Mal für die Kapitalismusapologeten: Mit Vollgas gegen die Wand

gastli
Wir leben in einem absurden System namens “Kapitalismus”, der sich zu allem Anschein nach in seinen Endzügen befindet. Diese Worte kommen nicht nur von seinen ärgsten Systemkritiker, sondern mittlerweile auch von den ganz Reichen. Heute bin ich über diesen öffentlichen Brief eines Milliardärs gestolpert, welchen ich Euch nicht vorenthalten möchte.
Ich sehe Mistgabeln.
gastli
Deutsche, erkennt euch selbst!

Gedruckt im sozialistischen Kampfblatt DIE ZEIT.
gastli
»Selbst ein Kapitalismus mit mehr Einkommensgerechtigkeit wird in der Katastrophe enden, wenn er weiterhin auf Konsumsteigerungen und kurzfristiges Wachstum setzt.«

[Chandran Nair. »Die Mutter allen Kapitals«. Le Monde Diplomatique. Ausgabe Juli 2014. S. 3]

Bemerkung dazu:
Viele glauben daran, den Kapitalismus zähmen zu können. Eine vermeintlich bessere Verteilung von Brotkrumen der Reichen, führt jedoch nicht zu einer besseren Gesellschaft, sondern verfestigt nur die ohnehin schon vorhandenen Ungerechtigkeiten [Konsum als Lebenszweck, Ausbeutung von Menschen und der Natur, Umwelt– und Klimaverschmutzung...].
Was wir wirklich brauchen, sind Alternativen zum menschlichen Abgrund.
Und wer die liefern will, wird lächerlich gemacht.
Es geht also weiter: Mit Vollgas gegen die Wand.
Bernhard P.
Zitat:
gastli hat am 12. August 2014 um 08:47 Uhr folgendes geschrieben:

Was wir wirklich brauchen, sind Alternativen zum menschlichen Abgrund.
Und wer die liefern will, wird lächerlich gemacht.
Es geht also weiter: Mit Vollgas gegen die Wand.


Das deuttsche Volk hat in der Form von Weltkriegen bereits zwei bittere Lektionen erhalten.

Kapitalismus ist nicht zähmbar! Er muss abgeschafft werden!
gastli
Kapitalismus und das bornierte Streben nach Wachstum

Das sozialistische Kampfblatt FAZ würdige ich hier mit einem L E S E B E F E H L !!
gastli
Zitat:
Lohndumping führt in die Deflation
Die OECD hat lange sinkende Löhne gefordert, nun warnt die Organisation, dass sie "kontraproduktiv" wirken
Man hört erstaunliche Töne im Beschäftigungsausblick der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Und erstaunlich ist auch, dass entscheidende Wendungen in der OECD-Argumentation den deutschen Medien offenbar nicht aufgefallen sind. So wurde zum Beispiel herausgestellt, dass die "Industriestaaten-Organisation" vor allem kritisiere, dass "Deutsche unter stressigen Arbeitsbedingungen leiden". Insgesamt wird dazu noch auf die Frage abgestellt, dass die 34 Mitgliedsstaaten die Langzeitarbeitslosigkeit nicht in den Griff bekämen.

[Quelle: http://www.heise.de/tp/news/Lohndumping-...on-2357092.html]

Wenn den Menschen die Löhne, Renten und Sozialleistungen gekürzt werden, dann kaufen sie weniger Produkte. [Das war im Jahr 1914 schon so, als Henry Ford sagte: "Autos kaufen keine Autos." ]
Und dasselbe ist natürlich auch heute noch der Fall.
Krisen sind im Kapitalismus eigentlich immer Nachfragekrisen.
Die Firmen könnten viel mehr produzieren, bekommen ihren Kram aber nicht verkauft, weil der Bevölkerung die Löhne und Renten gekürzt werden.
Dass das OECD diese Logik erst 100 Jahre später erkennt, nachdem es jahrzehntelang für Lohnkürzungen trommelte, spricht nicht unbedingt für deren Sachverstand.
Und dass die sogenannten "Wirtschaftsweisen", "Mittelstands"-Politiker und sonstigen gekauften Singvögel der Konzerne selbst heute noch gegen den Mindestlohn und gegen höhere Regelsätze herumbellen - also die heutigen Kapitalisten nicht einmal mehr ihren Kapitalismus kapieren - ist die einfach nur die Bankrotterklärung für ein ruinöses Wirtschaftssystem.

Und der Lacher schlechthin ist es dann, wenn diejenigen, die den Kapitalismus kapiert haben als "Linke" beschimpft werden.
gastli
Zitat:
Wirtschaftsgeschichte
Die „goldenen Jahre
In den fünfziger Jahren war das Kapital noch gezähmt. Das brachte Wohlstand und sozialen Fortschritt. Wer sich daran noch erinnert, ist kein Nostalgiker.

