Für lernresistente Kapitalismusapologeten kann ich das Bild auch noch in Plakat tauglicher Größe anbieten.
gastli
Zitat:
Wachstum
Mathematisch obskur
Wachstum! Wachstum! Wachstum! Der Ruf nach Wachstum ist in Deutschland allgegenwärtig. Dabei geht schon unser Verständnis von Wachstum völlig an der Realität vorbei - das haben die meisten Ökonomen und Politiker aber noch nicht bemerkt.
Der Artikel in der FR ist ein absolutes Muss.
Mit wenigen Worten trifft er genau ins Schwarze.
gastli
Ein Gedicht für die Kapitalismusapologeten
Das Fließband, es ist der Herr.
Ich bin sein Getriebe.
Es herrscht, ich unterwerfe mich.
Trotzdem schätze ich es wie nichts.
Gezwungen habe ich mich, es zu lieben.
Ich bin unterwürfig, weil es ein verständigerer Herr ist, wenn ich gefügig bin und es nicht verachte.
Ich zerfließe am Zerfließband, dann ist es stolz auf mich.
Ich danke dem Fließband, es gibt mir Brot und lenkt mich vom Hunger ab.
Gerechtigkeitsfragen für Deutschland
Prekäre Beschäftigungsverhältnisse nehmen zu, der soziale Aufstieg ist nicht mehr selbstverständlich. Der Soziologe Oliver Nachtwey beschreibt im Interview mit dem Deutschlandfunk, wie sich daraus Ungerechtigkeitserfahrungen, gesellschaftliche Konflikte und politische Probleme ergeben.
Ich denke einiges davon könnte bei Ihnen durchaus gefallen finden. Das dumme ist nur wenn alles gegen die Wand gefahren wird hat am Ende, von denen die hier sind, niemand etwas davon. Also nüscht wie weg.
Meta
Zitat:
gastli hat am 05. Juni 2015 um 07:37 Uhr folgendes geschrieben:
Zitat:
Wachstum
Mathematisch obskur
Wachstum! Wachstum! Wachstum! Der Ruf nach Wachstum ist in Deutschland allgegenwärtig. Dabei geht schon unser Verständnis von Wachstum völlig an der Realität vorbei - das haben die meisten Ökonomen und Politiker aber noch nicht bemerkt.
Der Artikel in der FR ist ein absolutes Muss.
Mit wenigen Worten trifft er genau ins Schwarze.
Jetzt wissen wir warum es uns immer schlechter geht; war haben zu viel Wachstum und immer weniger Kaufkraft.
Meta
Die Deflationsmaschine läuft so lange bis es vernünftige Löhne oder Preise gibt.
Einzig und allein eine steigende Kaufkraft hilft gegen Deflation.
Normaler Weise tritt Deflation zusammen mit massiver Arbeitslosigkeit auf. Nur angeblich haben wir in Deutschland Beschäftigung ohne Ende - quasi zum Nulltarif.
Deshalb kann sich leider keiner etwas kaufen, denn die Preise sind exorbitant hoch, so werden die Käufer vertrieben.
Wenn die Preise fallen und die Kaufkraft steigt ist die Deflation am Ende.
Wir erleben eine Aufwertung des Geldes und eine Abwertung der Vermögenswerte.
Welche Vermögenswerte werden davon betroffen sein? Denkt einmal darüber nach. Wer sein Geld falsch angelegt hat ist dann der Dumme.
gastli
Fast alle Befürchtungen, die Gregor Gysi vor rund 20 Jahren zur Euro-Einführung geäußert hatte, haben sich bewahrheitet. Das ändert natürlich trotzdem nichts daran, dass die kapitalistische Einheitspartei von CDU/CSU/SPD/FDP/GRÜNE/AfD weiter so vor sich hin wurschteln wie bisher.
SPIEGEL: Wir sind auf dem Weg zurück in eine Klassengesellschaft?
Reich: Leider bewegen wir uns wirklich rückwärts, ja. Die Ungleichheit bei Vermögen wächst ständig, aber das noch größere Problem ist die Einkommensverteilung.
SPIEGEL: In den USA nimmt das oberste Prozent der Gesellschaft über 20 Prozent des jährlichen Gesamteinkommens mit nach Hause. Wie konnte es so weit kommen? Der Trend zeichnet sich doch seit Jahrzehnten ab.
