Propagandageflunker von Prof. Quaschning

Pfiffikus
Der Algorithmus hat mir heute wieder einen Clip angespült.



Einer geht noch...
Er hat wieder einmal einen rausgelassen...





Im ersten Teil spricht mir der Professor aus der Seele. Auch ich bin kein Freund von Fracking-Gas. Insbesondere, wenn wir damit auf eine zoll- und sanktionsfreudigen Lieferanten angewiesen sind.

  • 0:09 "Alternativen zum Erdgas" - die hätten wir eigentlich heute schon!
    Biogas wurde bisher sogar in den Hellbrisen mit konstanter Einspeisung verfeuert. Vielmehr wäre im Sommer eine Aufbereitung dieses Gases zu Biomethan und dessen Einlagerung in den üblichen Gasspeichern gewesen. Warum erwähnt der Professor diese Alternative mit keiner einzigen Silbe?

    Mir fällt jetzt auch keiner seiner Beiträge ein, in dem er sich für Biogas stark macht. Er scheint in dieser Branche keine Freunde zu haben?

  • 0:25 Grundwasser verseucht, Erdbeben ausgelöst?
    Irgendwie kennen wir die Amerikaner als Leute, die auf jede kleine Gelegenheit warten, damit sie irgendeinen Konzern auf Millionenzahlungen verklagen zu können.
    (Gastli hat uns schon Beispiele in Sachen Glyphosat geliefert.)
    Sind die Sachen an mir vorbei gegangen? Hat irgendwo in Amerika schon mal jemand eine Gaskonzern verklagt, weil ein Erdbeben ausgelöst oder Wasser vergiftet wurde? Oder ist das nur eine Legende?

  • 0:30 Gaslecks waren in den Neunzigern ein Thema. Inzwischen lassen sich Lecks aus dem Weltraum identifizieren. Und die Konzerne vermeiden diese Lecks schon aus Eigeninteresse so weit sie es können - Explosionsgefahr!!!

  • 0:55 Jetzt kommt der größte Witz!
    "Wir können doch unsere Energieversorgung problemlos und klimaneutral mit erneuerbaren Energien sicherstellen."
    Wie der Zufall es so will, ich erlebe diesen Clip gerade heute, im Zuge einer Dunkelflaute. Der Strompreis ging bis auf 24 Cent/kWh hoch, nicht unter 12 Cent!
    Saisonbedingt hatten wir nur wenig Solarstrom, für einen kurzen Moment mal bis zu 13 GW. Wind on- und offshore pausierten heute und lieferten weniger als 10GW. Interessant ist, dass auch heute wieder massenweise Gas verstromt worden ist.

    Unter "problemlos" verstehe ich etwas anderes.




Pfiffikus,
der inzwischen darauf wartet, dass auch er zeitnah ein Video posten wird, aus dem wir erfahren, wie großzügig ausreichend unsere Gasreserven in den Speichern heuer noch sind
daggi007
In den USA läuft derzeit eine Reihe von großen Klagen gegen führende Öl- und Gaskonzerne (oft als "Big Oil" bezeichnet), in denen diese für klimawandelbedingte Schäden, Irreführung der Öffentlichkeit und Umweltschäden haftbar gemacht werden sollen.
daggi007
Zitat:
Pfiffikus hat am 09. Februar 2026 um 22:25 Uhr folgendes geschrieben:
Warum erwähnt der Professor diese Alternative mit keiner einzigen Silbe?

Mir fällt jetzt auch keiner seiner Beiträge ein, in dem er sich für Biogas stark macht. Er scheint in dieser Branche keine Freunde zu haben?


Was soll denn schon wieder diese "Propagandageflunker von Prof. Quaschning" Verschwörungstheorie?

Biogas ist mengenmäßig begrenzt. Deutschland erzeugt heute rund 95–100 TWh Biogas pro Jahr, davon etwa 35–40 TWh als Biomethan.
Der Gasverbrauch lag früher bei 900 TWh, heute immer noch bei 600–700 TWh. Selbst wenn man alles optimiert, kommt man vielleicht auf 150 TWh Biomethan.

Das heißt:
Biogas kann fossiles Erdgas ergänzen, aber nicht ersetzen.