[Quelle: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/da...n-13151843.html]

Ach ja.
War das so?
Und heute?
Da ist das so.
gastli
Wenn das letzte Kapitel über den Verfall und Untergang Deutschlands geschrieben wird, wie wird es Merkel beschreiben? In liebevoller Erinnerung oder als Auslöser des Untergangs?
TOP Artikel sehr lesenswert.
gastli
Zitat:
Eine Gruppe von rund 50 jungen CDU-Politikern verlangt von Bundeskanzlerin Angela Merkel einen offensiveren Reformkurs. Nötig sei eine „Agenda 2020“.
...
Am Sonntag hatten die knapp 50 jüngeren Politiker in Berlin mit dem Düsseldorfer Ökonomieprofessor Justus Haucap [einem üblen neoliberalen Fanatiker] darüber diskutiert, mit welchem wirtschaftspolitischen Kurs die Union bei der Bundestagswahl 2017 Erfolg haben kann.
...
Wir benötigen eine Renaissance der Angebotspolitik und eine Gründerkultur mit einem positiven Unternehmerbild“, verlangte Haucap. Der thüringische CDU-Fraktionschef Mike Mohring sagte: „Wir müssen es denen, die das alles erwirtschaften, leichter machen.“
[Gemeint sind natürlich nicht die Arbeiter und Angestellten, die real alles erwirtschaften, sondern jene, die den real arbeitenden Menschen den von ihnen produzierten Mehrwert abpressen.]
Steffen Bilger (CDU), Vorsitzender der jungen Gruppe innerhalb der Unionsfraktion im Bundestag, sagte, die eingetrübten Wirtschaftsprognosen der vergangenen Tage „müssen uns eine Mahnung sein, dass der Aufschwung nicht einfach so weitergeht. Nach Mindestlohn und Mütterrente müssen wir endlich wieder übers Erwirtschaften reden.“ Es könne nur verteilt werden, was zuvor verdient worden sei.“

[Quelle: www.faz.net/aktuell/politik/inland/refor...0-13205142.html]
[Anmerkungen in Klammern von mir]

Die wollen mit doppeltem Vollgas vor die Wand.
Nach all den Jahren neoliberaler Angebotspolitik entsprechend der Kurzformel "Gewinne hoch, Gewinnsteuern, Löhne und Sozialleistungen runter".
Nach all den Jahren Umverteilung des unten Verdienten nach oben zu den nichts Verdienenden, aber alles Bekommenden.
Nach all den Jahren weniger werdender Massenkaufkraft und dem daraus resultierendem Anstieg der Massenarbeitslosigkeit.
Nach all den Jahren in denen die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer wurde.
Nach all den Jahren der ständig zunehmenden Aufblähung der internationalen Finanzmärkte, was wiederum eine internationale Finanzmarktkrise nach der anderen zur Folge hatte.
Nach all den Jahren dieser geisteskranken neoliberalen Politik, an der sich auch durch Mindestlohn oder Mütterrente nichts geändert hat.
Nach all den Jahren, fordern diese Schwachköpfe eine Neuauflage des real existierenden neoliberalen Irrsinns.
Nach all den Jahren fordern diese Schwachköpfe eine Erhöhung der Dosis von dem Gift, dass erst zu diesem ganzen Irrsinn geführt hat.
Welche verheerenden volkswirtschaftlichen und sozialen Folgen diese Politik hat kann man in hier nachlesen: Griechenland als Exempel – oder als der Fluch des Neoliberalismus über die Menschen kam, Hamburg-Norderstedt 2014, ISBN 9783735759832.
Ich gönne ihnen diese doppelte Portion Vollgas gegen die Wand.
gastli
Zitat:
„Juncker: „Nur wer investiert, schafft Wachstum.““
Der neue EU-Kommissionschef Juncker hat sich zum Sparen bekannt, will aber auch mehr ausgeben: Nur mit mehr Investitionen sei Wachstum zu erreichen, sagte er in den tagesthemen. "Strohfeuerprogramme" dürfe es aber nicht geben.

[Quelle: http://www.tagesschau.de/ausland/juncker...themen-101.html]

Er ist und bleibt dumm.
Niemand investiert, wenn die Nachfrage nicht stimmt.
Und die Massenkaufkraft bleibt seit Jahrzehnten hinter der Entwicklung der Kapitaleinkommen zurück.
Auf Grund einer Politik, die, auf EU-Ebene, von Juncker an erster Stelle mit zu verantworten war und ist.
gastli
Wenn die Wand schon ziemlich nahe ist, dann muss man zu solchen Maßnahmen greifen.