Reich: Bei den Vermögen konzentrieren sich sogar über 40 Prozent beim obersten Prozent. Aber bislang wurde nichts gegen diese Entwicklung unternommen, weil wir sie einerseits nicht richtig verstanden haben und die Menschen andererseits immer neue Wege gefunden haben, sie auszugleichen. In den Siebziger- und Achtzigerjahren fingen die Frauen an zu arbeiten und brachten ein zweites Einkommen, ab den Neunzigerjahren haben die Menschen immer mehr Stunden pro Woche gearbeitet und zuletzt dann einfach Schulden gemacht.
SPIEGEL: Die Mittelklasse hat sich also über Jahrzehnte selbst belogen?
Reich: Genau, erst mit der Weltfinanzkrise hat die Öffentlichkeit gemerkt, was für ein riesiges Problem die Ungleichheit ist. Die Banken wurden gerettet, aber Millionen standen arbeitslos und ohne Reserven auf der Straße. Plötzlich dachten viele: Das Spiel ist manipuliert.
SPIEGEL: Die meisten Amerikaner scherten sich bislang wenig um ihren Einfluss und die Bevorzugung der Reichen, solange sie das Gefühl hatten, es selbst und aus eigener Kraft nach oben schaffen zu können.
Reich: Ja, und das hat sich geändert. Früher sagten die Leute: Mir ist egal, was die Milliardäre machen, ich will selbst einer werden. Seit der Finanzkrise aber fürchten viele Amerikaner, dass es ihren Kindern schlechter gehen wird als ihnen selbst. Sie glauben nicht mehr an die wichtigste amerikanische Mythologie: den Aufstieg vom Tellerwäscher zum Millionär.
SPIEGEL: Was ist mit der Grundregel der Leistungsgesellschaft: Wenn ich nur hart genug arbeite, steige ich unweigerlich auf?
Reich: Die Leistungsgesellschaft ist nur noch ein Mythos. Viele Menschen arbeiten Vollzeit oder haben sogar zwei Jobs – und sind trotzdem arm. Und sie denken dann: Ich bin nicht gut genug. Während der CEO, der 20 Millionen Dollar macht, sich für ein Genie hält. Das ist doch Wahnsinn.
SPIEGEL: Gleichzeitig können viele Menschen gar nicht so viel arbeiten, wie sie wollen: Sie stecken in unterbezahlten Teilzeitjobs fest.
Reich: Auch dieses Problem ist neu. Inzwischen besteht ein Drittel des amerikanischen Arbeitsmarktes aus Teilzeitjobs, unfreiwillig Selbstständigen und schlecht bezahlten Dauerpraktikanten, die von Monat zu Monat leben. Das führt zu großer Unsicherheit. Und bald wird der halbe Arbeitsmarkt so aussehen.
[Quelle: DER SPIEGEL, 06.08.2016]
So geht es mit vollgas weiter gegen die Wand.
Es lohnt sich die Ausgabe zu besorgen und das komplette Interview zu lesen.
Robert B. Reich ist Professor für Politikwissenschaften an der University of California und zählt zu den einflussreichsten Intellektuellen der USA.
Er war Arbeitsminister im Kabinett von Clinton.
Reich befasst sich seit Jahrzehnten mit dem Bedeutungsverlust der amerikanischen Mittelschicht.
Adeodatus
Ja er will aber keine Reformation sondern den Status Quo des Kapitalismu ein Buch von ihm trägt den Titel "Rettet den Kapitalismus! Für alle, nicht für 1 %"
gastli
Ein Bericht über den ganz normalen kapitalistischen Verfall.
Nur 15 Prozent der Bevölkerung in den 28 Ländern würden noch sagen, dass das gegenwärtige System noch funktioniert. Für 53 Prozent ist das nicht mehr der Fall, 32 Prozent sind sich unsicher. Mehr als Zweidrittel der Befragten in Frankreich, Spanien, Italien, Mexiko und Südafrika stimmen der Aussage zu, dass das System nicht mehr funktioniert. Weit davon entfernt sind die Deutschen mit 62 Prozent nicht.
Was haben die Befragten eigentlich geglaubt, wofür der Kapitalismus zuständig ist?
Etwa dafür, dass es ihnen, also dem Pöbel besser gehen wird?
Kapitalismus bedeutet IMMER, dass der gemeinsam erarbeitete Wohlstand in einem immer größeren Umfang in die Taschen der Reichsten wandert.