Für Quaschning, der gerne in „100 % Erneuerbare“-Systemen denkt, ist das zu wenig, um die große Erzählung zu tragen.
James T. Kirk
Zitat:
daggi007 hat am 10. Februar 2026 um 12:12 Uhr folgendes geschrieben:
In den USA läuft derzeit eine Reihe von großen Klagen gegen führende Öl- und Gaskonzerne (oft als "Big Oil" bezeichnet), in denen diese für klimawandelbedingte Schäden, Irreführung der Öffentlichkeit und Umweltschäden haftbar gemacht werden sollen.


Wie konnte die Menschheit nur so alt werden? In jeder Entwicklung gibt es Abschnitte / Stadien, die "suboptimal" verlaufen. Was wäre, wenn das Erdöl nicht entdeckt worden wäre? Sind im Neunzehnten Jahrhundert schon Menschen an Lungenkrebs erkrankt und haben die Hersteller von Zigaretten und Zigarren verklagt? Hat es in den mittleren Jahrzehnten des letzten Jh. keinen Feinstaub gegeben? Wie lange hätten die Holzvorräte des Planeten gehalten, wenn wir nicht mit Gas geheizt hätten?

Fragen über Fragen, die die Antragsteller solcher Klagen sehr gern vernachlässigen?
Pfiffikus
Zitat:
daggi007 hat am 10. Februar 2026 um 13:16 Uhr folgendes geschrieben:
Biogas ist mengenmäßig begrenzt. Deutschland erzeugt heute rund 95–100 TWh Biogas pro Jahr, davon etwa 35–40 TWh als Biomethan.
Es wäre ja auch nicht sinnvoll, den kompletten Bedarf, der heute mit Erdgas gedeckt wird, durch Biogas zu substituieren.

Trotzdem sollte ganzjährig eine Aufbereitung erfolgen, um das Bio-Methan zu gewinnen, ins Gasnetz einzuspeisen und dort für den Winter zu speichern. Mir wäre das lieber, als dafür LNG zu nutzen. Der verbleibende Teil des Gases könnte auch im Sommer verstromt werden, aber bitte nur in den Stunden, in denen die Sonne zu wenig Strom liefert und in denen der Strom am teuersten ist.


Zitat:
daggi007 hat am 10. Februar 2026 um 13:16 Uhr folgendes geschrieben:
Der Gasverbrauch lag früher bei 900 TWh, heute immer noch bei 600–700 TWh. Selbst wenn man alles optimiert, kommt man vielleicht auf 150 TWh Biomethan.
Nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten beurteilt müssen wir künftig garantiert nicht so viel Gas verbrennen, wie heute. Wegen der inzwischen billigen Akkus aus China wäre es im Sommer noch weniger nötig, Gaskraftwerke zu nutzen. Und infolge der Disruption im Gebäudesektor wird der Gasbedarf auch dort zurück gehen.


Pfiffikus,
der weiß, dass auch künftig noch Energieträger, zum Beispiel Methan, importiert werden müssen
Pfiffikus
Youtube merkt, dass ich micht für die Werke deses Professors interessiere. Es hat mir wieder einen Clip angezeigt.



Einer geht noch...
Er hat wieder einmal einen rausgelassen...




Da werden uns Zahlen der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe präsentiert. Link nicht ausgeschrieben - hier ergänzt.

Die Publikation unterscheidet nicht im Geringsten zwischen den zwei wichtigen Uran-Isotopen. Wenn man nur das heute meist genutzte 235-er Uran verwenden will, so erscheint die vom Professor genannte Zahl recht plausibel, in der Tat. Aber wer schaut denn so rückwärtsgewandt wie der Professor Quaschning?


Doch die Welt hat sich weiter gedreht. Und der Herr Professor hätte auch mal auf Seite 50 dieser Publikation nachlesen können. Dort werden links unten zahlreiche Neuentwicklungen verschiedener Reaktoren aufgezählt. Nicht alle diese Modelle verlassen sich auf das 235-er Uran. Bekanntlich befindet sich in den Castoren, die in der BRD derzeit zwischengelagert werden, große Mengen des 238-er Urans. Dieser Atom"müll" kann in den neuen Reaktoren noch Jahrhunderte lang Energie liefern. (Bei den Unternehmen, die da am Werk sind, handelt es sich ganz sicher nicht um irgendwelche Deppen, denen die Zahlen, die Quaschning nennt, verborgen geblieben sind. Und wir wissen, dass inzwischen Reaktortypen mit inhärenter Sicherheit in Entwicklung sind.)