gastli
UPDATE zu: Lohndumping führt in die Deflation

Seit der Agenda 2010 wurden 1,2 Billionen Euro Lohnkosten gekürzt

Nach Tarifvertrag bezahlte Arbeitsplätze wurden abgebaut und gegen Lohndumping-Jobs wie Leiharbeit und Minijob ausgetauscht.
Mit dem Ergebnis, dass satte 1,2 Billionen Euro an Gehalt gekürzt wurde und 1:1 in die Taschen der obersten 10 Prozent geflossen sind.
Unnötig zu erwähnen, dass die SPD auch heute noch stolz auf ihre Agenda 2010 ist.
Die Frage, auf welcher Seite die SPD steht, beantwortet sich damit von ganz allein.
gastli
Eurokrise: Das kollektive Leugnen der Deutschen oder die Angst vor der Wahrheit

Heiner Flassbeck trifft wieder den Punkt.
In Kurzform:
Des einen Gewinn [deutscher Exportüberschuss] ist des anderen Verlust [südeuropäische Defizite].
Geld ist schließlich nicht weg, sondern es hat nur jemand anderes.
Und wenn jemand anderes [Deutschland] mehr Geld dazubekommt [Exportüberschuss], muss es zwangsläufig andere Länder [Italien, Spanien, Griechenland, Frankreich usw.] geben, die dieses Geld aufgrund des deutschen Lohndumpings verlieren mussten.

Das hat nichts mit Ideologie, Links oder gar Sozialismus zu tun, sondern ist reine Logik.
gastli
Zitat:
Presseinformation des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung vom 3.3.2015
Erwerbstätige arbeiten 2014 mehr als 58 Milliarden Stunden

Im Jahr 2014 arbeiteten die Erwerbstätigen in Deutschland insgesamt 58,5 Milliarden Stunden. Das entspricht einem Plus von 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr, berichtete das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) am Dienstag. Mehr gearbeitet wurde zuletzt 1992 mit 59,9 Milliarden Stunden.

[Quelle: http://www.iab.de/de/informationsservice...ionen/az14.aspx]

Lieb Kapitalismusapologeten.
Ich muss an dieser Stelle euer öffentliches Onanieren kurz unterbrechen und eine klitzekleine Zwischenfrage stellen:
Wo genau wurde denn mehr geschuftet?
Gab es mehr Vollzeitstellen, bei denen die Arbeiter ein ordentliches Gehalt bekommen und sich ein eigenständiges Leben aufbauen können?

Zitat:
Das Arbeitsvolumen in der Teilzeit hat deutlich mehr, nämlich um +3,4 Prozent und auch das Arbeitsvolumen einschließlich der Nebenjobs hat stärker zugenommen als in der Vollzeitbeschäftigung.

[Quelle: wie oben]

Also alles wie gehabt:
Der sogenannte "Job-Boom" findet weiterhin im Niedriglohnsektor statt.
Über Hungerlöhne, bei denen man noch zusätzlich zur Behörde rennen muss, um nach aufstockendes Hartz4 zu betteln.

Das man sich beim IAB trotzdem freut, hat andere Gründe.
Die freuen sich über eine Bevölkerung, die sich voller Freude ihrer kapitalistischen Ausbeutung unterwirft.
Ohne das auch nur minimale Empörung über z.B. die Vermögensverteilung zu hören ist.
Dren größte "Gegenwehr" nur das kollektive Nichtwählen ist.
Wer, wenn nicht eine neoliberale Klitsche wie das IAB, kann sich über so etwas diebisch ins Fäustchen freuen?
gastli
Nachrichten aus Kapitalistan: "Weil überall Geld fehlt"?
gastli
Die Reiter der Marktwirtschaft
LESEBEFEHL für alle, die immer noch glauben, dass wir in einer sozialen Marktwirtschaft statt im Kapitalismus leben.
gastli
Der ultimative Beweis dafür, dass der Aufprall an der Wand unmittelbar davor steht.



Laut Aufdruck ist das Kalahari Salz sage und schreibe 280 Millionen Jahre alt. Doch nun kommt der Clou: Die Haltbarkeitsdauer dieses 280 Millionen Jahre alten Salzes läuft ganz genau am 31.03.2019 ab.
gastli
Es gibt viele, viel zu viele systemgläubige Menschen, die ihre wertvolle Zeit mit dem Müll von Jauch, Lanz, Illner, Will … und sonstigem Talk-Gesülze verschwenden.
Wenn es um die Wahrheit geht, schaltet der von den Verblödungmedien und den Politheuchlern gesteuerte Michel ab.
Wer sich aber nur 15 Minuten Zeit nimmt, um zu erfahren, wie jeder hier in diesem System belogen und betrogen wird, sollte sich besser von Volker Pispers aufklären lassen.

Graziella
na na na, gastli du guckst Jauch, Lanz, Illner, Will und konsorten doch auch, wärst doch sonst nicht immer so gut informiert von dem geschwafel ihrer gäste.
gastli
Hier muss ich dich enttäuschen.
Ich schaue diese Sendungen prinzipiell nicht an.
Ich befasse mich im Nachgang mit den Kommentaren darüber und wenn es nicht anders möglich ist mir ein Bild zu machen, sehe ich mir Teile davon - Gäste die für den Inhalt wertvoll, also systemkritisch sind - an.