Und die einzige Aufgabe ist es, diese systembedingten Folgen bestmöglich mit Propaganda zu vernebeln.
orca
Zitat:
gastli hat am 27. Januar 2017 um 18:13 Uhr folgendes geschrieben:
Was haben die Befragten eigentlich geglaubt, wofür der Kapitalismus zuständig ist?
Das, was die Meisten sich auch entgegen Offensichtlichem zu allen Zeiten einredeten: Das sich verschlechternde Bestehende sei immer noch besser als eine unsichere Zukunft.
Allerdings hat das zu allen Zeiten nur so lange gestimmt, bis der Mehrheit die Unerträglichkeit der Zustände und Zukunfstlosigkeit bewußt wurden.
Lenin beschrieb diesen Zustand als revolutionäre Situation.
Über vergangene Blödheit zu lamentieren, bringt nichts. Wir können und müssen im Gegenteil die zunehmende Bewußtheit nutzen - sie ist ein Grund zur Freude.
Adeodatus
Zitat:
Allerdings hat das zu allen Zeiten nur so lange gestimmt, bis der Mehrheit die Unerträglichkeit der Zustände und Zukunfstlosigkeit bewußt wurden.
Bleibt nur zu erwähnen dass dies in allen politischen Systemen zu Umwälzungen führt.
orca
Stimmt. Das führt zu Revolutionen wie 1917 ff. oder 1945 ff. - oder zu Konterrevolutionen wie 1919 ff. oder 1989 ff..
Allerdings kennt die Geschichte keine dauerhaften Rückschritte.
Auch für Dich gilt, was ich bereits schrieb: Du hoffst, daß die reaktionären Zustände bestehenbleiben oder noch reaktionärer werden. Nur darin hast Du Deine gesellschaftliche Position und Zukunft.
Ein menschenwürdiges Leben liegt jenseits Deiner Erfahrungs- und Vorstellungswelt.
Adeodatus
Zitat:
orca hat am 28. Januar 2017 um 16:32 Uhr folgendes geschrieben:
Stimmt. Das führt zu Revolutionen wie 1917 ff. oder 1945 ff. - oder zu Konterrevolutionen wie 1919 ff. oder 1989 ff..
Allerdings kennt die Geschichte keine dauerhaften Rückschritte.
Auch für Dich gilt, was ich bereits schrieb: Du hoffst, daß die reaktionären Zustände bestehenbleiben oder noch reaktionärer werden. Nur darin hast Du Deine gesellschaftliche Position und Zukunft.
Ein menschenwürdiges Leben liegt jenseits Deiner Erfahrungs- und Vorstellungswelt.
1945 war keine Revolution das hat man sogar in den Gschichtsbüchern der DDR so geschrieben.
1989 war auch keine Konterrevolution sondern das Volk hat das was du selbst in diesem Satz so schön beschreibst erkannt
Zitat:
Allerdings hat das zu allen Zeiten nur so lange gestimmt, bis der Mehrheit die Unerträglichkeit der Zustände und Zukunfstlosigkeit bewußt wurden.
Das Volk wollte anfangs nichts weiter wie eine Reform des Sozialismus in der DDR und deren Erhalt jedoch wurde die „Revolution“ gekapert. Was am Ende zum bekannten Ergebnis führte.
Zitat:
Auch für Dich gilt, was ich bereits schrieb: Du hoffst, daß die reaktionären Zustände bestehenbleiben oder noch reaktionärer werden. Nur darin hast Du Deine gesellschaftliche Position und Zukunft. Ein menschenwürdiges Leben liegt jenseits Deiner Erfahrungs- und Vorstellungswelt.
Und du meinst was Du schreibst ist Gesetz?
Ich verrate dir aber einmal etwas, ich lebe im heute und im jetzt, die Vergangenheit ist Tod das gilt auch für die DDR; Ich habe einfach nicht so viel Zeit wie DU um mir eine Schein und Traumwelt zu basteln, nicht jeder hat wie Du das Zeug zum Hinterhofrevoluzzer der in einem FORUM wie dem FT den Lenin geben will und meint er könne ohne seinen Arsch nach draußen zu bewegen die DDR 2.0 ausrufen. Ob es dir passt oder nicht mit den derzeitigen Verhältnissen wirst du noch die nächsten Jahrzehnte leben müssen.
orca
Zitat:
Adeodatus hat am 28. Januar 2017 um 20:50 Uhr folgendes geschrieben:
Ob es dir passt oder nicht mit den derzeitigen Verhältnissen wirst du noch die nächsten Jahrzehnte leben müssen.
