten wir die Ressourcen von 3 Planeten“
co2schleuder
kann ja nicht sein, die Meisten hier sind ja der Meinung das Deutsche Volk hungert und ist verarmt. großes Grinsen Aber zum Glück gibts ja noch genug Planeten. cool