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Das erinnert an Nebukadnezar, welcher in den Augen Saladins auch nur ein Fremder wäre.
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Saladin verkörpert den Traum vom Sieg des Islam über die Ungläubigen Veröffentlicht am 12.10.2001 | Von Paul Badde Nachdem Anfang der Woche die erste Welle computergesteuerter Raketen ihre Ziele in der nächtlichen Bergwelt Afghanistans angesteuert hatten, hypnotisierte Osama Bin Laden schon am nächsten Morgen aus seinem felsigen Versteck heraus Muslime auf der ganzen Welt in einem schlichten Video mit einer Rede, in der Amerikas radikalster Gegner die Schärfe des Schwertes rühmte, das nun über die Zeltlager der "ungläubigen Feinde" niedergehe. Fast war es, als hörte man im Hintergrund Pferde wiehern und Pfeile schwirren. Wie genau die Bomben und Raketen der Allierten wirklich ihre Ziele getroffen haben, werden wir wohl erst in Monaten oder nie erfahren. Doch jetzt ist schon klar, dass die demagogische Ansprache Bin Ladens die Herzen und Seelen von Millionen erreicht hat, für die in dem saudischen Millionärssohn, der seinen Besitz hinter sich ließ, um "die Würde der Muslime zu verteidigen", endlich der Sultan Saladin zurück gekehrt ist, um die "Schlacht um Jerusalem" noch einmal glorreich neu für die Welt des Islam zu entscheiden. Salah e Din Yusuf Ibn Aijub, wie Saladin auf arabisch genannt wird, wurde 1138 in Tikrit am Tigris als Sohn eines Kurden geboren und starb am 4. März 1193 in Damaskus. Schon zu Lebzeiten war er der unbestrittene Held des Nahen Ostens, nachdem er im Juli 1187 die Kreuzfahrer bei den Hörnern von Hittin in Galiläa vernichtend geschlagen hatte. Am 20. Oktober 1187 zog er kampflos in die Mauern Jerusalems ein und beendete damit das Intermezzo der europäischen Herrschaft über die Stadt, das 88 Jahre zuvor begonnen hatte, als Kreuzritter vom Rhein, der Loire und der Themse im Juli 1099 die heiligste Stätte der Christenheit ihren muslimischen Verteidigern in einem abenteuerlichen Gewaltakt entrissen hatten. Saladins Bildung, sein taktisches und strategisches Geschick, sein unkorrumpierbarer Großmut und sein Charisma sind durch alle Zeiten legendär geblieben. Auch in der deutschen Literatur hat er seine Spuren hinterlassen: In Lessings Toleranzdrama "Nathan der Weise" stellt Saladin dem Juden die Frage nach der rechten Religion, auf die Nathan mit der salomonischen Ringparabel im Geist der europäischen Aufklärung antwortet. In der islamischen Welt blieb Saladin aber auch immer gegenwärtig als Inbegriff aller Träume, die Macht der Fremden in einem heroischen, gewaltsamen Akt wieder loszuwerden. # ff |
Das erinnert an Nebukadnezar, welcher in den Augen Saladins auch nur ein Fremder wäre.