Noch lehrreicher wird es für den Herrn Professor auf Seite 51:
Zitat:
Thorium
>> Thorium betriebener Versuchsreaktor in China erhält Betriebserlaubnis Thorium gilt aus wissenschaftlicher Sicht als mögliche Alternative zum Uran.

Derzeit wird Thorium aber weltweit nicht für die Energieerzeugung genutzt. Gegenwärtig sind keine mit Thorium gespeisten kommerziellen Reaktoren in Betrieb. Mittelfristig könnte sich dies aber ändern. Im Juni 2023 erhielt der chinesische Thorium-Versuchsreaktor TMSR-LF1 (thorium- based molten salt experimental reactor - liquid fuel) eine Betriebserlaubnis. Sollte sich der Versuchsreaktor (2 MW), in dem Thorium in Form geschmolzenen Salzes vorliegt, nach einer Probephase als erfolgreich erweisen, plant China bis 2030 den Bau eines Thorium-Flüssigsalzreaktors mit einer Leistung von 373 MW (WNN 2023).
Inzwischen hat sich der Probebetrieb als erfolgreich erwiesen.

Und seit vergangenem Jahr - hier im Forum haben wir davon gelesen - haben auch die Tests von Copenhagen Atomics mit ihrem Thorium-Reaktor begonnen. Wir wissen, dass diese Firma das ohne staatliche Subventionen stemmt!!!



Pfiffikus,
der selten einen Clip von Professor Quaschning sah, in dem er sich so dermaßen mit einem Kenntnisstand von gestern präsentiert
Pfiffikus
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Was er hier im Clip sagt und wünscht, kommt in der Gesamtbilanz hin. Da gebe ich ihm absolut Recht.


Trotz alledem möchte ich an dieser Stelle auf eine lokale Gefahr hinweisen. Schließlich werden nach und nach immer mehr Leute auf smarte Stromzähler umgestellt. Und die Leute mit hohem Strombedarf - Fahrer von E-Autos - werden besonders gern auf flexible Stromtarife zugreifen. Um von bidirektionalen Laden zu profitieren, ist es erst recht erforderlich, einen flexiblen Tarif mit dem Versorger abzuschließen.

Wie werden die Leute ihre smarte Wallbox programmieren? Natürlich werden alle ihr Auto genau in den Stunden laden, in denen der Strom am billigsten ist. Viele gleichzeitig! Und die Rückspeisung ins Netz wird genau dann erfolgen, wenn der Strom besonders teuer sind. Auch wieder viele gleichzeitig. Wer würde es anders handhaben?

Genau das wird zu einem Problem führen. Nicht im großen Hochspannungsnetz, sondern in den kleinen Verteilnetzen. Wenn alle E-Autos quasi gleichzeitig möglichst viel Strom saugen und möglichst gleichzeitig den Strom wieder ins Netz zurück speisen wollen, dann kommen die kleinen Umspannwerke, die einzelne Siedlungen wie Heinrichsgrün oder Untermhaus-West zu versorgen haben, an ihre Leistungsgrenze oder werden unter Umständen überlastet. Dort wohnen viele Leute mit E-Auto und eigener Wallbox. Und für so große Leistungen sind die Umspannwerke und Erdkabel einfach nicht gebaut worden.


Pfiffikus,
der hofft, dass die Kabel das noch sehr lange aushalten werden
Pfiffikus
Einer geht noch...
Er hat wieder einmal einen rausgelassen...





Auch in diesem Clip ist sein Optimismus berechtigt. Ja, was er hier sagt, gilt nicht nur in Europa, sondern sogar in China.

Nur ganz am Ende bei 1:13 nutzt er das Propaganda-Geflunker IV.
Natürlich kann die PV niemanden "versorgen". Sie kann allenfalls einen beachtlichen Beitrag zur Lieferung des Stromes leisten. Denn PV-Strom ist nur dann so billig, wenn er sofort und an Ort und Stelle genutzt werden kann. Der Professor unterschlägt, was zu einer echten Versorgung wirklich erforderlich ist.


Pfiffikus,
der Euch permanent daran erinnert, dass zum Zwecke einer "Versorgung" der dreifache Ausbau der Infrastruktur erforderlich ist