Rosi
An dieser Stelle erst mal ein Lob an Archivar für die grandiosen historischen Aufnahmen und Postkarten. Danke für den neuen interessanten Bereich im Forum Thüringen.
Nun zum Thema. Wirklich eine Schande ist das Schicksal des Wintergartens.
Ich stelle das Thema bewusst hier im historischen Gera-Bereich ein, das das Gebäude nun Geschichte ist. Ich trauere.
Bildquelle: Bernd Tolksdorf / flickr.com
Den älteren unter uns wird das Gebäude als Ballhaus in guter Erinnerung bleiben. Ich möchte dieses Thema dem Wintergarten widmen und hoffe hier viele interessante Geschichten zu lesen und Bilder zu sehen.
Meta
Das ist der kulturelle Untergang in der Nachwendezeit. Preislawinen welche die Kunden nicht verkraften konnten zeigen an Hand der Bausubstanz den Untergang des Lebensstandards und der Kultur, sowie eine sinkende Kaufkraft in Ostdeutschland durch eine unausgeglichene Verschiebung des Lohn/Preisgefüges durch Einführung der DM.
Michi
Für dich Rosi.
Eine Lithographie aus der Glanzzeit des Wintergartens so um 1900.

Archivar
Wenn ich das noch etwas ergänzen darf?
Ende
des 19. Jahrhunderts trug der Wintergarten noch den Namen "Lindenthal".
Wie nahezu alle Säle von großen Gaststätten, Turnhallen und Schulen diente der Wintergarten während des ersten Weltkrieges als Reservelazarett.
Und hier noch eine Erinnerung an das Gastspiel des Tanzorchesters Kurt Henkels vom Sender Leipzig am 25.November 1948

Rosi
Vielen Dank Michi und Archivar für die schönen Ansichtskarten.
Seid ihr im Wintergarten auch zu Tanze gewesen?
Archivar
Gelegentlich schon, obwohl damals mehr der Schwoof auf den Dörfern angesagt war.
Mein letzter Besuch im Wintergarten datiert auf den Herbst 1990. wir hatten seinerzeit vom Betrieb eine Veranstaltung dort.
Ich hätte damals nicht im Traum dran gedacht, dass das der letzte Besuch dort war.
Rosi
| Zitat: |
Archivar hat am 01. April 2021 um 15:29 Uhr folgendes geschrieben:
Ich hätte damals nicht im Traum dran gedacht, dass das der letzte Besuch dort war. |
Das hätte wohl niemand. Der Saal war meist brechend voll und die Stimmung immer sehr gut.
Als das Gebäude in den 90ern in Privatbesitz übergegangen ist hat doch jeder gehofft, dass es ein angesagtes Tanzlokal bleibt oder anderweitig mit Mehrwert betrieben wird. Dieses Schicksal hat der Wintergarten jedoch nicht verdient.
Meta
Wer weiß warum im Wintergarten das Bier nie aus ging, selbst wenn alle Fässer leer waren?
Klick hier >> Geraer Brauerei Riebeck und Simson
Michi
Super Seite.
Dort sind auch noch Fotos von anderen Ruinen zu finden.
Guido78
Hallöchen,
ich weiß die Einträge sind schon alle etwas älter. Aber ich bin jetzt erst auf das Forum aufmerksam geworden.
Ich wollte auch noch was zum Wintergarten schreiben.
Als Schüler sind wir dort teilweise in die Schulspeisung gegangen, aber ich weiß nicht mehr genau wann das war.
Auf jeden Fall zwischen 1986 und 1988.
Und als Kinder sind wir oft über die Brauerei hinten in den Biergarten geklettert und haben Kastanien geklaut ( das ist jetzt hoffentlich schon verjährt 😁). Wir haben öfters im Biergarten bzw. auf dem Dach im rechten Teil vom Biergarten gespielt. Vor allem mit dem Küchenpersonal haben wir Katz undaus gespielt, manchmal haben sie uns gesehen, aber nie erwischt 😁.
Übrigens, die haben ihre Kartoffeln schon geschält bekommen.
Achso schöne Fotos, schade daß er so herunter gekommen ist und weggerissen wurde.
Archivar
Ja Guido, vom alten Gera ist sehr viel verschwunden.
Um so wichtiger ist es mir, alte Fotos und Ansichtskarten zu bewahren, damit auch die Generationen nach uns ein Bild davon bekommen, wie unsere Stadt einmal aussah.
holgersheim
| Zitat: |
Archivar hat am 18. März 2026 um 19:38 Uhr folgendes geschrieben:
Um so wichtiger ist es mir, alte Fotos und Ansichtskarten zu bewahren, damit auch die Generationen nach uns ein Bild davon bekommen, wie unsere Stadt einmal aussah. |
Ich hoffe du spendest deinen Fundus an das Stadtmuseum oder Stadtarchiv.
Archivar
Infrage käme nur das Stadtarchiv.
Städtische Museen müssen auf Verlangen der Kommune, z.B. wenn diese in finanziellen Engpässen steckt, Exponate verkaufen.
Also könnte die Stadt Gera verlangen, dass Bilder von Fischer oder Dix verkauft werden.
Praktisch ist das in Gera m.W. noch nicht vorgekommen.
Anders sieht das beim Stadtarchiv aus.
Ein entsprechendes Archivgesetz schützt alle dort vorhandenen Dinge vor Veräußerungen.
Sammlungen könnten z.B. auch, mit entsprechendem Vertrag, als Leihgabe an das Archiv gegeben werden.
Die jeweilige Sammlung darf nicht ergänzt und nicht vermindert werden, wohl aber darf damit gearbeitet werden (Ausstellungen, Benutzeranfragen usw.).
Das erscheint auch mir als gute Lösung.
holgersheim
Oha, wieder etwas gelernt. Dann ist natürlich ein Archiv immer die bessere Lösung.
Archivar
Die Zusammenhänge hat mir bereits vor Jahren der ehemalige Geraer Stadtarchivar Klaus Brodale aufgezeigt, dem ich dafür sehr dankbar bin.