Hamed Abdel-Samad: „Ihr habt mehr in Islamisierung investiert als in Bildung und Aufklärung“
Epoch Times20. April 2017 Aktualisiert: 20. April 2017 19:35
Die Zahlen nach dem türkischen Referendum zu relativieren, sei keine Problemlösung, meint Islam-Kritiker Hamed Abdel-Samad. Was man außer Acht lasse sei, wie in Deutschland lebende Muslime tatsächlich über Identität, Islam, Scharia und Grundgesetz denken. Er schreibt: "Ich bin auch dagegen, alle Türken und alle Muslime pauschal zu verurteilen, aber es ist auch ein Fehler, alle Muslime pauschal zu verniedlichen!"
Hier versuche man, das Ausmaß des Problems zu relativieren, so Abdel-Samad weiter. Was sie aber außer Acht ließen ist, dass die Zahl von 63 Prozent tatsächlich repräsentativ ist – sofern man frühere Studien heranzieht. Diese würden zeigen, wie hier lebende Muslime über Identität, Islam, Scharia und Grundgesetz denken. Man ließe hierbei außer Acht, dass viele „Ja-Sager“ auch Kinder haben, die noch nicht wählen dürfen, aber das gleiche Gedankengut automatisch von den Eltern übernehmen.
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Das Ausmaß der Katastrophe könne man tatsächlich messen, wenn man in den Schulen eine Umfrage mache, wie beliebt Erdogan, Pierre Vogel oder sogar der IS seien. Die Zukunft des Landes, die sich dadurch zeigen würde, mache Abdel-Samad Sorgen.
Vom deutschen Wohlstand profitieren, aber nicht Teil des Landes werden
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Hamed Abdel-Samad sagt uns, was wir falsch gemacht haben:
>>„Ihr habt die Islamverbände hofiert und somit dem politischen Islam verholfen, seine Infrastruktur in Deutschland aufzubauen.
>>Ihr habt gedacht, die Integration läuft über die Religion und habt den Islam für einen Teil Deutschlands erklärt, ohne die damit verbundenen Risiken zu kalkulieren.
Ihr habt die fatalen Entwicklungen an deutschen Schulen ignoriert und somit zugelassen, dass wir nun eine tickende Zeitbombe haben.
>>Ihr habt immer jede Kritik, die sich an den Islam, an die Migranten oder Migrationspolitik der Regierung als Islamophobie, Rassismus oder Populismus abgestempelt, ohne euch ernsthaft damit auseinanderzusetzen. Dabei habt ihr ein Auge zugedrückt, wenn im Namen des Islam Hetze betrieben wurde.
>>Ihr habt euch immer Gedanken gemacht, was ihr für Muslime tun könnt, aber niemals, was ihr von ihnen erwarten könnt. Ihr habt sie immer wie willenlose Objekte behandelt, die bemuttert und bevormundet werden sollten.
>>Ihr habt die Verbindung von Islam und Terror verneint und die Verbindung von Ditib und Erdogan ignoriert. Ihr habt mehr in Islamisierung investiert als in Bildung und Aufklärung.“
Und damit müsse man sofort aufhören:
>>„Hört auf zu relativieren und fangt an, das Kind beim Namen zu nennen, bevor uns die wirkliche Katastrophe ereilt!
>>Ich bin auch dagegen, alle Türken und alle Muslime pauschal zu verurteilen, aber es ist auch ein Fehler, alle Muslime pauschal zu verniedlichen!
>>Wir können auf Verschließungstendenzen nicht immer nur mit mehr Öffnung und mehr Toleranz reagieren.
>>Wir können nicht immer einen „kühlen Kopf“ bewahren!“
Abdel-Samad abschließend: „Wir müssen endlich handeln!“
(mcd)
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