Da haben wir schon die nächste Dummheit eines Reaktionärs.
Gesellschaftliche Verhältnisse ändern sich tagtäglich. Nur die Tendenz ist längerfristig stabil. Derzeit die zum Faschismus, welche die Entwicklung des Kräfteverhältnisses widerspiegeln. Gleichzeitig erstarken und radikalisieren sich antifaschistische Bewegungen.
Nur Idioten geben zur weiteren Entwicklung zeitliche Voraussagen ab. Insbesondere, während sich Deine Herren in immer extremere Maßnahmen flüchten (gigantisches Aufblasen ohnehin vorhandener Spekulationsblasen, Förderung rassistischen Terrors, Abbau von bürgerlichen Freiheiten und vor Allem immer mehr Kriege).
Revolutionen zeichnen sich vor Allem dadurch aus, daß die Herrschenden sie sowenig erwarteten wie selbst die Revolutionäre.
Beide Seiten tun, was sie können: die Konterrevolution bzw. die Revolution vorantreiben. Von den realen Entwicklungen werden erfahrungsgemäß beide Seiten gleichermaßen überrascht. Dann zählt nur das Kräfteverhältnis.
Der Feudalismus wurde mehrfach beseitigt und konnte von Deinesgleichen auch mehrfach restauriert werden - sich aber langfristig nicht halten. Jetzt GLAUBEN Deinesgleichen an den Endsieg der nächsten Schmarotzergesellschaft. Zur Selbstbestätigung eines ewigen und endgültigen Plans läßt jetzt beispielsweise Erdogan in der Türkei die Evolutionstheorie abschaffen.
Wenn Deinesgleichen keiner verbrecherischen Gesellschaft dienten, könnte ich Dich bedauern. Aber die gesellschaftliche Entwicklung, ihre Agenten, Mitläufer, Verbrecher und Herren auf beiden Seiten - des Fortschritts und Rückschritts - sind immer real.
Rückschritt ist nur begrenzt möglich. Du bist sein begeisterter und offenbar überzeugter Vertreter.
gastli
Zitat:
Am 1. März veröffentlichte der Präsident der Europäischen Kommission Jean-Claude Juncker das sogenannte “Weißbuch zur Zukunft Europas”. Es gilt als wichtigste politische Reaktion der EU-Exekutive auf den “Brexit”. Junckers Dokument verdeutlicht, dass die EU auf den anhaltenden gesellschaftlichen Zusammenbruch und den Kriegskurs keine Antwort hat. Trotz des Versuchs, gute Miene zur aktuellen Lage zu machen, zeichnet das Weißbuch ein verheerendes und zutiefst pessimistisches Bild von der EU. Es präsentiert fünf grobe und diffus gehaltene Szenarien, die alle davon ausgehen, dass sich die Spannungen verschärfen. Dabei empfiehlt das Dokument eine massive militärische Aufrüstung, um diese Probleme zu übertünchen. Denn wie das Weißbuch selbst einräumt, drohen der Bevölkerung Krieg und unablässiger sozialer Niedergang.
Ausverkauf - Die Gefahren der Privatisierung
Hohe Preise für Wasser, Strom und Gas, baufällige Schulgebäude, die kaum noch zu benutzen sind, immer schlechtere Verbindungen der Deutschen Bahn auf dem Land, Krankenhäuser in der Krise - all das sind Folgen einer jahrzehntelang betriebenen Privatisierung. Der Staat zieht sich aus bestimmten Bereichen immer mehr zurück. Die Gefahren dieser Entwicklung beschreibt Tim Engartner, Professor für Didaktik der Sozialwissenschaften mit dem Schwerpunkt schulische Politische Bildung an der Goethe-Universität Frankfurt am Main.
Schon hundertmal erlebt, dass die Privatisierung IMMER zu mieserem Service und teureren Gebühren führt.
Und die Verbrecherbande versucht erneut eine grosse Privatisierung gegen den Willen der Bevölkerung durchzudrücken: Die Privatisierung von Autobahnen und Schulen.
So weit ich das den aktuellen Wahlumfragen entnehme, ist der Pöbel natürlich wieder einmal völlig begeistert darüber.